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 Betreff des Beitrags: KiTas
BeitragVerfasst: 09 Nov 2011 03:56 
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Um die Ausbauziele bei der Kinderbetreuung zu erreichen, müssen bis 2013 noch mindestens 230.000 Plätze neu geschaffen werden. Das geht aus neuen Zahlen hervor, die vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht wurden. Opposition und Verbände, aber auch Politiker der FDP kritisierten in diesem Zusammenhang erneut das von der Koalition geplante Betreuungsgeld, weil dadurch Geld für KiTas fehlen würden.
weiter:
http://de.nachrichten.yahoo.com/anteil- ... 45246.html

Wenn es ja nur dieses Problem wäre, aber durch das Betreuungsgeld werden doch Anreize geschaffen, ausländische Kinder nicht in die KiTa zu bringen, was sich dann wieder nachteilig auf die Integration und den Erwerb der dt. Sprache auswirkt - Beides sicher mit die Basis für ein erfolgreiches Schüler- und Berufsleben.

Von der Regierung wird bejammert, dass es nicht genug Fachkräfte gibt, aber gemacht wird eine kontraproduktive Politik :motz:

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 09 Nov 2011 10:52 
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Quijota hat geschrieben:
Von der Regierung wird bejammert, dass es nicht genug Fachkräfte gibt, aber gemacht wird eine kontraproduktive Politik :motz:


Dazu passt auch folgender Artikel, der das Dilemma der CDU / CSU verdeutlicht:

http://stephaneisel.wordpress.com/2011/11/09/das-c-und-die-cdu/#more-382
Der gute Mann hat wohl eher unbewusst darauf hingewiesen, dass das C öfter in der Politik fehlt als gewollt und damit Beliebigkeit regiert.

Im übrigen hat es gestern eine treffliche Auseinandersetzung zwischen Bund. Kommunen und Ländern gegebene, weil die Mittel für Kita-Neubauten nicht abgerufen werden. Die Kommunen sind sauer, die Länder offenbar schlicht desinteressiert. Nun frag doch mal warum! In diesem Beipiel haben wir griechische Verhältnisse in Deutschland.

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 09 Nov 2011 11:15 
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Mittlerweile stellt sich heraus, dass für den Kitaausbau massenweise Erzieher fehlen. Ich hab eine Zahl von über 8000 gehört. Das ist natürlich ein wirklicher Hemmschuh.
Andererseits: wen wunderts? Ist doch der Erzieherberuf einer der besonders schlecht bezahlten Berufe, dauert extrem lange in der Ausbildung und hat ein schlechtes Image.

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 09 Nov 2011 11:29 
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zenzi hat geschrieben:
Mittlerweile stellt sich heraus, dass für den Kitaausbau massenweise Erzieher fehlen. Ich hab eine Zahl von über 8000 gehört. Das ist natürlich ein wirklicher Hemmschuh.
Andererseits: wen wunderts? Ist doch der Erzieherberuf einer der besonders schlecht bezahlten Berufe, dauert extrem lange in der Ausbildung und hat ein schlechtes Image.

Zenzi, was machen die Parteien fast durch die Bank weg dazu für eine Figur?
Ausbildung fördern, angemessene Bezahlung sichern - es kann sich keiner rausreden, weder die mit dem C im Namen, noch die, die den sozialen Anspruch für sich gepachtet haben.
Alle waren langjährig in politischer Verantwortung und alle haben in diesem Punkt gepatzt. Jeder hatte die Chance, sich Know how dazu in Schweden und Norwegen einzuholen, allein es fehlte der Mut und der politische Wille. Daher kann ich heute nur sagen: hört endlich auf uns mit diesem Gejammer auf höchstem Niveau zu verar....en und fangt an, etwas für die Familien und die Kinder zu tun.
Wir brauchen sicher nicht erst diskutieren, wo wir derzeit das Geld mit vollen Händen zum Fenster raus werfen, aber man sollte diese scheinheilige Diskussion nicht mehr führen.

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 09 Nov 2011 11:33 
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Wem sagst Du das? Hatte ich doch als selbst alleinerziehende Vollzeit arbeitende Mutter immer wieder das "Vergnügen", meine Parteigenossen zu diesem Thema in die falsche Richtung gehen zu sehen. Da konnte man mit Engelszungen reden, das half nix.
Die Beobachtung der Politik der C-Seite zu dem Thema konnte einen dann auch nicht fröhlicher stimmen.

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 09 Nov 2011 17:10 
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zenzi hat geschrieben:
Wem sagst Du das? Hatte ich doch als selbst alleinerziehende Vollzeit arbeitende Mutter immer wieder das "Vergnügen", meine Parteigenossen zu diesem Thema in die falsche Richtung gehen zu sehen. Da konnte man mit Engelszungen reden, das half nix.
Die Beobachtung der Politik der C-Seite zu dem Thema konnte einen dann auch nicht fröhlicher stimmen.

...tja, es wurde zwar an der Basis gemault, aber zu wirklichen Veränderungen war niemand fähig. Wozu also noch eine Parteibasis, wenn diese außer Mitgliedsbeiträgen eh nichts zu melden hat?

Gruß
Poldi

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Zuletzt geändert von Poldi am 09 Nov 2011 17:55, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 09 Nov 2011 17:36 
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Poldi hat geschrieben:
zenzi hat geschrieben:
Wem sagst Du das? Hatte ich doch als selbst alleinerziehende Vollzeit arbeitende Mutter immer wieder das "Vergnügen", meine Parteigenossen zu diesem Thema in die falsche Richtung gehen zu sehen. Da konnte man mit Engelszungen reden, das half nix.
Die Beobachtung der Politik der C-Seite zu dem Thema konnte einen dann auch nicht fröhlicher stimmen.

...tja, es wurde zwar an der Basis gemault, aber zu wirklichen Veränderungen war niemand fähig. Wozu alos noch eine Parteibasis, wenn diese auser Mitgliedsbeiträgen eh nichts zu melden hat?

Gruß
Poldi


Ne, ganz so war das nicht. Es lag zumindest Jahrzehnte lang einfach daran, dass die Politik und auch die Gewerkschaften bis hinunter in die untersten Gremien stark männerdominiert waren. Mit einem Opelarbeiter, der stolz darauf war, seine Familie "alleine ernähren" zu können, konntest Du über eine Ausweitung des Kitaangebotes nicht reden. Und im Rüsselsheimer Stadtparlament hatte es eine Überzahl von diesen Leuten. Ähnlich wars sicherlich auch in anderen Kommunen. Kitas, das waren so Einrichtungen für gefallene Mädchen, die sich ein Kind haben andrehen lassen, für böse Weiber, die ihre Männer unter Mitnahme der Kinder verlassen haben und für Rabenmütter, die sich selbst verwirklichen wollten. Als ich zum zweitenmal fürs Stadtparlament kandidieren wollte, bekam ich einen Anruf, ich solle mich doch lieber um meine Kinder kümmern und nicht auch noch politische Arbeit machen.

GEW und ÖTV = heute Ver.di hat dann noch eins draufgesetzt, indem sie für die Kitabeschäftigten ziemlich strikte Arbeitszeitregelungen geschaffen haben, was heute verhindern, dass kommunale Kitas - und das sind ja die meisten - flexiblere Öffnungszeiten anbieten könnten.

Ich kann nur immer wieder sagen, der beste Ausweg wären freie Kitas, die von den Arbeitgebern organisiert werden. Kitas im Gewerbepark: die Kosten teilen sich die ansässigen Unternehmen, Betriebskindergärten etc.
Erst wenn die Kommunen merken, dass ihnen die Kinder durch solche Angebote flöten gehen, werden auch sie bereit sein, etwas flexibler zu werden.

Zenzi

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 09 Nov 2011 18:11 
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zenzi hat geschrieben:
Ne, ganz so war das nicht. Es lag zumindest Jahrzehnte lang einfach daran, dass die Politik und auch die Gewerkschaften bis hinunter in die untersten Gremien stark männerdominiert waren.


Da hast Du zweifelsfrei Recht, aber eben leider auch Unrecht. Trotz klarer wissenschaftlicher Erkenntnisse im Thema demographischer Wandel und im Sinne von Gleichberechtigung von Mann und Frau hat sich die Politik im Westen Deutschlands fast bis heute von Meinungen aus der Steinzeit leiten lassen.
Bismarck: "...die Frau gehört hinter den Kochtopf und ins Bett..." Zumindest schreibt man ihm dieses Zitat zu :hmm:

Warum schielen heute die Medien in Sachen Kitas so gerne nach Osten mit deren fast flächendeckendem Angebot? Warum bitte hat dieses Thema in Skandinavien einen ganz anderen Stellenwert gehbt und hat es heute noch? Auch diese Gesellschaften sind Männerdominiert, aber da sind unsere heutigen Bauchwellen in Sachen Kinderbetreuung und Familien unbekannt und unverständlich.

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 09 Nov 2011 22:51 
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Vielleicht liegt es auch daran, dass in der Gesellschaft die Bedürfnisse der Frauen und Kinder nicht wahrgenommen werden bzw. wenn überhaupt, dann nur pseudomässig :hmm:

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 10 Nov 2011 11:33 
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Poldi hat geschrieben:
.......
Bismarck: "...die Frau gehört hinter den Kochtopf und ins Bett..." Zumindest schreibt man ihm dieses Zitat zu :hmm:

.........


Als es das erste Überstundenstopp in Deutschland 1976 gab (Anlass waren die Demonstrationen gegen AKW Wiel auf Erdbebengebiet und durch Investitionstopp haben sich die Arbeitgeber härtere Gangart gegen die Demonstranten erhofft), stand ich am Freitag um 14.15 an der Stoppuhr und hörte das Stöhnen wegen ausgefallener Arbeit am Samstag: "Mensch! Was soll ich Morgen machen? Die Kneipen machen erst um 10 auf, um 9 bekomme ich den Staubsauger in die Hand und wenn ich mich weigere, dann bekommen ich den Einkaufzettel!"
So haben auch die Gewerkschaftsbosse gestöhnt.


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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 10 Nov 2011 12:43 
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Dupor hat geschrieben:
Poldi hat geschrieben:
.......
Bismarck: "...die Frau gehört hinter den Kochtopf und ins Bett..." Zumindest schreibt man ihm dieses Zitat zu :hmm:

.........


Als es das erste Überstundenstopp in Deutschland 1976 gab (Anlass waren die Demonstrationen gegen AKW Wiel auf Erdbebengebiet und durch Investitionstopp haben sich die Arbeitgeber härtere Gangart gegen die Demonstranten erhofft), stand ich am Freitag um 14.15 an der Stoppuhr und hörte das Stöhnen wegen ausgefallener Arbeit am Samstag: "Mensch! Was soll ich Morgen machen? Die Kneipen machen erst um 10 auf, um 9 bekomme ich den Staubsauger in die Hand und wenn ich mich weigere, dann bekommen ich den Einkaufzettel!"
So haben auch die Gewerkschaftsbosse gestöhnt.


Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass im Westen Deutschlands die fehlenden Kita-Plätze nie wegen fehlender Mittel motiviert war? Übrigens ein wichtiger Punkt den man der DDR vorwarf, sie würde für soziale Belange zuviel ausgeben. Hier im Westteil Deutschlands war die fehlende Motivation ganz offensichtlich auf ein verqueres und höchst antiquiertes, kleinbürgerliches Familienbild zurückzuführen. Komischer Weise haben das die skandinavischen Ländern aus der 68er Bewegung anders geschlussfolgert und sind bis heute höchst erfolgreich.

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 10 Nov 2011 13:08 
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Poldi hat geschrieben:
Dupor hat geschrieben:
Poldi hat geschrieben:
.......
Bismarck: "...die Frau gehört hinter den Kochtopf und ins Bett..." Zumindest schreibt man ihm dieses Zitat zu :hmm:

.........


Als es das erste Überstundenstopp in Deutschland 1976 gab (Anlass waren die Demonstrationen gegen AKW Wiel auf Erdbebengebiet und durch Investitionstopp haben sich die Arbeitgeber härtere Gangart gegen die Demonstranten erhofft), stand ich am Freitag um 14.15 an der Stoppuhr und hörte das Stöhnen wegen ausgefallener Arbeit am Samstag: "Mensch! Was soll ich Morgen machen? Die Kneipen machen erst um 10 auf, um 9 bekomme ich den Staubsauger in die Hand und wenn ich mich weigere, dann bekommen ich den Einkaufzettel!"
So haben auch die Gewerkschaftsbosse gestöhnt.


Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass im Westen Deutschlands die fehlenden Kita-Plätze nie wegen fehlender Mittel motiviert war? Übrigens ein wichtiger Punkt den man der DDR vorwarf, sie würde für soziale Belange zuviel ausgeben. Hier im Westteil Deutschlands war die fehlende Motivation ganz offensichtlich auf ein verqueres und höchst antiquiertes, kleinbürgerliches Familienbild zurückzuführen. Komischer Weise haben das die skandinavischen Ländern aus der 68er Bewegung anders geschlussfolgert und sind bis heute höchst erfolgreich.

Gruß
Poldi


Einerseits ja, das kleinbürgerliche Familienbild war schon vorherrschend. Andererseits hat man aber auch immer verkündet, dass flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen, sogar noch durch Betriebskindergärten kommunistischer Humbug sei, den man hier bei uns nicht haben wolle.
Kommt noch was dazu: Wenns ums Geld verteilen ging, war für Einrichtungen für Kinder und Jugendliche immer wesentlich weniger Geld da als für Sportstätten und -vereine. Fast alle führenden Leute in den Magisträtern und Stadtparlamenten waren Mitglieder in Sportvereinen und haben dafür gesorgt, dass es denen an nix gefehlt hat. Da hat man dann stattdessen schon gern mal ein Jugendzentrum geschlossen oder wenigstens ein paar Sozialarbeiter entlassen.
Erst als es in den letzten Jahren immer schlimmer in den Kommunalen Kassen ausgesehen hat, ist man dazu übergegangen, Sportstätten zu privatisieren. Nun war aber auch kein Geld für Kitas mehr da.
Ein Hausmeister hat mir mal gesagt, dass 1 Stunde Flutlicht am Abend DM 5000,- Strom kostet. Und die Dinger waren fast jeden Abend an.

Wenn man auf den Missstand Sport vs. Kinder- und Jugendarbeit hinwies, bekam man zur Antwort, die Sportvereine würden ja eine ganz tolle Jugendarbeit machen. Die Eltern sollten ihre Kinder halt in den Sportverein schicken anstatt in den Hort oder ins Jugendzentrum. Nur war halt im Sportverein kein Erzieher da und Hausaufgaben wurden dort auch nicht gemacht. Und Kleinkinderbetreuung war natürlich auch nicht angesagt.

Wollte man privat seine Kinderbetreuung organisieren, z.B. mit einer Tagesmutter oder indem mehrere Eltern eine Krabbelstube gründen und selbst finanzieren wollten, dann war aber die Kommune in Gestalt des Jugendamtes gaaaanz schnell da und hat Auflagen über Auflagen gemacht, dass so manchem die Lust vergangen ist. Regionale Tageszeitungen durften z.B. keine Annoncen für Tagesmutter-Suche schalten, es sei denn, man brachte eine Bescheinigung vom Jugendamt, dass man das dürfe. Und alle, die sich dann gemeldet haben, wurden vom Jugendamt geprüft und nur wer denen gefielt, durfte dann genommen werden.

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 10 Nov 2011 13:27 
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zenzi hat geschrieben:
Einerseits ja, das kleinbürgerliche Familienbild war schon vorherrschend. Andererseits hat man aber auch immer verkündet, dass flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen, sogar noch durch Betriebskindergärten kommunistischer Humbug sei, den man hier bei uns nicht haben wolle.
Kommt noch was dazu: Wenns ums Geld verteilen ging, war für Einrichtungen für Kinder und Jugendliche immer wesentlich weniger Geld da als für Sportstätten und -vereine. Fast alle führenden Leute in den Magisträtern und Stadtparlamenten waren Mitglieder in Sportvereinen und haben dafür gesorgt, dass es denen an nix gefehlt hat. Da hat man dann stattdessen schon gern mal ein Jugendzentrum geschlossen oder wenigstens ein paar Sozialarbeiter entlassen.
Erst als es in den letzten Jahren immer schlimmer in den Kommunalen Kassen ausgesehen hat, ist man dazu übergegangen, Sportstätten zu privatisieren. Nun war aber auch kein Geld für Kitas mehr da.
Ein Hausmeister hat mir mal gesagt, dass 1 Stunde Flutlicht am Abend DM 5000,- Strom kostet. Und die Dinger waren fast jeden Abend an.

Wenn man auf den Missstand Sport vs. Kinder- und Jugendarbeit hinwies, bekam man zur Antwort, die Sportvereine würden ja eine ganz tolle Jugendarbeit machen. Die Eltern sollten ihre Kinder halt in den Sportverein schicken anstatt in den Hort oder ins Jugendzentrum. Nur war halt im Sportverein kein Erzieher da und Hausaufgaben wurden dort auch nicht gemacht. Und Kleinkinderbetreuung war natürlich auch nicht angesagt.

Wollte man privat seine Kinderbetreuung organisieren, z.B. mit einer Tagesmutter oder indem mehrere Eltern eine Krabbelstube gründen und selbst finanzieren wollten, dann war aber die Kommune in Gestalt des Jugendamtes gaaaanz schnell da und hat Auflagen über Auflagen gemacht, dass so manchem die Lust vergangen ist. Regionale Tageszeitungen durften z.B. keine Annoncen für Tagesmutter-Suche schalten, es sei denn, man brachte eine Bescheinigung vom Jugendamt, dass man das dürfe. Und alle, die sich dann gemeldet haben, wurden vom Jugendamt geprüft und nur wer denen gefielt, durfte dann genommen werden.


Na ganz toll :daumenrunter:
Die Politik hat dann offenbar flächendeckend und in allen Ebenen einheitlich soziale Schieflagen geduldet und selbst initiiert, sich dann aber noch als Besserwisser gen Osten und Norden aufgespielt. Ohne Worte!

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 10 Nov 2011 13:38 
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Was glaubst Du, warum ich mich für dieses Thema seit Jahren stark mache, warum ich in meinem Betrieb schließlich einen Betriebskindergarten eingerichtet habe? Ich war ja selbst meine gesamte Erziehungszeit hindurch mit dieser Misere geschlagen. Bring mal 3 Kinder durch, während du selbst Vollzeit arbeiten gehen willst, weil du deinen Kindern kein Sozialhilfeniveau zumuten willst! Da musst Du schon arg kreativ sein, wenn noch nicht mal Omas oder ähnliche Leute zur Verfügung stehen. Und natürlich wirst du ständig von den Behörden kritisch beäugt, damit auch ja nicht eine Vernachlässigung der Kinder auftaucht.

Zenzi

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 10 Nov 2011 14:50 
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zenzi hat geschrieben:
Was glaubst Du, warum ich mich für dieses Thema seit Jahren stark mache, warum ich in meinem Betrieb schließlich einen Betriebskindergarten eingerichtet habe? Ich war ja selbst meine gesamte Erziehungszeit hindurch mit dieser Misere geschlagen. Bring mal 3 Kinder durch, während du selbst Vollzeit arbeiten gehen willst, weil du deinen Kindern kein Sozialhilfeniveau zumuten willst! Da musst Du schon arg kreativ sein, wenn noch nicht mal Omas oder ähnliche Leute zur Verfügung stehen. Und natürlich wirst du ständig von den Behörden kritisch beäugt, damit auch ja nicht eine Vernachlässigung der Kinder auftaucht.

Touché, Zenzi :held:

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 10 Nov 2011 16:18 
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Wer am Herd steht, erhöht nicht die Arbeitslosenstatistik bzw. nimmt Männern keinen Arbeitsplatz weg. Als ich seinerzeit in D eine Arbeitsstelle suchte (meine Tochter war 6 Monate alt), fragte man mich beim Arbeitsamt, ob ich denn eine Kinderbetreuung hätte. Zu dem Zeitpunkt war ich noch auf der Suche danach. Also teilte man mir mit, ich solle wieder kommen, wenn ich eine Betreuung für das Kind hätte. Auf der Suche nach einem Krippenplatz fragte man mich, ob ich denn Arbeit hätte. Ich sagte, dasss ich auf der Suche sei. Man antwortete mir, ich solle wieder kommen, wenn ich Arbeit hätte. Dann suchte ich nach einer Tagesmutter für Ganztagsbetreuung. Die hätte mich die Hälfte meines Verdienstes gekostet.
Hauptmann-von-Köpenick-Syndrom für Mütter :motz:

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 10 Nov 2011 16:28 
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Quijota hat geschrieben:
Wer am Herd steht, erhöht nicht die Arbeitslosenstatistik bzw. nimmt Männern keinen Arbeitsplatz weg. Als ich seinerzeit in D eine Arbeitsstelle suchte (meine Tochter war 6 Monate alt), fragte man mich beim Arbeitsamt, ob ich denn eine Kinderbetreuung hätte. Zu dem Zeitpunkt war ich noch auf der Suche danach. Also teilte man mir mit, ich solle wieder kommen, wenn ich eine Betreuung für das Kind hätte. Auf der Suche nach einem Krippenplatz fragte man mich, ob ich denn Arbeit hätte. Ich sagte, dasss ich auf der Suche sei. Man antwortete mir, ich solle wieder kommen, wenn ich Arbeit hätte. Dann suchte ich nach einer Tagesmutter für Ganztagsbetreuung. Die hätte mich die Hälfte meines Verdienstes gekostet.
Hauptmann-von-Köpenick-Syndrom für Mütter :motz:

Diesen Beamtenschwachsinn kann ich gut nachvollziehen, so ähnlich ging es mir 1989 :daumenrunter:
Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 11 Nov 2011 11:11 
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Poldi hat geschrieben:
http://stephaneisel.wordpress.com/2011/11/09/das-c-und-die-cdu/#more-382
Der gute Mann hat wohl eher unbewusst darauf hingewiesen, dass das C öfter in der Politik fehlt als gewollt und damit Beliebigkeit regiert.


Das hier ist für mich der zentrale Teil des sehr guten Texts:

Stephan Eisel hat geschrieben:
Das schlechte Abschneiden der CDU bei allen Bundestagswahlen seit 1998 hat seine Ursache auch darin, dass es gerade für die Union nicht ausreicht, für jedes Problem eine handwerklich solide und technisch plausible Lösung vorzuschlagen. Die Menschen wollen gerade von einer „C“-Partei wissen, warum bestimmte Vorschläge gemacht werden, welches Werteverständnis dahinter steht.


Wenn man sich zurück erinnert, dann haben sich die Granden der Union bei den Bundestagswahlen 1998 und 2002 als schlechte Verlierer gezeigt, die sich bockig in die Schmollecke zurückzogen. Bei der Wahlniederlage 2002 witterte man Betrug und Verschwörungen - dabei war die völlige Plan- und Konzeptlosigkeit des Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber für alle beim Elbhochwasser offensichtlich geworden: dieser Kandidat war vollkommen ungeeignet, ein Land in richtig schweren Zeiten zu führen. Gerhard Schröder hat das damals begriffen und instinktiv zugepackt: während Stoiber am Rande stand und sich im Wind windete und wiegte, war Schröder - wie 1962 Helmut Schmidt bei der Flutkatastrophe in Hamburg - mittendrin.

Bei der Bundestagswahl 1998 wollten es die Unions-Granden nicht wahr haben, dass sich selbst die eigene Kernklientel vom selbstgerechten und überheblichen Dicken aus Oggersheim abgewandt hatte. Damals ging es einfach nur noch darum, Kohl weg zu bekommen, nachdem die Union selbst dazu nicht in der Lage war.

Und 2005 und 2009? Nun, da war die Union für viele - ähnlich, wie die SPD - vollkommen unglaubwürdig geworden. Einer der wesentlichen Gründe hierfür war die Hartz-Gesetzgebung - an der die Union ja maßgeblich beteiligt war - sowie der Leipziger Parteitag 2004. Am Wahlabend im Herbst 2005 wollte man es wieder einmal nicht wahr haben, dass man aufs falsche Pferd gesetzt hatte und dass es für neoliberale Konzepte in D keine politische Mehrheit gibt. Zusammen mit der SPD wurde auch der Union vor Augen geführt, dass die Zeit der "Basta-Politik" vorbei ist.

Poldi hat geschrieben:
Im übrigen hat es gestern eine treffliche Auseinandersetzung zwischen Bund. Kommunen und Ländern gegebene, weil die Mittel für Kita-Neubauten nicht abgerufen werden. Die Kommunen sind sauer, die Länder offenbar schlicht desinteressiert. Nun frag doch mal warum! In diesem Beipiel haben wir griechische Verhältnisse in Deutschland.


Das ist eben auch eine Folge der zahlreichen Finanztricks der Länder und des Bundes: beide haben sich in den vergangenen 20 Jahren immer schön zu Lasten der Kommunen saniert. Inzwischen stehen selbst Kommunen, die immer solide gewirtschaftet haben, unter Zwangsverwaltung und müssen alle Gelder, die sie bekommen, zur Schuldentilgung verwenden. Platz für Investitionen ist da dann nicht mehr - und das gilt eben auch für die Gelder zum Kita-Ausbau.

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„Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ Jean-Claude Juncker

„Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“ (Christian Wulff zur Flugaffäre Johannes Raus im Jahr 2000).


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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 30 Dez 2011 17:03 
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Quijota hat geschrieben:
Um die Ausbauziele bei der Kinderbetreuung zu erreichen, müssen bis 2013 noch mindestens 230.000 Plätze neu geschaffen werden. Das geht aus neuen Zahlen hervor, die vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht wurden. Opposition und Verbände, aber auch Politiker der FDP kritisierten in diesem Zusammenhang erneut das von der Koalition geplante Betreuungsgeld, weil dadurch Geld für KiTas fehlen würden.
weiter:
http://de.nachrichten.yahoo.com/anteil- ... 45246.html

Wenn es ja nur dieses Problem wäre, aber durch das Betreuungsgeld werden doch Anreize geschaffen, ausländische Kinder nicht in die KiTa zu bringen, was sich dann wieder nachteilig auf die Integration und den Erwerb der dt. Sprache auswirkt - Beides sicher mit die Basis für ein erfolgreiches Schüler- und Berufsleben.

Von der Regierung wird bejammert, dass es nicht genug Fachkräfte gibt, aber gemacht wird eine kontraproduktive Politik :motz:

es hat ja lange gedauert, bis die cdu-freundlichen verbände was dazu sagen - und sie haben sogar recht damit.
Zitat:
Kritik an Betreuungsgeld
Deutsche Wirtschaft gegen Herdprämie
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bet ... ld116.html

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I'm tapping in the dusternis

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 30 Dez 2011 17:15 
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Die haben nur gesagt, was schon lange Alle wissen, die POlitikerInnen der CDU aber nicht wissen wollen: Durch den Kindergartenbesuch lassen sich viele Probleme lösen - auch was die Integration betrifft

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 31 Dez 2011 00:48 
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Wars nicht die CSU, die dieses Elterngeld unbedingt haben wollte? Soweit ich mich erinnere, war das so ziemlich das letzte Zugeständnis an die konservativen Kräfte in der Union, das man noch aus dem Hut zaubern konnte zugunsten der traditionellen Herren der Schöpfung, die sich ganz gegen den allgemeinen Trend halt noch das Heimchen am Herd erhalten wollten.
Dass das zu Lasten von integrationsbedürftigen Kindern gehen würde, hat man zwar im Vorfeld schon lautstark gewarnt, aber man hat der CSU dieses Häppchen hinwerfen müssen, sonst hätten sie bei anderen "wichtigeren" Fragen womöglich nicht mitgemacht.

Ich gehe mal davon aus, dass gut ausgebildete Frauen dieses "Angebot" ohnehin nicht annehmen werden. Es ist doch weniger als ein Taschengeld für sie. Nehmen werden es die schlecht oder nicht ausgebildeten Frauen mit wenig Chancen am Arbeitsmarkt. Und gerade in diesen Familien wäre die Betreuung in Kitas am notwendigsten.

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 31 Dez 2011 10:11 
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Ich spinne das Garn jetzt mal weiter: Kommen die Kinder aus "bildungsfernen" Familien und Familien mit Migrationshintergrund nicht beizeiten in den Kindergarten, damit ihnen später ihr (besserer) Platz in der Gesellschaft nicht verbaut wird, dann "züchtet" man hier weiteres Konfliktpotential heran, das nachher natürlich wieder mehr kontrolliert werden muss - mit Virratsdatenspeiocherung, Ortungskontrolle und was den HERRschaften da oben noch so einfällt. Schliesslich braucht es ja eine Legitimation für die Kontrolle des Volkes :floet: :shot: :peitsche:

Dass diese schlecht ausgebildete Jugend später dem Staat "auf der Tasche liegen" wird, wird dabei stillschweigend in Kauf genommen

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 31 Dez 2011 14:39 
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reger Freigeist

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Hier in Québec sind die Kindergärten subventioniert, kosten aber trotzdem mehr als Bildungsferne oder Neuimmigrierte zahlen können. Hier hat man die Vorschulen (für 4 und 5 Jährige) immer weiter ausgebaut. Es besteht keine Pflicht seine Kinder dorthin zuschicken, es ist aber kostenlos und der Grossteil der Eltern nimmt das Angebot wahr. Schon weil es den Kindern ermöglicht, die Schulregeln, das Alphabet und noch so ein paar Basisdinger vor der ersten Klasse zu lernen. Als meine Älteste klein war vor 17 Jahren mit deutscher Mutter und so, hatte man uns sehr ans Herz gelegt, sie in die Vorvorschule zu stecken als Vierjährige. Die Hälfte der Kinder waren Québecker, die anderen Einwandererkinder und am Ende des Jahre sprachen alle Französisch :3affen: Und meine ist übergangslos in die erste Klasse gekommen, weil sie die Vorschule für 5-jährige wirklich nicht brauchte. Meine Zweite hat nur die Vorschule für 5-jährige gemacht und unsere Jüngste, die sehr viel Sprachschwierigkeiten hatte, hat beide Klasse absolviert. Heute sind sie alle drei gut in der Schule. Für Kinder aus bildungsfernen Familien bleibt das problematischer, weil die tägliche Unterstützung zum Arbeiten nicht immer garantiert ist. Mittlerweile warten alle darauf, dass die Schulpflicht wenigstens auf eine Vorschulklasse ausgeweitet wird. Es ist ein logischer Schritt.
Es gibst also durchaus Alternativen zum Kindergarten als Integrationshilfe. Wenn ich meine Geschwister und Freunde so sehe, habe ich den Eindruck, dass es in D-land auch noch um Mentalitäten geht. Gute Eltern kümmern sich selber um ihre Kinder, oder so. Den Rabenmuttervorwurf habe ich auch oft von den weiblichen Mitgliedern meiner deutschen Familie gehört. Und das scheint sich nur langsam zu ändern.


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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 31 Dez 2011 15:21 
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klar gibt es gerade für kinder mit sprachdefiziten oder aus bildungsfernen schichten besseres als kindergarten. nur ist die idee einer vorschule in deutschland schlicht nicht verankert. man müsste das komplett neu aufbauen, lehrer dafür ausbilden, eine akzeptanz dafür herstellen, etc. deshalb glaube ich kaum, dass es das hier in absehbarer zeit geben wird.
und die herdprämier wirkt da total kontraproduktiv. man kann nur hoffen, dass das gekippt wird und das geld sinnvoller in die vorschulische betreuung gesteckt wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: KiTas
BeitragVerfasst: 31 Dez 2011 15:28 
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reger Freigeist

Registriert: 01 Feb 2011 12:50
Beiträge: 480
teddy hat geschrieben:
klar gibt es gerade für kinder mit sprachdefiziten oder aus bildungsfernen schichten besseres als kindergarten. nur ist die idee einer vorschule in deutschland schlicht nicht verankert. man müsste das komplett neu aufbauen, lehrer dafür ausbilden, eine akzeptanz dafür herstellen, etc. deshalb glaube ich kaum, dass es das hier in absehbarer zeit geben wird.
und die herdprämier wirkt da total kontraproduktiv. man kann nur hoffen, dass das gekippt wird und das geld sinnvoller in die vorschulische betreuung gesteckt wird.

Ist mir schon klar, dass das so (noch) nicht existiert. Dahinter steckt aber die Idee, dass Schule akzeptabler ist als Kindergarten. Weil alle zur Schule MÜSSEN! Selbst die dollste Übermutter wehrt sich nicht gegen Schule. Vorschule und Ganztagsschulen, das wird man auch in D-land immer mehr sehen. Nicht 2012. Aber in den nächsten 10, 15 Jahren. Und Kindergarten ist immer noch besser als nichts. :daumen: Wenn die Kinder denn hingeschickt werden.


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