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 Betreff des Beitrags: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 19 Jan 2015 21:33 
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mir fällt ja schon seit einiger zeit auf, dass küchsensachen immer mehr in der werbung in den vordergrund kommen - und sei es nur durch aktionsware beim discounter.
auch küchenprospekte, die immer grössere küchen für räume in der grösse eines wohnzimmers anpreisen, bekomme ich dauernd.
dazu kommt noch, dass es kochsendungen ohne ende gibt und jedes lebensmittelgeschäft in seiner wöchentlichen werbung immer rezepte hat.

wozu schaffen sich die leute das alles an, wenn sie doch eh' kaum noch kochen können oder es tun? erheblich mehr schein als sein?

warum ich jetzt darauf komme?
http://www.spiegel.de/stil/wohntrends-h ... 13768.html
das interview ist zwar kurz, man kann es eigentlich nicht interview nennen, aber es ist trotzdem interessant, zusammen mit den kommentaren.

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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 20 Jan 2015 12:46 
teddy hat geschrieben:
mir fällt ja schon seit einiger zeit auf, dass küchsensachen immer mehr in der werbung in den vordergrund kommen - und sei es nur durch aktionsware beim discounter.
auch küchenprospekte, die immer grössere küchen für räume in der grösse eines wohnzimmers anpreisen, bekomme ich dauernd.
dazu kommt noch, dass es kochsendungen ohne ende gibt und jedes lebensmittelgeschäft in seiner wöchentlichen werbung immer rezepte hat.

wozu schaffen sich die leute das alles an, wenn sie doch eh' kaum noch kochen können oder es tun? erheblich mehr schein als sein?

warum ich jetzt darauf komme?
http://www.spiegel.de/stil/wohntrends-h ... 13768.html
das interview ist zwar kurz, man kann es eigentlich nicht interview nennen, aber es ist trotzdem interessant, zusammen mit den kommentaren.


Na ja, ein Grund scheint sich ja in diesem Interviewteil widerzuspiegeln:

Zitat:
Goossens: Die Einrichtungspräferenzen haben sich gewandelt. Die Wohnungen sind offener gestaltet, die Küche spielt eine zentrale Rolle: Hier wird gekocht, gegessen, sich unterhalten. Die Küche und ihre Ausstattung sind zur Prestigesache geworden…


Die Kommentare habe ich bis 10 gelesen, das hat gereicht. Spätestens da zeigt sich, dass schlicht Einzelerfahrungen oder Vorurteile wiedergegeben werden. Am schlimmsten Kommentator 10:

Zitat:
Ich kann Ihnen bei vielem zustimmen. Die Deutschen haben Luxusküchen, in denen die meisten vielleicht zwei, drei Mal im Jahr richtig kochen. Ich habe eine ganz normale, ältere Ikea-Küche und koche jeden Tag. Dabei bin ich nicht ernährungs-ideologisch fixiert.


Wow, was für eine Arroganz. Er kocht regelmässig in seiner billigen IKEA Küche, aber Leute, die sich eine teure Küche kaufen, bei denen weiss er offenbar, dass die höchstens 2, 3 mal im Jahr richtig kochen? Woher kommt dieses Wissen? Da werden dann offenbar schlicht Vorurteile gebildet oder nachgeplappert.

Kochen ist durch die ganzen Kochsendungen in den letzten Jahren wieder verstärkt "IN" geworden. Zwar gibt es genug Berichte, dass viele Familien kaum noch kochen, und wenn dann Fertiggerichte - aber sind das die Familien, die sich dann teure Küchen leisten? Von der grünen, Bio geprägten Wählerklientel ist ja schon bekannt, dass diese eher wohlhabend ist - da dürfte dann wohl eher das Kochen mit frischen Bio-Lebensmitteln in der teuren gestylten Küche anstehen, oder?

Ein Grund mag im übrigen auch sein, dass sich durchaus in den letzten 30 Jahren die Rollenverteilung in den Familien geändert hat. Kochen ist nicht mehr eine reine Frauendomäne, zumindestens wenn es um was besonderes geht haben viele Männer in den letzten Jahren auch begonnen zu kochen. Und in dem Moment wird natürlich die Küche auch zum Statussymbol, wie früher das Auto, am besten mit schön viel technischen Gimmicks.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 19 Jun 2015 13:59 
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http://www.spiegel.de/sport/formel1/for ... 39588.html

Zuschauerschwund wegen zu leisen Motoren.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 19 Jun 2015 15:45 
Dupor hat geschrieben:
http://www.spiegel.de/sport/formel1/formel-1-zuschauer-wenden-sich-ab-a-1039588.html

Zuschauerschwund wegen zu leisen Motoren.


Du scheinst Beiträge nur auszugsweise zu lesen?

Zitat:
Die Formel-1-Fahrergewerkschaft GPDA hat vor knapp vier Wochen in Monaco im Internet eine Umfrage gestartet, bei der die Fans ihre Wünsche äußern sollten, wie sie sich eine attraktivere Formel 1 vorstellen. "Die Resonanz darauf war riesig", sagt Nico Rosberg.

Die Ergebnisse sollen an diesem Wochenende präsentiert werden. Man darf aber schon davon ausgehen, dass günstigere Tickets, lautere Motoren, ein leichter verständliches Reglement, mehr Fahrer- und weniger Teameinfluss in der Wunschliste ziemlich weit oben stehen werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 19 Jun 2015 16:27 
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Die Personen, die ich kenne, fahren zu solchen Ereignissen nur wegen der Sucht nach Krach.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 19 Jun 2015 17:09 
Dupor hat geschrieben:
Die Personen, die ich kenne, fahren zu solchen Ereignissen nur wegen der Sucht nach Krach.


Man sollte halt nie den eigenen Erfahrungsschatz allein massgeblich für die Realität halten.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 20 Jun 2015 10:45 
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Es geht nicht um Erfahrungsschatz, sondern wissenschaftliche Untersuchung aus 2001, die durch die 2 eingestürzte Türme untergegangen ist: Der menschliche Ohr hört ab 250 Herz tiefer zunehmend durch Schädel und ab 50 Herz durch den ganzen Körper. Zusätzlich erzeugt das "Schädelbrummen" in Malus eine Falschinformation über die Richtung, aus der der Ton kommt und produziert ein "Gefühl der Schwerelosigkeit". Und genau das macht süchtig.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 20 Jun 2015 13:31 
Dupor hat geschrieben:
Es geht nicht um Erfahrungsschatz, sondern wissenschaftliche Untersuchung aus 2001, die durch die 2 eingestürzte Türme untergegangen ist: Der menschliche Ohr hört ab 250 Herz tiefer zunehmend durch Schädel und ab 50 Herz durch den ganzen Körper. Zusätzlich erzeugt das "Schädelbrummen" in Malus eine Falschinformation über die Richtung, aus der der Ton kommt und produziert ein "Gefühl der Schwerelosigkeit". Und genau das macht süchtig.


Aha, und alle Menschen, die zur Formel 1 gehen sind also süchtig nach Krach? Was machen die eigentlich den Rest des Jahres? Und warum gibt es so viele Menschen, die gegen Lärm klagen?


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 20 Jun 2015 19:26 
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Alles richtige Fragen, die Du stellst.
Ich persönlich leide unter tiefen Tönen und bin dieser Anomalie auf den Grund gegangen. Zwischen meinen 2. und 3.Lebensjahr wurde ich mehrmals von meiner Mutter ins Wald geschleppt, weil unsere Dorf von Kosaken überfallen wurde. Ich als Kind, habe in diesem Dorf ohne Strom, Aspfalt und Wasserleitung meist auf irgendwelchen Hof gespielt und noch bevor der Warner mit dem Fahrrad durch Dorf rannte und "Tscherkesi, Tscherkesi!" schrie, die Hufe der nahenden Horden gehört/gespürt habe.
Irgendwann in den Achzigern fing ich am Morgen Blut zu spucken. Diagnose: Hiatushernie. (Auch damals wurde schon mit Operationen das beste Geld verdient). Nach der aufwendigen Operation (8.000 DM, 1987) kamen die Beschwerden wieder und nebenbei sagte mir ein Hilfsarzt aus Maroko "Sie atmen falsch." Ich bin diesem Verdacht nachgegangen und auf einen Psychotherapeuten gestoßen, der mit half, aber dies wurde von der Kasse nicht erstattet. Die Regulierung der Atmung kostete mich 600 DM und der Psychoklempner sagte mir, dass er nur die terzielle Folge behoben haben und die sekundäre wären unbewußte Beckenmuskel-Verspannungen. Um die primäre Ursachen zu finden, bräuchte er mindestens 20 Sitzungen, davon mehrere Hypnosen, cca 3.000 DM.
Im Laufe der nächsten 10 Jahren fand ich doch ein Psychologin, die mich hypnotisiert hat und zu einer Frage stieß, wo ich nicht weinen durfte. Ich befragte ich meine noch lebende Mutter nach dieser Periode und bekam die Antworten.
Ich bin keine Ausnahme, der so was ähnliches erlebte. Vielleicht bin ich der Einzige, der sich mit der gesammten Kausalität befaßt hat.

Wenn ein Auto vorbei fährt, egal ob ich auf der Straße stehe, oder im Haus, der ein Hammerwerk an hat, dann spannen sich unbewußt meine Beckenmuskel und ich wollte laufen/meiner Mutter helfen mich zu tragen.

Da vor mehr als 10 Jahren das §49 StvO erlassen wurde, gehe ich davon aus, dass ich nicht der Einzige bin, der darunter leide. Manchmal beneide ich Menschen, die Extrageld zahlen um in 120 dB zu baden und geniessen.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 21 Jun 2015 07:31 
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Dupor hat geschrieben:
Alles richtige Fragen, die Du stellst.
Ich persönlich leide unter tiefen Tönen und bin dieser Anomalie auf den Grund gegangen. Zwischen meinen 2. und 3.Lebensjahr wurde ich mehrmals von meiner Mutter ins Wald geschleppt, weil unsere Dorf von Kosaken überfallen wurde. Ich als Kind, habe in diesem Dorf ohne Strom, Aspfalt und Wasserleitung meist auf irgendwelchen Hof gespielt und noch bevor der Warner mit dem Fahrrad durch Dorf rannte und "Tscherkesi, Tscherkesi!" schrie, die Hufe der nahenden Horden gehört/gespürt habe.
Irgendwann in den Achzigern fing ich am Morgen Blut zu spucken. Diagnose: Hiatushernie. (Auch damals wurde schon mit Operationen das beste Geld verdient). Nach der aufwendigen Operation (8.000 DM, 1987) kamen die Beschwerden wieder und nebenbei sagte mir ein Hilfsarzt aus Maroko "Sie atmen falsch." Ich bin diesem Verdacht nachgegangen und auf einen Psychotherapeuten gestoßen, der mit half, aber dies wurde von der Kasse nicht erstattet. Die Regulierung der Atmung kostete mich 600 DM und der Psychoklempner sagte mir, dass er nur die terzielle Folge behoben haben und die sekundäre wären unbewußte Beckenmuskel-Verspannungen. Um die primäre Ursachen zu finden, bräuchte er mindestens 20 Sitzungen, davon mehrere Hypnosen, cca 3.000 DM.
Im Laufe der nächsten 10 Jahren fand ich doch ein Psychologin, die mich hypnotisiert hat und zu einer Frage stieß, wo ich nicht weinen durfte. Ich befragte ich meine noch lebende Mutter nach dieser Periode und bekam die Antworten.
Ich bin keine Ausnahme, der so was ähnliches erlebte. Vielleicht bin ich der Einzige, der sich mit der gesammten Kausalität befaßt hat.

Wenn ein Auto vorbei fährt, egal ob ich auf der Straße stehe, oder im Haus, der ein Hammerwerk an hat, dann spannen sich unbewußt meine Beckenmuskel und ich wollte laufen/meiner Mutter helfen mich zu tragen.

Da vor mehr als 10 Jahren das §49 StvO erlassen wurde, gehe ich davon aus, dass ich nicht der Einzige bin, der darunter leide. Manchmal beneide ich Menschen, die Extrageld zahlen um in 120 dB zu baden und geniessen.
alles nett erzählt,
aber du schliesst wieder von dir auf's gesamte.

im übrigen scheinen die leute doch nicht so süchtig nach dem krach der formel1 zu sein
http://www.spiegel.de/sport/formel1/for ... 39588.html

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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 21 Jun 2015 09:16 
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Das jemand bewusst „lärmende Veranstaltungen“ aufsucht, „um sich sozusagen des Lärms zu erfreuen“, ist mit Sicherheit Unsinn.
Das auch Musik – was da als „Musik“ angesehen wird ist mindestens „individuell verschieden – als Lärm empfunden wird, dürfte für alle, die sich „Musik“ zwangsweise ausgesetzt sehen, verständlich sein. Von Napoleon 1 – ein „Extremist“ in vielerlei Hinsicht, ist überliefert „Musik ist Lärm für mich“.

Andere sehen das – pardon - „hören das ganz anders“ :
Quelle hat geschrieben:
„Man muss hinter die Maske blicken, hinter den Lärm“

Black Metal, Power Metal, Heavy Metal, Glam Metal, Speed Metal, Nu Metal, True Metal … die Liste der Subgenres ist lang. Fest steht, Metal ist nicht gleich Metal und verschiedene Musikstile werden immer mehr gemischt. Genauso verschieden, wie die musikalischen Ausrichtungen heutzutage sind, sind auch junge Metal-Fans. Ein paar Dinge haben sie trotzdem gemeinsam: Den Wunsch nach einem ganz besonderen Musikempfinden, die Zugehörigkeit zur großen Metal-Familie und die Liebe zum Headbangen.

Ich höre seit elf Jahren Metal. Genau genommen fange ich gerade an, die Musikrichtung wieder zu entdecken. In den letzten Jahren habe ich mehr elektronische Musik gehört, Psytrance und Goa. Die dunklen, schnellen Sachen, das ist auch die Gemeinsamkeit mit Metal. Damit für mich Musik interessant ist, muss sie eine gewisse Energie transportieren. Das ist weniger bei großen, kommerziellen Bands so, sondern mehr bei unbekannteren Projekten. Arkona zum Beispiel. Das ist eine russische Band, auf die ich gerade total stehe. Leider bin ich mit meiner Liebe zum Metal gerade eher alleine, meine Freunde hören meistens andere Musik.
Man muss ein wenig hinter die Maske blicken, hinter den Lärm und das Gebrüll. Metal spricht Urtriebe an. Wenn man so will, hat das sogar eine spirituelle Komponente, wie eigentlich jede Art von guter Musik. Klar, bei Metal denken viele an Satanismus, aber das meine ich nicht. Durch die Energien, die aus der Musik entstehen, ist das im Endeffekt mehr als nur Musik.


:trommel: OK – das wird sich mir nun leider nicht vermitteln…. Das mit „der Liebe zum Headbangen“ :argh: finde ich etwas befremdlich

Dateianhang:
Lärmwirkungen.jpg
Lärmwirkungen.jpg [ 81.64 KiB | 2292-mal betrachtet ]


Quelle UKH Hessen hat geschrieben:
Wirkungen von Lärm

Die vielfältigen Wirkungen von Lärm auf den Menschen können in zwei große Gruppen eingeteilt werden. Das ist einmal die Gruppe der auralen (lat. auris »Ohr«) Wirkungen, diese betreffen direkt das Gehörorgan und führen zu einer Beeinträchtigung oder sogar dem Verlust des Hörvermögens.

Die extraauralen Lärmwirkungen dagegen beeinträchtigen und schädigen den Menschen auf andere Weise. Dabei handelt es sich vor allem um durch Lärm verursachte Stressreaktionen, die Erkrankungen hervorrufen können, und um durch Störungen von Kommunikation und Aufmerksamkeit beeinträchtigtes Leistungsvermögen sowie um die dadurch möglicherweise erhöhte Unfallgefahr.

Extraaurale Wirkungen

Stressreaktionen
Von wissenschaftlichen Einrichtungen durchgeführte Arbeitsplatzanalysen der letzten Jahre zeigen eindeutig, dass Lärm einer der stärksten Stressfaktoren für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen ist. Von Kita-Trägern veranlasste Gefährdungsbeurteilungen bestätigen dies in aller Regel. Unter Stress versteht man die Einwirkung von belastenden Faktoren auf Körper und Psyche. Einflussfaktoren, die Stress erzeugen können, werden auch Stressoren genannt. In der Arbeitswissenschaft gilt Lärm als ein sehr starker Stressor.

Das Stressempfinden ist generell sehr subjektiv, entsprechend unterschiedlich sind auch die Stressreaktionen. Die körperlichen Stressreaktionen auf Lärm unterliegen jedoch grundsätzlich keiner willentlichen Steuerung. Bei Schallpegelwerten ab etwa 65 dB(A) reagiert der Körper mit einer Erhöhung der Stresshormonwerte, einer Steigerung der Muskelspannung, einer Veränderung von Atem- und Herzrhythmus und einer Erhöhung des Blutdrucks. Häufige und anhaltende Lärmbelastung löst bei vielen Menschen Stressreaktionen aus, die langfristig das Risiko für Krankheiten erhöhen.

Psychische Reaktionen sind nicht nur von der Schallpegelhöhe abhängig, sondern auch von individuellen Faktoren wie der persönlichen Einstellung zu der Art des "Geräusches" und von der Situation, in der sie auftritt. Konzentration und Aufmerksamkeit, die Voraussetzungen für Leistungsfähigkeit sind, können bereits unter geringem Lärmeinfluss beeinträchtigt werden. Ermüdung, Nervosität, Angst, Reizbarkeit und Schlafstörungen sind häufig die Folgen.

Als möglicherweise stressbedingte Erkrankungen werden psychosomatische Beschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Tinnitus aber auch häufigeres Auftreten von Infektionskrankheiten wie Erkältung oder Herpes genannt.
Offenbar stimmt das mit der „eigenen Einstellung“ zur jeweiligen „Lärmquelle“ und den Schutzmaßnahmen die jemand ergreift – wenn er / sie darüber verfügen kann. Ich selbst habe einige Jahre an mil. Jets gearbeitet, war so mindestens die Arbeitswoche hindurch teilweise extremem Lärm aus geringsten Entfernungen ausgesetzt. Ohne den notwendigen persönlichen Lärmschutz, wäre ich mit Sicherheit taub geworden. Mein Hörvermögen ist auch heute noch altersgemäß sehr gut. Diese „frühe“ Exposition zu extremem Lärm, hat mein Verhalten auch später bestimmt. Entsprechende Schutzmittel bei Lärmereignissen zu nutzen, war für mich eine normaler Vorgang.

Jeder reagiert unterschiedlich auf Lärm – wie auch diese recht umfassende Abhandlung verdeutlicht :


Seelische, körperliche und psychosoziale Folgen

Der Mensch braucht den Gegensatz zwischen Schall und Stille. So gehört auch der Lärm zum Leben, besonders in unserer modernen Zeit. Nichts, das nicht mit Geräuschen verbunden wäre. Doch der Lärm nimmt ständig zu, geradezu erschreckend schnell und intensiv, selbst an früheren Orten der Stille. Auch wird der Schallpegel immer lauter. Das bleibt nicht ohne seelische, körperliche und psychosoziale Konsequenzen. Welches sind die bedenklichsten Folgen? Wen treffen sie am heftigsten und nachhaltigsten? Und vor allem: Kann man überhaupt noch gegensteuern?

Nachfolgend ein ausführlicher Beitrag zu einem belastenden Faktor, der weit­gehend unerkannt bis verleugnet unsere Gesundheit und damit sogar die gesellschaftlichen Strukturen anzugreifen droht.


Auch das gibt es (Quelle w.o.) :

Zitat:
Lärm und Gewalt

Und schließlich ist der Lärm auch ein Gewalt-Faktor. Das kennt man schon aus dem Alten Testament, wo man die stark befestigte Stadt Jericho durch intensive Posaunen-Beschallung zum Einsturz brachte (Josua 6, 20) – sicher nicht wörtlich zu nehmen, aber als psychologische Kriegsführung erfolgreich.

Oder noch einmal zur Erinnerung: Im alten China wurden die Menschen durch Lärm hingerichtet, „denn das ist der qualvollste Tod, den ein Mensch erleiden kann„. Hinrichtungsgegenstand war eine große Glocke, unter deren Anschlag die Menschen an extremen Stressreaktionen (Blutdruck, Kreislauf, Atmung) zu Grunde gingen.

Und natürlich der Kriegs-Lärm, der zu jeder Zeit eine Rolle spielte, bis in unsere Tage (Absingen lauter Marschlieder, was aber vor allem dem eigenen Mut zu Gute kommen soll), Einsatz von überdimensionierten Lautsprechern an der Front (teils zu Propaganda-Zwecken, aber auch einfach zur Irritation des Feindes).

Im übrigen ist der Lärm auch heute noch ein „Kriegsmittel„, z. B. tieffliegende Hubschrauber gegen Demonstranten, Tiefflüge von Düsenjägern über feindliches Gebiet, erst einmal ohne Bombenabwurf u. a.

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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 21 Jun 2015 10:40 
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teddy hat geschrieben:

..........alles nett erzählt,
aber du schliesst wieder von dir auf's gesamte.

.......


Von 1955-60 besuchte ich Musikschule und bekam Untericht an Klarinette. Neben alljährlichen Konzerten spielte ich auch in Schul- und örtlichen Blaskapelle. Damals gab es noch keine elektrischen Verstärker. Jeder Ton wurde rein durch Muskelkraft erzeugt. Alle meine Lehrer haben mir vermittelt, dass auch die schönste Musik ab einen bestimmte Lautstärke bloßes Krach sei.
Als ich zum erstenmal eine Band mit einen el. Verstärker für eine Bassgitare sah und hörte, war ich 24 Jahre alt und fasziniert. Diese Faszination bezahlte ich unbewußt mit Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen eine Woche lang und machte mir keine Gedanken über die wahre Ursache.
Weitere 5 Jahre später, 1971, kam ich in ein Metallverarbeitungsbetrieb und dort wachte ein Ingenieur über die Benutzung von Hörschutz: Ab 75dB müssten wir Ohrenstöpfsel, oder klassische Hörschutz tragen.

2001 höre ich von meiner Enkelin und anderen Verwandten, dass man strömt ins geschlossenen Räume, bezahlt dort Eintritt und genießt 110dB.
Manche schlucken sogar irgendwelche Tabletten, um das Genuß zu verstärken.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 21 Jun 2015 13:05 
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Ja Dupor, was sagt "uns" das ?

Du scheinst unter einer besonders großen Sensibilität gegenüber Schallereignissen zu leiden. Das ist wohl eine Deine Gesundheit rundum beeinträchtigender individueller Faktor und es scheint Dir unverständlich, dass es andere Menschen gibt, welche hier eben nicht derart sensibel gestrickt sind. Darunter scheint Deine Psyche besonders zu leiden. Die einzige Erleichterung die es womöglich für Dich gibt (außer Lärm in jeder Form zu meiden, wo das für Dich überhaupt möglich ist) liegen auf einem Gebiet, wo Entspannungsübungen sich auch bei anderen vergleichbaren Leiden zumindest mildernd auswirken.

Sich über das "IST" aufregen, wird Dich lediglich weiter frustrieren und eher zur Verschlechterung führen, als etwas positiv zu beeinflussen. Du bist Du und die Anderen sind anders...

Was das "entspannen" angeht, gibt es eine recht große Anzahl von Übungen und Richtungen die hilfreich sein können. Seit ich mich vor Jahren intensiv mit Quigong und Kampfkünsten allgemein und aktiv befasst haben, "habe" ich bildlich gesprochen ein quasi "Schweizer Offiziersmesser" (diese knallroten Dinger mit allerlei Werkzeug) stets in meiner "Tasche". Faul geworden nutze ich es leider nicht häufig genug. Selbst so mancher "erregende" Beitrag hier "hilft da nur wenig".

Spaß beiseite - eine solche Übung kann nach meinen eigenen Erfahrungen sehr hilfreich sein. Der Haken, einen guten Lehrer zu finden, der eben keinen "Hokuspokus" darum macht, ist leider schwer.

Wen es interessiert mag dieses PDF lesen - dort geht es vordergründig um Kopfschmerzen und so kann dies nur eine Anregung sein sich mit dieser Möglichkeit einmal zu befassen. Dem PDF liegt eine Studie zugrunde, was der westlichen Denkweise etwas entgegenkommt... Qigong Yangsheng-Übungen als Begleittherapie

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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 21 Jun 2015 14:47 
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Umweltbundesamt – Fachgebiet I 3.3 – Lärmminderung im Verkehr – 06/2004

Du bis ein bischen unverschämt, mich als Krank zu bezeichnen. Im Jahr 2001 bat mich mein Sohn meine Enkelin, damals 4 Jahre, zu einen Film (Der kleine Eisbär, oder so ähnlich) zu begleiten. Es waren insgesamt 4 Kindergarten, damit man das Kinopalast voll kriegte.
Ich habe mich mit Ohrstopfsel versorgt und sie gleich am Anfang reingeschoben. Nach 10 Minuten sah ich viele Kinder, die sich ihre Ohren zu hielten und nach weiteren 10 Minuten ist es auch den Pädagoginen aufgefallen. Sie sind nach oben marschiert und es wurde etwas leiser gestellt. Ich hörte es weiter mit Ohrstopfsel.
Das war nicht der Einzelfall. Man wird überall von klein an gedrillt sich an 100 dB zu gewohnen und wer es nicht mit macht, soll zum Arzt, oder Psychoklempner.
Und da lachen sie. Bei HNO-Ärzten beginnt die Untersuchung bei 100 Herz. Unterhalb sind 90% Einwohner taub und in der Schule lernen die Kinder weiterhin "Das menschliche Ohr wahrnimmt Töne 20 - 20.000 Herz." Wer glaubts, wird selig.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 21 Jun 2015 15:35 
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Unverschämt ?

Ist das Deine Erkrankung : "Irgendwann in den Achzigern fing ich am Morgen Blut zu spucken. Diagnose: Hiatushernie."

"Als Hiatushernie („Zwerchfellbruch“) wird ein krankhafter Durchtritt von Anteilen des Magens durch das Zwerchfell im Bereich des Schlitzes für den Durchtritt der Speiseröhre (Hiatus oesophageus) bezeichnet." (schreibt das WIKI "Hiatushernie")

Daraus folgend Deine Aussage : "Wenn ein Auto vorbei fährt, egal ob ich auf der Straße stehe, oder im Haus, der ein Hammerwerk an hat, dann spannen sich unbewußt meine Beckenmuskel und ich wollte laufen/meiner Mutter helfen mich zu tragen."

:nono: So richtig gesund klingt das alles nicht....

Das man von "von klein an gedrillt sich an 100 dB zu gewohnen" ist schlicht Blödsinn - widerspricht jedenfalls allem was ich je erlebt habe - dabei bin ich wohl kaum der Einzige, welcher solche Erfahrungen gemacht hat - 100 Dezibel :surprice:

    Eine Zunahme um zehn Dezibel entspricht einer Verdopplung der Lautstärke.
  • 10 Dezibel : Atmen, raschelndes Blatt
  • 20 Dezibel : Ticken einer Armbanduhr
  • 30 Dezibel : Flüstern
  • 40 Dezibel : leise Musik
  • 45 Dezibel : übliche Geräusche in der Wohnung
  • 50 Dezibel : Regen, Kühlschrankgeräusche
  • 55 Dezibel : normales Gespräch
  • 60 Dezibel : Nähmaschine, Gruppengespräch
  • 65 Dezibel : Kantinenlärm
  • 70 Dezibel : Fernseher, Schreien, Rasenmäher
  • 75 Dezibel : Verkehrslärm
  • 80 Dezibel: Telefonläuten, Presslufthammer
  • 90 Dezibel : Lastwagen
  • 100 Dezibel : Ghettoblaster
  • 110 Dezibel : Diskomusik, Symphoniekonzert, Motorsäge, Autohupe
  • 120 Dezibel : Kettensäge, Presslufthammer, Gewitterdonner
  • 130 Dezibel : Autorennen, Düsenjäger

Quelle hat geschrieben:
Als Schwelle für mögliche Hörschäden gilt in der Medizin eine Lärmbelastung von 85 Dezibel (dB), die Schmerzgrenze liegt bei 120 bis 130 dB – das entspricht in etwa dem Krach eines in 100 Metern Entfernung startenden Düsenjets.

In Wohnungen herrschen typischerweise 40 bis 50 dB, in Büros bis zu 65 dB. Im Straßenverkehr werden schnell 85 dB erreicht, Discotheken und Rockkonzerte sind mit bis zu 110 dB oft deutlich lauter als ein Presslufthammer mit 100 dB - jeweils drei Dezibel mehr verdoppeln die Belastung für das Ohr.

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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 21 Jun 2015 16:52 
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Beiträge: 1539
http://www.pipedown.de/

Meinst Du wirklich, diese Leute sind alle Krank?
Und Menschen, die sich kaufen ein Auto, das zu leise ist, sich montieren extra lauten Auspuff, gesund sind?

Vor 4 Jahren war in Dortmund eine Versammlung der Nazi und zu diesem Ereignis kamen auch cca 2.000 Polizisten. In war am diesem Samstag wie immer spazieren in der Bolmke. Noch bevor ich diese betreten habe, hörte ich die Hammerschläge von irgendwelchen Boxen aus der Richtung der Westfalenstadion. Deswegen schlug ich eine andere Route. Nach einer Weile hörten diese Geräusche auf. Nun bin ich runter zu Emscher gegangen und sah Grüppchen von enttäuschten Menschen 30-50 Jahre alt. Hinter der Brücke auf einer Wiese gabs Polizei und paar Leute, die Riesenboxen abräumten.
Aus den Gesprächen der Enttäuschten Technofans verstand ich Folgendes: Man hoffte, die Beschäftigung mit dem Nazi-Demo wird alle Polizeikräfte bünden und man konnte ungestört eine Party veranstalten.
In einer Gruppe wurde gejammert: "Wo sollen wir nun hin?"
"Nach Kolumbien. Da sind die Gesetze anders.", ließ ein Enttäuschte los.

Was meinst Du, wie viele Menschen haben gleiche, oder ähnliche Beschwerden, aber sind nicht imstande die primäre Ursache zu erkunden.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 21 Jun 2015 20:10 
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Was soll das Dupor ?

Heute gibt es gegen alles und jedes eine Initiative die ihre Vorstellungen gegen den Rest der Welt durchsetzen wollen. In dem von Dir verlinkten Artikel ist auch ein Umfrage von "Infratest" trotz Einteilung in Altersgruppen und Einkommen kommt da weder eine eindeutige Haltung für oder gegen die untersuchte Belästigung heraus. Aus jeder Mücke kann man problemlos einen Elefanten machen.

Echter und unnötiger Lärm ist jedenfalls was anderes - doch Du schließt messerscharf von Dir auf den Rest der Welt - einige Verbündete hast Du - "Musik wird oft nicht schön gefunden, Weil sie stets mit Geräusch verbunden" meinte Wilhelm Busch

Quelle SPON hat geschrieben:
Stress, Lärm, Anonymität: "Stadtstress ist Kriechstress"

Das Leben in der Stadt ist schnell, laut, spannend und aufregend. Doch was manchem guttut, bedeutet für den anderen Stress, der zu einer großen Belastung werden kann.

Tatsächlich leiden Städter öfter an psychischen Erkrankungen als Landbewohner. "Angsterkrankungen und Depressionen kommen bei Menschen, die in der Stadt leben, etwa 30 bis 40 Prozent häufiger vor", sagt Andreas Meyer-Lindenberg vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit an der Universität Mannheim.

Schizophrenie, so ein Ergebnis einer Untersuchung des Institutes, trete bei Menschen, die in der Stadt aufgewachsen sind, sogar dreimal so oft auf wie bei Menschen, die auf dem Land leben. Meyer-Lindenberg zufolge gilt das nicht nur für eine bestimmte Stadt, sondern ist in aller Welt so. "Je größer die Stadt, in der man aufgewachsen ist, desto höher das Schizophrenie-Risiko als Erwachsener", sagt auch Mazda Adli, Chefarzt der Fliedner Klinik in Berlin und Stressforscher an der Charité.

Wie sich die Großstadt auf die psychische Gesundheit ihrer Bewohner auswirkt und was genau am Leben in der Stadt krank macht, das erforschen Meyer-Lindenberg und Adli. Gemeinsam mit Stadtplanern, Architekten und Neurowissenschaftlern gründete Adli Anfang des Jahres die Fachgruppe Neuro-Urbanistik.

Städtehirn reagiert empfindlicher

Dem Laien fällt auf Anhieb einiges ein, was nerven kann: Lärm, Dreck und Staub, Gerüche, beengte Wohnverhältnisse, Anonymität. Meyer-Lindenberg und sein Team fanden heraus, dass Stress und Gefühle bei Menschen aus der Großstadt anders verarbeitet werden: Ihr Hirn reagiert deutlich empfindlicher auf Stress als das von Kleinstädtern und erst recht das von Landbewohnern.
Daraus schließe ich nun messerscharf - Du lebst ganz offensichtlich am falschen Ort ! Die weiten Kanadas, die etwas zu warmen ländlichen Gebiete im Oman - und in der afrikanischen Kalahari sind teilweise so ruhig, das dort jedes Geräusch ungeheuer laut ist - selbst die Stille stört, weil man dort die eigenen inneren Lebensgeräusche wahrnimmt (wobei ich nicht zuvörderst an die Verdauungsgeräusche denke !) Über die beiden letztgenannten Landstriche kann ich aus eigener langjähriger Erfahrung berichten - Kanada stell ich mir so ähnlich vor...

Im Prinzip kann man überall unglücklich sein - wer das nicht schafft möge die "Anleitung zum Unglücklichsein" von Paul Watzlawick (1983) sorgfältig lesen. Der hat das folgende Zitat an den Anfang seines Buchs gestellt :

in: Aufzeichnungen aus dem Kellerloch - Fjodor Michailowitsch Dostojewski hat geschrieben:

"Записки из подполья" (1864)

„Was kann man nun von einem Menschen […] erwarten? Überschütten Sie ihn mit allen Erdengütern, versenken Sie ihn in Glück bis über die Ohren, bis über den Kopf, so daß an die Oberfläche des Glücks wie zum Wasserspiegel nur noch Bläschen aufsteigen, geben Sie ihm ein pekuniäres Auskommen, daß ihm nichts anderes zu tun übrigbleibt, als zu schlafen, Lebkuchen zu vertilgen und für den Fortbestand der Menschheit zu sorgen — so wird er doch, dieser selbe Mensch, Ihnen auf der Stelle aus purer Undankbarkeit, einzig aus Schmähsucht einen Streich spielen. Er wird sogar die Lebkuchen aufs Spiel setzen und sich vielleicht den verderblichsten Unsinn wünschen, den allerunökonomischsten Blödsinn, einzig um in diese ganze positive Vernünftigkeit sein eigenes unheilbringendes phantastisches Element beizumischen. Gerade seine phantastischen Einfälle, seine banale Dummheit wird er behalten wollen …“


Nun ich bin sehr früh aufs Land gezogen um mich all den Gefahren die SPON weiter oben beschreibt zu entziehen. Leider ist es sehr dumm gelaufen - anfänglich noch taub vom beschwerlichen Stadtleben, ist mir erst später aufgefallen - meine Behausung liegt in sehr nahe - viel zu nahe - an einer katholischen Kirche, deren blechern klingendes Geläut zwar kaum noch Gläubige anlockt, aber dennoch schon um 1/4 nach 6 unverdrossen zum Kirchgang ruft. Damit keiner vergisst, geht halbstündig (die Viertelstundenanzeige ist verstummt) die ebenso stählern klingende Kirchturmuhr durch Mark und Bein aller freiwilligen und unfreiwilligen Zuhörer.

Um den Landbewohner nicht gänzlich der Stadtgeräusche zu entwöhnen, dröhnt gelegentlich eine rollende Musikanlage, durch den Ort. Am Himmel kreisen mit Touristen gefühlte Jets dahin und werden die lauter - was gelegentlich geschieht - überlege ich ob da etwas schief läuft und wir alle den Morgen womöglich nichtmehr erleben dürfen. Du siehst, auch mein Leben ist stresserfüllt und so hat jeder sein individuell geschnürtes Päckchen zu tragen.... :roll:

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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 22 Jun 2015 15:33 
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"Man kann sich sogar auf den Galgen gewöhnen." - Zitat einer KZ-Wächter aus Ausschwitzprozesen.

Du wills nur nicht zugeben, dass Du süchtig bis.
Ich bin gegen alle unnatürliche Geräusche. Gegen natürliche Geräusche, + Kirchenglocken, Kindergeschrei, Froschquaken uä. kann ich mich mit einfachen Ohrstopfsel für 50 Cent wehren. Gegen künstliche Geräusche sich zu wehren muss ich 80 € investieren (so wie es Profimusiker machen).
Vor 30 Jahren gabs in Dortmunder Herbsmesse ein Stand für Ausrüstung für Discos. Da wurden die Töne unterhalb 50 Herz ins Tanzboden geleitet, damit man nicht Herumstehende belästigt. Diese Firma hatte auch Sitzkissen in Produktpalette, in die man die tiefe Töne leitete. Aber das hat sich nicht durchgesetzt.
Durchgesetzt haben sich Typen, die durch die Gegend "schreien": "Guck mal! Ich habe Ganz-Körper-Vibrator! Ätsch!"

Ein seltsamer Trend.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 22 Jun 2015 16:10 
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OK, OK dann ich bin eben süchtig ! :pray: :anbet: :pray:


:trommel: Wenn Dir das hilft, will ich sehr gerne süchtig sein.... ähm nach was doch gleich wieder :?:

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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 22 Jun 2015 19:58 
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http://www.gesundheitsamt-bw.de/MLS/Doc ... schall.pdf


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 22 Jun 2015 23:01 
immernoch_ratlos hat geschrieben:
OK, OK dann ich bin eben süchtig ! :pray: :anbet: :pray:


:trommel: Wenn Dir das hilft, will ich sehr gerne süchtig sein.... ähm nach was doch gleich wieder :?:


Nach Lärm. Und weil die Formel 1 Autos so leise geworden sind, gehen die Leute nicht mehr hin. Meint Dupor. Weil Menschen abhängig von Lärm sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 23 Jun 2015 09:45 
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Nun auch aus Baden-Württemberg – vom „Landesamt für Umwelt, Messung und Naturschutz“ :


Frage 15
Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen zu Nocebo-Effekten in der Umgebung von Windenergieanlagen?

Antwort
Die Autorin Dr. Nina Pierpont erklärt das Auftreten des von ihr verbreiteten sogenannten Windturbinen-Syndroms mit dem Infraschall von Windenergieanlagen. Es fällt auf, dass die berichteten Symptome mit den typischen Symptomen eines Nocebo-Effekts fast deckungsgleich sind. Ferner erfüllten alle Probanden ihrer Untersuchung die Voraussetzungen für Nocebo-Effekte: Es bestand eine negative Erwartungshaltung gegenüber Windenergieanlagen (danach wurden sie sogar ausgesucht) und sie waren durch Medienberichte, Internetauftritte und Vorträge entsprechend konditioniert.

An der Universität Auckland in Neuseeland sind Wissenschaftler deshalb in einer Studie der Frage nachgegangen, ob vielleicht die Sorge, dass unhörbarer Infraschall der Gesundheit schadet, eben jene Symptome verursacht, die mit dem Windturbinensyndrom verknüpft werden. Kurz: Lässt sich das Windturbinensyndrom mit Nocebo-Effekten erklären?

Bei der doppelverblindeten Fall-Kontroll-Studie wurden die 54 Teilnehmer zufällig in eine Fallgruppe und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Die Fallgruppe wurde mit Hilfe eines etwa sechsminütigen Videos mit Leidensberichten rund um Windenergieanlagen konditioniert, damit sie eine negative Erwartungshaltung entwickelt.

Die Kontrollgruppe sah stattdessen ein Video, in dem Wissenschaftler erklärten, warum Infraschall solche Symptome nicht auslöst.

Alle Teilnehmer wurden nach dem Videofilm zehn Minuten lang Infraschall deutlich unterhalb der Hörschwelle und zehn Minuten lang Schein-Infraschall (also Stille) ausgesetzt.

Bei der Kontrollgruppe gab es keine symptomatischen Veränderungen. Deren Teilnehmer fühlten sich während der Beschallung genauso wie vorher.

Die Fallgruppe, die aufgrund des Videoclips eine negative Erwartungshaltung hatte, berichtete von einer deutlichen Zunahme ihrer Beschwerden während der Beschallung. Sie hatte deutlich mehr und deutlich intensivere Beschwerden im Vergleich zu vorher und zwar unabhängig davon, ob sie Infraschall oder Schein-Infraschall (Stille) ausgesetzt waren. Zudem klagten die Teilnehmer über genau die Symptome, die sie vorher im Video gesehen hatten.

Die Studie zeigt, wie stark Konditionierung und negative Erwartungshaltungen die Zahl und die Intensität der gefühlten Symptome vergrößern können.

Die Studie ist deshalb ein starkes Indiz dafür, dass die Gesundheitsbeschwerden, die Kritiker häufig mit dem Infraschall von Windenergieanlagen in Verbindung bringen, mit Nocebo-Effekten erklärt werden können.
Es gibt im übrigen tu diesem und zu anderen Phänomen andere Studien die zu ähnlichen, teilweise den selben Erkenntnissen führen. Da nur ein sehr geringer Prozentsatz (s. 16 – Sensible Personen) :

Zitat:
Die Hörschwelle der aktuell gültigen Norm DIN 45680 liegt zwischen der P25- und der P30-Hörschwelle von Kurakata.

Das bedeutet: Etwa 25 bis 30 Prozent der Menschen können besser hören bzw. wahrnehmen als es die Hörschwelle der DIN 45680 beschreibt. Im neuen Entwurf dieser Norm wird im Infraschallbereich eine um etwa 3 dB niedrigere Hörschwelle zugrunde gelegt und als Wahrnehmungsschwelle bezeichnet.

Diese Wahrnehmungsschwelle entspricht bei 10 Hz der P10-Hörschwelle. Bei 100 Hz, wo der Bereich der tieffrequenten Geräusche endet, wird sogar die P1-Schwelle leicht unterschritten. Bei dieser Frequenz hören also weniger als ein Prozent der Menschen besser als es die Hörschwelle der neuen Norm beschreibt.
Du Dupor magst ja zu diesen 1% Unglücklichen gehören – die anderen 99% eben nicht.

Wer damit gestraft ist, kann kaum durch irgendwelche Ohrstöpsel diesen unhörbaren Schall vermeiden – Schall den alle „unnatürlichen“ aber auch alle natürlichen Ereignisse in unterschiedlicher Quantität unweigerlich produzieren. Selbst eine Reihe von Tieren „Elefanten, Giraffen und Blauwale“ produzieren sehr starke Infraschallwellen. Es nützt also nichts - „wir alle“ sind immer „mittendrin“ - nur manche empfinden eben stärker – was aber in gewissen Grenzen auch einschränkbar ist….

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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 23 Jun 2015 09:53 
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Angefangen hat dieser thread mit Kücheneinrichtung... :schulter: :facepalm:

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(Juncker), nachzulesen im Spiegel
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T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 23 Jun 2015 10:36 
Quijota hat geschrieben:
Angefangen hat dieser thread mit Kücheneinrichtung...

... und unter dem Threadtitel lässt sich halt mehr als nur "ein seltsamer Trend" diskutieren. :schulter:


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 Betreff des Beitrags: Re: ein seltsamer trend
BeitragVerfasst: 23 Jun 2015 10:49 
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Damit war schon nach dem ersten Beitrag (den "Eröffnungsbeitrag" von teddy) Schluss und nach "hiesiger Tradition" wurde aus dem höchst interessanten Küchendrama buchstäblich "Schall und Rauch" OK sehr wenig Rauch - aber das passt gerade so schön...

Das Du das nun hier anmahnst, enthält eine gewisse Portion Selbstironie - Danke !

Ach KK hat es längst besser erkannt "... und unter dem Threadtitel lässt sich halt mehr als nur "ein seltsamer Trend" diskutieren. :schulter: " Danke auch hierfür !

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