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 Betreff des Beitrags: OT aus Tunesien
BeitragVerfasst: 22 Feb 2011 16:25 
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zenzi hat geschrieben:
Und man ist fündig geworden!

http://nachrichten.t-online.de/milliarden-schatz-in-tunesien-gefunden/id_44489572/index

Ich finde es geradezu obszön, was so ein Potentat und seine Familie aus dem Land, das sie eigentlich regieren sollen, an Vermögen abgreifen können. Was hätte man mit all dem Geld an Infrastruktur bauen können! Wieviele Schulen, Krankenhäuser, Straßen, Häfen... Ein Bruchteil davon investiert in Fabriken oder sonstige Betriebe und zigtausende Arbeitsplätze hätten entstehen können, für akademisch Gebildete ebenso wie für einfache Leute. Man hätte aus Tunesien ein Musterländle machen können.


Warum beschränkst Du diese Konjunktiv-Aussage auf Tunesien?

Lass uns doch mal vor der eigenen Haustüre kehren!
Was könnte man alles in Deutschland anstellen, wenn man das Geld für die Bad Bank und für den Bankenrettungsschirm hernähme oder sich das Schwarzbuch des Bundesrechnungshofes im Kabinett hernimmt? Was könnt edie EU anstellen, wenn sie nicht das Geld regelrecht verbrennen würde?

Aber Deutschland ist kein Einzelfall in der westlichen Hemisphäre und Tunesien bzw. Ägypten ebensowenig im nordafrikanischen Raum. Die Aufzählung würde sehr lang und sehr bitter. :cry:

Hauptsache einige wenige werden stink reich, dafür lohnt isch doch der Verzicht, den Millionen üben. :evil:

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 22 Feb 2011 17:17 
Poldi hat geschrieben:
zenzi hat geschrieben:
Und man ist fündig geworden!

http://nachrichten.t-online.de/milliarden-schatz-in-tunesien-gefunden/id_44489572/index

Ich finde es geradezu obszön, was so ein Potentat und seine Familie aus dem Land, das sie eigentlich regieren sollen, an Vermögen abgreifen können. Was hätte man mit all dem Geld an Infrastruktur bauen können! Wieviele Schulen, Krankenhäuser, Straßen, Häfen... Ein Bruchteil davon investiert in Fabriken oder sonstige Betriebe und zigtausende Arbeitsplätze hätten entstehen können, für akademisch Gebildete ebenso wie für einfache Leute. Man hätte aus Tunesien ein Musterländle machen können.


Warum beschränkst Du diese Konjunktiv-Aussage auf Tunesien?

Lass uns doch mal vor der eigenen Haustüre kehren!
Was könnte man alles in Deutschland anstellen, wenn man das Geld für die Bad Bank und für den Bankenrettungsschirm hernähme oder sich das Schwarzbuch des Bundesrechnungshofes im Kabinett hernimmt? Was könnt edie EU anstellen, wenn sie nicht das Geld regelrecht verbrennen würde?

Aber Deutschland ist kein Einzelfall in der westlichen Hemisphäre und Tunesien bzw. Ägypten ebensowenig im nordafrikanischen Raum. Die Aufzählung würde sehr lang und sehr bitter. :cry:

Hauptsache einige wenige werden stink reich, dafür lohnt isch doch der Verzicht, den Millionen üben. :evil:

Gruß
Poldi



bist du jetzt auf sozialistische Kampfparolen umgestiegen??? :?:


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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 22 Feb 2011 18:02 
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Beiträge: 2991
Fazer hat geschrieben:
Poldi hat geschrieben:
zenzi hat geschrieben:
Und man ist fündig geworden!

http://nachrichten.t-online.de/milliarden-schatz-in-tunesien-gefunden/id_44489572/index

Ich finde es geradezu obszön, was so ein Potentat und seine Familie aus dem Land, das sie eigentlich regieren sollen, an Vermögen abgreifen können. Was hätte man mit all dem Geld an Infrastruktur bauen können! Wieviele Schulen, Krankenhäuser, Straßen, Häfen... Ein Bruchteil davon investiert in Fabriken oder sonstige Betriebe und zigtausende Arbeitsplätze hätten entstehen können, für akademisch Gebildete ebenso wie für einfache Leute. Man hätte aus Tunesien ein Musterländle machen können.


Warum beschränkst Du diese Konjunktiv-Aussage auf Tunesien?

Lass uns doch mal vor der eigenen Haustüre kehren!
Was könnte man alles in Deutschland anstellen, wenn man das Geld für die Bad Bank und für den Bankenrettungsschirm hernähme oder sich das Schwarzbuch des Bundesrechnungshofes im Kabinett hernimmt? Was könnt edie EU anstellen, wenn sie nicht das Geld regelrecht verbrennen würde?

Aber Deutschland ist kein Einzelfall in der westlichen Hemisphäre und Tunesien bzw. Ägypten ebensowenig im nordafrikanischen Raum. Die Aufzählung würde sehr lang und sehr bitter. :cry:

Hauptsache einige wenige werden stink reich, dafür lohnt isch doch der Verzicht, den Millionen üben. :evil:

Gruß
Poldi



bist du jetzt auf sozialistische Kampfparolen umgestiegen??? :?:


Ganz sicher nicht, aber ich finde es schon abenteuerlich, wie wir in Europa - allen voran Deutschland - das Geld mit vollen Händen rauswerfen, zugleich aber nationale Familien- und Sozialpolitik (existentieller Betandteil einer sozialen Marktwirtschaft) vernachlässigen. Diesen Umstand musste gar Frau BKin zugegeben und versprach Besserung - eingetreten ist diese allerdings bis heute nicht einmal im Ansatz.

Die skandinavischen Länder machen es allesamt vor, wie es besser gehen kann, wir allerdings geben die Beratungsressistenten und tun auch noch so, als ob dies Kompetenz sei. Ludwig Ehrhard hätte heute schon ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln.

Sozialistische Kampfparolen ? Weit gefehlt!
Kritik der derzeitigen europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik, sehr wohl!

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 22 Feb 2011 18:25 
Poldi hat geschrieben:
Ganz sicher nicht, aber ich finde es schon abenteuerlich, wie wir in Europa - allen voran Deutschland - das Geld mit vollen Händen rauswerfen, zugleich aber nationale Familien- und Sozialpolitik (existentieller Betandteil einer sozialen Marktwirtschaft) vernachlässigen. Diesen Umstand musste gar Frau BKin zugegeben und versprach Besserung - eingetreten ist diese allerdings bis heute nicht einmal im Ansatz.

Die skandinavischen Länder machen es allesamt vor, wie es besser gehen kann, wir allerdings geben die Beratungsressistenten und tun auch noch so, als ob dies Kompetenz sei. Ludwig Ehrhard hätte heute schon ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln.

Sozialistische Kampfparolen ? Weit gefehlt!
Kritik der derzeitigen europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik, sehr wohl!

Gruß
Poldi


Dennoch sind das eher sozialistische Kampfparolen.

In Deutschland machen Sozialtransfers den grössten Teil des Bundesetats aus. Von den Landesetats zu schweigen, und den sonstigen Umverteilungen über die sozialen Sicherungssysteme.

Wenn sich Erhard im Grab umdrehen würde, dann deswegen weil dieser Sozialstaat WEIT über das notwendige hinausgeht. Lies den Erhard - er hat schon in den 50ern davor gewarnt, die Sozialtransferempfänger in die Abhängigkeit vom Staat und von den Sozialtransfers zu bringen. Das, was insbesondere von links als angeblich soziale Marktwirtschaft im Sinne Erhards verkauft wird, ist schon lange ein sozialistisch angehauchter Umverteilungsapparat, den Erhard ganz klar abgelehnt hätte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 22 Feb 2011 21:34 
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Fazer hat geschrieben:
Dennoch sind das eher sozialistische Kampfparolen.


Da kann man gewiss sehr unterschiedlicher Meinung sein.

Zitat:
In Deutschland machen Sozialtransfers den grössten Teil des Bundesetats aus. Von den Landesetats zu schweigen, und den sonstigen Umverteilungen über die sozialen Sicherungssysteme.


Es würde sicher hier zuweit führen, wenn wir die Langzeit-Entwicklung dieser Schieflagen und die Verweigerungshaltung aller bisherigen Regierungen und auch der Gewerkschaften zur Korrektur beurteilen wollten. Interessant ist aber vielmehr, warum es in den skandinavischen Ländern diese Themaik so nicht gibt und keine deutsche Regierung sich die Mühe macht, einen Erfahrungsaustausch auf die Beine zu stellen. Naja, Hauptsache man reist zu den olympischen Spielen, zu den Fussball-oder sonstigen WMs oder alternativ nach Afghanistan.

Zitat:
Lies den Erhard

...habe ich und zwar mit seinem besten Schüler gemeinsam. Ich rede von dem verstorbenen Prof. Dr. Otto Schlecht, weiland Staatssekretär im BM Wirtschaft. (damals gab es nur einen Staatssekretär, heute 16! bei gleicher Aufgabenlage)

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 23 Feb 2011 00:45 
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Zitat:
Lies den Erhard - er hat schon in den 50ern davor gewarnt, die Sozialtransferempfänger in die Abhängigkeit vom Staat und von den Sozialtransfers zu bringen.


Der hatte leicht reden! In den glorreichen 50er Jahren fing gerade das Wirtschaftswunder an (mit freundlicher Unterstützung durch den Marshall-Plan!) und wir hatten eine Über-Vollbeschäftigung, so sehr, daß wir uns Leute aus dem Ausland reinholen mussten.
Die Leute wurden nicht so alt wie heute, sie bekamen noch ordentlich Kinder und die Sozialtransfers waren auf natürliche Weise niedrig.

Ich weiß nicht, ob Erhard mit der heutigen Situation so sehr gut umgehen könnte.

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 23 Feb 2011 11:41 
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zenzi hat geschrieben:
Zitat:
Lies den Erhard - er hat schon in den 50ern davor gewarnt, die Sozialtransferempfänger in die Abhängigkeit vom Staat und von den Sozialtransfers zu bringen.


Der hatte leicht reden! In den glorreichen 50er Jahren fing gerade das Wirtschaftswunder an (mit freundlicher Unterstützung durch den Marshall-Plan!) und wir hatten eine Über-Vollbeschäftigung, so sehr, daß wir uns Leute aus dem Ausland reinholen mussten.
Die Leute wurden nicht so alt wie heute, sie bekamen noch ordentlich Kinder und die Sozialtransfers waren auf natürliche Weise niedrig.

Ich weiß nicht, ob Erhard mit der heutigen Situation so sehr gut umgehen könnte.


Vielleicht wäre er aber bereit, sich die guten Erfahrungen der Schweden zu eigen zu machen und zunächst aus dem kinderfeindlichen Deutschland wieder ein Kinderfreundliches zu machen.

Vielleicht wäre er auch bereit, nach Neuseeeland zu reisen und deren Erfahrungen in Sachen Streichung aller Subventionen im Lande in Deutschland umzusetzen.
Vielleicht....schade, heute sind unsere entscheidungsfähigen Politiker hochgradig Beratungsressistent und aus Gründen des Machterhalts, des Abwägens nach Mehrheitsfähigkeiten und der eigenen Wiederwählbarkeit Handlungsunwillig.

Wir brauchen nicht nur eine tiefgreifende Reform des Föderalismus in Deutschland, wir brauchen auch eine umfassend handlungsfähige Demokratie und dazu gehören einige substantielle Änderungen. Und! Wir brauchen eine Neuaufstellung der EU um die Leistungsgefälle nachhaltig ausgleichen zu können. Derzeit reiten wir ein totes Pferd und wundern uns, warum wir stehen statt vorwärts zu kommen.

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 23 Feb 2011 12:18 
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...und das wird sich nicht so schnell ändern, es sei denn die "Tage des Zorns" würden mal auf Europa übergreifen und die ganzen verfilzten Strukturen zerschlagen :ignore:

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 24 Feb 2011 16:24 
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Quijota hat geschrieben:
...und das wird sich nicht so schnell ändern, es sei denn die "Tage des Zorns" würden mal auf Europa übergreifen und die ganzen verfilzten Strukturen zerschlagen :ignore:

Entstehen würd aber nicht eine neue Demokratie sondern eine völlig unakzeptable Anarchie. :undwech: Der "Zorn", die Massenproteste würden sehr schnell in einer gesellschaftlichen Realität enden, die so auch keiner will.

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 25 Feb 2011 00:37 
zenzi hat geschrieben:
Zitat:
Lies den Erhard - er hat schon in den 50ern davor gewarnt, die Sozialtransferempfänger in die Abhängigkeit vom Staat und von den Sozialtransfers zu bringen.


Der hatte leicht reden! In den glorreichen 50er Jahren fing gerade das Wirtschaftswunder an (mit freundlicher Unterstützung durch den Marshall-Plan!) und wir hatten eine Über-Vollbeschäftigung, so sehr, daß wir uns Leute aus dem Ausland reinholen mussten.
Die Leute wurden nicht so alt wie heute, sie bekamen noch ordentlich Kinder und die Sozialtransfers waren auf natürliche Weise niedrig.

Ich weiß nicht, ob Erhard mit der heutigen Situation so sehr gut umgehen könnte.

Zenzi


In den 50ern, als er das Buch schrieb, war der Sozialstaat bei weitem nicht so gut ausgebaut, die Leute sassen teilweise noch auf den Trümmern des Krieges, eine Vollbeschäftigung war noch nicht absehbar - dein Versuch der Relativierung von Erhard geht insoweit daneben.

Der Punkt ist, dass die Aussagen von Erhard damals wie heute richtig waren. "Soziale Marktwirtschaft" wird heute als Kampfbegriff nutzt in dem Sinne, dass als sozial gilt, wenn man den Leuten möglichst viel Sozialtransfers hinterherwirft, ohne jede Eigenverantwortung.

Erhard wusste schon damals, dass das falsch ist:

"Die Blindheit und intellektuelle Fahrlässigkeit, mit der wir dem Versorgungs- und Wohlfahrtsstaat zusteuern, kann nur zu unserem Unheil ausschlagen."

"Ich halte daher eine Politik, die den Staat auf solche Weise [Anm.: er meint Besteuerung] in den Besitz von Kapital bringt, um ihn darauffolgend wieder zu privaten Ausleihungen zu befähigen, für moralisch höchst anrüchig."

"Der Ruf dürfte nicht lauten: 'Du, Staat, komm mir zu Hilfe, schütze mich und helfe mir', sondern umgekehrt: 'Kümmere du, Staat, dich nicht um meine Angelegenheiten, sondern gib mir so viel Freiheit und laß mir von dem Ertrag meiner Arbeit so viel, dass ich meine Existenz, mein Schicksal und dasjenige meiner Familie selbst zu gestalten in der Lage bin.' "

"Die wachsende Sozialisierung der Einkommensverwendung .... damit zwangsläufig auch die Verkümmerung eines freien und funktionsfähigen Kapitalmarkts ... müssen die Folgen dieses gefährlichen Weges hin zum Versorgungsstaat sein, an dessen Ende der soziale Untertan und die bevormundete Garantierung der materiellen Sicherheit durch einen allmächtigen Staat, aber in gleicher Weise auch die Lähmung des wirtschaftlichen Fortschritts in Freiheit stehen wird."

"Der staatliche Zwangsschutz aber muß oder sollte dort haltmachen, wo der einzelne und seine Familie in der Lage sind, selbstverantwortlich und individuell Vorsorge zu treffen."

"Darüber hinaus wäre es für unser gesellschaftspolitisches Leben höchst bedenklich, wenn selbst solche Staatsbürger in eine befohlene Zwangsversicherung einbezogen werden würden, von denen kraft ihrer Stellung und Funktion füglich erwartet werden darf, daß sie aus eigener Kraft und Leistung bestehen wollen."

Zitate aus "Wohlstand für alle", Seiten 283 ff.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 25 Feb 2011 11:10 
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Fazer hat geschrieben:
zenzi hat geschrieben:
Zitat:
Lies den Erhard - er hat schon in den 50ern davor gewarnt, die Sozialtransferempfänger in die Abhängigkeit vom Staat und von den Sozialtransfers zu bringen.


Der hatte leicht reden! In den glorreichen 50er Jahren fing gerade das Wirtschaftswunder an (mit freundlicher Unterstützung durch den Marshall-Plan!) und wir hatten eine Über-Vollbeschäftigung, so sehr, daß wir uns Leute aus dem Ausland reinholen mussten.
Die Leute wurden nicht so alt wie heute, sie bekamen noch ordentlich Kinder und die Sozialtransfers waren auf natürliche Weise niedrig.

Ich weiß nicht, ob Erhard mit der heutigen Situation so sehr gut umgehen könnte.

Zenzi


In den 50ern, als er das Buch schrieb, war der Sozialstaat bei weitem nicht so gut ausgebaut, die Leute sassen teilweise noch auf den Trümmern des Krieges, eine Vollbeschäftigung war noch nicht absehbar - dein Versuch der Relativierung von Erhard geht insoweit daneben.

Der Punkt ist, dass die Aussagen von Erhard damals wie heute richtig waren. "Soziale Marktwirtschaft" wird heute als Kampfbegriff nutzt in dem Sinne, dass als sozial gilt, wenn man den Leuten möglichst viel Sozialtransfers hinterherwirft, ohne jede Eigenverantwortung.

Erhard wusste schon damals, dass das falsch ist:

"Die Blindheit und intellektuelle Fahrlässigkeit, mit der wir dem Versorgungs- und Wohlfahrtsstaat zusteuern, kann nur zu unserem Unheil ausschlagen."

"Ich halte daher eine Politik, die den Staat auf solche Weise [Anm.: er meint Besteuerung] in den Besitz von Kapital bringt, um ihn darauffolgend wieder zu privaten Ausleihungen zu befähigen, für moralisch höchst anrüchig."

"Der Ruf dürfte nicht lauten: 'Du, Staat, komm mir zu Hilfe, schütze mich und helfe mir', sondern umgekehrt: 'Kümmere du, Staat, dich nicht um meine Angelegenheiten, sondern gib mir so viel Freiheit und laß mir von dem Ertrag meiner Arbeit so viel, dass ich meine Existenz, mein Schicksal und dasjenige meiner Familie selbst zu gestalten in der Lage bin.' "

"Die wachsende Sozialisierung der Einkommensverwendung .... damit zwangsläufig auch die Verkümmerung eines freien und funktionsfähigen Kapitalmarkts ... müssen die Folgen dieses gefährlichen Weges hin zum Versorgungsstaat sein, an dessen Ende der soziale Untertan und die bevormundete Garantierung der materiellen Sicherheit durch einen allmächtigen Staat, aber in gleicher Weise auch die Lähmung des wirtschaftlichen Fortschritts in Freiheit stehen wird."

"Der staatliche Zwangsschutz aber muß oder sollte dort haltmachen, wo der einzelne und seine Familie in der Lage sind, selbstverantwortlich und individuell Vorsorge zu treffen."

"Darüber hinaus wäre es für unser gesellschaftspolitisches Leben höchst bedenklich, wenn selbst solche Staatsbürger in eine befohlene Zwangsversicherung einbezogen werden würden, von denen kraft ihrer Stellung und Funktion füglich erwartet werden darf, daß sie aus eigener Kraft und Leistung bestehen wollen."

Zitate aus "Wohlstand für alle", Seiten 283 ff.

Ich weiß zwar nicht, was das jetzt mit Tunesien zu tun hat, bin aber trotzdem gespannt auf die Kommentierung dieser Aussagen... :ignore:

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 25 Feb 2011 11:38 
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geradeheraus hat geschrieben:
Ich weiß zwar nicht, was das jetzt mit Tunesien zu tun hat, bin aber trotzdem gespannt auf die Kommentierung dieser Aussagen... :ignore:

absolut nichts,
deshalb werde ich das mal abtrennen und verschieben, nur wohin?

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 25 Feb 2011 11:41 
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geradeheraus hat geschrieben:
Ich weiß zwar nicht, was das jetzt mit Tunesien zu tun hat, bin aber trotzdem gespannt auf die Kommentierung dieser Aussagen... :ignore:

absolut nichts,
deshalb werde ich das mal abtrennen und verschieben, nur wohin?

mit dem Abtrennen musst Du deutlich weiter oben beginnen. Wird aufgrund der Gemengelage nicht ganz einfach.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 25 Feb 2011 11:43 
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Ich weiß zwar nicht, was das jetzt mit Tunesien zu tun hat, bin aber trotzdem gespannt auf die Kommentierung dieser Aussagen... :ignore:

absolut nichts,
deshalb werde ich das mal abtrennen und verschieben, nur wohin?

mit dem Abtrennen musst Du deutlich weiter oben beginnen. Wird aufgrund der Gemengelage nicht ganz einfach.

jepp,
ich weiss, aber das ist nicht das problem. ich schätze, ich packe das mal in banken, wähnrungen und verflechtungen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 25 Feb 2011 11:48 
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Ich weiß zwar nicht, was das jetzt mit Tunesien zu tun hat, bin aber trotzdem gespannt auf die Kommentierung dieser Aussagen... :ignore:

absolut nichts,
deshalb werde ich das mal abtrennen und verschieben, nur wohin?

mit dem Abtrennen musst Du deutlich weiter oben beginnen. Wird aufgrund der Gemengelage nicht ganz einfach.

jepp,
ich weiss, aber das ist nicht das problem. ich schätze, ich packe das mal in banken, wähnrungen und verflechtungen.


Was hat Erhardt mit Banken, Währungen - Verflechtungen zu tun?
Soll das Thema keiner mehr finden?

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 25 Feb 2011 11:55 
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Ich weiß zwar nicht, was das jetzt mit Tunesien zu tun hat, bin aber trotzdem gespannt auf die Kommentierung dieser Aussagen... :ignore:

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deshalb werde ich das mal abtrennen und verschieben, nur wohin?

mit dem Abtrennen musst Du deutlich weiter oben beginnen. Wird aufgrund der Gemengelage nicht ganz einfach.

jepp,
ich weiss, aber das ist nicht das problem. ich schätze, ich packe das mal in banken, wähnrungen und verflechtungen.


Was hat Erhardt mit Banken, Währungen - Verflechtungen zu tun?
Soll das Thema keiner mehr finden?

mache einen besseren vorschlag und ich verschiebe das thema...

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 25 Feb 2011 11:59 
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deshalb werde ich das mal abtrennen und verschieben, nur wohin?

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ich weiss, aber das ist nicht das problem. ich schätze, ich packe das mal in banken, wähnrungen und verflechtungen.


Was hat Erhardt mit Banken, Währungen - Verflechtungen zu tun?
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mache einen besseren vorschlag und ich verschiebe das thema...

Je nach Deinem Belieben in "Gesellschaft" oder aber "Innenpolitik".

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 Betreff des Beitrags: Re: Tunesien
BeitragVerfasst: 28 Jul 2014 19:06 
geradeheraus hat geschrieben:
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Das wurde nie kommentiert. Denn es täte ja den angeblichen Vertretern der "sozialen" Marktwirtschaft, die sich so gerne auf Erhard berufen, ziemlich weh wenn sie eingestehen müssten, dass dieser vor Eingriffen wie Bürgergeld, Zwangsversicherungen, Entmündigung des Bürgers durch einen überbordenden Staat gewarnt hat und gerade nicht die unbegrenzte Umverteilung im Sinn hatte.


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