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 Betreff des Beitrags: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 26 Dez 2012 00:57 
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Hier geht es um eine andere Art der "Sterbehilfe" - man sollte es eher "sozialverträgliches Ableben" nennen.
Derzeit geht in GR Folgendes ab:
Zitat:
Ein Massaker an Kranken und Alten | Drucken | E-Mail
Griechenland
Geschrieben von: Andreas Spector
Sonntag, den 09. Dezember 2012 um 17:21 Uhr

Apotheke in Athen

Apotheke in Athen
„Griechische Schuldenkrise: Medikamenten-Mangel setzt Leben aufs Spiel“ titelte kein rotes Medium am 8. Juni 2012, sondern der „linksliberale“ Guardian aus London. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Griechenland die erste große „Medikamenten-Krise“, und im Internet kursierte ein YouTube-Video mit Datum vom 6. Juni, in dem man eine Apotheke in Athen nur von draußen sah, aber drinnen eine Frau schrie: „Und woher kriege ich nun meine Medikamente?!“



Damals war dieser für alle chronisch Kranken und alle Rentner, die auf Medikamente angewiesen sind, dramatische Spuk nach gut zwei Wochen vorbei. Die zahlungsunfähige griechische Sozialversicherung traf „Vereinbarungen“, und es schien alles fast in Butter zu sein.

Im Herbst folgte dann die „Krise der griechischen Krankenhäuser“, die nichts anderes bedeutete, als dass in ganzen Regionen, die größer sind als das Saarland, kein einziges Krankenhaus mehr Medikamente oder Materialien vom Pflaster bis zur Einwegspritze mehr erhält. Dieser Zustand hält bis heute an: Im Bezirk Alexandroupolis müssen Verwandte oder Freunde von Patienten zum Beispiel alles – von Tupfern über Antibiotika bis hin zu teuren Krebsmitteln – erst „auf privat“ in einer Apotheke kaufen, bevor jemand operiert werden kann. Vor Tourismus in Griechenland muss man also Einzelreisende warnen: Schon ein recht banaler Verkehrsunfall kann tödlich sein!

http://www.redglobe.de/europa/griechenl ... n#comments

Wie zu lesen war, handelt der Artikel nicht ausschliesslich von GR. Aus GB wissen wir bereits, dass ab etwa Mitte 70 keine Herzschrittmacher mehr eingesetzt werden - es sei denn, man bezahlt die OP privat.
Und: Erinnern wir uns an die Nachricht kurz vor Weihnachten in D:
Zitat:
Medikamentenengpass in Krankenhäusern
Pharmafirmen räumen Medikamentenengpass ein

In einem Brief an die Gesundheitspolitiker von Bund und Ländern haben die Arzneihersteller Lieferschwierigkeiten in Deutschland zugegeben. Wie die "Frankfurter Rundschau"* am Dienstag aus dem Brief zitierte, könnte diese "kurzfristig sein und nur wenige Tage dauern, aber auch längere Zeiträume umfassen"

weiter:
http://www.n-tv.de/ticker/Pharmafirmen- ... 10611.html
* Ich dachte, die FR sei pleite?! :hmm:

Irgendwie auch schon wieder 2022...

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 03 Feb 2013 14:30 
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Es geht auch anders:

SATIRE
Zitat:
Knast als Alternative zu Seniorenheimen

Rentnerklappe

BRDigung: Wir haben da mal wieder was geniales aus Deutsch-Absurdistan zu bieten. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass die Debatte bezüglich der Lösungen rund um das Thema Altersarmut bereits voll entflammt ist. Meist endet die Auseinandersetzung immer mit der nüchternen Feststellung, dass für die Alten einfach kein Geld da ist. Noch schwieriger wird es dann, wenn die Alten gebrechlich werden und zu sogenannten Pflegefällen mutieren, dann zeigt sich mit einem Mal die ganze Nation völlig hilf- und ratlos und von ihrer besten Seite. Das viele gute Geld kann man doch nicht für einen solchen Unfug ausgeben, wird es doch zur Wohlfahrt von Banken und die Rettung ganzer Nationen noch viel dringender benötigt.

In diesem Kontext haben sich längst so schöne neue Begriffe, wie beispielsweise Rentnerschwemme oder Altenplage, bestens etabliert. Die genannte Klientel stellt auch bis zu einem gewissen Zeitpunkt keinerlei Problem da, solange die Rente der Betroffenen noch ausreicht sie abseits des Blickfeldes still und leise zu Tode zu pflegen. Wehe aber das Konto ist leer, dann mutieren sie zur echten Plage, wenn sie sich nicht mehr selber helfen können. Natürlich hat es schon mehrfach Ansätze gegeben das Problem zu beheben.

weiter:
http://qpress.de/2013/02/02/knast-als-a ... renheimen/

:facepalm:

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 19 Jun 2014 07:15 
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Beiträge: 13464
Eigentlich wird der Begriff "sozialverträgliches Ableben" in anderen Zusammenhängen gebraucht, aber seit der der Wirtschaftskrise gibt es in etlichen Ländern eine erhöhte Selbstmordrate, die einfach nur auf der Ausweglosigkeit in der neuen Lebenssituation beruht. Wir haben solche Berichte bereits aus Griechenland, Spanien etc. gelesen und jetzt ist auch Ungarn wieder dabei, sich bei der Selbstmordrate einen Spitzenplatz zu sichern:
http://www.pesterlloyd.net/html/1425selbstmordrate.html
"Schön", wenn nach der heutigen Meldung in den Nachrichten die Millionäre wieder erheblich reicher geworden sind....
In D gibt es die sog. Aufstocker, deren Aufstockung von den Steuerzahlern bezahlt wird, während sich Unternehmen mit ihren Niedriglöhnern eine goldene Nase verdienen (so gesehen bezahlt der dt. Steuerzahler den Titel Exportweltmeister zum grossen Teil aus dem Steuersäckel). In anderen Ländern verdienen Viele nicht mal das Nötigste zum Leben (trotz Vollzeit- und Nebenjob) und dort gibt es keine Aufstockungszahlungen

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 19 Jun 2014 07:55 
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Beiträge: 4138
Quijota hat geschrieben:
Hier geht es um eine andere Art der "Sterbehilfe" - man sollte es eher "sozialverträgliches Ableben" nennen.

Nun ist es scheinbar recht schwer ein gesundes ;) Mittelmaß zu finden
Das Zombies mit aller Gewalt am Leben gehalten werden nützt weder den Krankenkassen nicht den Betroffenen noch den Pflegern
Einzig die Pflegeheime verdienen sich eine goldene Nase

Nach 16einhalb Jahren hab ich meinen Maxl einschläfern lassen
Ich trauere immer noch - und noch sehr lange um ihn aber für ihn war es eine Erlösung
Das sollte für Menschen auch möglich sein

GoldMorgan

oder.... es geht auch anders
Am vergangenen Montag ist ca 200m von uns ein 54jähtiger tödlich verunglückt
er war mit seinem Auto gegen einen Baum gefahren

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Wir leben ja in einer marktkonformen Demokratie sagt "die späte Rache Honeckers"
Ich bete jeden Abend zum Hanf und zu den Laternen (Georg Büchner)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 19 Jun 2014 23:10 
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In D wird das Problem so schnell nicht gelöst werden, weil man sich immer noch nicht von der Vergangenheit gelöst hat.
An einen Baum zu fahren ist keine sichere Lösung. Es sollte doch möglich sein, einem Menschen den Wunsch, aus dem Leben zu scheiden auf eine bessere Art zu erfüllen. Wenn man schon nicht darüber entscheiden kann, ob man geboren werden möchte, dann sollte es wenigstens möglich sein, über sein Ableben souverän zu entscheiden. Leider muss man dafür bis heute ins Ausland, wenn man nicht den Freitod per Bahn/Auto/Wasser/Gas etc. wählen möchte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 19 Jun 2014 23:32 
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Registriert: 25 Jan 2011 12:14
Beiträge: 1853
Ich hab i.S. Freitod ein etwas problematisches Gefühl. In meiner Familie ist das zu oft vorgekommen und es ist, wenn nicht ausgesprochen gut begründet und so auch niedergeschrieben, für die Hinterbliebenen immer ein Trauma. Ich hab fast 40 Jahre gebraucht, um mich mit dem Selbstmord meiner Mutter zu versöhnen.

Über derartiges so locker zu schreiben, wie es hier geschieht, macht mich leicht ratlos.

Zenzi

_________________
Schon 2011 schrieb ausgerechnet der autorisierte Biograf Margaret Thatchers, Charles Moore: "Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat."


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 20 Jun 2014 08:42 
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zenzi2 hat geschrieben:
Ich hab i.S. Freitod ein etwas problematisches Gefühl. In meiner Familie ist das zu oft vorgekommen und es ist, wenn nicht ausgesprochen gut begründet und so auch niedergeschrieben, für die Hinterbliebenen immer ein Trauma. Ich hab fast 40 Jahre gebraucht, um mich mit dem Selbstmord meiner Mutter zu versöhnen.

Über derartiges so locker zu schreiben, wie es hier geschieht, macht mich leicht ratlos.

Mich auch, zenzi.

Quijota hat geschrieben:
An einen Baum zu fahren ist keine sichere Lösung. Es sollte doch möglich sein, einem Menschen den Wunsch, aus dem Leben zu scheiden auf eine bessere Art zu erfüllen.

Nennen wir das Kind doch beim Namen: auf Wunsch professionelle Sterbehilfe leisten!

Unter anderem auch, um zu ermöglichen, sich endlich von lästigen Alten oder Schwerkranken zu befreien. Die Verwandten werden es schon deichseln können, dass der alte, kranke Angehörige irgendwann den Wunsch nach dem Tod äußert. Ein Wunsch, den man dann ganz schnell und ohne große Skrupel erfüllen könnte, bevor der Alte/Kranke es sich vielleicht doch wieder anders überlegt.

Auch, um den Kranken-, Pflegekassen zu ermöglichen, in Zeiten knapper Finanzen endlich hohe Kosten für Behandlung/Pflege dieser "überflussigen" Menschen einsparen zu können. Man könnte sich alter/kranker Menschen entledigen, indem man sie moralisch unter Druck setzt, sich professionell töten zu lassen. Wohl kaum ein geschwächter Mensch könnte solchem Druck lange standhalten.

Machen wir uns doch nichts vor: hinter den - ach so - humanen und altruistischen Forderungen nach professioneller Sterbehilfe verbergen sich allzu oft ganz andere, handfeste Interessen.

Wo die Gesellschaft den Freitod unterstützt, besteht die Gefahr, dass er zur sittlichen Forderung an jene wird, welche dem Gemeinwesen Kosten und Mühe verursachen.

Die Gefahr der moralischen Verrohung und Brutalisierung der Gesellschaft stünde im Raum.

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Tja, etwas besseres als Merkel konnte den Deutschen gar nicht passieren. (Fazer aka Nonsequitur) Bild Bild Bild
Kanzlerin Merkel versucht vergeblich Probleme zu lösen, die Deutschland ohne sie niemals gehabt hätte (David Schaub)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 20 Jun 2014 10:03 
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SolaBona hat geschrieben:
zenzi2 hat geschrieben:
Ich hab i.S. Freitod ein etwas problematisches Gefühl. In meiner Familie ist das zu oft vorgekommen und es ist, wenn nicht ausgesprochen gut begründet und so auch niedergeschrieben, für die Hinterbliebenen immer ein Trauma. Ich hab fast 40 Jahre gebraucht, um mich mit dem Selbstmord meiner Mutter zu versöhnen.

Über derartiges so locker zu schreiben, wie es hier geschieht, macht mich leicht ratlos.

Mich auch, zenzi.

Quijota hat geschrieben:
An einen Baum zu fahren ist keine sichere Lösung. Es sollte doch möglich sein, einem Menschen den Wunsch, aus dem Leben zu scheiden auf eine bessere Art zu erfüllen.

Nennen wir das Kind doch beim Namen: auf Wunsch professionelle Sterbehilfe leisten!

Unter anderem auch, um zu ermöglichen, sich endlich von lästigen Alten oder Schwerkranken zu befreien. Die Verwandten werden es schon deichseln können, dass der alte, kranke Angehörige irgendwann den Wunsch nach dem Tod äußert. Ein Wunsch, den man dann ganz schnell und ohne große Skrupel erfüllen könnte, bevor der Alte/Kranke es sich vielleicht doch wieder anders überlegt.

Auch, um den Kranken-, Pflegekassen zu ermöglichen, in Zeiten knapper Finanzen endlich hohe Kosten für Behandlung/Pflege dieser "überflussigen" Menschen einsparen zu können. Man könnte sich alter/kranker Menschen entledigen, indem man sie moralisch unter Druck setzt, sich professionell töten zu lassen. Wohl kaum ein geschwächter Mensch könnte solchem Druck lange standhalten.

Machen wir uns doch nichts vor: hinter den - ach so - humanen und altruistischen Forderungen nach professioneller Sterbehilfe verbergen sich allzu oft ganz andere, handfeste Interessen.

Wo die Gesellschaft den Freitod unterstützt, besteht die Gefahr, dass er zur sittlichen Forderung an jene wird, welche dem Gemeinwesen Kosten und Mühe verursachen.

Die Gefahr der moralischen Verrohung und Brutalisierung der Gesellschaft stünde im Raum.
es mag ja sein, dass es raffgierige verwandte gibt, die ihre alten angehörigen in den tod treiben würden.
aber ICH hätte für mich gerne die möglichkeit selbst zu entscheiden, wann für mich genug ist und ich möchte mir dann eine pille einwerfen können.
missbrauch wird es immer geben, da ändert auch eine andere gesetzeslage nix.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 20 Jun 2014 15:03 
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Zitat:
es mag ja sein, dass es raffgierige verwandte gibt, die ihre alten angehörigen in den tod treiben würden.
aber ICH hätte für mich gerne die möglichkeit selbst zu entscheiden, wann für mich genug ist und ich möchte mir dann eine pille einwerfen können.
missbrauch wird es immer geben, da ändert auch eine andere gesetzeslage nix.

So sehe ich das auch, Teddy. Ausserdem finde ich es immer noch besser, wenn man sich solch ein Medikament besorgen kann, als sich z.B. vor einen Zug zu werfen oder als "Geisterfahrer" unterwegs zu sein, und damit auch noch Andere in diese hoechst private Angelegenheit rein zu ziehen oder sie vielleicht auch noch zu Schaden kommen zu lassen.

@ Zenzi: Ein ploetzlicher Tod ist immer belastend, ob durch eigene Hand, oder aus anderen Gruenden. Wahrscheinlich sucht man aber nach der eigenen Schuld, wenn es zu einem Suizid kam. Ich kann das nicht beurteilen, weil ich keinen solchen Fall erlebt habe.
Mein Vater wollte sich umbringen und hatte mir vorher gesagt, dass er keine Lust mehr zum Leben habe. Ich habe das so akzeptiert (Der Versuch klappte uebrigens nicht, wofuer Andere gesorgt haben. Das war ein paar Wochen,bevor er eines natuerlichen Todes starb.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 20 Jun 2014 16:53 
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teddy hat geschrieben:
ICH hätte für mich gerne die möglichkeit selbst zu entscheiden, wann für mich genug ist und ich möchte mir dann eine pille einwerfen können.

teddy, wenn du das möchtest, steht es dir frei; es ist nicht strafbar. Du musst dich aber selbst darum kümmern, woher du diese Pille bekommst.

Du hast die Freiheit, dich selbst zu töten, aber kein Anrecht darauf, dass andere dich töten oder dir dabei helfen, also dir zu Gefallen eine vorsätzliche Tötungsaktivität auszuführen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 20 Jun 2014 17:50 
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SolaBona hat geschrieben:
teddy hat geschrieben:
ICH hätte für mich gerne die möglichkeit selbst zu entscheiden, wann für mich genug ist und ich möchte mir dann eine pille einwerfen können.

teddy, wenn du das möchtest, steht es dir frei; es ist nicht strafbar. Du musst dich aber selbst darum kümmern, woher du diese Pille bekommst.

Du hast die Freiheit, dich selbst zu töten, aber kein Anrecht darauf, dass andere dich töten oder dir dabei helfen, also dir zu Gefallen eine vorsätzliche Tötungsaktivität auszuführen.
leider ist es in deutschland nicht möglich, legal an diese pille zu kommen!

und ich denke, dass einige meiner engsten freunde mir diesen gefallen täten, wenn ich es selbst nicht mehr könnte - genauso, wie ich es für sie tun würde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 20 Jun 2014 20:38 
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Registriert: 27 Jan 2011 12:27
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Das Ganze ist doch eine verolgene Angelegenheit: Schwangerschaftsabbruch ist legal, obwohl da von anderer Seite ueber ein Menschenleben entschieden wird und beim eigenen Leben wird so ein Heckmeck gemacht. Es sollte doch eine Moeglichkeit geben, seinem Leben einigermassen wuerdevoll und selbstbestimmt ein Ende zu setzen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 20 Jun 2014 20:43 
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Quijota hat geschrieben:
Das Ganze ist doch eine verolgene Angelegenheit: Schwangerschaftsabbruch ist legal, obwohl da von anderer Seite ueber ein Menschenleben entschieden wird und beim eigenen Leben wird so ein Heckmeck gemacht. Es sollte doch eine Moeglichkeit geben, seinem Leben einigermassen wuerdevoll und selbstbestimmt ein Ende zu setzen.

so sehe ich das auch!
:daumen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 25 Aug 2014 22:35 
teddy hat geschrieben:
SolaBona hat geschrieben:
zenzi2 hat geschrieben:
Ich hab i.S. Freitod ein etwas problematisches Gefühl. In meiner Familie ist das zu oft vorgekommen und es ist, wenn nicht ausgesprochen gut begründet und so auch niedergeschrieben, für die Hinterbliebenen immer ein Trauma. Ich hab fast 40 Jahre gebraucht, um mich mit dem Selbstmord meiner Mutter zu versöhnen.

Über derartiges so locker zu schreiben, wie es hier geschieht, macht mich leicht ratlos.

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Auch, um den Kranken-, Pflegekassen zu ermöglichen, in Zeiten knapper Finanzen endlich hohe Kosten für Behandlung/Pflege dieser "überflussigen" Menschen einsparen zu können. Man könnte sich alter/kranker Menschen entledigen, indem man sie moralisch unter Druck setzt, sich professionell töten zu lassen. Wohl kaum ein geschwächter Mensch könnte solchem Druck lange standhalten.

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Die Gefahr der moralischen Verrohung und Brutalisierung der Gesellschaft stünde im Raum.
es mag ja sein, dass es raffgierige verwandte gibt, die ihre alten angehörigen in den tod treiben würden.
aber ICH hätte für mich gerne die möglichkeit selbst zu entscheiden, wann für mich genug ist und ich möchte mir dann eine pille einwerfen können.
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Na ja, aber es ist wie mit vielem: was einfach und schnell verfügbar ist, wird auch schnell bedenkenlos oder überstürzt genutzt. Insoweit halte ich z.B. die Abtreibungsregelung in D für sinnvoll, die Beratung und Wartefrist vorsieht. Auch unter Berücksichtigung der Euthanasie-Erfahrungen der Nazizeit sollte man auch im übrigen damit sehr vorsichtig sein. Allgemein und einfach zugängliche Pillen, um sich selber abzumurksen würden sehr schnell Missbrauch verursachen ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialverträgliches Ableben
BeitragVerfasst: 26 Aug 2014 18:55 
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Fazer hat geschrieben:
Allgemein und einfach zugängliche Pillen, um sich selber abzumurksen würden sehr schnell Missbrauch verursachen ...
das würde eh' nicht passieren,
und möchte arg bezweifeln, dass jemand, der also ärzte, etc. davon überzeugt hat, dass sein leben nicht mehr lebenswert ist, er nur noch schmerzen zu erwarten hat, die frisch erhaltene pille dazu nutzt, jemand anderes abzumurksen.

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