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 Betreff des Beitrags: Kabbala & Chassidim
BeitragVerfasst: 14 Apr 2011 22:56 
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Zitat:
Komisch, über Israel weiß ich einiges, über die deutsche jüdische Kultur gar nichts. Sehr peinlich.


Obwohl ich schon einiges über jüdische Kultur im Europa vor dem Holocaust wußte, lernt man immer mal wieder was dazu. Erst in den letzten Wochen hab ich z.B. erfahren, daß Tschernobyl früher eine Hochburg der jüdischen Kabbalistik war. Diese Stadt war bis zum Beginn des 2. Weltkrieges zur Hälfte ein "Schtetl", d.h. die Hälfte der Bevölkerung wohnte streng getrennt von den Ukrainern in ihren Stadtteilen. Es gibt unter den Chassidim eine sogenannte Tschernobyler Schule, hergeleitet von den einflussreichen Rabbinern von dort.

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: Ganz neue Erkenntnisse über Israel
BeitragVerfasst: 15 Apr 2011 08:58 
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zenzi hat geschrieben:
Zitat:
Komisch, über Israel weiß ich einiges, über die deutsche jüdische Kultur gar nichts. Sehr peinlich.


Obwohl ich schon einiges über jüdische Kultur im Europa vor dem Holocaust wußte, lernt man immer mal wieder was dazu. Erst in den letzten Wochen hab ich z.B. erfahren, daß Tschernobyl früher eine Hochburg der jüdischen Kabbalistik war. Diese Stadt war bis zum Beginn des 2. Weltkrieges zur Hälfte ein "Schtetl", d.h. die Hälfte der Bevölkerung wohnte streng getrennt von den Ukrainern in ihren Stadtteilen. Es gibt unter den Chassidim eine sogenannte Tschernobyler Schule, hergeleitet von den einflussreichen Rabbinern von dort.


Zenzi, Du wirfst mal wieder mit Begriffen um Dich :suspekt:
Gruß
Poldi

PS: was Du hier sagst, war mir komplett neu, weil Infos aus der ehemaligen UdSSR doch recht handverlesen waren

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 Betreff des Beitrags: Re: Ganz neue Erkenntnisse über Israel
BeitragVerfasst: 15 Apr 2011 09:54 
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Vielleicht sollten wir mal einen neuen Thread aufmachen: Kultur des europäischen Judentums. Unter Kultur?
Da gibts eine Menge interessanter Sachen.

Kabbala = Form jüdischer Mystik
Chassidim = http://de.wikipedia.org/wiki/Chassidismus#Der_urspr.C3.BCnglich_osteurop.C3.A4ische_Chassidismus

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: Ganz neue Erkenntnisse über Israel
BeitragVerfasst: 15 Apr 2011 10:56 
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zenzi hat geschrieben:
Vielleicht sollten wir mal einen neuen Thread aufmachen: Kultur des europäischen Judentums. Unter Kultur?
Da gibts eine Menge interessanter Sachen.

Kabbala = Form jüdischer Mystik
Chassidim = http://de.wikipedia.org/wiki/Chassidismus#Der_urspr.C3.BCnglich_osteurop.C3.A4ische_Chassidismus

Zenzi


Tja Zenzi, man lernt tatsächlich nie aus. Ob aber trotz der Wissenslücken ein eigener Thread lohnt, ich weiß es nicht. Ich für meinen Teil kann da =0 beitragen. :hmm:

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: Ganz neue Erkenntnisse über Israel
BeitragVerfasst: 15 Apr 2011 11:23 
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Ja zenzi,

meine religiöse Gehirnwäsche hat sowohl in der Familie – erzkatholisch und hat sich dann „folgerichtig“ in der Schule fortgesetzt. Ich musste erst mal 19 werden, bevor ich mich erst nach und nach von dieser Konditionierung lösen konnte. Ein Rat an JoJo, nicht alle, die dem religiösen Quatsch abhold sind, kennen sich daher auch zwangsläufig NICHT damit aus. Gerade weil diese Vergiftung soviel Wirkung zeigt, muss man sich leider mit deren seltsamen Geschichten befassen.

Über was diskutieren wir den hier ? Über Israel ? Wohl wahr, aber wenn jeder mal genau hinsieht, auch und sehr stark über Religion. Beinahe alles wird sowohl aus der jüdischen Religion erklärbar, aber auch die beiden anderen Religionen sind Basis für das Übel.

Woran sind Juden erkennbar ? Seit Zerschlagung des bis dahin letzten jüdischen Staats durch die Römer vor mehr als 2000 Jahren – an ihrer Religion. Diese hat all die Zeit jede Assimilation in den ganzen Ländern, wohin es jüdische Bevölkerungsteile verschlagen hat, verhindert. Es ging immer zuerst um Religion. Sämtliche Regeln, wer den überhaupt Jude sei, lassen sich ausschließlich über das Vehikel Religion erklären. Nur die Mutter, mach ihre Kinder zu anerkannten Juden.

Dies ist eine Form eine Ethnie unter allen Umständen überall in der Diaspora zu erhalten. Ohne diese Religion wären längst alle in den sie mehr oder weniger freundlich aufnehmenden „Völker“ bis zur Unkenntlichkeit vermischt worden. Doch diese Religionszugehörigkeit hat auch die andere Religion, das Christentum, ist ja, soweit da all die Geschichten stimmen, aus der jüdischen Religion quasi hervorgegangen – ein „Konkurrenzprodukt“, das alles daran setzte die eigenen Wurzeln zu bekämpfen. Diese daraus entstehende Isolation, hat ebenfalls zu den bis heute erhaltenen Strukturen geführt. Wie im Einzelnen – nun ja es gibt genügend Abhandlungen darüber, die jeder zur Kenntnis nehmen kann oder auch nicht.

In der Diaspora wurden durch den Druck von Außen, aber auch von Innen alles verstärkt, was eine solche Gruppe erhält. Eine von der Umgebung abweichende Kultur wird erhalten, gespeist aus dem äußeren Druck und der inneren Reaktion. Eine Parallelgesellschaft vom Feinsten. Einige hundert Jahre später kommt eine weitere Konkurrenz auf den Plan. Diese ist sowohl „gegen“ die alte „Stammvaterreligion“, als auch gegen den christlichen „Ableger“ gerichtet. Kennzeichnend ist die christliche Bezeichnung „Mohammedaner“, die versucht alle Abspaltungen als „personenbezogene“ Ketzerclique abzustempeln und so sie mächtig genug ist, diese so bald als möglich zu vernichten. Der Ausdruck soll suggerieren, es gehe um eine Gruppe, die nicht „Gott“ (im christlichen Kontext) sonder einem Menschen, einem Ketzer folgt. Nun wie das ausging wissen wir inzwischen. Politisch korrekt ist die Bezeichnung Muslime (plural), Muslim (männlich singular) und Muslima (weiblich singular) Das Wort ist arabisch (wenig verwunderlich) – und bedeutet in etwa „der sich Gott Unterwerfende oder wahlweise Hingebende“.

Allen drei Religionen ist ein extremer Hang zur Gewalt eigen. Sowohl nach Innen, als auch nach außen. Abweichende Meinungen werden in den jeweiligen Herrschaftsgebieten sanktioniert, bis hin zur Todesstrafe – je nach Zeitpunkt und Machtvollkommenheit. Nach außen werden Kriege geführt, mal zur Verteidigung des „Glaubens“ - des eigenen versteht sich – oder schlicht zu Unterwerfung anderer um den eigenen Glauben zu verbreiten. Nur geschichtliche Entwicklungen haben dieses Verhalten teils völlig verhindert oder zumindest eingedämmt.

Wo Religion die Macht hat, werden ihre abstrusen Vorstellungen mit allen Mittel durchgesetzt. Selbstverständlich gehören da auch andere eher „weltliche“ Ziele dazu. Doch bei näherem hinsehen, sind diese ebenfalls „Religionszubehör“.

Besonders „erfreulich“ sind in diesem Zusammenhang Leute, die selbst religiös sind, die versuchen mit aus dieser Überzeugung und Motivation, die jeweils „anderen“ zu diskriminieren, zu verteufeln usw. Religion ist nur in der Behauptung von vielen „Privatsache“, tatsächlich findet sich Religion überall. Angeblich gibt es ja nur „Moral“ im Zusammenhang mit Religiosität. Das Moralvorstellungen sich u.U. auch mit religiösen Vorstellungen decken, ist wohl kein Zufall. Beides, Religion und Moral sind soziale Erfindungen des Menschen. Alle Versuche Religion und Staat tatsächlich zu trennen, sind bisher gescheitert. Mal total, mal nur teilweise. Durch Migration von extrem Religionsabhängigen, werden oft Jahrhunderte der Aufklärung und Säkularisierung wieder zunichte gemacht.

Wen wundert es da, dass gerade im „Stammland“ aller (dieser) drei Religionen so gar keine Ruhe und Frieden einkehren will ? Auf beiden Seiten gab es säkulare Gruppen, die sich um diesen an sich bedeutungslosen Zipfel Erde stritten. Doch auch da war alles schon von der Seuche Religion überlagert. Das wurde nicht besser, als nun seit Jahren auf beiden Seiten die Religion immer mehr an Bedeutung gewinnt. Klar, dass es „historische Ereignisse“ gab, die besonders Deutsche betrafen, aber auch die wären ohne die gewachsenen religiösen Strukturen schlicht an der Identifizierbarkeit der Gruppe genannt „Juden“ gescheitert. So kann alles bis heute auf Religion zurückgeführt werden. Das „Problem“ existiert wegen Religion und wird eben deshalb auch noch lange weiterexistieren. Bevor nicht alle diese wenig lustigen Geschichten über Gott, „Propheten“ und Welt, als das einstufen was sie sind, bitterböse Märchen, wird zumindest dieser Teil menschlicher Probleme unlösbar bleiben.

Um Deinen Satz etwas anzupassen lieber JoJo : Deine Meinung hört sich ungefähr so an: „Ich hab den richtigen, festen Glauben zum Thema, davon bin ich restlos überzeugt. Was dies zu "Wissen" werden lässt - ein sehr bekannter Effekt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ganz neue Erkenntnisse über Israel
BeitragVerfasst: 15 Apr 2011 11:37 
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zenzi hat geschrieben:
Vielleicht sollten wir mal einen neuen Thread aufmachen: Kultur des europäischen Judentums. Unter Kultur?
Da gibts eine Menge interessanter Sachen.

Kabbala = Form jüdischer Mystik
Chassidim = http://de.wikipedia.org/wiki/Chassidismus#Der_urspr.C3.BCnglich_osteurop.C3.A4ische_Chassidismus

Zenzi

wir haben ein unterforum "Juden", dort könntest du einen thread dazu aufmachen ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Ganz neue Erkenntnisse über Israel
BeitragVerfasst: 15 Apr 2011 11:40 
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teddy, eben noch gelesen - verschieben, wenn nötig

Dramas zweiter Teil

Ach ja, gibt es eigentlich eine unabhängige Meinung von sog. Palästinensern, zu sich selbst – ganz unabhängig von den dort herrschenden Gruppen – ich meine, falls abweichend, die dann auch weiterleben dürfen ?

Oder eine andere Frage, wie lange würden Juden dort leben - überleben, wenn Israel als Staat nicht mehr existieren würde ? Können Juden und Muslime (die paar palästinensischen Christen zählen ja längst nicht mehr) in einem Land zusammenleben, wo jeder Quadratmeter irgend eine „religiöse“ Bedeutung hat ? Wer von denen, die sich hier so einseitig ins Zeug legen, würde selbst dauerhaft von „Feinden“ umgeben leben wollen – eine Situation, die doch sehr (mit Abstrichen) der von D nach 1871 ähnelt ? Wer würde im Ernst z.B. Syrien trauen, da schießen sie gerade wieder mal selbst auf die eigenen Staatsangehörigen ? Warum dürfen eigentlich die Türken nicht wieder „ihre“ Gebiete beherrschen ? Wo und ab wann, wird eine „Umschichtung“ auch durch Krieg (selten durch andere Ereignisse) „festgeschrieben“ ? Warum haben „wir“ auf all die Gebiete verzichtet, die durchaus und teilweise auch sehr lange „urdeutsch“ waren ? Vernunft, sich der Realität fügen ? Warum ist das den da soooo sehr anders, weil hier wieder mal die „Juden“ der Fokus sind ? Warum nicht all die „Umschichtungen“ weltweit ?

Da sterben abertausende Algerier, über Jahre werden wöchentlich ~500 Menschen, zum Teil auf grausamste Weise umgebracht – der Fokus ist immer Israel, ganz nebenbei der einzig demokratisch organisierte Staat in der ganzen Region seit nunmehr 60 Jahren ? Nun die „ernsten Bemühungen“ den einen Staat von zweien, so war das mal gedacht, gleich nach Proklamation wieder auszulöschen und die Juden ins Meer zu treiben (ein geschickter Euphemismus für Abschlachten, Ermorden), ist, obwohl mit Nachdruck von 5 … 6 arabischen Staaten unternommen, eher kläglich an der handvoll entschlossenen Juden gescheitert.

Überall in der Welt findet man (auch wir) uns dann nach Jahren endlich mit den Tatsachen ab. Versucht den Status quo hinzunehmen und sortiert den Rest aus – nicht so die damaligen Angreifer (nach längerem Zögern und einiger verlorenen Kriege, haben zwei eingelenkt), die behaupten sie wollen lediglich die Rechte der Palästinenser „schützen“ und nun, Iran, nicht gerade ein Nachbar, wird weiter und weiter die Vernichtung des israelischen Staats angestrebt. Größte „Manöveriermasse“ die zu Rettenden selbst. Wen wundert da, dass sich die Juden mit allen Mitteln zur Wehr setzen ? Was das „Übliche“ in solchen Auseinandersetzungen einschließt – gegenseitigen Mord und Totschlag. Wie immer bei solchen Gelegenheiten kommt das „Beste“ im Menschen zum Vorschein.

Hier schön gemütlich Sinn und Unsinn, Recht und Unrecht zuzuweisen, ist eine unserer hervorstechendsten Merkmale. Dabei mussten „wir“ eine zweistellige Zahl von Menschen deutscher Herkunft – Vertriebene genannt – integrieren. Wieso verlangen wir das nicht auch von den Anrainern ? Warum kein Gebietstausch um tatsächlich zwei Staaten zu ermöglichen ? Ist es tatsächlich NUR die Schuld des bösen Juden überall in der Welt, das dort keine Vernunft einkehren mag ? Schade, dass manche nicht wenigstens, die mit der größtmöglichen Meinungsabweichung, mal so richtig …. Ich glaub ich lass es lieber – ändern wird es eh nichts (selbst wenn ich mit all dem „richtigen“ Wissen versehen wäre).


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 Betreff des Beitrags: Re: Kabbala & Chassidim
BeitragVerfasst: 15 Apr 2011 15:49 
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Nein, natürlich ist es nicht die Schuld der Juden alleine, daß es dort in diesem Mini-Landstrich keine Ruhe gibt. Und nicht mal die Anrainer und die ursprüngliche Bevölkerung sind alleine schuld. Angefangen hat das ganze doch damit, daß die Briten beiden Seiten das gleiche Land versprochen haben.

Ich denke, bis 1967 war es für Israel absolut notwendig, sich seiner Haut zu wehren. Seither allerdings verstrickt es sich immer mehr und mehr in eine Politik der Unvernunft, die niemals zu Frieden führen kann.

Zitat:
Oder eine andere Frage, wie lange würden Juden dort leben - überleben, wenn Israel als Staat nicht mehr existieren würde ? Können Juden und Muslime (die paar palästinensischen Christen zählen ja längst nicht mehr) in einem Land zusammenleben


Also eins ist mal sicher: Juden haben nirgendwo über Jahrhunderte hinweg so sicher gelebt wie unter muslimischer Herrschaft, ob das jetzt im maurischen Spanien war oder ob im türkischen osmanischen Reich oder bis heute im Iran. Ja selbst in den arabischen Ländern, aus denen sie in den 50er-70er-Jahren vertrieben wurden, gab es selten Übergriffe, die Juden das Leben kostete. Und Juden und Araber haben auch in Palästina bis zu den zionistischen Landnahmen recht friedlich zusammen gelebt.
Erst die kolonialistisch-zionistischen Besiedlungen und die damit verbundenen Vertreibungen von Menschen von ihrer angestammten Scholle durch zumeist Menschen aus dem Westen mit ihrer ideologischen Fremdheit haben dazu geführt, daß die Menschen dort, wo sie angeblich ja garnicht waren (Land ohne Volk für ein Volk ohne Land), sich zu wehren begonnen haben, lange bevor der Staat Israel gegründet wurde.

Insofern ist für mich das Thema Israel nicht ausschließlich religiös begründet. Es ist ein politisches Desaster mit religiöser Verbrämung. Und es ist eine menschliche Tragödie - für alle Beteiligten.

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: Kabbala & Chassidim
BeitragVerfasst: 16 Feb 2013 23:43 
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Registriert: 27 Jan 2011 12:27
Beiträge: 13464
Für die, die es interessiert: Ein Video über den Alltag chassidischer Juden in den USA:
https://www.youtube.com/watch?v=trdlvp6O5EI

und Eine Rabbinerin in D
https://www.youtube.com/watch?v=yOjDQbfMe1k

Ich denke, ein Teil der Faszination, die von Religionsgemeinschaften ausgeht, ist im Gemeinschaftssinn begründet. Ich habe des öfteren Männer von der "Kameradschaft" beim Militär sprechen hören und denke, dass das auch etwas ähnliches ist, nur noch zusätzlich mit "Gottes Segen". Ich persönlich kann mit Religion nichts anfangen, aber Menschen, die Halt suchen, finden sicher in der Gemeinde und dem geistl. Zuspruch das, was sie suchen und brauchen

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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