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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 11 Jun 2015 17:08 
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Eine (recht) einfache Rechnung – ist die Geldmenge durch reale Werte gedeckt, entspricht also die Summe aller zu erwarteten Dienstleistungen, produktive Arbeitsvorgänge, noch vorhandene Rohstoffe, der realistisch Wert von Immobilien, die komplette noch voll gebrauchsfähige Infrastruktur usw. der festgestellten Geldmenge, dann ist vermutlich der Wert des „Geldes“ gedeckt.

Jede „Stellschraube“ - völlig gleichgültig was da im Einzelnen passiert – die diese vorhandene Geldmenge signifikant erhöht, ohne gleichzeitig dadurch die o.g. Positionen ebenfalls zu vergrößern, bedeutet eine Abnahme der realen Kaufkraft. Es gibt jede Menge deutliche Anzeichen, das dies mit zunehmender Tendenz permanent passiert.

Ein deutlicher „Batzen“ sind die Verschuldungen der meisten Staaten. Ein Maßstab für mögliche Tilgung dieser Kredite, wäre das jeweilige BIP. Da allerdings in den wenigsten Fällen eine Tilgung stattfindet, stattdessen weitere Kredite notwendig werden um wenigstens die fälligen (zuvor vereinbarten) Zinsen auszahlen zu können, nimmt die Geldmenge weiter zu. Geld in Form einer bestimmten Währung hat eine zunächst unbekannte Halbwertzeit. Ein Beispiel soll die so oft gelobte DM sein. Zum Zeitpunkt des Zwangsumtauschs in die Gemeinschaftswährung, war seit Einführung der DM im Jahre 1948 (21.Juni) bis zu 01.01.1998 (als Buchgeld) und endgültig am 01.01.2002 auch als Bargeld, durch permanente Inflation von der ursprünglichen Kaufkraft bei Einführung auf ~21% des ehemaligen Geldwerts gesunken.

Da alles Transaktionen im jeweiligen Prozentsatz stetig wachsend größere Geldmengen erforderten, war die Gesamtgeldmenge entsprechend gewachsen. Die teilweise zögerliche Anpassung der Löhne und Gehälter (im Gegensatz zu den tatsächlich erzielten Nettogewinnen) verschiebt die Parität für alle, die lediglich ihre Arbeitskraft einbringen können, zu Gunsten von Unternehmen, welche sowohl den Kaufkraftverlust, aber auch durch Steigerung der Produktivität ihren Anteil an der Geldmenge steigern konnten.

Versuche durch verzinste Einlagen und Teilnahme an den zugänglichen Aktiengeschäften, ein eigenes Vermögen zu bilden, war bis vor wenigen Jahren auch für die Masse der dt. Bevölkerung möglich. Inzwischen versuchen die „Hüter des €uro“ durch eine permanentes Absenken der Leitzinsen, die immer noch wachsende Geldmenge, wenigstens von dieser Seite aus zu begrenzen. Die „Kreditvergabe“ (was ja bekanntlich die Geldmenge auf eine „mögliche – zu erwartende - Wertsteigerung hin, zunächst erhöht), erfolgt in sehr großem Umfang für reine Geldgeschäfte. Es werden so immer wenige reale Wertsteigerungen beabsichtigt, sondern im wörtlichen Sinn, in großen Teilen bereits wertloses Geld, wird weiter vermehrt. Da bei diesen „Geschäften“ in der Regel eben nicht alle Aktionen erfolgreich sind, bleiben die dafür getätigten Kredite erhalten, aber das beabsichtigte Ziel der Geldvermehrung (zu Gunsten des Agierenden) bleibt in der Masse der Fälle aus.

So ist es eher schwierig die tatsächliche Geldmenge zu einem bestimmten Zeitpunkt exakt zu bestimmen. Das sie längst in der Quantität jenseits jeglicher realistischer Deckung ist, gilt in unterschiedlicher Höhe als gesichert. Wer also durch Geldgeschäfte zu realen Werten gelangt, zählt schon jetzt zu den Gewinnern. Der Satz „Bist Du tatsächlich reich, oder hast Du nur Geld“ wird so erst verständlich. Doch was das den Besitz von Geld & Realwerten angeht, muss sich der größere Teil der dt. Bevölkerung keinerlei Sorgen machen. Sie haben nichts, und können so auch nur sehr wenig verlieren….

Nun werden gerne auch die zukünftige Renten und Pensionsansprüche als „quasi Schulden“ des Staates gegenüber dem größten Teil der Bevölkerung apostrophiert. Das ist sicher richtig, aber nachdem eine neue Währung „erforderlich“ wird, liegt der „Umrechnungsfaktor“ bei der Volksvertretung aka Regierung, die „danach“ eine Neuordnung durchführen muss. Im günstigsten Fall „entschuldet“ sich ein Staat bei solchen Anlässen vollständig. Was immer für Ansprüche in dieser „Kreditsumme“ enthalten waren – für den „Neuanfang“ sind diese perdu.

Solange der „Jongleur“ noch alle „Bälle“ unter Kontrolle hat, darf jeder staunen und hoffen, dass dies auch weiter so bleibt. Ab und an fällt ein „Ball“ runter – ob das dann die ganze Jonglage zum Abbruch bringt, darauf darf man gespannt sein – ob und wie das Abstürzen von Griechenland sich auswirken wird, weiß keiner. Doch erst danach, lohnt es sich wieder über noch mehr Geld zu reden… :trommel:

In diesem Sinn waren Zinsen noch nie eine Wertsteigerung – allenfalls die kapitalisierte Hoffnung auf mögliche Wertsteigerungen – sie sind der leider unverzichtbare „Todeskeim“ jeder Währung. Ihr exponentieller Charakter – speziell, wenn keine Tilgung der Kredite erfolgt – erfolgen kann, führt zu einer permanenten Aufblähung der Geldmenge ohne jegliche „nichtvirtuelle“ Gegenleistung. Das haben so ziemlich alle Religionen beklagt und klammheimlich selbst genutzt – auch Aristoteles war wenig begeistert – doch keiner hat bislang ein „Ersatzrezept“ dafür finden können.

Werde demnächst wieder mal einige Mikrokredite geben und hoffe, so wenigstens etwas Nützliches zu tun….

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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 13 Jun 2015 10:47 
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immernoch_ratlos hat geschrieben:

............
..... wenn keine Tilgung der Kredite erfolgt – erfolgen kann, führt zu einer permanenten Aufblähung der Geldmenge ohne jegliche „nichtvirtuelle“ Gegenleistung. ….


Ich sehe nur virtuelle Leistungen in Hochfrequenzhandel. Auf Finanzportalen der Welt werden in einen Jahr 200x mehr Geld geschoben, als der Wert der produzierten Waren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 13 Jun 2015 11:05 
Dupor hat geschrieben:
immernoch_ratlos hat geschrieben:

............
..... wenn keine Tilgung der Kredite erfolgt – erfolgen kann, führt zu einer permanenten Aufblähung der Geldmenge ohne jegliche „nichtvirtuelle“ Gegenleistung. ….


Ich sehe nur virtuelle Leistungen in Hochfrequenzhandel. Auf Finanzportalen der Welt werden in einen Jahr 200x mehr Geld geschoben, als der Wert der produzierten Waren.


Ja, und?

Wenn ein bestehendes Haus verkauft wird, wird nach deiner Definition auch "Geld geschoben" weil nicht neu produziert wird. Allerdings vermehrt sich dadurch nicht die Geldmenge. Deine Erläuterung, dass die niedrigen Zinsen mit dem Hochfrequenzhandel zu tun hätten ist insoweit unlogisch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 14 Jun 2015 10:53 
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Registriert: 07 Feb 2011 19:13
Beiträge: 1539
Fazer hat geschrieben:
.........

Wenn ein bestehendes Haus verkauft wird, wird nach deiner Definition auch "Geld geschoben" weil nicht neu produziert wird. Allerdings vermehrt sich dadurch nicht die Geldmenge........


Genau so ist es. Ein Haus wird gekauft für eine Summe und dann für mehr verkauft/spekuliert. Schon vergessen, dass die letzten Finanzkrisen mit Immobilienblasen entstanden sind?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 14 Jun 2015 15:04 
Dupor hat geschrieben:
Fazer hat geschrieben:
.........

Wenn ein bestehendes Haus verkauft wird, wird nach deiner Definition auch "Geld geschoben" weil nicht neu produziert wird. Allerdings vermehrt sich dadurch nicht die Geldmenge........


Genau so ist es. Ein Haus wird gekauft für eine Summe und dann für mehr verkauft/spekuliert. Schon vergessen, dass die letzten Finanzkrisen mit Immobilienblasen entstanden sind?


Man sollte also ganz allgemein den Handel mit Sachwerten verbieten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 14 Jun 2015 16:45 
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Registriert: 11 Jan 2015 16:24
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Im Grund ist auch der Handel „Sachwert“ - „Geld“ - „Sachwert“ nur dann eine Vermehrung der Geldmenge, wenn der Kaufpreis nicht aus bereits bestehendem Geld finanziert wird.


Um herauszufinden woher Geld tatsächlich stammt, ob es zu einem früheren Zeitpunkt aus einem Kredit hervorgegangen ist oder ob es aus Verkauf von Sachwerten, Rohstoffen, Dienstleistungen u.ä. stammt. Keine leichte Aufgabe. Etwa vergleichbar dem, wenn jemand exakt die Bratensoße in ihre einzelnen Bestandteile „zerlegen“ will, ohne das eigentliche „Rezept“ zu kennen.

Bei einem Gebäude ist ein höherer Preis auch dann gerechtfertigt, wenn die „Ware“ Haus ,warum auch immer gerade stärker „nachgefragt“ wird, als zuvor. Auch die Veränderung der Kaufkraft, seit das Objekt errichtet wurde, will – so der Käufer dies akzeptiert – bezahlt sein. Da der Grund hier bereits eine größere Geldmenge zu einer niedrigen Kaufkraft ist, wird nur in etwa „pari getauscht“.

Die berüchtigte „Immobilienblase“ war niemals „pari“ zu dem tatsächlich vorhandenen Sachwert. Nahezu die gesamte Kaufsumme wurde „kreditiert“ - gern auch von Käufern, die keinerlei Kredit hatten. Der tatsächliche Sachwert (Grundstück und Hütte darauf) wurde um die beabsichtigte Geldschöpfung aus den Krediten so groß wie nur eben möglich zu machen, meist „überhöht angenommen“ .

Bei einem „normalen Kreditgeschäft“ entstehen auf der einen Seite Forderungen (Gläubiger - Bank) gegen den Kreditnehmer und auf dem Konto des Kreditnehmers entsteht eine gleichhohe Kreditsumme über die der Kreditnehmer verfügen kann. Hier wurde sozusagen ohne „Zwischenstopp“ der Kredit, gegen ein weitgehend wertloses Objekt, welches der Gläubiger „bereithielt“ eingetauscht. Wie üblich, wurde für den Kredit ein zu zahlender Zinssatz vereinbart. Die Forderung (gegen den Kreditnehmer) blieb dabei selbstverständlich immer bestehen

Die Käufer waren in der Masse weder zur vereinbarten Zinszahlung und erst recht nicht zu einer angemessenen Tilgung fähig. Da dies allen Beteiligten (besonders aber dem Gläubiger) bekannt gewesen sein muss, handelte es sich „vermutlich“ um einen breit angelegten Betrug zu Gunsten der Gläubiger. Um den Tag der Zahlungsunfähigkeit zu umgehen, wurden die Kredite je nach Lage sofort oder später weiterverkauft. Soweit schon klar war, wie wertlos diese „Papiere“ eigentlich waren, wurde durch entsprechende „Gutachten“ und auf dem üblichen „Gierfundament“ wunderhübsche Mondpreise „kreiert“ - also wieder ein „Kredit“ vereinbart.

Am Ende landet die ganze Chose im „M3“ Paket und keiner weiß mehr wie das alles passieren konnte.

Der Tauschhandel – weil streckenweise sehr unhandlich – ist längst durch „virtuellen Zwischenhandel = Geld in allen möglichen Formen“ abgelöst worden. Die Absicherung des Geldes mit z.B. Gold, ist inzwischen unmöglich geworden. Um den globalen Handel zu finanzieren, sind „Kredite“ in eine Größenordnung notwendig, die niemals eine paritätische Deckung ermöglicht. Baut jemand z.B. einen Flugplatz in Berlin, braucht er schlich Baumaterialien in Mengen, die bis sie selbst wieder einen Wert darstellen (das Ding endlich fertig ist) eine ständig wachsende Summe kreditierten Geldes. Dafür müsste dann irgendwo exakt die Goldmenge quasi „eingefroren“ werden, die noch keinen Wert an sich darstellt – bevor der erste reguläre Flieger landet bzw. startet, ist das ganze Zeug dort eine riesige Bauruine. Solange würde also „Gold“ gebunden sein müssen. In der Welt der wunderbaren Geldschöpfung „arbeitet“ diese Geld schon lange wieder irgendwo. Die Idee vom „arbeitenden Geld“ ist ein Geniestreich – ich werde morgen früh eine Gewerkschaft für arbeitendes Geld gründen und mal richtig reich werden...

Das ist nun alles kein neuer Zustand. So richtig los ging es, als man für beabsichtigte Privat-Kriege kein Geld (Silber und Gold) in beträchtlicher Höhe bereitlegen musste, sondern den Krieg „auf Pump“ erfand – per Kredit finanzierte. Ein schönes Beispiel ist der erste Weltkrieg, da „zeichneten alle guten Deutschen Kriegsanleihen“ was auch nur ein Kredit darstellte. Ein schöner „Volkskrieg – entgegen früherer Gepflogenheiten mit teuren „Landsknechten“ (Söldner) - waren nun das Kanonenfutter praktisch kostenlos. Nur den Namen behielt man bei, aus teuren Söldnern wurden „Soldaten“.

Das erstaunliche, die Gläubiger erhielten alle ihr „Geld“ zurück – die Weimarer Republik tilgte sämtliche Kriegsanleihen indem sie den Gläubigern die gesamte Summe ohne Rückfrage auf das Konto zurücküberwies – nur den gewählten Zeitpunkt kann man „etwas kritisch sehen“ er lag im Beginn der für den Staat erkennbar sich anbahnenden Hyperinflation. Bevor irgendwer das zurückgezahlte Geld in etwas „ordentliches“ umtauschen konnte, hatte es bereits weitgehend seine Kaufkraft eingebüßt. Der Staat war schuldenfrei – wo keine Schulden (mehr) sind, gibt es auch keine Ansprüche in der neuen Währung – sehr elegant oder nicht ?

Einige – die meisten – cleveren Hausbesitzer auf Hypothekenbasis, fanden die Idee gleichermaßen gut und leisteten Sonderzahlungen mit dem Monopolygeld. Daher auch der Spruch - „bist Du reich oder hattest Du nur Geld ?“ Das müssen viele gewesen sein bzw. „sehr werthaltig“ die einzigen Gewinner - daraus wurde später eine neue Steuer kreiert – eine Steuer, die erst in unseren Tagen wieder abgeschafft – ähm durch eine andere ersetzt wurde.

Also ich finde Geld fabelhaft – ein wenig mehr könnte ich allerdings schon brauchen….

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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 15 Jun 2015 10:35 
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Registriert: 07 Feb 2011 19:13
Beiträge: 1539
Fazer hat geschrieben:
.........

Man sollte also ganz allgemein den Handel mit Sachwerten verbieten.


Nicht ganz. Wenn man etwas für eigenes Geld kauft, dann nicht. Auch wenn man es für Kredit kauft und mehrere Jahre behält, mindestens bis er das Kredit abzahlt.
Die Finanzblasen sind entstanden, weil Sachwerte billig für Bankengeld (Kredit) gekauft wurden um es paar Monaten später teuerer zu verkaufen....bis alle Ahnungslosen ihr Geld verloren haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 15 Jun 2015 14:32 
Dupor hat geschrieben:
Fazer hat geschrieben:
.........

Man sollte also ganz allgemein den Handel mit Sachwerten verbieten.


Nicht ganz. Wenn man etwas für eigenes Geld kauft, dann nicht. Auch wenn man es für Kredit kauft und mehrere Jahre behält, mindestens bis er das Kredit abzahlt.
Die Finanzblasen sind entstanden, weil Sachwerte billig für Bankengeld (Kredit) gekauft wurden um es paar Monaten später teuerer zu verkaufen....bis alle Ahnungslosen ihr Geld verloren haben.


Nun ist es aber eben so, dass Finanzblasen nicht so einfach zu erkennen sind, denn was ist der "richtige" Preis für einen Sachwert? Richtig ist allerdings, dass zumindest in den USA die Finanzkrise durch die Blase am Häusermarkt in Gang gesetzt wurde. Für Europa und insbesondere Griechenland ist das allerdings nicht der Fall.
Beim Hochfrequenzhandel entstehen übrigens keine solchen Blasen. Der sollte aber nach deiner Lesart verantwortlich sein für die niedrigen Zinsen. Eine schlüssige Erläuterung bleibst du bis heute schuldig.
Eine Lehre der Finanzkrise ist im übrigen in der Tat, dass ein System wie in den USA mit den Häuserkäufen anfällig ist. Es wurde null Eigenkapital verlangt, in vielen Fällen wurden sogar Häuser "refinanziert" und auf den gestiegenen Wert eine neue Hypothek gepackt, um z.B. ein neues Auto zu kaufen. Ob man die Betroffenen als "Ahnungslose" bezeichnen kann finde ich zweifelhaft. Die Leute wussten was sie taten, genauso wie die Zocker am neuen Markt Anfang der 2000er. Lange profitieren viele davon - von denen will aber später niemand hören, wenn am Ende der Kette jemand kein Glück mehr hatte.
Ein Grund für die ganze Blase war übrigens, dass man in den USA bei den Krediten nicht mehr vom Risiko her differenzieren durfte, wenn z.B. am Ende herauskam, dass keine Schwarzen mehr Häuser kaufen konnten. Die hatten in der Regel kein gutes Rating. Also gab es Gesetze, die Banken dazu zwangen, auch solchen Leuten Kredite zu geben. Nett gemeint, aber mit fatalen Auswirkungen.
In Deutschland und vielen Ländern Europas ist eine solche Häuserblase übrigens fast ausgeschlossen, da Kauf zum Eigengebrauch in der Regel zumindest mit 20% Eigenkapital unterlegt sein muss.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 15 Jun 2015 16:15 
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Registriert: 07 Feb 2011 19:13
Beiträge: 1539
Fazer hat geschrieben:
.........
......... genauso wie die Zocker am neuen Markt Anfang der 2000er. Lange profitieren viele davon - von denen will aber später niemand hören, wenn am Ende der Kette jemand kein Glück mehr hatte.
.........


Zu diesen Zocker gehören auch die Betreiber von Hochfrequenzhandel. Die Waage Werteschaffende/Zocker steht schon lange schief.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 08 Jul 2015 22:55 
Chin Meyer Wachstum und andere Wohlstandslügen Happy Geld Episode 19


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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 09 Jul 2015 07:42 
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Registriert: 31 Jan 2011 10:04
Beiträge: 4138
Fazer hat geschrieben:
Dupor hat geschrieben:
Zinsen waren immer ein Ausdruck der Wertsteigerung, egal ob mengen-, oder qualitätsmäßig. Da sich durch Hochfrequenzhandel mehr Geld verdienen läßt, als mit einen Patent, werden immer weniger Werte geschaffen.


Ich glaube da hast du einen ziemlich exklusiven Blick auf die Frage, warum derzeit die Zinsen so niedrig liegen.

GR hat zwischen 11% UND 30% des Staatseinkommens an Zinsen zahlen müssen, da ist die absolute Summe marginal, bei Libanon sind es sogar 41% Zinszahlungen der Staatseinkünfte
Zählt man die Zinsschuld aller Staaten zusammen, ergibt das schon ein erkleckliches Sümmchen
http://www.factfish.com/de/statistik-la ... %C3%BCnfte

Wenn man bedenkt, daß die Geldgeber keine Pfennig dafür ausgegeben haben, weil das Geld nie da war was sie verliehen haben, dann ist das eine geniale Geschäftsidee
Die Einzigen die das durchschaut haben und sich dagegen wehren SIND DIE GRIECHEN :daumen:

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Wir leben ja in einer marktkonformen Demokratie sagt "die späte Rache Honeckers"
Ich bete jeden Abend zum Hanf und zu den Laternen (Georg Büchner)


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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 09 Jul 2015 08:57 
eschek hat geschrieben:
Die Einzigen die das durchschaut haben und sich dagegen wehren SIND DIE GRIECHEN :daumen:

Mit großem Interesse werde ich weiter verfolgen, wohin das diese "Durchblicker" führen wird. :lol:
Deren Katzenjammer wird gewaltig werden!


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 Betreff des Beitrags: Re: Kapitalismuskritik
BeitragVerfasst: 09 Jul 2015 09:47 
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Es gibt zwei Möglichkeiten, wenn man Deine "Einsprüche so verfolgt - entweder verstehst Du wirklich nicht was da passiert und warum, oder Du willst es nicht "öffentlich" verstehen, weil sich damit jeder Unsinn der das so von rechts und links produziert wird begründen lässt.

Was einfach ignoriert wird – oder „oben“ (im Kopf) nicht ankommt, ist die unumstößliche Wahrheit – ein Teil des Geldes hat den realen Wert Null und erhöht so lediglich die existierende Geldmenge – was gegenteilig abläuft, ist der reale Wert dieser Geldmenge. Jede nicht durch „welche realen Werte auch immer abgedeckte Geldmenge „verwässert“ die gesamte Geldmenge lediglich. Bei den soeben erkennbaren „chinesischen Geldverbrennungen“, wurde die gesamte, existierende Geldmenge um sozusagen „tote“ ~ 3.000.000.000.000 $ „verringert“. Nicht wirklich viel, wenn man die gesamte existierende Geldmenge betrachtet.

Wie „Geld allein nicht glücklich macht“ hier zeig diese volkstümliche Metapher – es sollen wie immer geartete reale Werte das Geld „bewerten“. Ohne die ist Geld nichts wert – einfach eine nutzlose große Zahl. Wie und warum Geld regelmäßig sinnlos und leider auch schädlich aufgebläht wird, zeigt Dein Link leider nur sehr einseitig.

Gerade die in "fact fish" gezeigte Kurve zeig etwas, was keiner so recht bedenkt - die Zinszahlungen von GR sanken offensichtlich deutlich im gezeigten Zeitraum.

Dateianhang:
GR Zins vs. Sttatseinkünfte.jpg
GR Zins vs. Sttatseinkünfte.jpg [ 19.72 KiB | 1173-mal betrachtet ]


Was hier fehlt, ist die grafische Darstellung der Kredite (Neuverschuldung) wegen der nun erheblich geringeren Zinsen im selben Zeitraum. "Billiges Geld" fördert keineswegs irgendetwas. Lediglich die Höhe der Neuverschuldung. Zins 0 und damit natürlich auch Zinseszins Null, ändert nur eines, weil die errechenbare Belastung die ein Kredit immer haben sollte - der WERT im Gegensatz zu der geschaffenen GELDMENGE - steigt mit dem "Projekt" das damit realisiert wird. Wird nichts "realisiert" kein neuer Wert geschaffen - z.B. mit Krediten die Beamtengehälter nur vorfinanziert und nirgendwo entsteht "dank einer funktionierenden Verwaltung" ein realer Wert, der den Kredit nebst Kreditkosten "werthaltig" macht, dann ist selbstverständlich das Ganze eine Luftnummer.

Ein "Luftnummer", die im Fall von Griechenland, (zunächst) einseitig auf die Kreditgeber zurückfällt. Doch diese „Rechnung“ wird auf anderem Wege beglichen !

Wie man das positiv
eschek hat geschrieben:
Die Einzigen die das durchschaut haben und sich dagegen wehren SIND DIE GRIECHEN :daumen:
sehen kann, ist nur durch eine völlige ideologische Verblendung erklärbar. In GR haben sich zu dieser "guten Tat", zwei ansonsten verfeindete Ideologien zusammengetan, was zeigt, beide sind unabhängig von ihren ideologischen Prinzipien unfähig zu realen Lösungen.

:surprice: Was Dich da so erfreut, die Geldmenge, die in betrügerischer Absicht nun vernichtet wird (die ersten 107.000.000.000 €uro wurden ja bereits beim "Schuldenschnitt" - nichts anderes als die Aufgabe von berechtigten Forderungen unter Zwang - "erledigt").

Was glaubst Du und einige andere hier, wessen Geld das wohl wahr. Der Schaum vorm Mund über die "XYZ", hat den Blick gleich mit vernebelt. Das waren Anlagen von abertausenden von Menschen, die ihr Geld z.B. in Lebensversicherungen u.ä. über Jahrzehnte, ganz normale Anlagemöglichkeit für ihre Alterssicherung.

Was LINKS & RECHTS nicht verstehen, wenn alle gleichmäßig verarmt sind, haben uns die wirklich Reichen längst "verlassen". Nun möchte eine im Prinzip bolschewistisches Überbleibsel, zusammen mit Nationalisten das Rad in eckiger Form neu erfinden - das dies grandios daneben geht, ist in GR gerade wider einmal zu besichtigen.

:trommel: Was da sichtbare Freude aufkommen lässt, ist wie die Freude beim Schuss ins eigene Knie....

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