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 Betreff des Beitrags: Integration
BeitragVerfasst: 28 Mär 2014 12:04 
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Zitat:
Neue Doppelpass-Regelung
Heftige Kritik am "integrationsfeindlichen Bürokratiemonster"
28.03.2014, 11:40 Uhr | dpa, rtr

Lange haben Union und SPD um die Neuregelung der doppelten Staatsbürgerschaft gerungen. Nun stehen die Gesetzespläne. Doch es hagelt Kritik. Von Vertretern der Deutsch-Türken im Land, aber auch von Regierungs-Politikern und der Opposition.

MEHR ZUM THEMA
Koalition bestätigt: Einigung bei doppelter Staatsangehörigkeit
Die Türkische Gemeinde in Deutschland ist enttäuscht von der schwarz-roten Einigung zur doppelten Staatsbürgerschaft. "Das ist ein Optionspflichtverlängerungsgesetz", sagte der Bundesvorsitzende Kenan Kolat. Der umstrittene Optionszwang falle nicht wirklich weg. Stattdessen entstehe neue Bürokratie. Außerdem sei unklar, was mit jenen passiere, die bereits einen ihrer Pässe hätten abgeben müssen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nannte das Ergebnis "sehr unbefriedigend". Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte er: "Es bleibt bei einem riesigen, integrationsfeindlichen Bürokratiemonster." Sein Innenminister, Andreas Breitner (SPD), lehnt den Gesetzentwurf ebenfalls ab. "Wir halten unsere Grundkritik aufrecht", sagte er zur" Welt". Der Optionszwang werde mit weiteren Hürden nicht zwangloser, "sondern zu einem bürokratischem Monstrum".

http://www.t-online.de/nachrichten/deut ... ster-.html


Es tut mir Leid aber ich verstehe die Problematik nicht ganz. Irgendwann sollte man sich entscheiden können. Bin ich Türke oder bin ich Deutscher? Natürlich ist es praktischer 2 oder 3 oder 4 Staatsangehörigkeiten zu haben und mit seinen Pässen zu jonglieren aber irgendwie ist es für den Bürger, der nur eine Staatsangehörigkeit haben kann/darf, und das ist die Mehrheit, ein Privileg , das man nicht rechtfertigen kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 28 Mär 2014 14:40 
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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 28 Mär 2014 20:10 
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Abgesehen davon bin ich eher für Assimilation als für Integration. Ich weiß, dass das Wort Assimilation nicht ganz politisch korrekt ist aber ich empfinde selber das Wort nicht als problematisch. Wenn ich von mir ausgehe, behaupte ich, dass ich ein Franzose bin, der in Deutschland lebt. Hätte ich Kinder, wären meine Kinder natürlich Deutsche, es sei denn, ich würde mich mit meiner Familie dafür entscheiden, in ein anderes Land zu ziehen. Würde ich es vorziehen in Deutschland zu bleiben, wären meine Kinder selbstverständlich Deutsche. Meine Kinder würde ich auf jeden Fall zweisprachig erziehen, weil ich es vorteilhaft finde. Aber ich frage mich wirklich, wo das Problem ist? Diese Integrationsdebatte und diese ganze Identitätsduselei gehen mir auf den Keks und ich finde, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Natürlich gibt es Länder, in denen ich mich nicht einleben könnte. Ich würde nie in ein moslemisches Land gehen, weil ich zu große Schwierigkeiten mit der Mentalität und den Traditionen hätte. Aber als die Türken massenweise nach Deutschland kamen, als die Araber massenweise nach F kamen, wussten sie doch, dass sie eine ganze andere Kultur vorfinden würden.
Ok... ich höre jetzt auf, bevor ich hier jedem suspekt werde.... :floet:

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 28 Mär 2014 20:23 
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Noe, du siehst das imho schon richtig

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Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 28 Mär 2014 21:53 
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luc1 hat geschrieben:
Zitat:
Neue Doppelpass-Regelung
Heftige Kritik am "integrationsfeindlichen Bürokratiemonster"
28.03.2014, 11:40 Uhr | dpa, rtr

Lange haben Union und SPD um die Neuregelung der doppelten Staatsbürgerschaft gerungen. Nun stehen die Gesetzespläne. Doch es hagelt Kritik. Von Vertretern der Deutsch-Türken im Land, aber auch von Regierungs-Politikern und der Opposition.

MEHR ZUM THEMA
Koalition bestätigt: Einigung bei doppelter Staatsangehörigkeit
Die Türkische Gemeinde in Deutschland ist enttäuscht von der schwarz-roten Einigung zur doppelten Staatsbürgerschaft. "Das ist ein Optionspflichtverlängerungsgesetz", sagte der Bundesvorsitzende Kenan Kolat. Der umstrittene Optionszwang falle nicht wirklich weg. Stattdessen entstehe neue Bürokratie. Außerdem sei unklar, was mit jenen passiere, die bereits einen ihrer Pässe hätten abgeben müssen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nannte das Ergebnis "sehr unbefriedigend". Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte er: "Es bleibt bei einem riesigen, integrationsfeindlichen Bürokratiemonster." Sein Innenminister, Andreas Breitner (SPD), lehnt den Gesetzentwurf ebenfalls ab. "Wir halten unsere Grundkritik aufrecht", sagte er zur" Welt". Der Optionszwang werde mit weiteren Hürden nicht zwangloser, "sondern zu einem bürokratischem Monstrum".

http://www.t-online.de/nachrichten/deut ... ster-.html


Es tut mir Leid aber ich verstehe die Problematik nicht ganz. Irgendwann sollte man sich entscheiden können. Bin ich Türke oder bin ich Deutscher? Natürlich ist es praktischer 2 oder 3 oder 4 Staatsangehörigkeiten zu haben und mit seinen Pässen zu jonglieren aber irgendwie ist es für den Bürger, der nur eine Staatsangehörigkeit haben kann/darf, und das ist die Mehrheit, ein Privileg , das man nicht rechtfertigen kann.


Das stellt sich der deutsche Michel so einfach vor. Sehr viele türkischstämmige Bürger würden schon längst die Einbürgerung machen, wenn sie dann nicht im Ursprungsland etliche Schwierigkeiten hätten. Da ist z.B. das türkische Erbrecht. Viele Gastarbeiter haben in den Jahren, in denen sie hier am Fließband oder auf dem Bau malocht haben, zuhause kleine Häuser oder Wohnungen gebaut oder gekauft. Die sind inzwischen entweder an Verwandte oder auch an Fremde vermietet, weil man inzwischen eingesehen hat, dass man ohnehin nicht mehr auf Dauer zurückkehren wird. Aber wenn die Eltern sterben, würden sie an die Kinder gehen, wenn diese die türkische Staatsangehörigkeit haben. Wenn nicht, gibts Probleme. Ich hab mir garade vor ein paar Tagen mal einiges zusammen gelesen über dieses Thema und mir ist ganz schummrig geworden von den vielen wenns und abers.
Dann kommt oft auch noch dazu, dass die alten Eltern was gegen den Staatsbürgerschaftswechsel ihrer Kinder und Kindeskinder haben. Und wie wir wissen, ist der Familienzusammenhalt in türkischen Familien sehr eng und es wird gemacht, was Papa oder Mama sagen, auch wenn die Kinder selbst schon Eltern oder gar Großeltern sind. So ist es z.B. in der Familie des Lebenspartners meiner Tochter. So lange die Mutter lebt, wird da keiner der Söhne wagen, seine türkische Staatsbürgerschaft aufzugeben.
Ehrlich gesagt finde ich es bescheuert, wie sich unsere Regierungen seit Kaisers Zeiten in dieser Beziehung anstellen. Tut es denn irgendjemandem weh, wenn ein Mensch zwei Pässe hat? Wobei es ohnehin jede Menge Leute gibt, die Doppelpässe haben, nämlich bei Eltern, die zweierlei Nationalitäten haben. Meine Tochter könnte jederzeit ins Ghanaische Konsulat marschieren und sich einen ghanaischen Pass ausstellen lassen. Die deutsche Staatsangehörigkeit müsste sie dafür nicht aufgeben. Genau so ist es mit meinem Sohn und der jemenitischen Staatsangehörigkeit.

Zenzi

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Schon 2011 schrieb ausgerechnet der autorisierte Biograf Margaret Thatchers, Charles Moore: "Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat."


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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 28 Mär 2014 22:27 
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Zitat:
Da ist z.B. das türkische Erbrecht.


Gut aber das ist ein türkisches Problem und kein deutsches. Wenn die Türkei eine Annäherung an die EU will, muss sie sich mit solchen Problemen auseinandersetzen.

Zitat:
So lange die Mutter lebt, wird da keiner der Söhne wagen, seine türkische Staatsbürgerschaft aufzugeben.


Wenn die Mutter in Deutschland lebt, muss sich sich auch damit abfinden, dass ihre Kinder deutsch werden. Ist es denn so schlimm? Das zeigt, wie sehr sie ihr Gastland zu schätzen weiß. :facepalm:

Was mich an der Sache stört, ist dass diese Menschen nicht konsequent sind und sich die Rosinen herauspicken wollen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 29 Mär 2014 00:48 
luc1 hat geschrieben:
Was mich an der Sache stört, ist dass diese Menschen nicht konsequent sind und sich die Rosinen herauspicken wollen.

Was zwar menschlich verständlich ist, aber im Sinne einer Gleichbehandlung durch die Politik natürlich nicht unterstützt werden darf.


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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 29 Mär 2014 03:48 
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Bisher koennen Kriminelle mit ausl. Pass in ihr Heimatland abgeschoben werden. Das wuerde wohl nicht mehr klappen, wenn diese Leute auch einen dt. Pass haetten

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 29 Mär 2014 15:07 
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zenzi2 hat geschrieben:
Das stellt sich der deutsche Michel so einfach vor. Sehr viele türkischstämmige Bürger würden schon längst die Einbürgerung machen, wenn sie dann nicht im Ursprungsland etliche Schwierigkeiten hätten. Da ist z.B. das türkische Erbrecht.
wie luc schon sagte, das ist ein problem, dass nur auf türkischer seite gelöst werden könnte - was die natürlich nicht wollen, halten sie so doch "ihre" staatsbürger bei der fahne resp. dem pass.
zenzi2 hat geschrieben:
Dann kommt oft auch noch dazu, dass die alten Eltern was gegen den Staatsbürgerschaftswechsel ihrer Kinder und Kindeskinder haben.
und hier wird es bekloppt:
wenn ich nicht möchte, dass mein kind oder enkel staatsbürger des landes wird, in dem es geboren und aufgewachsen ist, wird man auch mit noch soviel integrationsbemühungen von deutscher seite nix erreichen.
und genau deshalb finde ich den doppelpass als kontraproduktiv! dabei habe ich selbst gar nicht mal was dagegen, aber genau in dieser speziellen gemengelage finde ich es wichtig, dass der staat deutschland irgendwann fragt: willst du deutscher oder türke sein?

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 01 Apr 2014 20:48 
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In unserem Viertel gibt es 2 Moscheen. Wunderbar! Ich frage mich, warum auf jeder Moschee die türkische Flagge weht. Moslems kommen auch vielen Ländern, nicht nur aus der Türkei. Ist der Islam eine Religion oder eine Nationalität? Dieses Wischi-Waschi mit Begriffen, mit Definitionen finde ich sehr heikel und ich unterstelle, dass ständig auf mehreren Ebenen gespielt wird, so wie es gerade passt. Außerdem sind wir in D. Was haben türkische Flaggen hier zu suchen? Klar gibt es mal auch französische Flaggen auf Croissants beim Bäcker nebenan und franz. Flaggen auf Ziegenkäse bei REWE aber Croissants und Ziegenkäse finde ich weniger problematisch und weniger ideologisch als Moscheen. :hmm:

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 13 Mai 2014 18:43 
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ich wollte jetzt keinen neuen thread aufmachen, es passt hier auch rein.

Zitat:
Vollverschleierung: Studentin darf mit Niqab nicht zur Uni
Ohne Schleier an die Uni: Eine Studentin muss in Gießen für Seminare und Vorlesungen ihre Niqab ablegen. Ein angemessener wissenschaftlicher und akademischer Diskurs sei vollverschleiert nicht möglich, entschied die Hochschule.
[....]
Die junge Frau, laut "Frankfurter Rundschau" eine Lehramtsstudentin,
http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 69167.html

ich finde es ja eh' schon bekloppt, in einem westlichen land unbedingt so einen vollfeudel auf dem kopf tragen zu wollen. was mich aber noch mehr wundert: wieso studiert die frau auf lehramt, obwohl doch eigentlich klar sein müsste, dass sie nie an einer (öffentlichen) schule unterrichten werden kann - und in koranschulen braucht es kein studium.

und, was ich irgendwie auch nicht für wirklich sinnvoll halte: wieso finanziert der deutsche staat ein teures studium, wenn danach eine berufsausübung kaum möglich ist - zumindest in europa.

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 13 Mai 2014 18:52 
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Vielleicht wieder ein Neuversuch, damit durch zu kommen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 18 Mai 2014 13:11 
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luc1 hat geschrieben:
In unserem Viertel gibt es 2 Moscheen. Wunderbar! Ich frage mich, warum auf jeder Moschee die türkische Flagge weht. Moslems kommen auch vielen Ländern, nicht nur aus der Türkei. Ist der Islam eine Religion oder eine Nationalität? Dieses Wischi-Waschi mit Begriffen, mit Definitionen finde ich sehr heikel und ich unterstelle, dass ständig auf mehreren Ebenen gespielt wird, so wie es gerade passt. Außerdem sind wir in D. Was haben türkische Flaggen hier zu suchen? Klar gibt es mal auch französische Flaggen auf Croissants beim Bäcker nebenan und franz. Flaggen auf Ziegenkäse bei REWE aber Croissants und Ziegenkäse finde ich weniger problematisch und weniger ideologisch als Moscheen. :hmm:
Wie wir inzwischen ja gelernt haben gibt es auch im Islam, ja sogar innerhalb der großen Konfessionen Sunna und Shia diverse Unterkonfessionen. Und wenn da zwei Moscheen innerhalb eines Viertels mit großem Muslimanteil in der Bevölkerung stehen, gehören diese vielleicht zwei unterschiedlichen Konfessionen an. Diese haben sich hier in D-Land in Vereinen organisiert.
Und weil beide Moscheevereine türkisch dominiert sind und dort auch türkisch gepredigt wird, hängt vielleicht auch deshalb die türkische Flagge da oben.
Allerdings sind die türkischen Moscheevereine oft auch ziemlich nationalistisch und mit dran schuld, dass immer noch viele türkische Muslime keine dt. Staatsbürger werden wollen. Man suggeriert den Leuten dort, dass sie nur als Türken wahre Muslime sein können. Ich denke aber, dass sich das mit den Jahren ändern wird.

Zenzi

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 27 Nov 2014 20:10 
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auch das passt halbwegs hierher

mal eine neue variante zum kopftuch- resp. burkha-streit
Vollverschleiert: Warum eine Mutter nicht mehr aufs Schulgelände darf

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 27 Nov 2014 21:31 
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teddy hat geschrieben:
auch das passt halbwegs hierher

mal eine neue variante zum kopftuch- resp. burkha-streit
Vollverschleiert: Warum eine Mutter nicht mehr aufs Schulgelände darf

Zitat
Die Stadtverwaltung wiederum teilte dem Blatt mit, dass verhüllte Frauen sich notfalls in einem Nebenraum den Kindergärtnerinnen zu erkennen geben müssten, ehe ihnen ihre Kinder übergeben werden könnten.

so weit kommt es noch
das einfachste wäre, daß man der Frau einfach die Verkleidung entzupfen würde
echek

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Ich bete jeden Abend zum Hanf und zu den Laternen (Georg Büchner)


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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 08 Dez 2014 12:12 
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Zitat:
Mit der Forderung einer Deutschpflicht für Migranten auch im privaten Umfeld hat die CSU eine lebhafte Debatte ausgelöst. In der deutschen Presse-Landschaft gab es ein breites Echo.

http://www.t-online.de/nachrichten/deut ... hlag-.html


Ich halte mich für gut integriert und spreche Deutsch so gut es geht und so gut ich kann aber welche Sprache ich zu Hause spreche, geht niemanden was an. Sollte man es den Bayern verbieten, ihre eigenwillige Sprache zu Hause zu sprechen? :lachen: Dass der Vorschlag gerade von den Bayern kommt, finde ich pikant! :hahaha:

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 13 Mär 2015 13:11 
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Die Schulgesetze mehrerer Bundesländer sind laut einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nicht mit der Religionsfreiheit vereinbar. Ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrerinnen ist rechtswidrig.

Ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrerinnen an deutschen Schulen ist rechtswidrig. Nach einer am Freitag vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe veröffentlichten Grundsatzentscheidung verstößt das in den Gesetzen mehrerer Bundesländer enthaltene Verbot gegen die Religionsfreiheit.


Eine religiöse Minderheit hat in D eine wichtige Hürde genommen. D welches durch seine unauflöslichen Bindungen an christliche Kirche und Religion gebunden ist, kann ohne gleichzeitig das Erscheinen von Nonnen und Priestern in ihren jeweiligen „Dienstuniformen“ zu verbieten, kaum das ähnlich motivierte Tragen von Kopftüchern weiter verbieten.

Nun, unabhängig davon was die Wundertüte „Zentralrat der Muslime“ (die als sehr kleine Minderheit nicht einmal 10% der Muslime in D vertritt) dazu verlautbart hat, mich erinnert diese im Straßenbild ständig und häufiger anzutreffende, deutlich wahrnehmbare Demonstration des ach so friedlichen Islam, nur an die Untaten die ein „ganz anderer Islam“ überall auf der Welt seit Jahren begeht.

Während Staat versucht, die Insignien einer anderen verbrecherischen Ideologie (recht einseitig) zu recht, zumindest öffentlich aus dem öffentlichen Erscheinungsbild per Gesetz zu verbannen , wird vor dieser „Religion“ eine höchstrichterliche Kniebeuge vollzogen. Wie viele weitere Schritte beim Marsch durch die Instanzen sind noch notwendig, bis zunächst die Sharia als „Parallelgerichtsbarkeit“ Fuß fassen wird ?

Gegen welche Gesetze würde ich verstoßen, würde ich versuchen, eine der eindeutig zu Verbrechen aufrufende Suren unabhängig von der zugehörigen Religion „allgemein“ anzuwenden ? Solange ich als Muslime eine der „heiligen“ Aufforderungen zum Mord an Andersgläubigen aufrufe, handle ich innerhalb der „Religionsfreiheit“ - ein klassischer Fall von „wenn zwei das Gleiche tun ….“

Jugendliche, noch weit davon entfernt in irgendeiner Weise als „gefestigt“ gelten zu dürfen, werde sich noch mehr ihn ihren „Minderheitenkokon“ zurückziehen. Da mindest eine Sure, diese „friedvollen Religion“ echte Freundschaft mit Ungläubigen, sehr strickt untersagt, aber das Heucheln solcher Freundschaft um in Diaspora an Einfluss und Macht zu gewinnen gebietet, wird das nix mit der Integration.

„Passend dazu“ klopfen abertausende von Flüchtlingen dieser Religion bei uns an und bitten um Hilfe. Flüchtlinge – Christen aus den selben Ländern, durch ihre Religionszugehörigkeit dort verfolgt und mit dem Tod bedroht, müssen erleben von anderen muslimischen Flüchtlingen, gerade wegen ihrer Religion weiter auch auf unserem Territorium verfolgt und bedroht zu werden. Werden uns diese Hilfesuchenden je wieder verlassen ? Wenn nicht, wird der "friedliche" Islam endgültig in D angekommen sein.

Kein Wunder also, wenn sich hier lebende Deutsche, versucht haben entsprechend zu „artikulieren“. Leider in eine Form, welche keinerlei Aussicht auf Erfolg haben konnte. So harrt der deutsche Michel weiter stumm und dumm ? Aus …

Immerhin war der Spruch nicht einstimmig gefasst worden – 2 Richter scheinen einen besseren Blick auf die Wirklichkeit und Zukunft zu haben…..

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 13 Mär 2015 21:17 
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D ist angeblich ein saekulaerer Staat. Christl. Kreuze sind (auf Antrag) aus vielen Schulen verbannt worden.
Warum verbietet man nicht das Tragen jeglicher religioes bedingter Kleidung/Schmuck (von Nonnenhabit/Moenchskutten/Outfit von Pfarrern/Priestern/Kopftuecher etc.) generell in oefftl. Aemtern bzw. Gebaeuden?

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 14 Mär 2015 07:53 
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Quijota hat geschrieben:
D ist angeblich ein saekulaerer Staat. Christl. Kreuze sind (auf Antrag) aus vielen Schulen verbannt worden.
Warum verbietet man nicht das Tragen jeglicher religioes bedingter Kleidung/Schmuck (von Nonnenhabit/Moenchskutten/Outfit von Pfarrern/Priestern/Kopftuecher etc.) generell in oefftl. Aemtern bzw. Gebaeuden?

keine anhung, wahrscheinlich, weil wir gott ja auch im GG verankert haben. D ist KEIN säkulares land. oder wie kommt es, dass man als christ steuern zaheln muss, die auch noch vom staat eingezogen werden?

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 14 Mär 2015 12:00 
teddy hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
D ist angeblich ein saekulaerer Staat. Christl. Kreuze sind (auf Antrag) aus vielen Schulen verbannt worden.
Warum verbietet man nicht das Tragen jeglicher religioes bedingter Kleidung/Schmuck (von Nonnenhabit/Moenchskutten/Outfit von Pfarrern/Priestern/Kopftuecher etc.) generell in oefftl. Aemtern bzw. Gebaeuden?

keine anhung, wahrscheinlich, weil wir gott ja auch im GG verankert haben. D ist KEIN säkulares land. oder wie kommt es, dass man als christ steuern zaheln muss, die auch noch vom staat eingezogen werden?


Man könnte sagen, wir sind kein gottloses Land, und das ist auch nicht schlecht. Wenn man sieht, wie sich der Islam breit macht und Muslime ohne weiteres den Islam als Basis der Gesellschaft sehen, während die Atheisten bereit sind, unsere christlichen Werte zu verraten, kann man nur froh sein, dass christliche Werte weiterhin bei uns eine Rolle spielen. Die Stellung der Kirchen ist dabei historisch zu erklären. Letzten Endes sind wir aber ein ziemlich säkularer Staat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 14 Mär 2015 16:20 
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D = ein „säkularer Staat“ ?

Ein Staat, der durch den supranationalen Vertrag namens „Reichskonkordat“ faktisch unauflöslich mit dem „Heiligen Stuhl“ verbunden ist. Der selbe Staat, mit allen bislang in D „heimischen“ Religionen“ sog. „Staatskirchenverträge“ abgeschlossen hat und damit keiner da je wieder aus dieser Nummer herauskommt, sowohl auf Bundes- aber (doppelt und x-fach hält besser) auch noch zusätzlich auf Länderebene, abgeschlossen hat – ist säkular ???

Was noch „fehlt“ ist ein Staatskirchenvertrag mit den Muslimen – was glücklicherweise – jedenfalls bislang an deren sehr uneinheitlichen Vertretung - „Ansprechpartner mit dem ein solcher Vertrag geschlossen werden könnte“ - liegt „Il ham du usw.“

Christliche Werte können auch ohne diese ausschließlich finanziellen Verkettungen fortwirken. Wer „privat“ einer Religion „zugeneigt“ ist, bringt seine innere Einstellung auch in alle Institutionen mit. Das ist eben Freiheit „im Geiste“ und sollte genauso einen großen Stellenwert haben, wie der von eingefleischten Atheisten. Moral – obschon gerade die Religionen stets das Gegenteil behaupten – ist keineswegs an Religion gebunden. Bei gerade dieser ach so friedfertigen Religion, ist es einzig die persönliche Moral, die das ständigen Kopfabschneiden verhindert.

Allein das GG bewirkt in dem Teil, der eben keine Religion bevorzugt, eine gewisse Form der Säkularität. Doch da, schon einfache Dinge wie z.B. das Lärmen mittels Glocken rechtlich außerhalb der dt. Gerichtsbarkeit steht, das komplette Arbeitsrecht in kirchlichen Organisationen und Unternehmen ohne jede rechtliche Bedeutung ist … diese Liste ist lang … kann nicht wirklich von einer „gesunden Entfernung“ zu den etablierten Religionen gesprochen werden.

Selbst das Bundesverfassungsgericht ist für derartige Fragen nicht zuständig (GG Art. 32 und andere - was es schon mehr als einmal erklären musste). Das es (BverfG) nun begonnen hat auch für diese uns kulturell völlig fremde Religion quasi den „Weg zu ebenen“ erbost mich als Staatsangehöriger dieses Landes doch mehr, als ich hier zum Ausdruck bringen möchte.

Was das Steueraufkommen betrifft, selbst wer steuertechnisch keiner der durch „Staatskirchenverträge“ bevorrechtigten Organisation angehört, zahlt rechentechnisch permanent ungefähr einen gleichgroßen Betrag an die Kirchen. Das alles ist deutlich weniger als ein „säkulares Verhältnis Staat zu Kirche(n)“.

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 14 Mär 2015 16:25 
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immernoch_ratlos hat geschrieben:
D = ein „säkularer Staat“ ?

Ein Staat, der durch den supranationalen Vertrag namens „Reichskonkordat“ faktisch unauflöslich mit dem „Heiligen Stuhl“ verbunden ist. Der selbe Staat, mit allen bislang in D „heimischen“ Religionen“ sog. „Staatskirchenverträge“ abgeschlossen hat und damit keiner da je wieder aus dieser Nummer herauskommt, sowohl auf Bundes- aber (doppelt und x-fach hält besser) auch noch zusätzlich auf Länderebene, abgeschlossen hat – ist säkular ???

Was noch „fehlt“ ist ein Staatskirchenvertrag mit den Muslimen – was glücklicherweise – jedenfalls bislang an deren sehr uneinheitlichen Vertretung - „Ansprechpartner mit dem ein solcher Vertrag geschlossen werden könnte“ - liegt „Il ham du usw.“

Christliche Werte können auch ohne diese ausschließlich finanziellen Verkettungen fortwirken. Wer „privat“ einer Religion „zugeneigt“ ist, bringt seine innere Einstellung auch in alle Institutionen mit. Das ist eben Freiheit „im Geiste“ und sollte genauso einen großen Stellenwert haben, wie der von eingefleischten Atheisten. Moral – obschon gerade die Religionen stets das Gegenteil behaupten – ist keineswegs an Religion gebunden. Bei gerade dieser ach so friedfertigen Religion, ist es einzig die persönliche Moral, die das ständigen Kopfabschneiden verhindert.

Allein das GG bewirkt in dem Teil, der eben keine Religion bevorzugt, eine gewisse Form der Säkularität. Doch da, schon einfache Dinge wie z.B. das Lärmen mittels Glocken rechtlich außerhalb der dt. Gerichtsbarkeit steht, das komplette Arbeitsrecht in kirchlichen Organisationen und Unternehmen ohne jede rechtliche Bedeutung ist … diese Liste ist lang … kann nicht wirklich von einer „gesunden Entfernung“ zu den etablierten Religionen gesprochen werden.

Selbst das Bundesverfassungsgericht ist für derartige Fragen nicht zuständig (GG Art. 32 und andere - was es schon mehr als einmal erklären musste). Das es (BverfG) nun begonnen hat auch für diese uns kulturell völlig fremde Religion quasi den „Weg zu ebenen“ erbost mich als Staatsangehöriger dieses Landes doch mehr, als ich hier zum Ausdruck bringen möchte.

Was das Steueraufkommen betrifft, selbst wer steuertechnisch keiner der durch „Staatskirchenverträge“ bevorrechtigten Organisation angehört, zahlt rechentechnisch permanent ungefähr einen gleichgroßen Betrag an die Kirchen. Das alles ist deutlich weniger als ein „säkulares Verhältnis Staat zu Kirche(n)“.

genau so ist es!!! :up:

im übrigen haben diese sog. christlichen werte bisher noch niemanden vom kriege führen abgehalten...

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 14 Mär 2015 18:25 
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Laut Karlsruhe ist das Kopftuch mittlerweile an öffentlichen Schulen für Lehrerinnen erlaubt. Wehret den Anfängen! Zu spät. Von wegen sekulär! Wer es glaubt wird selig! :facepalm: Und das soll neutral sein, gerade vor Kindern, die sich, wie man weiß, leicht beeinflussen lassen? Deutschland erlebt eine Regression. Pediga ist aber keine Alternative. (Auch eine Regression).

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 Betreff des Beitrags: Re: Integration
BeitragVerfasst: 16 Mär 2015 16:20 
luc1 hat geschrieben:
Laut Karlsruhe ist das Kopftuch mittlerweile an öffentlichen Schulen für Lehrerinnen erlaubt. Wehret den Anfängen! Zu spät. Von wegen sekulär! Wer es glaubt wird selig! :facepalm: Und das soll neutral sein, gerade vor Kindern, die sich, wie man weiß, leicht beeinflussen lassen? Deutschland erlebt eine Regression. Pediga ist aber keine Alternative. (Auch eine Regression).


Ich halte das Urteil für falsch. Den nachstehenden Kommentar finde ich sehr überzeugend. Was ich beim BVerfG nicht nachvollziehen kann ist die Einschränkung, man könne das Kopftuchverbot erlassen, wenn durch die Kopfbedeckung der Schulfrieden gestört werde. Eventuell werden die Gesetze ja entsprechend geändert, um das so zu regeln. Aber welche Schule will denn so einen Kampf durchfechten? Auch wenn die Verfassungsrichter das anders gemeint haben sollen, ist die praktische Auswirkung eines solchen Vorbehalts der Art, dass allgemein das Kopftuch erlaubt sein wird. Wie du schon sagtest: eine Regression.

Zitat:

Kopftuch-Urteil Eine Gefahr für die offene Gesellschaft

Der Kopftuchbeschluss des Bundesverfassungsgerichtes bedroht unser emanzipiertes Selbstverständnis. Vor allem für muslimische Schülerinnen ist er das falsche Signal.
16.03.2015, von Regina Mönch

Vor elf Jahren, das Bundesverfassungsgericht hatte gerade über die aus Afghanistan stammende Lehrerin Fereshta Ludin entschieden, schrieb der Publizist Namo Aziz in der „Zeit“, er würde sein Kind nicht von einer Kopftuchträgerin unterrichten lassen. Aziz stammt aus dem Irak, und er begründete sein Urteil, so wie es jetzt wieder nicht nur viele liberale, aufgeklärte Muslime begründen: Das Kopftuch ist ein Symbol des politischen Islam. Es transportiere ein Frauenbild, das „keinem zivilisierten Mitteleuropäer gefallen“ könne. Er hat sich geirrt, zum Teil jedenfalls.

Das Kopftuch gefällt inzwischen vielen Mitteleuropäern, und das Bundesverfassungsgericht legt uns allen nahe, es auch so zu sehen. Man muss dem nicht folgen, nicht einmal dann, wenn noch mehr Politiker ins Schwärmen geraten, mit der jüngsten Entscheidung des Gerichtes sei Deutschland in der „Wirklichkeit“ angekommen. Welche Wirklichkeit eigentlich? Die, wonach es gut ist, die kulturelle Differenz, die polarisiert, das Anderssein, bedrohte Keuschheit und Unterwerfung unter Gott und seine Männer möglichst demonstrativ und öffentlich zu betonen? Was immer die beiden beschwerdeführenden Frauen anführen mögen, warum ihnen das Schamtuch, der Schleier, der vor frivolen Blicken schützen soll, so unverzichtbar ist – wichtig ist vor allem das Signal, das sie damit aussenden. Es zielt auf unser Grundvertrauen in die Gleichheit der Geschlechter, unser emanzipiertes Selbstverständnis.
Religionsneutral war gestern

Immerhin, man darf darauf bestehen, dass ein liberaler Islam ohne Kopftuch auskäme, dass mit dem Kopftuch ein sexualisiertes Frauenbild demonstriert wird. Man muss nur aushalten können, dafür von Kulturrelativisten und Islamfunktionären rabiat angegriffen zu werden; die Denunziationen reichen von Islamophobie bis zu „Hassprediger“ für Kritiker. Halten Kinder das aus? Denn sie sollen wieder einmal die „Lokomotiven der Integration“ sein. Eine Anmaßung, eine Überforderung zudem, die vor allem dort noch mehr sozialen Druck erzeugen wird, wo Mädchen ohne Kopftuch – egal, ob religiös oder atheistisch erzogen – heute schon ausgegrenzt und drangsaliert werden.

Mit seiner Entscheidung hat das Bundesverfassungsgericht den gesellschaftlichen Konflikt, welcher Islam zu Deutschland gehört – worüber noch lange zu streiten wäre –, ausgerechnet in jenen Teil des öffentlichen Raumes verlegt, in dem gerade nicht offen und fair und folgenlos darüber gestritten werden kann: in die Schulen. Weil Schüler und Lehrer in einem anderen Verhältnis zueinander stehen als Erwachsene, die sich mit, nur zum Beispiel, muslimischen Verbandsfunktionären oder eifernden salafistischen Müttern oder den irritierenden Wünschen der türkischen Religionsbehörde Diyanet auseinandersetzen müssen. Religionsneutral? Das war dann gestern, denn eine Lehrerin mit Kopftuch will das ja gerade nicht sein. Und es handelt sich nicht um Religionsunterricht, über dessen Lehrpersonal hier gestritten wurde, auch nicht um konfessionelle Schulen, an denen Nonnen ihre Berufsbekleidung oder jüdische Lehrer ihre Kippa tragen.

Natürlich diskutieren, heute wie beim Ludin-Urteil, Eltern darüber, was sie tun könnten, um ihre Kinder vor einer Auseinandersetzung zu bewahren, die sie kaum bestehen können. Es wird nicht nur im Internet heftig debattiert, ob und wie man die staatliche Garantie der weltanschaulich neutralen Schule einfordern könnte. Doch vielleicht gibt es die gar nicht mehr? Im Karlsruher Beschluss ist es nachzulesen: „Ein etwaiger Anspruch, die Schulkinder vom Einfluss solcher Lehrkräfte fernzuhalten, die einer verbreiteten religiösen Bedeckungsregel folgen, lässt sich hieraus nicht herleiten.“ Gemeint ist Artikel 6 Absatz 2 des Grundgesetzes.
Störung des Schulfriedens

„Privatschulen – wir kommen!“, twitterte am Samstag ein Vater. Wer diese Wahl aber nicht hat? Wer zum Beispiel seine alevitischen, barhäuptigen Töchter in eine Schule schicken muss, in der selbsternannte muslimische Sittenwächter, Jungen wie Mädchen, sie mobben, weil sie angeblich religiöse Regeln verletzen? Was tun, wenn Patriarchenväter in Schulen mit einem hohem Anteil muslimischer Schüler den kopftuchlosen Lehrerinnen nicht mehr nur den Handschlag und die Klassenfahrtzusage für die Töchter verweigern, sondern auf einer sichtbar frommen Lehrerin bestehen? Das könnte man vielleicht als Störung des Schulfriedens ansehen. Doch was unter diesem schwammigen Begriff zu verstehen ist, bleibt auch nach dieser Entscheidung der jeweiligen Perspektive überlassen.

Die Geschichte jener Berliner Schule, die sich lange weigerte, einem radikalislamischen Schüler das öffentliche Gebet auf dem Schulflur zu gestatten, und ihm schließlich einen (dann selten benutzten) Gebetsraum zuwies, ist heute fast vergessen. Bevor jedoch das Urteil damals gefällt wurde, bevor es überhaupt vor Gericht ging, war ein mühsam errungener Schulfriede empfindlich gestört. Eine egalitäre, tolerante Schulgemeinschaft, dafür geschätzt gerade von säkularen Muslimen und Familien mit Dutzenden anderen Weltanschauungen, drohte am religiösen Eifer einiger weniger zu zerbrechen, und es hat empörend lange gedauert, bis sie Gehör fand.
Die Segregation wird zunehmen

Lebensfremd sei das, was da in Karlsruhe beschlossen wurde, sagt eine Schulleiterin, die anonym bleiben will, weil ihr eine radikale Moscheegemeinde in der Nähe ohnehin schon schwer zusetzt. Aber lebensfremd ist das leider nicht, sondern nur Alltag, den viele irgendwie ertragen, aber nicht schätzen. Dieser Beschluss wird unser Leben verändern, er polarisiert und entsolidarisiert. Vor allem da, wo religiöse Gebote des Islam schon heute über allen Vereinbarungen einer säkularen Gesellschaft stehen. Eltern, die ihren Kindern die Freiheit der Wahl lassen wollen, mit oder ohne Kopftuch zu leben, geraten noch mehr unter Anpassungsdruck. Lehrer können davon ein trauriges Lied singen. Es ist ein sozialer Druck, der vor allem auf den Mädchen und Frauen in vielen muslimisch geprägten Vierteln lastet. Wer sich entziehen kann, wird das tun und weggehen. Wer bleiben muss, kann nur auf Solidarität hoffen, die aber hierzulande noch nie groß war. Und die Segregation wird noch einmal zunehmen – in die eine und die andere Gesellschaft.

Sie wünsche sich, dass die Freiheit, selbstbestimmt zu leben, irgendwann einmal kein harterkämpftes Privileg mehr sei, schrieb die Schauspielerin Sibel Kekilli vor einer Woche in der F.A.Z.. Sie sprach für die Frauen, die die Zwangsgemeinschaft der strengen muslimischen Regeln gern verlassen würden, es aber nicht schaffen, weil der Preis so hoch ist, weil sie fürchten, verstoßen zu werden. Wer den Kopftuchbeschluss für einen Meilenstein der Integration und ein Bekenntnis zur offenen Gesellschaft hält, wird das nie verstehen.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/k ... ageIndex_2



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