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 Betreff des Beitrags: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 11 Feb 2014 02:05 
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Wir haben es in einem anderen Unterforum immer mal wieder mit schlecht bezahlten Berufen zu tun, nicht nur solche, die zum Aufstocken führen, sondern z.T. auch solche, die gerade mal so viel bringen, dass man nicht mehr aufstocken kann, aber dennoch so wenig Verdienst einbringen, dass man kaum leben oder sterben kann damit.

Mir fallen da jetzt gleich ein:

Friseure
Briefträger
Kindergärtnerinnen
Krankenschwestern
Altenpfleger
Lokführer, Schaffner und Zugführer
Busfahrer
Alle Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe

Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.

Das sind alles Berufe, die eine manchmal sogar langwierige Ausbildung erfordern, eine hohe Verantwortung verlangen und dennoch von der Wirtschaft und somit auch von der Gesellschaft wenig wertgeschätzt werden.
Zugegebenermaßen sind es auch Berufe, für die auch die zuständigen Gewerkschaften in den Jahrzehnten nach dem WK 2 wenig bis nichts erreicht haben, entweder, weil sie eine geringe Mitgliederzahl hatten und ihnen darum die Schlagkraft fehlte oder weil man z.B. bei Frauenberufen auch lange Zeit dachte, das wären ja ohnehin nur "Zuverdienstberufe".

Bei manchen dieser Berufe geht man davon aus, dass durch "Trinkgeld" noch aufgestockt werden kann. Das mag bei Kellnern und Friseuren vielleicht sogar stimmen, bei Köchen schon nicht mehr, denn für das Personal, das man nicht zu Gesicht bekommt, gibt selten einer Trinkgeld.

Zenzi

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Schon 2011 schrieb ausgerechnet der autorisierte Biograf Margaret Thatchers, Charles Moore: "Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat."


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 11 Feb 2014 11:46 
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reger Freigeist

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Gerade im Gesundheitswesen ist das schockierend!
So eine Krankenschwester hat eine sehr fundierte und solide Ausbildung. Der Job bringt eine enorme Verantwortung mit sich, aber trotzdem speist man so eine Krankenschwester mit Almosen ab.

Wenn man aber sieht, was so ein Kranker inkl. OP so alles an Geld einbringt, muss man sich schon fragen, wo denn das ganze Geld bleibt!


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 11 Feb 2014 13:11 
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Zitat:
Wenn man aber sieht, was so ein Kranker inkl. OP so alles an Geld einbringt, muss man sich schon fragen, wo denn das ganze Geld bleibt!


Bei den Chefärzten? Die Löhne der anderen Ärzte im Krankenhaus sind auch ziemlich bescheiden. Die Hierarchie in den Krankenhäusern ist sowieso mehr als fragwürdig. Das System ist autoritär und nicht ganz zeitgemäß. Mein Lebenspartner könnte ein Lied davon singen.

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Freiheit und Freude Liberté et joie Liberty and joy Libertad y alegría свобо́да и ра́дость.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 11 Feb 2014 14:02 
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reger Freigeist

Registriert: 30 Okt 2012 14:29
Beiträge: 316
luc1 hat geschrieben:
Zitat:
Wenn man aber sieht, was so ein Kranker inkl. OP so alles an Geld einbringt, muss man sich schon fragen, wo denn das ganze Geld bleibt!


Bei den Chefärzten? Die Löhne der anderen Ärzte im Krankenhaus sind auch ziemlich bescheiden. Die Hierarchie in den Krankenhäusern ist sowieso mehr als fragwürdig. Das System ist autoritär und nicht ganz zeitgemäß. Mein Lebenspartner könnte ein Lied davon singen.


Ja, deren Gehälter sind oft überpropertional...
Natürlich muss eine Leistung entsprechend gewürdigt werden, so ist es schon eine Leistung eine lange Op voll konzentriert durchzuführen, aber es ist auch eine Leistung, Kranke zu pflegen!

Es würde kaum einen dieser Chefärzte in tiefste Armut stürzen, wenn da die Bezüge ein wenig sinken und dies dann entsprechend neu umverteilt werden würde.

Aber manchen Thrönen wird eben nicht gesägt! Schon gar nicht bei den Halbgöttern...


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 11 Feb 2014 14:11 
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Ich glaube eher, das meiste, was in so einer Klinik kostet, ist die Verwaltung. Der Aufwand, der da betrieben wird, ist enorm. Da gönne ich den Chefärzten durchaus ihr hohes Salär, wenn der Bürokratius etwas eingedampft werden könnte.
Aber dieser Verwaltungsaufwand ist nur zum Teil auf dem eigenen Mist gewachsen. Ein großer Teil ist den immer höheren Anforderungen an Dokumentationspflichten gegenüber den Krankenkassen, den Finanz- und anderen Behörden etc. geschuldet.
Das ist allerdings auch nicht nur bei Kliniken der Fall. Viele andere Unternehmen stöhnen ebenfalls über den Wust an Rechnungslegungspflichten. Man versucht dem zwar gegen zu steuern, indem man so manches per Software machen lässt, aber auch diese kostet ja Geld und Pflege. Unternehmen wie SAP haben nicht umsonst so einen Riesenerfolg.

Zenzi

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Schon 2011 schrieb ausgerechnet der autorisierte Biograf Margaret Thatchers, Charles Moore: "Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat."


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 15 Feb 2014 22:21 
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zenzi2 hat geschrieben:
Ich glaube eher, das meiste, was in so einer Klinik kostet, ist die Verwaltung. Der Aufwand, der da betrieben wird, ist enorm. Da gönne ich den Chefärzten durchaus ihr hohes Salär, wenn der Bürokratius etwas eingedampft werden könnte.
Aber dieser Verwaltungsaufwand ist nur zum Teil auf dem eigenen Mist gewachsen. Ein großer Teil ist den immer höheren Anforderungen an Dokumentationspflichten gegenüber den Krankenkassen, den Finanz- und anderen Behörden etc. geschuldet.
Das ist allerdings auch nicht nur bei Kliniken der Fall. Viele andere Unternehmen stöhnen ebenfalls über den Wust an Rechnungslegungspflichten. Man versucht dem zwar gegen zu steuern, indem man so manches per Software machen lässt, aber auch diese kostet ja Geld und Pflege. Unternehmen wie SAP haben nicht umsonst so einen Riesenerfolg.

Zenzi


Das ist zwar grenzlastig OT, aber es gehört zu Obigem (irgendwie). Eine Freundin von mir ist krankgeschrieben (in D), schon lange, Diverses um die Hand, Krankenhaus, Kur, diverse Spezialisten. Ihre Hausärztin hat alles im Griff, hilft ihr in gewisse Richtungen, weil die Probleme mit derer Hand halt nicht klassisch sind und nicht so leicht lösbar. Es zieht sich also hin. Nun erhielt meine Freundin einen Brief von der Krankenkasse, dass die ihr in Zukunft kein Krankengeld mehr bezahlen würden, sie sei nicht mehr krank. ???????????????? Da muss es einen doch schleudern, wenn die Krankenkasse so etwas nun entscheidet!
Klar lassen sich die Ärzte diese "Kritik" von der Krankenkasse nicht gefallen, aber dass so etwas überhaupt vorkommt, ist eine Schande.

Was das andere zu den schlecht bezahlten Berufen angeht, wird m.E. auch vergessen, dass inzwischen sehr viele Menschen mit einer Bankkarte bezahlen und damit meistens kein Trinkgeld mehr geben.
Mit ihrer Karte in einen Schlitz stecken, ihren Code eingeben, sind sie nichts mehr schuldig. Da noch im Geldbeutel wühlen wirkt fast peinlich und da ist das so sichtbar. 20 Cent? oder doch die etwa 10%? Jedenfalls ist es für beide Seiten bar zu zahlen diskreter und zu sagen: "Stimmt schon so!"

Chris


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 15 Feb 2014 23:27 
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x-mas hat geschrieben:
Eine Freundin von mir ist krankgeschrieben (in D), schon lange, Diverses um die Hand, Krankenhaus, Kur, diverse Spezialisten. Ihre Hausärztin hat alles im Griff, hilft ihr in gewisse Richtungen, weil die Probleme mit derer Hand halt nicht klassisch sind und nicht so leicht lösbar. Es zieht sich also hin. Nun erhielt meine Freundin einen Brief von der Krankenkasse, dass die ihr in Zukunft kein Krankengeld mehr bezahlen würden, sie sei nicht mehr krank. ???????????????? Da muss es einen doch schleudern, wenn die Krankenkasse so etwas nun entscheidet!
Klar lassen sich die Ärzte diese "Kritik" von der Krankenkasse nicht gefallen, aber dass so etwas überhaupt vorkommt, ist eine Schande.

Ich wage zu bezweifeln, dass die Krankenkasse als Begründung angegeben hat, deine Freundin sei nicht mehr krank. Krankengeld wird in D nicht für eine unbegrenzte Dauer gezahlt.

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/48.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 16 Feb 2014 00:45 
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SolaBona hat geschrieben:
x-mas hat geschrieben:
Eine Freundin von mir ist krankgeschrieben (in D), schon lange, Diverses um die Hand, Krankenhaus, Kur, diverse Spezialisten. Ihre Hausärztin hat alles im Griff, hilft ihr in gewisse Richtungen, weil die Probleme mit derer Hand halt nicht klassisch sind und nicht so leicht lösbar. Es zieht sich also hin. Nun erhielt meine Freundin einen Brief von der Krankenkasse, dass die ihr in Zukunft kein Krankengeld mehr bezahlen würden, sie sei nicht mehr krank. ???????????????? Da muss es einen doch schleudern, wenn die Krankenkasse so etwas nun entscheidet!
Klar lassen sich die Ärzte diese "Kritik" von der Krankenkasse nicht gefallen, aber dass so etwas überhaupt vorkommt, ist eine Schande.

Ich wage zu bezweifeln, dass die Krankenkasse als Begründung angegeben hat, deine Freundin sei nicht mehr krank. Krankengeld wird in D nicht für eine unbegrenzte Dauer gezahlt.

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/48.html


Ich danke für den Beitrag von SolaBona. Den werde ich natürlich an meine Freundin in D weiterschicken.
Sie ist schliesslisch selbst gelernte Bankkauffrau und arbeitete lange Jahre in der Firma ihres Mannes. Nun ist sie jedoch seit ihrem Unfall mit der Hand nicht mehr arbeitsfähig, jedenfalls nicht mehr beidhändig, was am Computer schon etwas einschränkend ist - und für alles andere auch. Autofahren z.B. Das gehörte auch zu ihrer Arbeit für Kundengespräche.

Wie dieses Geschungele zwischen den Ämtern ist, habe ich schliesslich selbst mitgekriegt: In Arbeitslosigkeit krank zu werden ist gefährlich, dann bekam ich eben kein Arbeitslosengeld mehr und bis die Krankenkasse zahlte, dauerte es 5 Monate. Nun bin ich immer noch krank geschrieben, kann zwecks Alter jedoch nicht mehr auf offizieller Arbeitssuche sein, aber die Rente rollt noch nicht.

Was SolaBona an dem Schreiben der Krankenkasse anzweifelt, nein, da mische ich mich nicht ein. Meine Freundin hat das besagte Schreiben der Krankenkasse ihrer Ärztin übergeben und die lässt sich eben in ihrem Beruf nicht sagen, ob wer und wann wer krank ist.

Dazu gibt es Befunde, da schwebt nichts durch die Luft. Scanner sind wohl selten Lügner. Oder?! Auch diese anderen Blutzirkulationsgeräte nicht. Auch Blut- und Urintests nicht.

Wenn es da also zu Schwierigkeiten kommt, geht es schlicht darum, dass eine Instutition nicht zahlen will und auf eine andere verweist. Es ändert für die/den Betroffene/n nichts daran, dass sie/er gewisse Sachen durch ... nicht mehr machen kann.

Wenn also z.B. Menschen in schlecht bezahlten Berufen nicht nur arbeitslos, sondern auch noch krank werden, kommt denen Hartz entgegen. Und dann wissen wir ja schon, wer da für Sanktionen ist.

Das würde sich jedenfalls meine Hausärztin auch nicht gefallen lassen, dass ihr jemand von aussen sagt, ob man Probleme hat oder nicht. Auch in meinem Fall war es sie, die mich zu Spezialisten schickte, die feststellten, was los ist. Deshalb kam es zu einer Operation. Deshalb ist immer noch kaum was in Ordnung, aber die Krankenkasse kann auch bei mir nicht bezweifeln, dass da NIX sei. Im KH ist niemand aus Jux und Tollerei!


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 16 Feb 2014 01:08 
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Beiträge: 4120
Vorhin schrieb ich etwas über dieses Kreditkartenzahlen.

Ok, da fällt mir ein Abend mit einem Freund ein. Ist schon lange her, aber immer noch gültig. Wir waren also in einem Restaurant beim Essen. Er hatte mich eingeladen. Sehr schön. Wir assen in einem Restaurant von Freunden. Sehr schön.
Das Essen war gut wie immer. Sehr schön.
Dieser Freund zahlte also. Mit Karte. Nichts weiter.
Ich hatte genau bemerkt, dass wir anders verwöhnt worden waren als andere Gäste. Nur in kleinen Details. Diese wollte ich mit mehr als Worten anerkennen und wühlte ein paar Münzen aus meinem Geldbeutel und legte die auf den Tisch neben die Kaffeetassen.
Wir waren am Gehen, da sagte mir dieser Freund: "Ich glaube, du hast Geld auf dem Tisch vergessen!"

Draussen sagte ich ihm, dass ich eben Trinkgeld gelassen hatte, da er es nicht getan hatte.
"Trinkgeld? Spinn' ich? Ich bezahle das, was auf der Karte steht! Das ist teuer genug!"
___________________________________________________________________________________________________
Aber ok, ich komme aus einer verrückten Familie im positiven wie im negativen Sinn.
Ich kann mich erinnern, dass meine Oma mal am Bahnhof ankam, ausnahmsweise nicht von meinem Papa dort abgeholt, ich war allerdings als "Empfangskomitee" da.
Oma sagte: "Nein, diesen Fussmarsch bis zu euch mache ich nicht! Wir nehmen ein Taxi!"
Das fand ich toll. In einem Taxi war ich vorher nie gewesen. Ok.
Bei uns vor dem Wohnblock sagte der Taxifahrer: "Das kostet xx DM!"
"Oh!", sagte meine Oma, "Das hätte ich nicht gedacht!" Und gab ihm die doppelte Summe.
Der Mann guckte blöd, aber Oma sagte: "Das passt schon!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 16 Feb 2014 12:45 
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reger Freigeist

Registriert: 30 Okt 2012 14:29
Beiträge: 316
Der Begriff "Krank" ist nicht eindeutig genug!
Es gibt hier gravierende Unterschiede, insbesondere für die Leistungen der Krankenkasse:

Erst ist man krank, man wird behandelt und dann gibt es unterschiedliche "Ergebnisse":
- gesund
- austheraperiert - bleibende Schäden nicht behandelbar
- palliativ Behandlung

Aus der Sicht der Krankenkasse wird eben nur noch bei einer palliativen (z.B. Schmerzbehandlung bis zum Tode) Behandlung bezahlt.

Bei bleibenden Schäden und einer daraus resultierenden Erwerbsunfähigkeit muss eine Krankenkasse nicht weiter bezahlen, hierzu gibt es dann andere Möglichkeiten, wie z.B. eine privat abgeschlossene Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder je nach schwere der bleibenden Schäden auch eine Frühverrentung die der Staat entscheidet und auch fürderhin in Form einer Frührente bezahlt. Die Höhe der Frührente richtet sich nach den bis dato einbezahlten Rentenbeiträgen und der noch verbleibenden Zeit bis zum eigentlichen Rentenalter.

Die Krankenkasse jedenfalls hat nur für einen bestimmten Zeitraum die Zahlungspflicht, insofern ist der Beitrag von SolaBona durchaus richtig. Natürlich muss die Krankenkasse für Behandlungskosten und Medikamente weiterhin aufkommen, die aus der ursprünglichen Erkrankung resultieren, dies gegebenenfalls bis zum Lebensende. Krankengeld wird aber nach § 48 SGB V wegen derselben Krankheit längstens für 78 Wochen bezahlt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 16 Feb 2014 13:55 
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Aktivposten ;)

Registriert: 29 Jan 2011 10:31
Beiträge: 4120
Wegen einer Grippe kann wohl niemand lebenslang krank sein, es sei denn man stirbt in adequater Zeit. Das war ja im Beispiel von teddy der Fall.
Da hat die Krankenkasse und die Rentenversicherung Geld gespart.

Es gibt andererseits Krankkeiten, die sich lange hinschleppen können, aber nicht unheilbar sein müssen. Somit will sich der/die Betroffe nicht unbedingt berufsunfähig erklären lassen. Das würde ja die eigene Hoffnung, dass das wieder werden kann untergraben.

Beispiel:
Mein Bruder war in jungen Jahren ein paar lange Monate im KH. Er wurde nach einem Motorradunfall zusammengeflickt. Er hatte "Glück", weil er Beamter war. Der Schaden, der lange Jahre blieb: Heftige Armbewegung bei Tennis oder Segeln etc. und die übertragene Haut am Ellenbogen platzte auf. Das hinderte ihn nicht weiter zu arbeiten.
Trotzdem kam er viele Jahre später in Frührente: Burn Out. Er hatte bei Telekom gearbeitet. Schwere Allergieprobleme wegen der Arbeit in klimatisierten Räumen. Und zudem anderer Stress.
Die Lösung war dann Frührente.
Ergebnis: Er macht Bogenschiessen. Er klettert auf seinen seltenen Segelschiffreisen auf Mate mit über 30 Meter Höhe. Der Ellenbogen hält!!!
Die Allergien blieben.

Kurzum, jeder Fall ist anders.

Über mich schreibe ich vorzugshalber nichts. Das bringt nur wieder Lachsalven hervor.

Was meine Freundin angeht, die mit der kaputten Hand, auch da schreibe ich vorzugshalber nichts mehr.
Ich hoffe wie sie, dass sie wieder arbeiten können wird. Sie ist 50 und Frührente, nein, das echt noch nicht!
Dto. gilt für mich. Aber ich will normale Rente und weiter arbeiten können.

Jeder Fall ist anders. Mein Bruder ist z.B. perfekter Hausmann geworden und anderes mehr.

Was die schlecht bezahlten Berufe angeht. Ja, da gehört meine Schwägerin dazu. Im KH arbeitet sie in der Vorbereitung der Sterilisierung des Operationszeugs. Zuweilen 12 Stunden am Tag. Sie hat eine Herzop hinter sich. Jetzt Verdacht auf Brustkrebs. Schöne heile Welt!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 16 Feb 2014 17:56 
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Wie degeneriert diese Gesellschaft mittlerweile ist, läßt sich eben auch recht gut an der Bezahlung (und damit ja auch Wertschätzung) und dem Ansehen unterschiedlicher Berufsgruppen erkennen.

Berater, Juristen, Banker und Betriebswirtschaftler - also Leute die im Grunde nichts herstellen, keine realen Werte schaffen - bekommen das Geld vorn und hinten reingeschoben, während diejenigen, die jeden Tag etwas erschaffen und/oder dafür sorgen, dass diese Gesellschaft überhaupt noch halbwegs funktioniert, in die Röhre schauen. Nicht der derjenige, der die Arbeit macht, wird gut bezahlt sondern derjenige, der sich hinstellt und ruft: "Da hinten liegt Arbeit, die müßte gemacht werden."

Volker Pispers hat es schon 2004! ganz gut auf den Punkt gebracht: http://www.youtube.com/watch?v=ko5CCSomDMY

_________________
Was meinen Sie, was hier los wäre, wenn mehr Menschen begreifen würden, was hier los ist. (Volker Pispers)

Die Mutter der Dummen ist immer schwanger. (Urban Priol)


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 00:04 
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LKW-Fahrer gehoeren nicht nur zu den schlecht bezahlten Berufen (besonders in den osteurop. Staaten, sondern auch zu der Gruppe mit den besonders harten Arbeitsbedingungen.Viele koennen sich naemlich den Standplatz auf einem Autohof (5-8 €/Nacht) nicht leisten. Dabei gibt es europaweite Vorschriften, wie oft sie sich auch mal in einem normalen Bett ausschlafen sollen. (Wenn man mal davon absieht, dass es fuer die o.g. LKW-Fahrer nicht genuegend Gratis-Parkplaetze in D gibt, was ein anderer Skandal ist.) In D wird der Verstoss gegen diese Vorschriften offenbar nicht kontrolliert und damit dieser Misere Vorschub geleistet:
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/lkw313.html

_________________
EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 09:12 
Quijota hat geschrieben:
LKW-Fahrer gehoeren nicht nur zu den schlecht bezahlten Berufen (besonders in den osteurop. Staaten, sondern auch zu der Gruppe mit den besonders harten Arbeitsbedingungen.Viele koennen sich naemlich den Standplatz auf einem Autohof (5-8 €/Nacht) nicht leisten. Dabei gibt es europaweite Vorschriften, wie oft sie sich auch mal in einem normalen Bett ausschlafen sollen. (Wenn man mal davon absieht, dass es fuer die o.g. LKW-Fahrer nicht genuegend Gratis-Parkplaetze in D gibt, was ein anderer Skandal ist.) In D wird der Verstoss gegen diese Vorschriften offenbar nicht kontrolliert und damit dieser Misere Vorschub geleistet:
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/lkw313.html

Zitat:
Auf der Ladefläche eines LKW sitzen fünf Männer und kochen Suppe. Seit fünf Tagen leben die Fahrer aus Weißrussland zwischen Kabine und Ladefläche, warten auf ihre Fracht. (...)
In Deutschland wurde dieser Fahrer übrigens auch kontrolliert. Auf die Anfrage von Panorama teilt das BAG mit: "Bei der angesprochenen Kontrolle handelte es sich um eine Mautkontrolle. [...] Bei Mautkontrollen dürfen jedoch aufgrund der Beschränkung [...] keine fahrpersonalrechtlichen Vorschiften kontrolliert werden."

Genau diese Beschränkungen sind Folge unseres Misstrauens gegenüber dem Ansammeln von personenbezogenen Daten in verschiedenen bzw. zentralen Registern!
Auch "Panorama" macht sich ja - mit Recht! - für den Datenschutz regelmäßig stark. Das hat halt nicht immer nur positive Auswirkungen.

Das Beispiel der 5 Weißrussen ist übrigens ein mit Blick auf Fahr- und Ruhezeiten sehr schlecht gewähltes, "warten" sie laut dem verlinkten Text doch seit 5 Tagen offenbar auf ihre Fracht - und hätten damit 120 Stunden Ruhezeit am Stück auf ihrer Uhr.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 10:09 
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Nur verbringen sie ihre "Ruhezeit" eben nicht so, wie es gedacht ist (jedenfalls habe ich das so verstanden), sondern sie falten sich auf 3 qm zusammen. Im Sommer geht es ja noch - da kann man sich im Freien unter einen Baum legen etc., aber im Winter...

Was den Datenschutz anbetrifft: der ist in diesem Fall EU-einheitlich geregelt. Im Filmbeispiel kuemmern sich abert die Belgier um die Einhaltung der Ruheregeln, waegrend die Deutschen sich ausschliesslich um andere Dinge küemmern, mit dem Hinweis, sie waeren personell unterbesetzt

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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 10:17 
Quijota hat geschrieben:
Nur verbringen sie ihre "Ruhezeit" eben nicht so, wie es gedacht ist (jedenfalls habe ich das so verstanden), sondern sie falten sich auf 3 qm zusammen. Im Sommer geht es ja noch - da kann man sich im Freien unter einen Baum legen etc., aber im Winter...

Was den Datenschutz anbetrifft: der ist in diesem Fall EU-einheitlich geregelt. Im Filmbeispiel kuemmern sich abert die Belgier um die Einhaltung der Ruheregeln, waegrend die Deutschen sich ausschliesslich um andere Dinge küemmern, mit dem Hinweis, sie waeren personell unterbesetzt

Dann lösen wir das Problem doch ganz einfach: Lass uns (Bundes-) Polizei, BAG, Zoll und andere staatliche Kontrollinstanzen personell deutlich ausbauen und das z.B. mit Kürzungen im Bereich "Soziales" gegenfinanzieren. Da hast Du mich sofort an Deiner Seite!

Alternativ darfst Du aber natürlich auch einen anderen praktikablen Gegenvorschlag machen ... ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 10:23 
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Es müssen ja keine Kürzungen aus dem Bereich "Soziales" sein. Es gäbe sicherlich so manche Projekte, die eine Kürzung vertragen könnten. Man könnte z.B. mehr Steuerfahnder einstellen. Die würden sicher nicht nur ihren eigenen Verdienst "verdienen", sondern man könnte das, was sie an "Überschuss erwirtschaften" für andere Baustellen einsetzen. Die Ausrede, man habe keinGeld, um mehr Finanzbeamte zu bezahlen, ist imho eine Schutzbehauptung dafür, dass man bestimmten Leuten eben nicht an die Wäsche will

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 10:27 
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Quijota hat geschrieben:
Es müssen ja keine Kürzungen aus dem Bereich "Soziales" sein. Es gäbe sicherlich so manche Projekte, die eine Kürzung vertragen könnten. Man könnte z.B. mehr Steuerfahnder einstellen. Die würden sicher nicht nur ihren eigenen Verdienst "verdienen", sondern man könnte das, was sie an "Überschuss erwirtschaften" für andere Baustellen einsetzen. Die Ausrede, man habe keinGeld, um mehr Finanzbeamte zu bezahlen, ist imho eine Schutzbehauptung dafür, dass man bestimmten Leuten eben nicht an die Wäsche will


...und da die Finanzverwaltung Ländersache ist, kann Herr Schäuble auch nichts dafür tun, dass sich das ändert. Und weil halt jeder Landesfürst so seine Lieblingsunternehmer/Steuerzahler hat, wird da kaum was gemacht.

Zenzi

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Schon 2011 schrieb ausgerechnet der autorisierte Biograf Margaret Thatchers, Charles Moore: "Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat."


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 10:39 
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Das mag ja so sein, aber vielleicht waere es an der Zeit, daran was zu ändern?! Ich frage mich, wieviel Spenden an Parteilandesverbände aus Unternehmen fliessen, damit sie nicht richtig kontrolliert werden und die auch noch diese Spenden von der Steuer absetzen :hmm:

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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 10:56 
zenzi2 hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Es müssen ja keine Kürzungen aus dem Bereich "Soziales" sein. Es gäbe sicherlich so manche Projekte, die eine Kürzung vertragen könnten. Man könnte z.B. mehr Steuerfahnder einstellen. Die würden sicher nicht nur ihren eigenen Verdienst "verdienen", sondern man könnte das, was sie an "Überschuss erwirtschaften" für andere Baustellen einsetzen. Die Ausrede, man habe keinGeld, um mehr Finanzbeamte zu bezahlen, ist imho eine Schutzbehauptung dafür, dass man bestimmten Leuten eben nicht an die Wäsche will


...und da die Finanzverwaltung Ländersache ist, kann Herr Schäuble auch nichts dafür tun, dass sich das ändert. Und weil halt jeder Landesfürst so seine Lieblingsunternehmer/Steuerzahler hat, wird da kaum was gemacht.

Zenzi

BAG, Zoll und Bundespolizei, um nur mal meine 3 Beispiele zu nennen, sind NICHT Ländersache, Zenzi. Über deren Mittelzuteilung bestimmen also nicht die ach so verpönten "Landesfürsten", sondern die politisch Verantwortlichen in Berlin.
Wenn man darüber klagt, dass Aufgaben zu kurz kommen, die in deren Zuständigkeit fallen, muss die Lösung zuallererst auf Bundesebene erfolgen.

Das bedeutet natürlich überhaupt nicht, dass die von Quijota angesprochene Idee deswegen unter den Tisch fallen sollte. Ihr wisst ja hoffentlich aus diversen meiner Kommentare, dass ich in der Frage "Steuerfahndung" komplett auf Eurer Seite stehe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 11:10 
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Ach Kritikaster, das ist in meinen Augen das allzu oft gespielte Spiel mit der "heissen Kartoffel", das sich durch die dt. Politiklandschaft zieht.
"Wir würden ja....tun, aber..."
Ehrlich gesagt, habe ich es gründlich satt, dass man nicht wegen irgendwelcher Pseudoprobleme an die Lösung von Aufgaben geht, an anderer Stelle aber schamlos seine Kompetenzen schamlos überschreitet.

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(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 11:18 
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Kritikaster hat geschrieben:
zenzi2 hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Es müssen ja keine Kürzungen aus dem Bereich "Soziales" sein. Es gäbe sicherlich so manche Projekte, die eine Kürzung vertragen könnten. Man könnte z.B. mehr Steuerfahnder einstellen. Die würden sicher nicht nur ihren eigenen Verdienst "verdienen", sondern man könnte das, was sie an "Überschuss erwirtschaften" für andere Baustellen einsetzen. Die Ausrede, man habe keinGeld, um mehr Finanzbeamte zu bezahlen, ist imho eine Schutzbehauptung dafür, dass man bestimmten Leuten eben nicht an die Wäsche will


...und da die Finanzverwaltung Ländersache ist, kann Herr Schäuble auch nichts dafür tun, dass sich das ändert. Und weil halt jeder Landesfürst so seine Lieblingsunternehmer/Steuerzahler hat, wird da kaum was gemacht.

Zenzi

BAG, Zoll und Bundespolizei, um nur mal meine 3 Beispiele zu nennen, sind NICHT Ländersache, Zenzi. Über deren Mittelzuteilung bestimmen also nicht die ach so verpönten "Landesfürsten", sondern die politisch Verantwortlichen in Berlin.
Wenn man darüber klagt, dass Aufgaben zu kurz kommen, die in deren Zuständigkeit fallen, muss die Lösung zuallererst auf Bundesebene erfolgen.

Das bedeutet natürlich überhaupt nicht, dass die von Quijota angesprochene Idee deswegen unter den Tisch fallen sollte. Ihr wisst ja hoffentlich aus diversen meiner Kommentare, dass ich in der Frage "Steuerfahndung" komplett auf Eurer Seite stehe.


Aber Steuerfahnder sind keine Leute von BAG, Zoll oder Bundespolizei und somit eben Landesbeamte. Da müsste man schon die Zuständigkeit grundsätzlich ändern und das kriegt man ohne Zustimmung der Länder eben nicht hin - wäre ja noch schöner, wenn sich die Länder ihre Kompetenzen beschneiden ließen.
Hat man doch gesehen bei der Bildungspolitik. ´Da ist auch nichts zustande gekommen mit den Vorhaben des Bundes, weil die Länder eben nicht mitgezogen haben. Die haben zwar das Geld vom Bund für bessere Bildungspolitik genommen, es aber in ihren Haushalt gesteckt und für Gott weiß was verwendet.

Und das alles ist nicht die Schuld einer Partei, sondern da sind sich die Parteien in den Ländern alle einig.

Zenzi

_________________
Schon 2011 schrieb ausgerechnet der autorisierte Biograf Margaret Thatchers, Charles Moore: "Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat."


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 11:41 
zenzi2 hat geschrieben:
Kritikaster hat geschrieben:
zenzi2 hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Es müssen ja keine Kürzungen aus dem Bereich "Soziales" sein. Es gäbe sicherlich so manche Projekte, die eine Kürzung vertragen könnten. Man könnte z.B. mehr Steuerfahnder einstellen. Die würden sicher nicht nur ihren eigenen Verdienst "verdienen", sondern man könnte das, was sie an "Überschuss erwirtschaften" für andere Baustellen einsetzen. Die Ausrede, man habe keinGeld, um mehr Finanzbeamte zu bezahlen, ist imho eine Schutzbehauptung dafür, dass man bestimmten Leuten eben nicht an die Wäsche will


...und da die Finanzverwaltung Ländersache ist, kann Herr Schäuble auch nichts dafür tun, dass sich das ändert. Und weil halt jeder Landesfürst so seine Lieblingsunternehmer/Steuerzahler hat, wird da kaum was gemacht.

Zenzi

BAG, Zoll und Bundespolizei, um nur mal meine 3 Beispiele zu nennen, sind NICHT Ländersache, Zenzi. Über deren Mittelzuteilung bestimmen also nicht die ach so verpönten "Landesfürsten", sondern die politisch Verantwortlichen in Berlin.
Wenn man darüber klagt, dass Aufgaben zu kurz kommen, die in deren Zuständigkeit fallen, muss die Lösung zuallererst auf Bundesebene erfolgen.

Das bedeutet natürlich überhaupt nicht, dass die von Quijota angesprochene Idee deswegen unter den Tisch fallen sollte. Ihr wisst ja hoffentlich aus diversen meiner Kommentare, dass ich in der Frage "Steuerfahndung" komplett auf Eurer Seite stehe.


Aber Steuerfahnder sind keine Leute von BAG, Zoll oder Bundespolizei und somit eben Landesbeamte. Da müsste man schon die Zuständigkeit grundsätzlich ändern und das kriegt man ohne Zustimmung der Länder eben nicht hin - wäre ja noch schöner, wenn sich die Länder ihre Kompetenzen beschneiden ließen.
Hat man doch gesehen bei der Bildungspolitik. ´Da ist auch nichts zustande gekommen mit den Vorhaben des Bundes, weil die Länder eben nicht mitgezogen haben. Die haben zwar das Geld vom Bund für bessere Bildungspolitik genommen, es aber in ihren Haushalt gesteckt und für Gott weiß was verwendet.

Und das alles ist nicht die Schuld einer Partei, sondern da sind sich die Parteien in den Ländern alle einig.

Zenzi

Bitte verstehe mich nicht verkehrt, Zenzi: Ich bin zwar für eine Aufstockung auch der Steuerfahnder in den Ländern und gehe auch davon aus, dass dadurch Geld in die Staatskassen käme. Das sollte m.E. allerdings auch in den Ländern bleiben! Die haben genügend Aufgaben zu stemmen, für die an allen Ecken das Geld fehlt.

Ich bin also nicht der Auffassung, dass es in dieser Hinsicht einer Änderung der Zuständigkeiten bedarf.

Vom Versagen des Bundes bei der personellen Ausstattung der von mir angeführten Behörden und den daraus resultierenden, von "Panorama" beklagten negativen Folgen sollten wir also m.E. nicht mit dem Verweis auf nicht ausgeschöpfte Finanzquellen der Länder abzulenken versuchen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 21:31 
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Registriert: 28 Jan 2011 17:35
Beiträge: 1236
zenzi2 hat geschrieben:
Wir haben es in einem anderen Unterforum immer mal wieder mit schlecht bezahlten Berufen zu tun, nicht nur solche, die zum Aufstocken führen, sondern z.T. auch solche, die gerade mal so viel bringen, dass man nicht mehr aufstocken kann, aber dennoch so wenig Verdienst einbringen, dass man kaum leben oder sterben kann damit.

Mir fallen da jetzt gleich ein:

Friseure
Briefträger
Kindergärtnerinnen
Krankenschwestern
Altenpfleger
Lokführer, Schaffner und Zugführer
Busfahrer
Alle Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe

Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.

Das sind alles Berufe, die eine manchmal sogar langwierige Ausbildung erfordern, eine hohe Verantwortung verlangen und dennoch von der Wirtschaft und somit auch von der Gesellschaft wenig wertgeschätzt werden.
Zugegebenermaßen sind es auch Berufe, für die auch die zuständigen Gewerkschaften in den Jahrzehnten nach dem WK 2 wenig bis nichts erreicht haben, entweder, weil sie eine geringe Mitgliederzahl hatten und ihnen darum die Schlagkraft fehlte oder weil man z.B. bei Frauenberufen auch lange Zeit dachte, das wären ja ohnehin nur "Zuverdienstberufe".

Bei manchen dieser Berufe geht man davon aus, dass durch "Trinkgeld" noch aufgestockt werden kann. Das mag bei Kellnern und Friseuren vielleicht sogar stimmen, bei Köchen schon nicht mehr, denn für das Personal, das man nicht zu Gesicht bekommt, gibt selten einer Trinkgeld.

Zenzi

Da hat sich aber bei uns inzwischen einiges getan, sieht man mal von ein paar einzelnen Privatbahnen ab. Kein Wunder also, daß Unternehmen und Politik gegen kleine Spartengewerkschaften zu Felde ziehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlecht bezahlte Berufe
BeitragVerfasst: 04 Apr 2014 21:43 
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Registriert: 25 Jan 2011 12:14
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Taurus hat geschrieben:
zenzi2 hat geschrieben:
Wir haben es in einem anderen Unterforum immer mal wieder mit schlecht bezahlten Berufen zu tun, nicht nur solche, die zum Aufstocken führen, sondern z.T. auch solche, die gerade mal so viel bringen, dass man nicht mehr aufstocken kann, aber dennoch so wenig Verdienst einbringen, dass man kaum leben oder sterben kann damit.

Mir fallen da jetzt gleich ein:

Friseure
Briefträger
Kindergärtnerinnen
Krankenschwestern
Altenpfleger
Lokführer, Schaffner und Zugführer
Busfahrer
Alle Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe

Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.

Das sind alles Berufe, die eine manchmal sogar langwierige Ausbildung erfordern, eine hohe Verantwortung verlangen und dennoch von der Wirtschaft und somit auch von der Gesellschaft wenig wertgeschätzt werden.
Zugegebenermaßen sind es auch Berufe, für die auch die zuständigen Gewerkschaften in den Jahrzehnten nach dem WK 2 wenig bis nichts erreicht haben, entweder, weil sie eine geringe Mitgliederzahl hatten und ihnen darum die Schlagkraft fehlte oder weil man z.B. bei Frauenberufen auch lange Zeit dachte, das wären ja ohnehin nur "Zuverdienstberufe".

Bei manchen dieser Berufe geht man davon aus, dass durch "Trinkgeld" noch aufgestockt werden kann. Das mag bei Kellnern und Friseuren vielleicht sogar stimmen, bei Köchen schon nicht mehr, denn für das Personal, das man nicht zu Gesicht bekommt, gibt selten einer Trinkgeld.

Zenzi

Da hat sich aber bei uns inzwischen einiges getan, sieht man mal von ein paar einzelnen Privatbahnen ab. Kein Wunder also, daß Unternehmen und Politik gegen kleine Spartengewerkschaften zu Felde ziehen.


Ach ja, Du bist ja Lokführer bei der Bahn. Wenn Lokführer und sonstiges fahrendes Personal inzwischen tatsächlich ein auskömmliches Salär bekommen, dann freut mich das sehr. Lange Zeit wars nicht so. Früher hatten diese Leute (auch die Briefträger) wenigstens noch ihren Beamtenstatus, der ihnen ein wenig geholfen hat, aber nach der Privatisierung wars aus damit und zurück blieben einfach arme Schweine.

Wie Du weißt, stamme ich aus einer Eisenbahnerfamilie. Großvater war Bahnhofsvorsteher, Vater Oberwerkmeister im Maschinenamt. Eigentlich wollte mein Vater Lokführer werden, aber es hat nicht so geklappt mit seinen Augen.

Zenzi

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Schon 2011 schrieb ausgerechnet der autorisierte Biograf Margaret Thatchers, Charles Moore: "Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat."


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