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 Betreff des Beitrags: Hartz IV
BeitragVerfasst: 30 Nov 2012 09:32 
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Die 5 größten Irrtümer über Hartz IV Empfänger

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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 30 Nov 2012 10:12 
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teddy hat geschrieben:

ad1:
Zitat:
Knapp ein Drittel der Hartz IV-Empfänger ist erwerbstätig – die Hälfte davon jedoch in einem Mini-Job und viele weitere in Teilzeit. Viele davon würden gerne mehr arbeiten, können dies aber aufgrund äußerer Umstände – wie zum Beispiel mangelnder Kinderbetreuungsmöglichkeiten – nicht tun.

Dieser Missstand ist von der Politik zu beseitigen. WENN erst einmal genügend Kinderbetreuungsplätze da sind, müsste ja der Prozentsatz an Hartz IV-lern entsprechend sinken. Da bin ich aber mal gespannt

ad2:
Zitat:
Von diesem Personenkreis haben 46 Prozent 1- bis 5-mal direkt bei einem Betrieb nach Arbeit nachgefragt, 16 Prozent mehr als 5-mal. 44 Prozent haben eine oder mehrere Initiativbewerbungen versendet und 9 Prozent haben selbst eine Stellenanzeige aufgegeben.

Ich habe kürzlich mit einem gut qualifizierten Mann gesprochen, der sich ebenfalls schriftlich direkt bei diversen Firmen beworben hat. Er war ziemlich aufgebracht, dass er von denen etnweder keine Antwort bekam, oder aber seine Bewerbungsmappe kommentarlos zurückgeschickt wurde - und das ag nicht daran, dass die Mappe nicht in Ordnung gewesen wäre. Auf welch hiohem Ross sitzen eigentlich die Leute in den Personalabteilungen?
Ich habe selbst in der PA eines US-Grosskonzerns gearbeitet. Dort waren meine Erfahrungen allerdings die, dass etliche BewerberInnen Alles dafür taten, nicht eingestellt zu werden, indem sie mit Alkoholfahne, verspätet oder schlampig bzw. unsauber zum Vorstellungsgespräch erschienen. Manche sagten sogar schon im 2. Satz, sie wollten nur den Stempel auf dem Papier des AA zum Beweis, dass sie zur Vorstellung gekommen waren.

ad3:
Zitat:
Von den arbeitslosen Hartz IV-Empfängern, die in den letzten vier Wochen nach Arbeit gesucht haben, würden 71 Prozent eine Stelle annehmen, die unter ihrem Leistungsniveau liegt. Mehr als zwei Drittel oder 68 Prozent würden Belastungen am Arbeitsplatz wie Lärm, Schmutz oder körperliche Anstrengung in Kauf nehmen. Für 57 Prozent stellen auch ungünstige Arbeitszeiten kein Hindernis dar

Was die ANs tun oder nicht tun würden, steht eigentlich nicht zur Debatte. Die Standardantwort der Unternehmen ist in solch einem Fall? "Sorry, aber Sie sind überqualifiziert". Der schwarze Peter" liegt da eher auf Seiten der Unternehmen

ad4:
Zitat:
Hartz IV zu beziehen bedeutet nicht, keine Arbeit zu haben. Knapp zwei Drittel der Hartz IV-Empfänger (62 Prozent) gehen einer gesellschaftlich relevanten Tätigkeit nach: 26 Prozent sind erwerbstätig und stocken auf, da sie ihren Lebensunterhalt nicht allein durch ihre Arbeit finanzieren können. 27 Prozent betreuen ihre Kinder, 13 Prozent absolvieren eine Ausbildung und 8 Prozent pflegen ein Familienmitglied.

Die Aufstocker werden ausgebeutet und die Steuerzahler unterstützen die Dumpinglöhne, indem sie den Aufstockungsunterhalt zahlen. Diese Dumpinglöhne müssen weg - JedeR muss vom Einkommen seines Vollzeitjobs leben können

Die, die ihre Kinder betreuen, müssen das ohnehin tun - es geht lediglich um den Prozentsatz, der das tut, weil er bzw. eher SIE keine Kinderbetreuung finden kann (weiss ich aus eigener Erfahrung). Die Pflege eines Familienmitgliedes ist imho das einzige Argument, was real ist, aber es gibt auch eine Menge Leute, die wegen ihrer Arbeitslosigkeit in Apathie verfallen sind. Von denen wird hier nicht gesprochen

ad5:
Zitat:
Von den arbeitslosen Hartz IV-Empfängern3 haben 44 Prozent eine abgeschlossene Berufsausbildung vorzuweisen.
SGB II-Empfänger sind nicht alle „Schulversager“. 73 Prozent der arbeitslosen Hartz IV-Empfänger haben einen Schulabschluss erworben, 40 Prozent besitzen einen Hauptschulabschluss, 21 Prozent die mittlere Reife und 10 Prozent das Abitur.
Viele SGB II-Empfänger bemühen sich zudem, ihre Qualifikationen zu verbessern. Zum Beispiel Jugendliche: 2011 befanden sich 56.000 jugendliche Leistungsbezieher in einer ausbildungsvorbereitenden Maßnahme, um ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen. Oder Menschen über 50: Von diesen absolvierten 2011 rund 17.000 eine berufliche Weiterbildung.

Wenn die o.g. 44 % eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, heisst das im Umkehrschluss: 56 % haben Keine.

Wenn 73% der Hartzler einen Schilabschluss aufweisen können, sagt das noch nichts über dessen Qualität aus. Wir Alle haben im TV noch und nöcher Berichte gesehen, in denen sich die AGs über die mangelnde Bildung ihrer Lehrstellenbewerber beklagen. Bei Tests kam z.B. heraus, dass die Bewerber noch nicht einmal einen Dreusatz zustande brachtebn oder 10 % von einem Betrag X ausrechnen konnten. Was ist ein solcher Schulabschluss dann wert? Nicht mal das Papier, auf dem er steht.

Die Befragungen wurden vom Allensbach-Institut durchgeführt. Dazu schreibt Wiki:
Zitat:
...Auch die Nähe zwischen Elisabeth Noelle-Neumann* und Helmut Kohl führte zu negativen Kritiken.[3]

Noelle-Neumann war die Gründerin

Im Übrigen wissen wir Alle: Wer bestellt, bezahlt und wer bezahlt wird, liefert das, was bestellt wurde :floet:

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 06 Jan 2013 13:38 
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Zitat:
"Ihr Arbeitslosengeld fällt komplett weg"
Während Bild gegen selbstbewusste Erwerbslose hetzt, gehört ein Totalentzug von Hartz IV-Leistungen zur scharfen Waffe der Jobcenter

"Die Minderung erfolgt für die Dauer von drei Monaten und beträgt 100 Prozent des Arbeitslosengeld II", teilte die Sachbearbeiterin des Forster Jobcenters dem erwerbslosen Bianco N. mit. Als wäre diese Mitteilung nicht schon aussagekräftig genug, wird im nächsten Absatz des Schreibens noch einmal wiederholt: "Ihr Arbeitslosengeld II fällt in diesem Zeitraum komplett weg."

weiter:
http://www.heise.de/tp/blogs/8/153474

Fälle, wie der o.g. gibt es zuhauf. Offensichtlich halten es die Sachbearbeiter in seinem solchen Fall nicht für nötig, die Angaben des Betroffenen zu überprüfen :motz:

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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 09 Jan 2013 14:16 
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Quijota hat geschrieben:
Zitat:
"Ihr Arbeitslosengeld fällt komplett weg"
Während Bild gegen selbstbewusste Erwerbslose hetzt, gehört ein Totalentzug von Hartz IV-Leistungen zur scharfen Waffe der Jobcenter

"Die Minderung erfolgt für die Dauer von drei Monaten und beträgt 100 Prozent des Arbeitslosengeld II", teilte die Sachbearbeiterin des Forster Jobcenters dem erwerbslosen Bianco N. mit. Als wäre diese Mitteilung nicht schon aussagekräftig genug, wird im nächsten Absatz des Schreibens noch einmal wiederholt: "Ihr Arbeitslosengeld II fällt in diesem Zeitraum komplett weg."

weiter:
http://www.heise.de/tp/blogs/8/153474

Fälle, wie der o.g. gibt es zuhauf. Offensichtlich halten es die Sachbearbeiter in seinem solchen Fall nicht für nötig, die Angaben des Betroffenen zu überprüfen :motz:


ich frage mich, mit welchem recht sich der sachbearbeiter für zuständig erklärt die lebensgrundlage komplett zu verweigern?
ignoriert da der sachbearbeiter nicht irgendwelche anderen gesetze, an die er sich halten müsste?

_________________
Einmal gesetztes Unrecht, das offenbar gegen konstituierende Grundsätze des Rechtes verstößt, wird nicht dadurch zu Recht, daß es angewendet und befolgt wird. BVerfG.
was muss man machen um sich wie ein schraubenzieher zu fühlen?
wenn zwei das gleiche machen, ist es nicht gleich. auf die perspektive kommt es an.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 09 Feb 2013 19:00 
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Ich war mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich den Artikel hier, oder unter "Sklavenhandel 2.0" rein stellen soll ;)
Zitat:
...Arbeitgeber und Industrie empfinden den Mangel an Lehrstellenbewerbern als so starke Bedrohung, dass sie künftig auch Menschen ausbilden möchten, denen sie noch vor kurzem die Tür vor der Nase zugeschlagen hätten: gering qualifizierte Hartz-IV-Empfänger, die älter sind als 25. Mit Freude reagierten die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auf eine entsprechende Initiative der Bundesregierung und der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Die Bundesregierung hatte zuvor den Plan bekannt gegeben, 100.000 jungen Erwachsenen die Chance geben zu wollen, eine Ausbildung nachzuholen und somit der Sozialhilfe zu entkommen. Mit einem entsprechenden Programm soll zum einen die Zahl der Hartz-IV-Empfänger dauerhaft schrumpfen, zum anderen soll einem drohenden Fachkräftemangel begegnet werden. Zielgruppe sind Arbeitslose zwischen 25 und 35 Jahren ohne Ausbildung, um die sich die Jobcenter in den kommenden Wochen verstärkt kümmern werden. Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen rund 100.000 Personen eine Lehre beginnen.

Die Arbeitgeber hießen die potentiellen neuen Lehrstellenbewerber in einer ersten Reaktion herzlich willkommen: „Wir können es uns nicht länger leisten, dass über 40 Prozent der Arbeitslosen keine abgeschlossene Ausbildung haben und zugleich viele Unternehmen offene Stellen für qualifizierte Fachkräfte nicht besetzen können“, erklärte die BDA in einer Stellungnahme. Viele junge Menschen hätten zwar keine abgeschlossene Berufsausbildung, brächten aber schon Arbeitserfahrung mit. Die BDA verwies in diesem Zusammenhang auf „wachsende Fachkräfteengpässe auch in bestimmten nicht-akademischen Berufen“....

Aus:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 55691.html

Es liest sich anfangs ja recht vernünftig, aber irgendwie beschleicht mich trotzdem ein seltsames Gefühl :schulter:
Na ja, warten wir ab, was passiert....

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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 09 Feb 2013 22:04 
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Eben DAS war die Frage, die sich mir stellte: Ist das nicht nur wieder eine "Arbeitslosenstatistik-Kosmetik", damit die Zahken jetzt vor der Wahl sinken?
Für wie wenig werden diese Leute später arbeiten müssen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 09 Feb 2013 23:05 
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sasemit hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Ich war mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich den Artikel hier, oder unter "Sklavenhandel 2.0" rein stellen soll ;)
Zitat:
...Arbeitgeber und Industrie empfinden den Mangel an Lehrstellenbewerbern als so starke Bedrohung, dass sie künftig auch Menschen ausbilden möchten, denen sie noch vor kurzem die Tür vor der Nase zugeschlagen hätten: gering qualifizierte Hartz-IV-Empfänger, die älter sind als 25. Mit Freude reagierten die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auf eine entsprechende Initiative der Bundesregierung und der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Die Bundesregierung hatte zuvor den Plan bekannt gegeben, 100.000 jungen Erwachsenen die Chance geben zu wollen, eine Ausbildung nachzuholen und somit der Sozialhilfe zu entkommen. Mit einem entsprechenden Programm soll zum einen die Zahl der Hartz-IV-Empfänger dauerhaft schrumpfen, zum anderen soll einem drohenden Fachkräftemangel begegnet werden. Zielgruppe sind Arbeitslose zwischen 25 und 35 Jahren ohne Ausbildung, um die sich die Jobcenter in den kommenden Wochen verstärkt kümmern werden. Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen rund 100.000 Personen eine Lehre beginnen.

Die Arbeitgeber hießen die potentiellen neuen Lehrstellenbewerber in einer ersten Reaktion herzlich willkommen: „Wir können es uns nicht länger leisten, dass über 40 Prozent der Arbeitslosen keine abgeschlossene Ausbildung haben und zugleich viele Unternehmen offene Stellen für qualifizierte Fachkräfte nicht besetzen können“, erklärte die BDA in einer Stellungnahme. Viele junge Menschen hätten zwar keine abgeschlossene Berufsausbildung, brächten aber schon Arbeitserfahrung mit. Die BDA verwies in diesem Zusammenhang auf „wachsende Fachkräfteengpässe auch in bestimmten nicht-akademischen Berufen“....

Aus:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 55691.html

Es liest sich anfangs ja recht vernünftig, aber irgendwie beschleicht mich trotzdem ein seltsames Gefühl :schulter:
Na ja, warten wir ab, was passiert....


Die Theorie liest sich tatsächlich erst einmal gut.

Für die Arbeitgeber ist es positiv Auszubildende zu bekommen, die zwar Anfänger sind, aber bereits Arbeitserfahrung haben. Man braucht sich um diese nicht so intensiv zu kümmern, als wenn sie direkt von der Schule kommen. Kann sie schneller eigenständig arbeiten lassen.
Zudem sind sie billiger.

Nur was ist nach der Ausbildung? Übernehmen tun die wenigsten Betriebe ihre Lehrlinge nach Abschluß der Ausbildung.
Berufsanfänger mit Ausbildung werden nicht oft gesucht. Man möchte zwar das Gehalt von Berufsanfängern zahlen, aber bitte 4-6 Jahre Erfahrung sollten sie schon mitbringen.
Ein großer Teil der Auszubildenden ist nach Abschluß der Ausbildung arbeitslos.
Diese gehen dann zum Arbeitsamt und melden sich arbeitslos. Dort müssen sie dann jeden Job annehmen, auch wenn das nichts mit ihrer Ausbildung zu tun hat. So können sie keine Berufserfahrung sammeln und bleiben in einem ungelernten Job hängen.

Ich kenne einige die durch diese Mühle mußten.

Sasemit.

ich denke, es kommt sehr stark auf die ausbildung an. wenn das ausbildungsplätze z.b. im einzelhandel wie bei aldi sind, dann kann man davon ausgehen, dass nur die allerbesten übernommen werden. (oder dieser wunderschöne neue beruf "bäckereifachverkäufer/in" - brötchen-verkauf als ausbildungsberuf :facepalm: )

bei "höherwertigen" ausbildungen werden sich die ausbildungwilligen und -fähigen sowieso die hacken ablaufen, um an diese plätze zu kommen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 10 Feb 2013 08:29 
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Zitat:
bei "höherwertigen" ausbildungen werden sich die ausbildungwilligen und -fähigen sowieso die hacken ablaufen, um an diese plätze zu kommen.


Nach dem, was ich bisher so mitbekommen habe, scheint zwischen "ausbildungswillig" und "Ausbildungsfähig" eine grösere Lücke zu klaffen. Grössere Betriebe können es sich vielleicht leisten, die Azbis erst einmal ein Jahr lang auf "Ausbildungsbeginn-Niveau" zu bringen (so weit ich weiss, geschieht das teilweise auch schon), aber Kleinbetriebe können das eben nicht leisten. Interesanter wäre doch die Frage, warum die Azubis ausbildungsunfähig sind (im fachlichen, nicht im sozialen Bereich - das ist wieder eine andere Baustelle). Die Antwort dürfte bei "Bildungssektor" liegen...
Dafür wären dann Leute wie Schavan zuständig (gewesen), aber die Jammerei ob der unzureichenden Ausbildungsfähigkeit geht schon seit Jahren und ich habe nicht mitbekommen, dass sich da irgend etwas bewegt hätte

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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 10 Feb 2013 09:57 
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Quijota hat geschrieben:
Zitat:
bei "höherwertigen" ausbildungen werden sich die ausbildungwilligen und -fähigen sowieso die hacken ablaufen, um an diese plätze zu kommen.


Nach dem, was ich bisher so mitbekommen habe, scheint zwischen "ausbildungswillig" und "Ausbildungsfähig" eine grösere Lücke zu klaffen. Grössere Betriebe können es sich vielleicht leisten, die Azbis erst einmal ein Jahr lang auf "Ausbildungsbeginn-Niveau" zu bringen (so weit ich weiss, geschieht das teilweise auch schon), aber Kleinbetriebe können das eben nicht leisten. Interesanter wäre doch die Frage, warum die Azubis ausbildungsunfähig sind (im fachlichen, nicht im sozialen Bereich - das ist wieder eine andere Baustelle). Die Antwort dürfte bei "Bildungssektor" liegen...
Dafür wären dann Leute wie Schavan zuständig (gewesen), aber die Jammerei ob der unzureichenden Ausbildungsfähigkeit geht schon seit Jahren und ich habe nicht mitbekommen, dass sich da irgend etwas bewegt hätte

1. schulbildung ist ländersache, der hätte, wer immer bundesbildungsminister ist, eh' nix ausrichten können.
2. es gibt im grunde fast keine ausbildungsberufe mehr, für die ein hauptschulabschluss reichen würde.
3. es verlassen junge leute die hauptschule mit abschluss, die trotzdem nur rudimentär lesen, schreiben und rechnen können.
4. und es verlassen auch junge leute die hauptschule mit abschluss, die zwar die unter 3. genannten fähigkeiten haben, aber schlicht noch unreif sind und somit als nicht ausbildungsfähig angesehen werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 10 Feb 2013 10:40 
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Zitat:
aber schlicht noch unreif sind und somit als nicht ausbildungsfähig angesehen werden


Das allerdings ist mir immer ein wenig schleierhaft, wenn ich es höre. Vielleicht bin ich zu altmodisch. Aber in den Zeiten als ich Berufsanfänger war, hat man noch mit 14 Jahren seine Ausbildung begonnen, es sei denn, man hatte einen höheren Bildungsabschluß als Volksschule (Mittelschule mit 16 - 17, Abitur mit 19 - 20). Die allermeisten hatten aber nur Volksschule. Und da musste sich halt der Handwerksmeister mit einem 14-jährigen Bengel herumschlagen, der mitten in der Pubertät steckte. Ohne Strenge ging da meist nix. Selbst wer ohne Maulschellen davon kam, lief doch Gefahr, Lohnabzug zu riskieren, wenn er nicht spurte.

Nun hat sowohl die Erziehungswissenschaft als auch die Gewerkschaft solche Verhältnisse abgeschafft. Aber Ausbilder sind nun mal keine Pädagogen. Selbst wenn man den Ausbilderschein macht, bekommt man nur Minikenntnisse in Pädagogik vermittelt. Die Elternhäuser sind heute auch nicht mehr gehalten, ihren Kindern Disziplin beizubiegen.
Auch hierin also steckt eine Menge Defizit.

Und dann die schulische Situation, die in der Tat grauenhaft ist. Das Niveau, mit dem man heute Abschlüsse schafft, ist inzwischen so niedrig, dass man sich nur wundert, was die Schule eigentlich in 9 - 10 Jahren mit den Kindern gemacht hat.

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 10 Feb 2013 10:47 
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teddy hat geschrieben:
1. schulbildung ist ländersache, der hätte, wer immer bundesbildungsminister ist, eh' nix ausrichten können.
2. es gibt im grunde fast keine ausbildungsberufe mehr, für die ein hauptschulabschluss reichen würde.
3. es verlassen junge leute die hauptschule mit abschluss, die trotzdem nur rudimentär lesen, schreiben und rechnen können.
4. und es verlassen auch junge leute die hauptschule mit abschluss, die zwar die unter 3. genannten fähigkeiten haben, aber schlicht noch unreif sind und somit als nicht ausbildungsfähig angesehen werden.


Das Problem ist, dass die Hauptschule inzwischen zur "Restschule" geworden ist - und gleichzeitig die Anforderungen an Auszubildende in einem bisher nicht dagewesenen Maße gestiegen sind. Die sogenannten "einfachen Arbeiten", also Arbeiten, die Ungelernte und Angelernte machen können, werden heute in der Regel von billigen Arbeitskräften aus Osteuropa gemacht, die per Werkvertrag als sogenannte "Selbständige Subunternehmer" angestellt werden. Arbeiten, für die man zwar Handwerker braucht, die aber keine Deutschkenntnisse erfordern, werden ebenfalls von Osteuropäern gemacht. Bleiben also nur noch spezialisierte Arbeiten, bei denen perfekte Deutschkenntnisse in Wort und Schrift zwingend erforderlich sind.

Viele Betriebe würden ja gerne ausbilden - leider ist es aber so, dass derjenige eine Ausschreibung gewinnt, der das billigste Angebot abgibt. Inzwischen wird dem entgegengewirkt - aber die neue Vergabeordnung BAU (VOB) entwickelt sich zu einem gewaltigen bürokratischen Monstrum, da die eingehenden Angebote intensiv geprüft werden müssen, um Sozialmissbrauch durch Unternehmen zu verhindern.

Übrigens: Es ist mir übrigens ein absolutes Rätsel, wie man jemandem einen Schulabschluss geben kann, der nicht lesen und schreiben kann... Wenn jemand mit 15 immer noch nicht vernünftig lesen und schreiben kann, dann ist das aus meiner Sicht ein Fall fürs Jugendamt. Dann muss nämlich die Frage gestellt werden, ob seine familiäre Umgebung die richtige für ihn ist - oder ob er - notfalls per familienrichterlichem Beschluss - in einer Einrichtung oder einer Pflegefamilie untergebracht werden muss.

Das mag jetzt hart und arrogant klingen - aber wer nicht lesen und schreiben kann, benötigt Hilfe. Und wenn diese Hilfe nicht von den Eltern kommt bzw. diese nicht in der Lage sind, eine vernünftige Ausbildung ihrer Kinder zu gewährleisten, ist nun einmal der Staat gefragt. Macht er das nicht, kommt uns das auf die Dauer sehr, sehr teuer zu stehen: durch die Zahlung staatlicher Transferleistungen und - im schlimmsten Fall - durch Gefängnisaufenthalte nach Straftaten.

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„Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ Jean-Claude Juncker

„Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“ (Christian Wulff zur Flugaffäre Johannes Raus im Jahr 2000).


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 10 Feb 2013 10:52 
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Registriert: 31 Jan 2011 08:30
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zenzi hat geschrieben:
Zitat:
aber schlicht noch unreif sind und somit als nicht ausbildungsfähig angesehen werden


Das allerdings ist mir immer ein wenig schleierhaft, wenn ich es höre. Vielleicht bin ich zu altmodisch. Aber in den Zeiten als ich Berufsanfänger war, hat man noch mit 14 Jahren seine Ausbildung begonnen, es sei denn, man hatte einen höheren Bildungsabschluß als Volksschule (Mittelschule mit 16 - 17, Abitur mit 19 - 20). Die allermeisten hatten aber nur Volksschule. Und da musste sich halt der Handwerksmeister mit einem 14-jährigen Bengel herumschlagen, der mitten in der Pubertät steckte. Ohne Strenge ging da meist nix. Selbst wer ohne Maulschellen davon kam, lief doch Gefahr, Lohnabzug zu riskieren, wenn er nicht spurte.


Als schlecht ausbildender Handwerksmeister kommt man allerdings auch sehr schnell in der eigenen Branche in Verruf.
Allerdings: Dass der Ausbildungsbeginn mit 14 viel zu früh war, ist ja heute ein Allgemeinplatz. Man muss aber auch berücksichtigen, dass eine Lehre früher von den Eltern zu bezahlen war - der ausbildende Handwerksmeister erhielt "Lehrgeld" dafür, dass er sich mit den Gören herum plagte. Das erste selbstverdiente Geld gab's nach der Gesellenprüfung, in manchen Gewerken erst nach Abschluss der Wanderschaft.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 10 Feb 2013 11:02 
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Zitat:
Man muss aber auch berücksichtigen, dass eine Lehre früher von den Eltern zu bezahlen war - der ausbildende Handwerksmeister erhielt "Lehrgeld" dafür, dass er sich mit den Gören herum plagte. Das erste selbstverdiente Geld gab's nach der Gesellenprüfung, in manchen Gewerken erst nach Abschluss der Wanderschaft.


Na, soweit hab ich nicht zurück gedacht. Das, was Du da beschreibst, ist noch 19. Jahrhundert. Ich spreche hier von den Nachkriegsjahren, also von der Zeit zwischen 1945 und 1970. Da musste kein Lehrgeld mehr bezahlt werden und Wanderschaft war nur noch in Volksliedern präsent.

Ich habe 1961 meine Ausbildung beim Steuerberater nach der mittl. Reife mit 16 begonnen. Ich bekam im 1. Lehrjahr 90 DM, im 2. 120 DM und im 3. Lehrjahr hätte ich 150 DM bekommen, aber ich hab die Abschlußprüfung schon nach dem 2. Lehrjahr gemacht. Danach hab ich als Berufsanfänger im ersten Jahr 314 DM brutto bekommen.
Die Sparkasse, bei der ich mich auch beworben hatte, hätte übrigens mit 60 DM im ersten Lehrjahr angefangen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 10 Feb 2013 18:44 
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Zitat:
Sünnerklaas schrieb: Übrigens: Es ist mir übrigens ein absolutes Rätsel, wie man jemandem einen Schulabschluss geben kann, der nicht lesen und schreiben kann... Wenn jemand mit 15 immer noch nicht vernünftig lesen und schreiben kann, dann ist das aus meiner Sicht ein Fall fürs Jugendamt


DAS frage ich mich schon lange. Was machen die LehrerInnen mit den kids 10 Jahre lang in der Schule, wenn jene ohne die o.g. Kenntnisse raus kommen - da liegt für mich der Hase im Pfeffer.
Natürlich weiss ich, dass in Klassen, in denen ein hoher Ausländeranteil mit mangelhaften Deutschlenntnissen vorherrscht, auch nicht so gute Ergebnisse zu erzielen sind, aber solche Probs gibt es in anderen Staaten auch und ich frage mich, wozu dt. Kultusminister schon seit Jahren überall herumreisen, und sich die Modelle ansehen, ohne dass sich in D was ändert. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, das das so gewollt ist...

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T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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BeitragVerfasst: 10 Feb 2013 19:15 
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Was mich ehrlich gesagt wundert, ist die Tatsache, dass solche Probleme nicht bei den Kinder- und Jugend-Vorsorgeuntersuchungen festgestellt und dann den Jugendämtern als Aufsichtsbehörden gemeldet werden. Ebenso ist es mir ein Rätsel, warum auffällige Probleme beim Lernen nicht von den Schulen den Jugendämtern gemeldet werden, damit diese dann ggf. von Amts wegen tätig werden können.

Man könnte allein schon durch die Verzahnung von gesetzlich verpflichtenden Kinder- und Jugendvosorguntersuchungen (U1 - U 11 sowie J1 und J2) eine ganze Menge auf die Beine stellen und präventiv wirksam werden - insbesondere auch beim Alkohol-, Tabak- und Dorgenkonsum, denn meiner Meinung nach gehört ein regelmäßiges Drogenscreening mit in das Untersuchungsprogramm - v.a. mit Hinblick auf die Tatsache, dass die allermeisten Jugendlichen mit 18 einen Führerschein machen wollen.

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„Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ Jean-Claude Juncker

„Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“ (Christian Wulff zur Flugaffäre Johannes Raus im Jahr 2000).


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 11 Feb 2013 17:57 
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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 13 Mär 2013 18:59 
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Zitat:
Aushungern und Fordern
Reinhard Jellen 22.09.2009
Interview mit Claudia Daseking und Solveig Koitz über die rechtswidrige Hartz IV-Sanktionspraxis. Teil 1

Seit 2005 hat sich in Deutschland die Armut, die Kinderarmut und die Anzahl der Tafeln verdoppelt. Der Niedriglohnsektor hat sich innerhalb der letzten zwanzig Jahre gleichfalls dupliziert. Während Einkommen aus Gewinnen und Vermögen um 36 Prozent zugenommen haben, bleibt die Lohnquote mit 66,2 Prozent auf einem historischen Tiefstand: Neun Prozentpunkte unter dem Spitzenniveau von 1974.

weiter:
http://www.heise.de/tp/artikel/31/31162/1.html

Jobcenter :peitsche: Hartz IV-Empfänger
Wenn sich ein AN selbst eine Arbeit sucht, die mit 4,50€/Std. bezahlt ist, dann ist das seine Sache, wenn aber das Jobcenter den AN zur Annahme eines solchen Jobs zwingt, weil ihm sonst die Zuwendungen gestrichen werden, dann nenne ich das Erpressung

_________________
EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 14 Mär 2013 21:44 
Quijota hat geschrieben:
Zitat:
"Ihr Arbeitslosengeld fällt komplett weg"
Während Bild gegen selbstbewusste Erwerbslose hetzt, gehört ein Totalentzug von Hartz IV-Leistungen zur scharfen Waffe der Jobcenter

"Die Minderung erfolgt für die Dauer von drei Monaten und beträgt 100 Prozent des Arbeitslosengeld II", teilte die Sachbearbeiterin des Forster Jobcenters dem erwerbslosen Bianco N. mit. Als wäre diese Mitteilung nicht schon aussagekräftig genug, wird im nächsten Absatz des Schreibens noch einmal wiederholt: "Ihr Arbeitslosengeld II fällt in diesem Zeitraum komplett weg."

weiter:
http://www.heise.de/tp/blogs/8/153474

Fälle, wie der o.g. gibt es zuhauf. Offensichtlich halten es die Sachbearbeiter in seinem solchen Fall nicht für nötig, die Angaben des Betroffenen zu überprüfen :motz:


Mal ehrlich: unterstellt der hätte Recht mit seiner Behauptung zu dem Kurs, kann er trotzdem nicht einfach wegbleiben. Dann geht er halt hin und langweilt sich. Wer meint vom Sozialstaat ausgehalten werden zu müssen der kann nicht einfach seine eigenen Spielregeln mitbringen. Eine Reaktion im Sinne von "das ist mir zu dumm, da gehe ich nicht hin" gehört bestraft, denn wenn man sowas durchgehen liesse könnten die ARbeitsämter gar nichts mehr machen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 14 Mär 2013 23:12 
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Registriert: 27 Jan 2011 12:27
Beiträge: 13464
Fazer hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Zitat:
"Ihr Arbeitslosengeld fällt komplett weg"
Während Bild gegen selbstbewusste Erwerbslose hetzt, gehört ein Totalentzug von Hartz IV-Leistungen zur scharfen Waffe der Jobcenter

"Die Minderung erfolgt für die Dauer von drei Monaten und beträgt 100 Prozent des Arbeitslosengeld II", teilte die Sachbearbeiterin des Forster Jobcenters dem erwerbslosen Bianco N. mit. Als wäre diese Mitteilung nicht schon aussagekräftig genug, wird im nächsten Absatz des Schreibens noch einmal wiederholt: "Ihr Arbeitslosengeld II fällt in diesem Zeitraum komplett weg."

weiter:
http://www.heise.de/tp/blogs/8/153474

Fälle, wie der o.g. gibt es zuhauf. Offensichtlich halten es die Sachbearbeiter in seinem solchen Fall nicht für nötig, die Angaben des Betroffenen zu überprüfen :motz:


Mal ehrlich: unterstellt der hätte Recht mit seiner Behauptung zu dem Kurs, kann er trotzdem nicht einfach wegbleiben. Dann geht er halt hin und langweilt sich. Wer meint vom Sozialstaat ausgehalten werden zu müssen der kann nicht einfach seine eigenen Spielregeln mitbringen. Eine Reaktion im Sinne von "das ist mir zu dumm, da gehe ich nicht hin" gehört bestraft, denn wenn man sowas durchgehen liesse könnten die ARbeitsämter gar nichts mehr machen.

Schwachsinn! Meine Freundin war einige Zeit arbeitslos und wurde immer wieder in solche Kurse geschickt - teilweise mit Anfahrtswegen von mehr als 50 km. Die Kosten dafür wurden nur teilweise abgedeckt. Was soll der Humbug in Kurse geschickt zu werden, die kein Mensch braucht und die nur Zeit und vor Allem Geld kosten, was man als Hartzler eh nicht hat? :roll:

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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 15 Mär 2013 14:41 
Quijota hat geschrieben:
Fazer hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Zitat:
"Ihr Arbeitslosengeld fällt komplett weg"
Während Bild gegen selbstbewusste Erwerbslose hetzt, gehört ein Totalentzug von Hartz IV-Leistungen zur scharfen Waffe der Jobcenter

"Die Minderung erfolgt für die Dauer von drei Monaten und beträgt 100 Prozent des Arbeitslosengeld II", teilte die Sachbearbeiterin des Forster Jobcenters dem erwerbslosen Bianco N. mit. Als wäre diese Mitteilung nicht schon aussagekräftig genug, wird im nächsten Absatz des Schreibens noch einmal wiederholt: "Ihr Arbeitslosengeld II fällt in diesem Zeitraum komplett weg."

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Fälle, wie der o.g. gibt es zuhauf. Offensichtlich halten es die Sachbearbeiter in seinem solchen Fall nicht für nötig, die Angaben des Betroffenen zu überprüfen :motz:


Mal ehrlich: unterstellt der hätte Recht mit seiner Behauptung zu dem Kurs, kann er trotzdem nicht einfach wegbleiben. Dann geht er halt hin und langweilt sich. Wer meint vom Sozialstaat ausgehalten werden zu müssen der kann nicht einfach seine eigenen Spielregeln mitbringen. Eine Reaktion im Sinne von "das ist mir zu dumm, da gehe ich nicht hin" gehört bestraft, denn wenn man sowas durchgehen liesse könnten die ARbeitsämter gar nichts mehr machen.

Schwachsinn! Meine Freundin war einige Zeit arbeitslos und wurde immer wieder in solche Kurse geschickt - teilweise mit Anfahrtswegen von mehr als 50 km. Die Kosten dafür wurden nur teilweise abgedeckt. Was soll der Humbug in Kurse geschickt zu werden, die kein Mensch braucht und die nur Zeit und vor Allem Geld kosten, was man als Hartzler eh nicht hat? :roll:


So ein System wird nie perfekt sein. Was allerdings nicht geht, ist dass die ALG II Bezieher meinen sie könnten selber entscheiden ob sie an so einem Lehrgang teilnehmen oder einfach wegbleiben. Das ist schlicht inakzeptabel.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 15 Mär 2013 15:29 
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Aktivposten ;)

Registriert: 29 Jan 2011 10:31
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Fazer hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Fazer hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Zitat:
"Ihr Arbeitslosengeld fällt komplett weg"
Während Bild gegen selbstbewusste Erwerbslose hetzt, gehört ein Totalentzug von Hartz IV-Leistungen zur scharfen Waffe der Jobcenter

"Die Minderung erfolgt für die Dauer von drei Monaten und beträgt 100 Prozent des Arbeitslosengeld II", teilte die Sachbearbeiterin des Forster Jobcenters dem erwerbslosen Bianco N. mit. Als wäre diese Mitteilung nicht schon aussagekräftig genug, wird im nächsten Absatz des Schreibens noch einmal wiederholt: "Ihr Arbeitslosengeld II fällt in diesem Zeitraum komplett weg."

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Fälle, wie der o.g. gibt es zuhauf. Offensichtlich halten es die Sachbearbeiter in seinem solchen Fall nicht für nötig, die Angaben des Betroffenen zu überprüfen :motz:


Mal ehrlich: unterstellt der hätte Recht mit seiner Behauptung zu dem Kurs, kann er trotzdem nicht einfach wegbleiben. Dann geht er halt hin und langweilt sich. Wer meint vom Sozialstaat ausgehalten werden zu müssen der kann nicht einfach seine eigenen Spielregeln mitbringen. Eine Reaktion im Sinne von "das ist mir zu dumm, da gehe ich nicht hin" gehört bestraft, denn wenn man sowas durchgehen liesse könnten die ARbeitsämter gar nichts mehr machen.

Schwachsinn! Meine Freundin war einige Zeit arbeitslos und wurde immer wieder in solche Kurse geschickt - teilweise mit Anfahrtswegen von mehr als 50 km. Die Kosten dafür wurden nur teilweise abgedeckt. Was soll der Humbug in Kurse geschickt zu werden, die kein Mensch braucht und die nur Zeit und vor Allem Geld kosten, was man als Hartzler eh nicht hat? :roll:


So ein System wird nie perfekt sein. Was allerdings nicht geht, ist dass die ALG II Bezieher meinen sie könnten selber entscheiden ob sie an so einem Lehrgang teilnehmen oder einfach wegbleiben. Das ist schlicht inakzeptabel.


Perfektes gibt es nicht. Im Arbeitsamt hat allerdings jede Person ein Dossier und die Sachbearbeiter sollten sich damit wenigstens halbwegs auskennen.
Menschen zu Kursen oder Vorträgen zu schicken mit der Drohung, dass sie, falls sie dort nicht hingingen halt die Unterstützung gestrichen bekommen ist INAKZEPTABEL!
Das ist für beide Seiten rausgeschmissenes Geld und vertane Zeit.

Beispiel:

Zwecks Weinlese musste ich einen Vormittag bei einem Vortrag darüber verbringen. Gut, 4 Stunden unnötig abhocken, weil ich das seit Jahren mache.
20 Leute etwa dort. 3 davon behindert - niemals hätten die diese Arbeit machen können.
10 Damen mit höchstgestylten Fingernnägeln - die wären nicht nur nach dem ersten Arbeitstag weggewesen, sondern den jeweiligen Sachbearbeitern hätte klar sein müssen, dass diese feinen Pfötchen nach zwei Tagen vollkommen untauglich sein würden. Also Arbeitsausfall, krank geschrieben, aber was macht der Weinbauer, wenn ihm solche Leute geschickt werden, aber die Trauben abgeschnitten werden müssen?!
5 Damen mit Kopftuch und langen Kutten. Mir egal, ob die im Islam sind, aber mit so einer Kleidung kann niemand zwischen Weinreben herumturnen.
Weltfremd war das Ganze!


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 15 Mär 2013 17:12 
x-mas hat geschrieben:
Fazer hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Fazer hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Zitat:
"Ihr Arbeitslosengeld fällt komplett weg"
Während Bild gegen selbstbewusste Erwerbslose hetzt, gehört ein Totalentzug von Hartz IV-Leistungen zur scharfen Waffe der Jobcenter

"Die Minderung erfolgt für die Dauer von drei Monaten und beträgt 100 Prozent des Arbeitslosengeld II", teilte die Sachbearbeiterin des Forster Jobcenters dem erwerbslosen Bianco N. mit. Als wäre diese Mitteilung nicht schon aussagekräftig genug, wird im nächsten Absatz des Schreibens noch einmal wiederholt: "Ihr Arbeitslosengeld II fällt in diesem Zeitraum komplett weg."

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Fälle, wie der o.g. gibt es zuhauf. Offensichtlich halten es die Sachbearbeiter in seinem solchen Fall nicht für nötig, die Angaben des Betroffenen zu überprüfen :motz:


Mal ehrlich: unterstellt der hätte Recht mit seiner Behauptung zu dem Kurs, kann er trotzdem nicht einfach wegbleiben. Dann geht er halt hin und langweilt sich. Wer meint vom Sozialstaat ausgehalten werden zu müssen der kann nicht einfach seine eigenen Spielregeln mitbringen. Eine Reaktion im Sinne von "das ist mir zu dumm, da gehe ich nicht hin" gehört bestraft, denn wenn man sowas durchgehen liesse könnten die ARbeitsämter gar nichts mehr machen.

Schwachsinn! Meine Freundin war einige Zeit arbeitslos und wurde immer wieder in solche Kurse geschickt - teilweise mit Anfahrtswegen von mehr als 50 km. Die Kosten dafür wurden nur teilweise abgedeckt. Was soll der Humbug in Kurse geschickt zu werden, die kein Mensch braucht und die nur Zeit und vor Allem Geld kosten, was man als Hartzler eh nicht hat? :roll:


So ein System wird nie perfekt sein. Was allerdings nicht geht, ist dass die ALG II Bezieher meinen sie könnten selber entscheiden ob sie an so einem Lehrgang teilnehmen oder einfach wegbleiben. Das ist schlicht inakzeptabel.


Perfektes gibt es nicht. Im Arbeitsamt hat allerdings jede Person ein Dossier und die Sachbearbeiter sollten sich damit wenigstens halbwegs auskennen.
Menschen zu Kursen oder Vorträgen zu schicken mit der Drohung, dass sie, falls sie dort nicht hingingen halt die Unterstützung gestrichen bekommen ist INAKZEPTABEL!
Das ist für beide Seiten rausgeschmissenes Geld und vertane Zeit.

Beispiel:

Zwecks Weinlese musste ich einen Vormittag bei einem Vortrag darüber verbringen. Gut, 4 Stunden unnötig abhocken, weil ich das seit Jahren mache.
20 Leute etwa dort. 3 davon behindert - niemals hätten die diese Arbeit machen können.
10 Damen mit höchstgestylten Fingernnägeln - die wären nicht nur nach dem ersten Arbeitstag weggewesen, sondern den jeweiligen Sachbearbeitern hätte klar sein müssen, dass diese feinen Pfötchen nach zwei Tagen vollkommen untauglich sein würden. Also Arbeitsausfall, krank geschrieben, aber was macht der Weinbauer, wenn ihm solche Leute geschickt werden, aber die Trauben abgeschnitten werden müssen?!
5 Damen mit Kopftuch und langen Kutten. Mir egal, ob die im Islam sind, aber mit so einer Kleidung kann niemand zwischen Weinreben herumturnen.
Weltfremd war das Ganze!


Ehrlich gesagt zeigt dein Beispiel nicht, dass der Sozialstaat zu wenig von den Leuten fordern würde, ganz im Gegenteil.

Lange Kutten sind auch im Islam nicht erforderlich, Ganzkörperbedeckung reicht. Wer sich vorsätzlich falsch für die Arbeit kleidet hat Kürzung des ALG II verdient.

Wer meint mit langen Fingernägeln zu schade für körperliche Arbeit zu sein: keine Krankschreibung, entweder wird gearbeitet, oder gestrichen.

Der deutsche Sozialstaat ist eher noch viel zu weich mit den Leuten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 15 Mär 2013 17:16 
Fazer hat geschrieben:
Ehrlich gesagt zeigt dein Beispiel nicht, dass der Sozialstaat zu wenig von den Leuten fordern würde, ganz im Gegenteil.

:hmm: ...

:suspekt: ...

:? ...

:idea: Richtig, Fazer, der Sozialstaat fordert zu viel, sagst Du uns damit! :clap: :clap: :clap:

Seit Du angefangen hast, zumindest partiell auf Dein unterbewusstes Gewissen zu hören, postest Du hier bisweilen tatsächlich halbwegs vernünftige Beiträge. :daumen:

Gruß
Kritikaster


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 15 Mär 2013 17:49 
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Registriert: 29 Jan 2011 10:31
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Fazer hat geschrieben:
x-mas hat geschrieben:
Fazer hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Fazer hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Zitat:
"Ihr Arbeitslosengeld fällt komplett weg"
Während Bild gegen selbstbewusste Erwerbslose hetzt, gehört ein Totalentzug von Hartz IV-Leistungen zur scharfen Waffe der Jobcenter

"Die Minderung erfolgt für die Dauer von drei Monaten und beträgt 100 Prozent des Arbeitslosengeld II", teilte die Sachbearbeiterin des Forster Jobcenters dem erwerbslosen Bianco N. mit. Als wäre diese Mitteilung nicht schon aussagekräftig genug, wird im nächsten Absatz des Schreibens noch einmal wiederholt: "Ihr Arbeitslosengeld II fällt in diesem Zeitraum komplett weg."

weiter:
http://www.heise.de/tp/blogs/8/153474

Fälle, wie der o.g. gibt es zuhauf. Offensichtlich halten es die Sachbearbeiter in seinem solchen Fall nicht für nötig, die Angaben des Betroffenen zu überprüfen :motz:


Mal ehrlich: unterstellt der hätte Recht mit seiner Behauptung zu dem Kurs, kann er trotzdem nicht einfach wegbleiben. Dann geht er halt hin und langweilt sich. Wer meint vom Sozialstaat ausgehalten werden zu müssen der kann nicht einfach seine eigenen Spielregeln mitbringen. Eine Reaktion im Sinne von "das ist mir zu dumm, da gehe ich nicht hin" gehört bestraft, denn wenn man sowas durchgehen liesse könnten die ARbeitsämter gar nichts mehr machen.

Schwachsinn! Meine Freundin war einige Zeit arbeitslos und wurde immer wieder in solche Kurse geschickt - teilweise mit Anfahrtswegen von mehr als 50 km. Die Kosten dafür wurden nur teilweise abgedeckt. Was soll der Humbug in Kurse geschickt zu werden, die kein Mensch braucht und die nur Zeit und vor Allem Geld kosten, was man als Hartzler eh nicht hat? :roll:


So ein System wird nie perfekt sein. Was allerdings nicht geht, ist dass die ALG II Bezieher meinen sie könnten selber entscheiden ob sie an so einem Lehrgang teilnehmen oder einfach wegbleiben. Das ist schlicht inakzeptabel.


Perfektes gibt es nicht. Im Arbeitsamt hat allerdings jede Person ein Dossier und die Sachbearbeiter sollten sich damit wenigstens halbwegs auskennen.
Menschen zu Kursen oder Vorträgen zu schicken mit der Drohung, dass sie, falls sie dort nicht hingingen halt die Unterstützung gestrichen bekommen ist INAKZEPTABEL!
Das ist für beide Seiten rausgeschmissenes Geld und vertane Zeit.

Beispiel:

Zwecks Weinlese musste ich einen Vormittag bei einem Vortrag darüber verbringen. Gut, 4 Stunden unnötig abhocken, weil ich das seit Jahren mache.
20 Leute etwa dort. 3 davon behindert - niemals hätten die diese Arbeit machen können.
10 Damen mit höchstgestylten Fingernnägeln - die wären nicht nur nach dem ersten Arbeitstag weggewesen, sondern den jeweiligen Sachbearbeitern hätte klar sein müssen, dass diese feinen Pfötchen nach zwei Tagen vollkommen untauglich sein würden. Also Arbeitsausfall, krank geschrieben, aber was macht der Weinbauer, wenn ihm solche Leute geschickt werden, aber die Trauben abgeschnitten werden müssen?!
5 Damen mit Kopftuch und langen Kutten. Mir egal, ob die im Islam sind, aber mit so einer Kleidung kann niemand zwischen Weinreben herumturnen.
Weltfremd war das Ganze!


Ehrlich gesagt zeigt dein Beispiel nicht, dass der Sozialstaat zu wenig von den Leuten fordern würde, ganz im Gegenteil.

Lange Kutten sind auch im Islam nicht erforderlich, Ganzkörperbedeckung reicht. Wer sich vorsätzlich falsch für die Arbeit kleidet hat Kürzung des ALG II verdient.

Wer meint mit langen Fingernägeln zu schade für körperliche Arbeit zu sein: keine Krankschreibung, entweder wird gearbeitet, oder gestrichen.

Der deutsche Sozialstaat ist eher noch viel zu weich mit den Leuten.


Fazer, Du zeigst da eine Verachtung, die diese Leute nicht verdienen. Ich wollte mit meinem Beispiel zeigen, dass die Qualifikation der Arbeitsamtbediensteten oder denen im Sozialamt eben nicht den erforderlichen Fähigkeiten entsprichen.

Nein, diese Feinfingermädel sind sich vermutlich nicht zu fein dazu diese harte Arbeit zu machen, aber sie klappen halt einfach zusammen. Das braucht es wohl nicht!!!
Bei der Weinlese arbeiten auch Menschen aus dem Islam, aber ich wollte keine solche Frau sich in den Reben verfangen sehen. Falls sie in solchen Klamotten putzt, riskiert sie nicht ihr Leben!
Behinderte für so etwas einteilen zu wollen grenzt für mich, na ja, an Menschenverachtung. Die drei Kerle mussten da eben vor dem Forumleiter erklären, welche Handicaps sie haben, damit er sie als "unfähig" ausbuchte damit ihnen eben nichts gestrichen wurde. Herrgottsauch! Ich kannte zwei von denen. Die spielen nichts vor! Die hinken auch in ihrer "Freizeit" mit Krücken herum.

Wenn Du da meinst, dass mit den Leuten "zu weich" umgegangen würde, muss ich Dich ganz enorm enttäuschen! Es wird mit ihnen grossteil vollkommen idiotisch umgegangen. Das bringt sie moralisch dann noch mehr in Verzweiflung. Und auch das kostet dem Staat dann noch viel mehr als sinnvolle Lösungen für beide Seiten zu finden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hartz IV
BeitragVerfasst: 16 Mär 2013 10:25 
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teddy hat geschrieben:

Zum 10-jährigen Jubiläum der Agenda 2010 gab es ja vor kurzem die sPD-Jubelfeier.
Wer gesehen hat, wie die Verantwortlichen - Schröder, Steinmeier, Müntfering, usw. - dabei hofiert wurden, muss spätestens jetzt einsehen, dass die Spezialdemokraten nichts, aber auch gar nichts begriffen haben.

Hier ein Interview mit dem Sozialrichter Jürgen Borchert (Vorsitzender des 6. Senats des Hessischen Landessozialgerichts):
Zitat:
Süddeutsche.de: Seit zehn Jahren gibt es die Agenda 2010. Wie hat sie Deutschland verändert?

Jürgen Borchert: Die Agenda 2010 hat einen wesentlichen Beitrag dafür geleistet, dass unser Wirtschaftssystem den Idealen der sozialen Marktwirtschaft Hohn spricht. Wir haben den Aufstieg der Bundesrepublik besonders der Tatsache zu verdanken, dass man sich lange Zeit klar darüber war, dass die Kraftreserven jeder Volkswirtschaft im untersten Einkommensdrittel liegen. Über Jahrzehnte wurde entsprechend darauf geachtet, dass sich die Lohnspirale von unten nach oben drehte. Mit der Agenda 2010 wurde diese Richtung umgedreht: Die Lohnspirale wurde nach unten programmiert.

Was bedeutet das?

Dass wir eine Entwicklung erleben, die mit Erosion und Abwärtsmobilität der Mittelschicht beschrieben werden kann. Dabei ist sie der Garant für demokratischen und sozialen Frieden in Deutschland. Dieses Fundament ist durch die Agenda 2010 brüchig geworden. In ihrem Schatten hat sich nun eine breite Unterschicht etabliert. Acht Millionen Menschen sind im Niedriglohnsektor beschäftigt, die mit ihrem Einkommen nicht einmal die Existenz sichern können. Warum in diesen Tagen die Agenda 2010 als Erfolg begriffen wird, ist mir ein Rätsel.

...

Welche Bestandteile der Agenda 2010 haben den Arbeitsmarkt am stärksten verändert?

Es ist das Zusammenwirken der Hartz-I- und Hartz-IV-Reform. Damit hat sich der Staat einseitig auf die Seite der Leiharbeitsunternehmen und der Arbeitgeberschaft geschlagen. Hartz I und Hartz IV müssen immer zusammen gesehen werden. Hartz I war die Entfesselung der Leiharbeit und den Leiharbeitsunternehmen wurde mit dem Sanktionsmechanismus von Hartz IV die Arbeitskraft in Scharen zugetrieben. Hartz IV sorgt dafür, dass um jeden Preis und für jeden Preis Arbeit angenommen werden muss.

Der Drogeriemarkt-Gründer Götz Werner (dm) nennt Hartz IV offenen Strafvollzug. Hat er recht?

Das kann man so sehen. Es ist nämlich erstaunlich: Bei einer Straftat wie einer mittelschweren Körperverletzung darf die fällige Geldstrafe das pfändungsfreie Einkommen, also das Existenzminium, nicht antasten. Wenn Sie aber zu spät zum Laubharken antreten oder Pflichtbewerbungen nicht erledigen, dann bekommen Sie Sanktionen aufgebrummt, die auch auf das Existenzminimum zugreifen. Mit solchen Pflichtwidrigkeiten ist man also als einfacher Arbeitsloser unter Umständen übler dran als ein Straftäter. Es gab diese Zwangsmaßnahmen aus der Zeit, als Fürsorge noch eine Polizeiangelegenheit war, zwar auch früher schon, nur wurden sie damals nicht flächendeckend und millionenfach eingesetzt.

...

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/s ... -1.1623776

Man muss sich das immer wieder vor Augen halten. Da wird Menschen das ohnhin schon mehr als kärgliche Existenzminimum zusammengestrichen. Nun besagt eigentlich schon der Name Minimum, das weniger nicht möglich ist. Wenn man also jemandem unter dieses Minimum drückt, begeht man im Grunde Mord auf Raten.

Aus diesem Grund - merkt Euch die Namen und Gesichter der neoliberalen Apologeten GUT! :twisted:

_________________
Was meinen Sie, was hier los wäre, wenn mehr Menschen begreifen würden, was hier los ist. (Volker Pispers)

Die Mutter der Dummen ist immer schwanger. (Urban Priol)


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