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 Betreff des Beitrags: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 13 Feb 2014 19:22 
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Zitat:
Belgisches Parlament beschließt Sterbehilfe für todkranke Kinder

Brüssel (dpa) - Das belgische Parlament hat die aktive Sterbehilfe für unheilbar kranke Kinder und Jugendliche erlaubt. Nach einer emotionalen Debatte stimmten die Abgeordneten in Brüssel für eine entsprechende Gesetzesänderung. Somit dürften Ärzte etwa krebskranken Minderjährigen auf deren erklärten Wunsch eine tödliche Dosis Medikamente verabreichen. Belgische Mediziner erwarten etwa ein Dutzend Fälle pro Jahr. In Europa erlauben auch die Niederlande das Töten von Minderjährigen auf Verlangen, aber erst ab 12 Jahren.

weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/nachrichten/n ... #.A1000146


Belgien ist ein Land, in dem die Bevölkerung humanistische Werte vehement verteidigt. Das Land hat viele Probleme, aber irgendwie schafft es immer wieder, sich über Wasser zu halten. Das ist seine Stärke. Auf jeden Fall ist es eine gute Entscheidung, wenn diese Maßnahme sehr strikt und sehr kontrolliert gehandhabt wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 13 Feb 2014 20:10 
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reger Freigeist

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Ein sehr sensibles Thema und ich habe großen Respekt vor dieser Entscheidung der belgischen Politiker!

Natürlich könnte man hier sicherlich argumentieren, dass diese Entscheidung den Eltern vorbehalten sein sollte, aber Kinder die unheilbar krank sind, haben meist einen beneidenswerten und friedlichen Weitblick, der so manchem Erwachsenen zu wünschen wäre.
Dass Eltern in so einem Fall eh befangen sind und die wenigsten den natürlichen "Klammergriff" bei ihren Kindern lösen können, ist es gut, dass Kinder hier selbst entscheiden können.

Aber eines ist mal sicher, so eine Entscheidung wäre in Deutschland schlicht undenkbar!


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 13 Feb 2014 20:34 
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Zitat:
Aber eines ist mal sicher, so eine Entscheidung wäre in Deutschland schlicht undenkbar!



Laut Umfragen sind die Deutschen aber auch für aktive Sterbehilfe. Die Zahlen habe ich nicht parat aber ich finde, die Politiker sollten den Mut haben, die schwierige Problematik anzupacken. Ich weiß,dass die Kirche in D. noch einen enormen Einfluss hat, aber es ist kein Grund die Debatte zu meiden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 13 Feb 2014 20:35 
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challenge hat geschrieben:
Aber eines ist mal sicher, so eine Entscheidung wäre in Deutschland schlicht undenkbar!

leider! hier dürfen ja nicht mal erwachsene darüber entscheiden, resp. sie bekommen keine legale hilfe, wenn sie so eine entscheidung getroffen haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 13 Feb 2014 20:39 
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luc1 hat geschrieben:
Zitat:
Belgisches Parlament beschließt Sterbehilfe für todkranke Kinder

Brüssel (dpa) - Das belgische Parlament hat die aktive Sterbehilfe für unheilbar kranke Kinder und Jugendliche erlaubt. Nach einer emotionalen Debatte stimmten die Abgeordneten in Brüssel für eine entsprechende Gesetzesänderung. Somit dürften Ärzte etwa krebskranken Minderjährigen auf deren erklärten Wunsch eine tödliche Dosis Medikamente verabreichen. Belgische Mediziner erwarten etwa ein Dutzend Fälle pro Jahr. In Europa erlauben auch die Niederlande das Töten von Minderjährigen auf Verlangen, aber erst ab 12 Jahren.

weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/nachrichten/n ... #.A1000146


Belgien ist ein Land, in dem die Bevölkerung humanistische Werte vehement verteidigt. Das Land hat viele Probleme, aber irgendwie schafft es immer wieder, sich über Wasser zu halten. Das ist seine Stärke. Auf jeden Fall ist es eine gute Entscheidung, wenn diese Maßnahme sehr strikt und sehr kontrolliert gehandhabt wird.


Theoretisch eine gute Entscheidung. Praktisch, oh weia.
Wenn jemand 12-Jähriger noch fähig dazu ist zu sagen "Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr!", ok, dann dürfen die Ärzte jetzt sozusagen EINSCHLÄFERN.
Das dürfte so ablaufen wie bei Tieren:
A - Eine Beruhigungspritze zum Einschlafen/Eindämmern
B - Danach die Spritze, die das Herz krackt. AUS.

Seit Wochen kriege ich dieses Gerichts/Ärzte-Gezottel wegen einem jungen F-Mann mit.
Der ist seit etwa 5 Jahren nach einem Autounfall Gemüse. Er kann schon lange nichts mehr entscheiden.
Seine Frau, sein Neffe und noch ein paar andere sind dafür, dass man ihn sterben lassen solle. Wenn er nicht weiterhin künstlich ernährt, künstlich beatmet, künstlich usw. wäre er schon lange tot.
Seine katholischen Eltern und deren Anhänger sind strikt dagegen.
Was soll da ein Arzt machen, der gar willig wäre diese Maschinen abzustellen?
Wenn sich die Gerichte und die Angehörigen kloppen?
Macht der liegende Mann dann noch 10 Jahre oder 20?
Bei dem Gedanken wird es mir übel!

Und der Schumi? Wer hat da die Verantwortung und das Recht zu sagen: Ok, Apparate ausschalten!
Wenn ich seine Frau wäre, hätte ich diesem Spektakel schon lange ein Ende gesetzt: Kabel ab!
Schumi war ein gestresster Kämpfer, Geld, Geschwindigkeit und Weissdiewas. Freundlich soll er auch gewesen sein.
Jetzt ist er nicht mal Gemüse, er ist ein Apparat.
Es geht nicht darum, wer zukünftig einen gehirngeschädigten Schumi im Rollstuhl schieben will, die Kohle dazu ist da, da findet sich jemand der's macht.
Er hat sich seine Zukunft wohl kaum so vorgestellt. Er hat allerdings anscheinend auch zu wenig vorgedacht, was er mal möchte, wenn's heftig wird.

Ich bin wegen Ami-Kontakten in mindestens zwei von deren Info-Petitionszeug. Da kommt es häufiger vor, dass in Change.org oder gar in Care Org darum gebeten wird da und dort wegen möglichem Tod zu unterschreiben.
Leute bitten um Unterschriften wegen ihrem Kind (jetzt erst mal ein Fall mit einem 6-Jährigen) oder einem aus der Familie, dass als einzige Lebensrettung die Medikamentenfirma XXX das Zeug rausrücken müsse, um das Kind zu retten. Nur dieses Mittel könne... Man möge die Ärzte, die Klinik bitten, dass...

Wenn ich zuweilen diese Kinder sehe, frage ich mich, warum die nicht bei oder nach der Geburt ganz normal gestorben sind. Da fehlt ersichtlich was im Gehirn und wenn's ganz schlimm wird körperlich auch noch so einiges.
Ohne diesen gesamten Medizinerapparat wären sie vermutlich in ein paar Stunden friedlich tot gewesen.

Das mag sich grausam von meiner Seite aus anhören, aber grausamer finde ich es, so ein kleines Wesen zum Leben zu zwingen. Von Wutzel an in ständiger Kontrolle, immer wieder an Schläuchen, nicht Dies, nicht Das essen dürfen, eigentlich NIX dürfen.
Ist das eine Eltern/Mediziner-Olympiade? Jetzt 1 Jahr, 2, 3, 4... Jahre.
Echt, und dann muss ein Kind das diese Brücke macht 12 Jahre alt werden, um sagen zu dürfen: "Danke, jetzt reicht es mir wirklich!!!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 15 Feb 2014 19:21 
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luc1 hat geschrieben:
Auf jeden Fall ist es eine gute Entscheidung, wenn diese Maßnahme sehr strikt und sehr kontrolliert gehandhabt wird.

Wieso? Weil Kinder eine Entscheidung treffen sollen / dürfen, zu der kaum Erwachsene fähig sind?
Ich kann diese Parlamentsentscheidung nicht billigen.

Gruß
Poldi2

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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 15 Feb 2014 20:06 
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Zitat:
Wieso? Weil Kinder eine Entscheidung treffen sollen / dürfen, zu der kaum Erwachsene fähig sind?


Natürlich sind Erwachsene fähig solche Entscheidungen zu treffen. Ich versehe deinen Einwand nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 15 Feb 2014 21:01 
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Poldi2 hat geschrieben:
luc1 hat geschrieben:
Auf jeden Fall ist es eine gute Entscheidung, wenn diese Maßnahme sehr strikt und sehr kontrolliert gehandhabt wird.

Wieso? Weil Kinder eine Entscheidung treffen sollen / dürfen, zu der kaum Erwachsene fähig sind?
Ich kann diese Parlamentsentscheidung nicht billigen.

Gruß
Poldi2


Ich sehe das nicht so, dass Kinder hier eine Entscheidung treffen "sollen" oder "dürfen". Zur Mithilfe brauchen sie Mediziner und die werden das nicht leichtfertig tun - ich gehe hoffnungsvoll davon aus.
Dieses Gesetz gibt allerdings den Kindern (Ados) ein Recht über sich mitzusprechen.
Bei all den technischen Möglichkeiten heute, wird kann in unseren Gefilden schon oft während der Schwangerschaft festgestellt werden, was u.U. an Schäden vorhanden ist.
Dann liegt es an der Verantwortung der Ärzte die Eltern zu informieren und an der der Eltern für die Zukunft zu entscheiden. Ja oder nein. Welches Leben?

Ich erinnere mich an eine junge Frau, die vor etwa 10 Jahren schwanger war. Mutter zweier Kinder, verheiratet, gut situiert, eine strahlende zukünftige Mutter für's Dritte - für alle sichtbar. Kurze Zeit später sah ich sie wieder, das runde Bäuchchen war weg, aber kein Kinderwagen dabei. Das passte nicht zu ihr. Vermutlich wurde sie von vielen Bekannten angesprochen. Und sie sagte da tapfer, dass man festgestellt hatte, dass das Baby div. behindert sei (keine Einzelheiten).
Für Abtreibung war es da sicher schon zu spät und Details wollte und will ich da nicht wissen.
Sie selbst konnte diese Entscheidung nicht machen, nicht ohne ihren Mann und beide konnten diese Entscheidung ohne Zustimmung von Medizinern nicht realisieren. Also muss für so etwas eine rechtliche Basis vorhanden sein.

Andererseits "kenne" ich ein kleines Mädchen aus der Tageszeitung seit mehr als 2 Jahren. Mit Herzfehler geboren. Die Eltern haben nicht viel Geld und ausserdem zwei kleine Kinder. Diese Familie fliegt, fährt, ist zusammen, trennt sich wegen den Krankenhausaufenthalten. 2 Operationen hat dieses Mädchen bereits hinter sich und kommende stehen in Aussicht.
Spenden kommen von allen Seiten. Aber da frage ich mich, was für ein Leben diese Familie hat.
Ja, kann sein, dass dieses Mädchen irgendwann normal leben kann. Wenn dieses Mädchen allerdings z.B. mit 12 Jahren zum 5. Mal operiert werden muss, nie draussen rennen durfte, nie... dann fände ich es gut, wenn dieses Mädchen das Recht hätte zu sagen: "Bitte, falls es bei der Operation Schwierigkeiten gibt, drücken Sie auf den Ausknopf!"
Die Eltern würden das höchstwahrscheinlich nicht sagen, weil sie 10 Jahre die Hoffnung nicht aufgegeben haben...
und nicht als Aufgeber dastehen wollten.
Die Chirurgen würden das höchstwahrscheinlich nicht sagen, weil sie einen Erfolg sehen wollen für all ihren Einsatz.
Ein Kind, das allerdings so ein "bisheriges Leben" hat, ist wesentlich erwachsener als die Eltern und die Ärzte und kann dann eben sagen: AUS!

Chris


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 15 Feb 2014 22:31 
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Poldi2 hat geschrieben:
luc1 hat geschrieben:
Auf jeden Fall ist es eine gute Entscheidung, wenn diese Maßnahme sehr strikt und sehr kontrolliert gehandhabt wird.

Wieso? Weil Kinder eine Entscheidung treffen sollen / dürfen, zu der kaum Erwachsene fähig sind?
Ich kann diese Parlamentsentscheidung nicht billigen.

Gruß
Poldi2

es gibt kinder/jugendliche, die sehr genau wissen, dass sie eine krankheit nicht überleben werden. und ich denke, dass sie, wenn sie die wahl hätten, die letzten qualen nicht erleiden möchten. was sie allenfalls von so einer entscheidung abhalten würde, ist, dass sie ihren eltern nicht weh tun wollen.
so sehr ich das festhalten der eltern verstehen kann, so gerne möchte ich auch kindern diese entscheidung selbst überlassen.

ich habe die tage das buch "ein ganzes halbes jahr" gelesen, da geht es auch um das thema. zwar ist es da ein junger erwachsener, der eine solche entscheidung trifft, aber die eltern kämpfen verzweifelt dagegen.

vielleicht ist so ein gesetz eher dafür da, dass es eltern darüber die augen öffnet, dass auch ihr schwerkrankes kind das bedürfnis nach einem ende haben kann und haben DARF!

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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 15 Feb 2014 23:32 
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Bitte das anschauen, wenn Ihr Zeit und Ruhe habt.
Zach hatte eine Familie und Freunde, die mit ihm waren!
http://www.youtube.com/watch?v=9vEJE4kKk1M

http://de.wikipedia.org/wiki/Zach_Sobiech


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 16 Feb 2014 12:27 
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Poldi2 hat geschrieben:
luc1 hat geschrieben:
Auf jeden Fall ist es eine gute Entscheidung, wenn diese Maßnahme sehr strikt und sehr kontrolliert gehandhabt wird.

Wieso? Weil Kinder eine Entscheidung treffen sollen / dürfen, zu der kaum Erwachsene fähig sind?
Ich kann diese Parlamentsentscheidung nicht billigen.

Gruß
Poldi2


So sehr ich Deinen Einwand verstehen kann, so sehr muss ich auch widersprechen.
Der Tod ist für uns ultimativ, nicht aufhaltbar und kaum begreifbar. Der damit verbundene Schmerz (der Hinterbliebenen) ist oft enorm und es bedarf einer langen Zeit der "Heilung". Deswegen ist die Angst davor so groß und irgendwie auch verständlich. Aber dies ist die Angst der Zurückbleibenden, denn die müssen den Verlust tragen.
Umso mehr hilft es, wenn man versucht das Ganze mit den Augen des Leidenden/Kranken zu sehen. Warst Du schon mal auf einer Krebsstation für Kinder? Hast Du Dich schon mal mit einem 13-jährigen Kind unterhalten, dass Krebs im Endstadium hat? Diese Kinder sind viel abgeklärter und reifer als so mancher Erwachsener. Sie sehen das Leben viel klarer und haben überhaupt keine Angst vor dem Tod. Vielmehr machen sie sich Sorgen um die zurückbleibenden Eltern/Geschwister... Aber auf der anderen Seite leiden diese Kinder oft an grausamen Schmerzen und es geht ihnen oft genug extrem schlecht. Die Tage wo mal Ruhe herrscht und ein Lächeln möglich ist, werden zusehends seltener und der Wunsch das alles zurückzulassen immer größer.

Glaube mir, diese Kinder sehen das realistisch und sie sind dazu in der Lage diese Entscheidung zu treffen! Die Eltern sind es dagegen nicht, die schreckliche Angst vor dem Verlust lässt das nicht zu.
Wir sollten aufhören, den Tod als Tabuthema zu behandeln, denn der Tod gehört zum Leben dazu, unwiderruflich!


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 16 Feb 2014 13:02 
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Meines Erachtens wird viel zu wenig über den Tod gesprochen. Das Thema kommt oft erst auf, wenn jemand tot ist.
Das finde ich bedauerlich.

Die heutigen medizinischen Möglichkeiten zwingen manche Menschen zu leben. Wer in diese Mechanerie reinkommt, kommt schwer wieder raus.
Es kommt dabei sehr auf die eigene Einstellung an.
Zu schnell wird jemandem unterstellt, dass man jemanden loswerden will, wenn man sich für den Tod von jemandem einsetzt.
(Fazer hatte das ja so geschickt gemacht für mich E605 vorzuschlagen. Logo, von gewissen Personen werde ich kein Essen annehmen.)

Von einer anderen Person weiss ich, dass sie einen derartigen Willen zum Leben hatte, dass sie es für sich akzeptiert hätte den Kopf eines anderen transplantiert zu bekommen oder Embryonenzellen zu kriegen. Leben war dieser Person sehr wichtig, warum habe ich nicht verstanden. Sie ist letztes Jahr gestorben... Nicht wirklich alt, sie war 65.

Von noch einer anderen Person habe ich erfahren, dass wenn es ans Ende geht, viele Menschen, die vorher sterben wollten, dies dann plötzlich nicht mehr tun und am Leben kleben.

Bei den wenigen Malen als ich über Selbstmord nachgedacht habe, als vollkommen unten: Niemand liebt mich, niemand braucht meine Arbeit (das können andere auch machen usw.), kam ich trotzdem jeweils zu einem anderen Schluss. Ja, das kann man Ausreden nennen: Wer kümmert sich dann um meine Tiere? Wer macht meinen Auftrag fertig? Wer regelt diverse Rechnungen?
Als ich dann jeweils ganz vor mir innerlich abgerechnet hatte, kam ich zu dem Schluss, dass jetzt nicht der geeignete Moment war. Ich hatte noch was vor. Konnte noch was machen. Usw.

Wenn dieser Kick nicht mehr da ist, dann will man sterben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 07:46 
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x-mas hat geschrieben:
Seit Wochen kriege ich dieses Gerichts/Ärzte-Gezottel wegen einem jungen F-Mann mit.
Der ist seit etwa 5 Jahren nach einem Autounfall Gemüse. [...]

Schumi war ein gestresster Kämpfer, Geld, Geschwindigkeit und Weissdiewas. Freundlich soll er auch gewesen sein.
Jetzt ist er nicht mal Gemüse, er ist ein Apparat.

So, ich habe mit Absicht solange gewartet mit meinem Beitrag, weil ich mal sehen wöllte, ob sich jemand an der ekelhaft-zynischen Art, Menschen als Gemüse zu bezeichnen, stößt.

Merkwürdiger Weise ist das (bisher) nicht der Fall.
Sind die anderen User so abgebrüht, dass es sie nicht stört, wenn lebenden Personen mal so eben mit links und kaltschnäuzig ihr Menschenwert abgesprochen wird?
Oder bin ich zu empfindlich?
Oder wurde der Beitrag gar nicht erst richtig gelesen, bzw. nicht für ganz voll genommen? Wäre durchaus verständlich.

Leute, die Menschen als Gemüse bezeichnen, sind in meinen Augen inhuman.

Als Lektüre würde ich allen an dem Thema Interessierten empfehlen:

Carl-Henning Wijkmark: Der moderne Tod. Vom Ende der Humanität

http://www.amazon.de/moderne-Tod-Vom-Ende-Humanit%C3%A4t/dp/3935978022/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1392877880&sr=1-1&keywords=wijkmark

Das Buch ist Ende der 1970er Jahre geschrieben. Wijkmark schildert darin ein fiktives Symposion in Schweden, in dem es um den Themenkreis Sterbehilfe, quasi "sozialverträgliches Frühableben" geht.
Geradezu visionär hellsichtig und seiner Zeit weit, weit voraus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 11:31 
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Ja, es ist zynisch, Menschen als Gemüse zu bezeichnen. Aber durchaus üblich. Pfleger in Heimen für Schwerstbehinderte haben so einen Jargon drauf und der setzt sich in der Gesellschaft auch langsam durch.
Schade eigentlich. Aber scheinbar nicht zu ändern. Solch zynische Sprache kannst Du heute fast überall finden, nicht nur, wenns um Behinderte geht.

Zenzi

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Schon 2011 schrieb ausgerechnet der autorisierte Biograf Margaret Thatchers, Charles Moore: "Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat."


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 12:17 
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reger Freigeist

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SolaBona hat geschrieben:
So, ich habe mit Absicht solange gewartet mit meinem Beitrag, weil ich mal sehen wöllte, ob sich jemand an der ekelhaft-zynischen Art, Menschen als Gemüse zu bezeichnen, stößt.

Merkwürdiger Weise ist das (bisher) nicht der Fall.
Sind die anderen User so abgebrüht, dass es sie nicht stört, wenn lebenden Personen mal so eben mit links und kaltschnäuzig ihr Menschenwert abgesprochen wird?
Oder bin ich zu empfindlich?
Oder wurde der Beitrag gar nicht erst richtig gelesen, bzw. nicht für ganz voll genommen? Wäre durchaus verständlich.

Leute, die Menschen als Gemüse bezeichnen, sind in meinen Augen inhuman.

...


Jemanden in so einer Situation als "Gemüse" zu bezeichnen ist herzlos, abfällig und überheblich... aber ich habe es aufgegeben auf so etwas einzugehen, denn erreichen oder gar ändern wird man eh nichts und ich schone lieber meine Nerven und "überlese" solche Beiträge, auch wenn es mich in den Fingern juckt... Ich bin eben für die Rolle des Don Quijote im Kampf gegen Windmühlen nicht geeignet... :nono:

Ich möchte auf einem menschlichen und niveauvollem Level diskutieren, auf Auseinandersetzungen auf Kellerniveau habe ich definitiv keine Lust mehr und werde entsprechende Beiträge unkommentiert ignorieren.



Das von Dir vorgeschlagene Buch klingt interessant, aber es nach Frankreich gesendet zu bekommen, ist wahrscheinlich nicht möglich. Na vielleicht finde ich es ja irgendwo als ebook...


Zuletzt geändert von challenge am 20 Feb 2014 12:46, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 12:44 
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Ob Gemüse oder Fallobst, darum geht es auch nicht. Wenn jemand nur leidet und keine Chancen auf Heilung hat, und wenn dieser Mensch grundsätzlich und ausdrücklich den Wunsch geäußert hat, im Falle eines Falles, dass man ihm zu sterben hilft, dann sollte man ihm aus Respekt für seine Entscheidung diesen Gefallen tun.
Bei Kindern ist die Sache viel schwieriger, aber das Kind, die Eltern, die Ärzte sind doch im besten Fall in der Lage Entscheidungen zu treffen. Dieses Recht sollte man Ihnen gewähren und nicht versuchen, alle zu entmündigen. Auch auf die Gefahr hin, dass diese Entscheidungen "falsch" sein könnten, wobei "falsch" ein Gummiwort ist.

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Zuletzt geändert von luc1 am 20 Feb 2014 17:05, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 12:49 
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Seltsam, seltsam, ich habe vier Beiträge zu diesem Thema geschrieben. Da stimmte mir niemand zu, da widersprach mir niemand und nun wird das Wort "Gemüse" herausgefischt und aufgetragen, ich als unmenschlich abgeurteilt, meine gesamten Beiträge als unlesenwert bezeichnet und "mit so was diskutier' ich nicht" (unterstes Niveau).

Es ging SolaBona nicht darum über Sterbehilfe zu diskutieren, ob man das Wort "Gemüse" verwenden darf oder nicht, sondern halt mal wieder ihre Meinung über mich loszulassen. Challenge hing sich sofort dran.
Dann noch einen Buchtitel dran gehängt, dass es seriös aussieht.

Danke für die :rose: :rose: :rose: :rose: :rose:


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 14:26 
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x-mas hat geschrieben:
Seltsam, seltsam, ich habe vier Beiträge zu diesem Thema geschrieben. Da stimmte mir niemand zu, da widersprach mir niemand und nun wird das Wort "Gemüse" herausgefischt und aufgetragen, ich als unmenschlich abgeurteilt, meine gesamten Beiträge als unlesenwert bezeichnet und "mit so was diskutier' ich nicht" (unterstes Niveau).

Du hast gezeigt, dass du einfach nicht das nötige Format hast, um solche grundlegenden, ernsten Themen in angemessener Form zu diskutieren. Tummel dich lieber im Katzenthread und bleib bei deinem Hund. Da kann wenigstens nicht so viel daneben gehen.

x-mas hat geschrieben:
Es ging SolaBona nicht darum über Sterbehilfe zu diskutieren, ob man das Wort "Gemüse" verwenden darf oder nicht, sondern halt mal wieder ihre Meinung über mich loszulassen. Challenge hing sich sofort dran.

Und jetzt wieder die peinliche, heulige Greinerei: die sind wieder so böse zu mir *uääh*
Ich werde hier nicht mehr über Sterbehilfe diskutieren und mit DIR schon gar nicht. Ich habe mich zu dem Thema mehrfach geäußert, unter anderem hier ...

http://neues-freigeister-forum.de/phpBB/viewtopic.php?p=54710#p54710

... und sehe keine Veranlassung, die Debatte fortzusetzen, da sich meine Einstellung dazu nicht ändern wird.

x-mas hat geschrieben:
Dann noch einen Buchtitel dran gehängt, dass es seriös aussieht.

:pillepalle: Ich sage dazu nur: für dich habe ich das Buch auf keinen Fall gedacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 14:47 
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SolaBona hat geschrieben:
x-mas hat geschrieben:
Seltsam, seltsam, ich habe vier Beiträge zu diesem Thema geschrieben. Da stimmte mir niemand zu, da widersprach mir niemand und nun wird das Wort "Gemüse" herausgefischt und aufgetragen, ich als unmenschlich abgeurteilt, meine gesamten Beiträge als unlesenwert bezeichnet und "mit so was diskutier' ich nicht" (unterstes Niveau).

Du hast gezeigt, dass du einfach nicht das nötige Format hast, um solche grundlegenden, ernsten Themen in angemessener Form zu diskutieren. Tummel dich lieber im Katzenthread und bleib bei deinem Hund. Da kann wenigstens nicht so viel daneben gehen.

x-mas hat geschrieben:
Es ging SolaBona nicht darum über Sterbehilfe zu diskutieren, ob man das Wort "Gemüse" verwenden darf oder nicht, sondern halt mal wieder ihre Meinung über mich loszulassen. Challenge hing sich sofort dran.

Und jetzt wieder die peinliche, heulige Greinerei: die sind wieder so böse zu mir *uääh*
Ich werde hier nicht mehr über Sterbehilfe diskutieren und mit DIR schon gar nicht. Ich habe mich zu dem Thema mehrfach geäußert, unter anderem hier ...

http://neues-freigeister-forum.de/phpBB/viewtopic.php?p=54710#p54710


... und sehe keine Veranlassung, die Debatte fortzusetzen, da sich meine Einstellung dazu nicht ändern wird.

x-mas hat geschrieben:
Dann noch einen Buchtitel dran gehängt, dass es seriös aussieht.

:pillepalle: Ich sage dazu nur: für dich habe ich das Buch auf keinen Fall gedacht.



Gut, SolaBona will wieder mal einen Zoff vom Stapel lassen, aber darauf lasse ich nicht ein. Ihre persönlichen Abqualifazierungen schüchtern mich nicht ein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 15:51 
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x-mas hat geschrieben:
Seltsam, seltsam, ich habe vier Beiträge zu diesem Thema geschrieben. Da stimmte mir niemand zu, da widersprach mir niemand und nun wird das Wort "Gemüse" herausgefischt und aufgetragen, ich als unmenschlich abgeurteilt, meine gesamten Beiträge als unlesenwert bezeichnet und "mit so was diskutier' ich nicht" (unterstes Niveau).

Es ging SolaBona nicht darum über Sterbehilfe zu diskutieren, ob man das Wort "Gemüse" verwenden darf oder nicht, sondern halt mal wieder ihre Meinung über mich loszulassen. Challenge hing sich sofort dran.
Dann noch einen Buchtitel dran gehängt, dass es seriös aussieht.

Danke für die :rose: :rose: :rose: :rose: :rose:


Und genau deswegen will ich es zukünftig unkommentiert lassen, weil sofort alles verdreht, im besten Falle mißverstanden und entsprechend wieder reagiert wird.

x-mas, ich werde auch mit dir auf einem normalen Level über sachliche Themen diskutieren, aber sobald solche Auswüchse wie "Gemüse" kommen, ist von meiner Seite nichts mehr zu sagen... nicht mehr, nicht weniger! Wenn Du damit all Deine Beiträge diskreditiert siehst, ist das Deine Sache und nicht mein Problem!

ENDE DIESER FRUCHTLOSEN AUSEINANDERSETZUNG!


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 15:57 
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Ich denke, dass jeder von uns mit Menschen oder Tieren immer wieder in Situationen kommt, wo es mit Tod zu tun hat. Wir sind sterblich. Das ist nun halt mal Tatsache. Dass man diesen Tod möglichst "ehrenvoll" und gut begleitet hinkriegen sollte, ist für mich klar.

Im Laufe des eigenen Älterwerdens wird man zudem mehr und mehr mit dem Sterben konfrontiert. Einfach wegschauen, geht mich nichts an, ist kein sinnvoller Weg.

Weiter oben hatte ich geschrieben, dass es besonders bei Kindern schwierig ist und Eltern sich sicher sehr schwer mit dem Tod des eigenen Kindes einverstanden erklären wollen, weil z.B. jahrelang die grössten Anstrengungen gemacht wurden damit das Kind überlebt und sie wie die Ärzte wollen einen "Erfolg" sehen.
Also geht es bei Kindern um die Frage, wann das für sie ein "Erfolg" ist. Manchmal sieht man kranke oder behinderte Kinder, die in eine Videokamera lächeln. Oft habe ich da das dumpfe Gefühl, dass sie den Eltern eine Freude machen wollen. Die Eltern aufmuntern.

Mir fällt gerade sein Name nicht ein, es gibt jedenfalls einen modernen Philosophen, Schweizer glaube ich, aber ich kenne ihn von France Inter. Er ist ziemlich körperlich behindert, man muss sich daran gewöhnen WIE er spricht, aber was er sagt ist meistens Superklasse. Er ist verheiratet und hat ein oder zwei gesunde Kinder.
Bei so einem Mann wie dem würde ich ihm gerne die Frage stellen, was er über dieses neue Gesetz in Belgien denkt und in welchem Zustand er sich in diesem Alter (12) befunden hat und was er damals dachte. Klar, wegen nichts wird man nicht unbedingt Philosophe - und er auch noch mit einem Geschick, dass er Leute zum Lachen bringt bei einem SO ernsten Beruf.
Der ist so was von verteufelt verschmitzt.

Stimmt, ich musste bis auf Tiere bisher nie die Endscheidung "Tod" für oder mit jemand anderen treffen.
Mein Vater musste es als er 15 war und viele Jahre später auch für die Schwester seiner Mutter.
Das waren unterschiedliche Fälle:
Der Vater meines Vaters hatte einen zerfetzten Schädel (wie Schumi). Jetzt kann man mehr machen. Ja, vielleicht, der Vater meines Vaters wäre laut den Ärzten geistig behindert und gelähmt geblieben. Muss man da überleben? Und da wiederhole ich ohne jede Qual das Wort "Gemüse".
Meine Grosstante war über 90 als sie sterben wollte. Sie wohnte bis dahin selbstständig im 3. oder 4. Stock. Irgendwann krachte sie häufiger zusammen. Krankenhaus, Nachpause im Rentnerheim. Da rief sie meinen Vater. Nein, in so einem Heim wolle sie nicht bleiben. Sie habe das jetzt zweimal durchgemacht. Kein weiteres Mal. Somit machten sie dann Papiere für das Weitere.
Klar kam eines Tages der Anruf bei meinem Vater: "Ihre Tante ist... Was machen wir jetzt?" Und Papa war im Auto und fuhr zu Tante und sagte zu den Ärzten mit ihrem Kopfnicken: "Ausschalten!"

Genau aus diesem Grund hatte mein Vater so ein Patientenpapier. In dem oder jenem Fall keine Lebensrettungsmassnahmen, nichts Künstliches, keine Operationen. Er starb letztes Jahr, so wie er wollte. Im Krankenhaus zwar, aber er wurde noch mit Flüssigkeit verschlaucht. Sein Herz gab auf. Friedlich. Das lief von Montagvormittag bis Dienstagnachmittag gefunden ab. Mittwoch gegen 3 Uhr tot.

Auch in Hinblick auf Tiere ist es nicht leicht zu entscheiden, wann der Moment ist. Wenn sie zu sehr leiden, muss man sich einen Schups geben. Hört sich vielleicht kaltblütig an, aber wenn der Tierarzt sagt, dass nichts mehr ohne Schmerzen zu retten sei, kann ich den Einschläferungstermin ausmachen, in 4 Wochen oder so. Aber fest muss das stehen, dass ich nicht ausweichen kann mit später, noch ein bisschen, usw. Damit bleibt mir sozusagen in Lebenszeit Zeit zum Abschiednehmen. Verwöhnen, bestes Futter, bei nicht mehr Gehen können eben in Tragetasche mitdürfen, aber das Leiden muss ein Ende haben.
Ich bot dabei meine bestmögliche Schauspielkunst vor dem Tier und heulte nie in dessen Anwesenheit. Auch nachher nicht ohne dieses holde Wesen. Das wäre eben Selbstmitleid zwecks Verlust. Nein, da war ich erleichtert. Das Tier war inzwischen im Jeweilshimmel und ganz sicher glücklich dort.
Meine Tiere starben friedlich in meinen Armen (ausser einer vermutlich vergifteten Katze), aber ich sass auch schon mit einem angefahrenen Wild im Strassengraben. Bis mein Ex-Mann jemand gefunden hatte, der es erschiesst, starb dieses Tier. Getötet wäre es eh geworden. Einem wilden Reh schient man kein Bein und wenn das Tier zudem aus dem Mund blutet, ist das sicher als Totalschaden zu werten. Trotzdem war es gut, dass ich bei seinem Tod dabei war. Es wollte immer wieder verzweifelt aufstehen und ich redete und redete und streichelte und drückte es zurück aufs Gras. Ich hatte einen furchtbaren Bammel, dass es in ein weiteres Auto rennen würde.
Übrigens hatten wir keinen Schaden am Auto. Jemand der uns überholte hat das Tier gefletscht - und nicht mal angehalten.

Ok, ich hatte auch schon mal einen angefahrenen Dackel im Auto. Auch nicht von mir. Bis ich jemand fand, war der in meinem Auto gestorben. Kurz, dieser Schultag war voll im Eimer und ich glänzte durch Abwesenheit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 16:07 
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Aktivposten ;)

Registriert: 29 Jan 2011 10:31
Beiträge: 4120
x-mas hat geschrieben:
SolaBona hat geschrieben:
x-mas hat geschrieben:
Seltsam, seltsam, ich habe vier Beiträge zu diesem Thema geschrieben. Da stimmte mir niemand zu, da widersprach mir niemand und nun wird das Wort "Gemüse" herausgefischt und aufgetragen, ich als unmenschlich abgeurteilt, meine gesamten Beiträge als unlesenwert bezeichnet und "mit so was diskutier' ich nicht" (unterstes Niveau).

Du hast gezeigt, dass du einfach nicht das nötige Format hast, um solche grundlegenden, ernsten Themen in angemessener Form zu diskutieren. Tummel dich lieber im Katzenthread und bleib bei deinem Hund. Da kann wenigstens nicht so viel daneben gehen.

x-mas hat geschrieben:
Es ging SolaBona nicht darum über Sterbehilfe zu diskutieren, ob man das Wort "Gemüse" verwenden darf oder nicht, sondern halt mal wieder ihre Meinung über mich loszulassen. Challenge hing sich sofort dran.

Und jetzt wieder die peinliche, heulige Greinerei: die sind wieder so böse zu mir *uääh*
Ich werde hier nicht mehr über Sterbehilfe diskutieren und mit DIR schon gar nicht. Ich habe mich zu dem Thema mehrfach geäußert, unter anderem hier ...

http://neues-freigeister-forum.de/phpBB/viewtopic.php?p=54710#p54710


... und sehe keine Veranlassung, die Debatte fortzusetzen, da sich meine Einstellung dazu nicht ändern wird.

x-mas hat geschrieben:
Dann noch einen Buchtitel dran gehängt, dass es seriös aussieht.

:pillepalle: Ich sage dazu nur: für dich habe ich das Buch auf keinen Fall gedacht.



Gut, SolaBona will wieder mal einen Zoff vom Stapel lassen, aber darauf lasse ich mich nicht ein. Ihre persönlichen Abqualifizierungen schüchtern mich nicht ein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 16:15 
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Aktivposten ;)

Registriert: 29 Jan 2011 10:31
Beiträge: 4120
Sorry, ich hatte weiter oben Rechtsschreibfehler gefunden und schon war der Kommentar wieder da.

Wenn Ihr allerdings einfach zu fein seid mit so einem Underdog zu diskutieren, der das Wort "Gemüse" benutzt. Tja, dann bleibt fein.
Wer so frei in die Welt schreit: "Ich diskutiere nur mit höchstgebildeten Menschen, nur mit feinen Worten und mit denen, die genau das meinen wie ich selbst!"
Nein, dieses Thema ist wirklich zu ernsthaft zu diskutieren als sich da um herabsetzende Auslassungen zu kümmern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 16:46 
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reger Freigeist

Registriert: 30 Okt 2012 14:29
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x-mas hat geschrieben:
... dieses Thema ist wirklich zu ernsthaft zu diskutieren als sich da um herabsetzende Auslassungen zu kümmern.


Dieses Thema ist zu ernsthaft, als dass man sich zu herablassenden Auslassungen hinreissen lassen sollte (Gemüse)! So ist es korrekt!

Schonmal darüber nachgedacht, dass Du damit andere, die in exakt so einer Situation sind oder waren, einfach nur verletzt? Mein Vater lag wegen seines Krebsleidens und nach einem Schlaganfall lange im Morphium-Koma, aber auf die Idee ihn deswegen als Gemüse zu bezeichnen wäre ich im Leben nicht gekommen!!! Dazu hatte und habe ich viel zuviel Respekt und Liebe für meinen verstorbenen Vater.

Der Gedanke, andere würden ihn so leichthin als Gemüse bezeichnen, weil er sich selbst nicht mehr wehren kann, ist schlicht schrecklich.

Du bist hier nicht alleine, also hör auf mit Deiner Heulerei, niemand hat etwas von "hochgebildet" gesagt...

Wenn Du Deinen Vater/Großvater als Gemüse bezeichnen möchtest, ist das Deine Sache, aber diesen Begriff allgemeingültig für Menschen in solchen Situationen zu verwenden, ist für die Angehörigen nichts anderes als ein Schlag ins Gesicht und ES TUT WEH !!!

Jetzt ist das hoffentlich klar und wir können zum Thema zurückkehren...


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe auch für todkranke Kinder
BeitragVerfasst: 20 Feb 2014 17:11 
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Aktivposten ;)

Registriert: 29 Jan 2011 10:31
Beiträge: 4120
Könnten wir über das Wort "Gemüse" u.U. anders disktieren? Das wäre es wert.
Wenn mir da allerdings gleich mal wieder Heulsuse und was die was unterschoben wird. Tja, dann geht's halt nicht.
Wer mag schon mit jemanden diskutieren, der einem mit einem Schild entgegen kommt: "Mit Dir rede ich nicht!"

Wiederholt, dieses Thema ist diskutierwürdig und wichtig.

Um das mit "Gemüse" nochmal aufzuwärmen. Ich habe vor ein paar Jahren eine sehr gute Freundin "verloren". Genau gesagt starb sie. Sie war Schweizerin und schimpfte auf sich, dass sie nicht aus F in die CH abgehauen war um zu sterben.
In F zogen sie sie durch die KHs. Ja, letztlich dauerte ihr Leiden "nur" 5 Monate. Früher hatte sie schon einmal Krebs gehabt, gut überstanden, aber doch immer wieder Check. Immer wieder Behandlungen und nichts war weiter ausgebrochen bis...
Ja, bis sie Blasenkrebs hatte.
Diese Operation brachte ihr eine äusserliche Urintasche ein, sehr fein ausgedrückt. Die starke, schöne, selbstbewusste Frau wurde in der kurzen Zeit bis zu ihrem Ende "Gemüse". Ja, das sagte sie von sich selbst und schmiss bis auf eine oder zwei FreundeInnen bei Besuchen raus. Mich auch. Obwohl wir nie Zoff gehabt hatten, nein, so sollten wir sie nicht sehen, so gedemütigt, so kaputt.
Ihr Ende war mit hohen Dosen Morphium, ok, aber man hätte dieser Frau helfen können, dass sie sich am Ende ihres Lebens eben nicht total abschottete. Das war eine "Public-Mouse" höchsten Grades gewesen: Kurse für Kinder mir Sandmalen, Strassenperformance usw. Geil und giftig diese Frau, einfach super, beliebt usw.
Und fast bis zum Schluss realisierte sie ihren körperlichen Niedergang.

Ich akzeptierte, dass sie niemanden mehr sehen wollte. Deshalb schrieb ich ihr einen Brief. An dem Tag als er endlich im Kuvert war, rief mich ein gemeinsamer Freund an: "M. ist heute gestorben!"
"Verdammt!", sagte ich, "Ich habe doch endlich meinen Brief für sie fertig!"
Offene Särge mag ich absolut nicht. Aber bei ihrer Feier stand ich doch mal wieder vor einem. Mit der M. drin. Oh weia, was für ein kleines Mäuschen lag da, so schmal und nichts mehr. Andere FreundeInnen hielten Reden über sie. Das hatte sie echt verdient. Ich sagte etwas schlichter: "M. ich habe da einen Brief an dich. Zeit hast du ja jetzt, lese ihn mal in Ruhe!" und legte das Kuvert auf ihre schmale Brust in den Sarg. Ja, das freute mich, dass sie diesen Brief mitbekam.
Weniger freute es uns, dass da jüdischer Rabbi die M. gar noch nach dem Tod kritisierte, dass es keine gute Entscheidung von ihr gewesen sei sich verbrennen zu lassen.

Und ja, als "Gemüse" wollte M. nicht enden. Das hat sie selbst gesagt. Allerdings haben sie sie irgendwie dazu gezwungen.
Diese Operation hatte sie nicht gewollt und nicht gebraucht. War nicht ihr Ding.
Wenn mir hier jetzt jemand mit so einer Obersaukaltenargumentation wie der von SolaBona daherkommt, dann mache ich das mal wieder was ich bei Beach-Bernie (oder wie der Typ hier hiess) schon mal machte: WEITSPUCKEN!


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