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 Betreff des Beitrags: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 19 Jul 2012 19:06 
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Zitat:
Europa soll mal wieder judenfrei werden

Norwegen ist in wenigen Wochen »judenfrei«. Die letzten 819 in Norwegen lebenden Juden verlassen derzeit wegen des wachsenden Antisemitismus das Land. Damit wird Norwegen das erste europäische Land, in dem nicht ein Jude mehr leben wird. Die gleiche Entwicklung gibt es in allen europäischen Staaten.

weiter:
http://info.kopp-verlag.de/hintergruend ... erden.html

Mich würde es interessieren, ob ihr das aus eurem Umfeld bzw. Land bestätigen könnt?
In H gibt es ohne Zweifel starke antisemitische Strömungen , ebenso wie eine Roma-Antipatie. Das ist allerdings nicht der Zuwanderung von Muslimen geschuldet (die gibt es hier so gut wie nicht, dafür massenweise Chinesen)

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 19 Jul 2012 22:26 
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Also nach allem, was ich weiß, ist D-Land sogar für Juden ein Zuwanderungsland, immer noch. Nachdem vor allem in den Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion so viele Juden nach D-Land kamen, dass es in manchen jüdischen Gemeinden ernsthafte Probleme gab, all diese Leute aufzunehmen und zu integrieren, ist jetzt die Phase der religiösen Rückbesinnung eingetreten, d.h. die oft völlig sekulären Juden aus dem ehemaligen Ostblock besinnen sich auf ihre religiösen Wurzeln, holen z.T. sogar Beschneidungen nach. Israel beklagt eine Abwanderung seiner jungen Bevölkerung nach Europa und hier vor allem nach Deutschland und in die USA.
Sicher gibt es vereinzelt auch bei uns antisemitische Anschläge, Schmierereien an Synagogen oder jüdischen Friedhöfen und manchmal auch auf erkennbar jüdische Menschen. Auch hier sind es meist muslimische Täter, während rechte Gruppierungen teilweise sogar mit Israel sympatisieren, wenns gegen die Muslime geht.
Die Anzahl der antisemitischen Übergriffe ist bei uns allerdings tatsächlich wesentlich geringer als in anderen europäischen Ländern, weil die jüdischen Einrichtungen bei uns unter besonderem Schutz von Polizei und anderen Sicherheitsbehörden stehen.
Auch der Einfluss jüdischer Organisationen wie z.B. ZdJ ist hier sehr stark und sehr selbstbewußt.

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 15 Aug 2012 15:49 
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Beiträge: 1899
Wohnort: Paris/Köln
Wer Verbot der Beschneidung mit dem Holocaust in Verbindung bringt, ist mir mehr als suspekt. Jetzt sagt der Oberrabiner der deutschen Juden, Deutschland wolle die Juden wieder ausradieren. Es zeigt sich, wie viel Hass und Unruhepotenzial Religionen besitzen. Als ob das Wohlergehen und Gedeihen der Juden von einem Stück Vorhaut abhängen würde. Das ist so absurd, dass es zum Verzweifeln ist. Auch in Israel gibt es Gegner der Beschneidung. Mit 18 ist man reif genug und kann sich dann für die Operation entscheiden aber als Kind ist man völlig der Willkür und dem Wahnsinn der Eltern ausgeliefert. Der Staat und die zivile Gesellschaft müssen intervenieren.
übrigens weiß ich nicht wie die Sache in F. gehandhabt wird aber bei der Stärke der jüdischen Lobbys in F. mache ich mir keine großen Hoffnungen.

Frankreich zählt ca 500 000 Juden und somit hat es die größte jüdische Gemeinschaft in Europa.
Antisemitismus ist leider auch ein franz. Tradition aber die meisten Konflikte und Spannungen gibt es zwischen den moslemischen und den jüdischen Gemeinschaften.

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte ... Frankreich

Zitat:
La France, à elle seule, a perdu 2.040 de ses ressortissants. Ce chiffre est énorme rapportée à la population totale du pays. 2.000 olims hadashims pour 2010, c’est une augmentation de 8% de l’émigration des juifs de France vers l’État d’Israël.
http://jssnews.com/2010/12/28/plus-de-2 ... l-en-2010/



Also.... 2000 franz. Juden sind 2010 nach Israel ausgewandert.

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Da bin ich aber baff!


Zuletzt geändert von luc am 15 Aug 2012 19:30, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 15 Aug 2012 19:26 
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Beiträge: 1718
Ich kenne zwei Juden recht gut und einige eher weniger, deshalb schränke ich mich auf die beiden ein.

I. ist Anfang 40 und Humanmediziner. Er ist mit einer Türkin verheiratet und hat zwei Kinder. Vor die Kinder geboren wurden, vor ungefähr 10 Jahren, war er mit seiner Frau ein Jahr in Israel. Sie siedelten zurück, weil sie es als unzumutbar empfanden, wie seine Frau, auch Medizinerin, rassistisch ausgegrenzt wurde und er unter Druck gesetzt wurde, wg. "Fraternisierung mit dem Feind". In der kranken Mixtur von rassistischer und religiöser Ideologie sind seine Kinder ja keine Juden, da von einer Nichtjüdin geboren. Er sagt, er würde nicht mal mehr im Urlaub nach Israel fahren.

G. war viele Jahre lang mein Tierarzt, hat mit Anfang 60 seine Praxis dichtgemacht, sich irgendwo in Dänemark ein Haus am Meer gekauft und lebt seit 2 Jahren dort. Seine Familie ist 33 in die USA geflüchtet und in den 50ern nach D zurückgekommen. Wie er mir erzählt hat, bestehen bei ihm keine Verbindungen nach Israel. Seine Kinder leben in D.

mfg molly

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Wenn der Weise stets als dumm erscheint, können seine Fehler nicht enttäuschen und sein Erfolg ist eine angenehme Überraschung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 15 Aug 2012 22:11 
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Beiträge: 13464
In Budapest befindet sich die grösste jüd. Gemeinde Mitteleuropas. Hier ist ein bisschen Info über die Juden in Ungarn.
http://www.hagalil.com/europa/ungarn.htm
Seit erstarken der Jobbik (entspricht in etwa der NPD) wird kräftig gegen Juden und Roma gehetzt. Muslime gibt es hier (wenn überhaupt) kaum

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 16 Aug 2012 07:21 
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Beiträge: 2991
Ich werfe mal eine These in den Ring, wohlwissend, dass ich möglichweise falsch liege.

Die zunehmenden Spannungen (zumindest empfinde ich das so) zwischen Juden und sonstigen Menschen in Europa und Nah-Ost resultieren zu einem großen Teil aus der ewigen Vorhaltung der historischen Schuld von uns aus, gegenüber diesen Menschen-nicht nur in Deutschland-, der permanenten Einräumung von Sonderrechten und der politischen Doppelmoral gegenüber der israelischen Politik der letzten 20 Jahre. Nicht vergessen wollen wir dabei auch den weitreichenden Einfluss der jüdischen Lobby in den USA
http://de.wikipedia.org/wiki/The_Israel_Lobby_and_U.S._Foreign_Policy
http://www.zeit.de/2007/37/Juedische-Lobby

Unterm Strich behaupte ich, dass ein normales Zusammenleben mit Juden und dem jüdischen Glauben von der Politik immer wieder hintertrieben wird. Spannungen scheinen billigend in Kauf genommen zu werden, statt die Sorgen und Probleme der Menschen (der Wähler und Nichtwähler) ernst zu nehmen und deren Fragen zu beantworten. Möglicherweise fallen die Zunahme der Spannungen zeitlich in den gleichen historischen Rahmen wie das Ende der Sozialen Marktwirtschaft seit dem Fall des "Eisernen Vorhanges" und einer unfassbar unverantwortlichen Aufblähung der EU-Mitgliedsstaaten mit wirtschaftlich desaströsen Ländern wie bekannt.

Keinem Harz4-Empfänger oder Erwachsenen / Kindern an den "Tafeln", keinem Rentner und keinem Kassenpatienten kann vermittelt werden, warum Deutschland Atomwaffenfähige U-Boote an Israel in Höhe von 300 Millionen EUR verschenkt und zugleich die Kinder- und Altersarmut in Deutschland steigt.


Vielleicht liege ich ja auch falsch.

Gruß
Poldi

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Nec pluribus impar


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 16 Aug 2012 09:47 
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Registriert: 20 Jan 2011 10:12
Beiträge: 4650
Ohne jetzt auf Inhaltliches einzugehen denke ich, dass die von Dir aufgeworfenen Fragen irgendwie nicht ganz in dieses Unterforum passen. Nicht ganz sage ich, weil natürlich Teilaspekte durchaus hier her gehören.
Ich denke, wenn wir politisch darüber diskutieren, sollten wir das im politischen Teil des Forum tun (unter Außenpolitik meinetwegen oder auch unter Ausland/Naher Osten). Wenn wir aber über die Situation von Juden vs. Nichtjuden im kulturellen oder religiösen Sinn reden, dann passt es besser hier.
Ich bin etwas gespalten.

An sich ist das Thema diskussionswürdig, ja sogar erforderlich. Wobei ich mir bewusst bin, dass es heikel ist und sicher wieder Vorwürfe anzieht.

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 16 Aug 2012 10:52 
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molly hat geschrieben:
Ich kenne zwei Juden recht gut und einige eher weniger, deshalb schränke ich mich auf die beiden ein.
mfg molly

ich kenne etliche Juden
von der Schule, in der Firma saßen einige im gleichen Büro, ich hatte viele regelmäßige Kontakte mit jüdischen Geschäftspartnern...
gar NIE hat es irgendwelche Probleme bezüglich Religion gegeben- das war einfach kein Thema
außer beim gemeinsamen Mittagessen die haben nie ein Schnitzel bestellt :)

Probleme allerdings habe ich mit denen aus Politik, Medien und Verbänden die sich in der HolocaustIndustie tummeln

Gemäß Wikipedia waren 2010 0,24% der Bevölkerung in Deuschland Anhänger des jüdischen Glaubens (200 000 Stück)
Die öffentliche Aufmerksamkeit die einige Wenige beanspruchen, vermittelt allerdings den Eindruck es seien mindest 50%
eschek

gegen den ursprünglich zahlenmäßig unbegrenzten Zuzug von osteuropäischen Juden hatte ich damals
eine Petition im Bundestag eingereicht
die sinngemäße Antwort nach einem dreiviertel Jahr war, ich solle meinen Antag zurückziehen
da der sowieso keine Chance hätte diskutiert zu werden

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Wir leben ja in einer marktkonformen Demokratie sagt "die späte Rache Honeckers"
Ich bete jeden Abend zum Hanf und zu den Laternen (Georg Büchner)


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 16 Aug 2012 11:10 
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Beiträge: 2991
zenzi hat geschrieben:
Ohne jetzt auf Inhaltliches einzugehen denke ich, dass die von Dir aufgeworfenen Fragen irgendwie nicht ganz in dieses Unterforum passen. Nicht ganz sage ich, weil natürlich Teilaspekte durchaus hier her gehören.
Ich denke, wenn wir politisch darüber diskutieren, sollten wir das im politischen Teil des Forum tun (unter Außenpolitik meinetwegen oder auch unter Ausland/Naher Osten). Wenn wir aber über die Situation von Juden vs. Nichtjuden im kulturellen oder religiösen Sinn reden, dann passt es besser hier.
Ich bin etwas gespalten.

An sich ist das Thema diskussionswürdig, ja sogar erforderlich. Wobei ich mir bewusst bin, dass es heikel ist und sicher wieder Vorwürfe anzieht.


Zenzi, wenn wir uns wie Fr. Bkin der Diskussion entziehen, auch wenn diese Diskussison unangenehm ist und vielleicht sogar heftige und konträrer Diskussionen nach sich zieht, was machen wir dann hier? Bild Tatsache ist es leider, dass diese Themen sehr wohl von den Menschen diskutiert wird, allerdings mehrheitlich auf Stammtischniveau, was kein Vorwurf ist sondern eher ein Armutszeugnis an die Politik. Zugleich wird diese Art von political correctness, besser des Totschweigens von Problemen den Rechten Rattenfängern in die Hand spielen.

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 16 Aug 2012 12:58 
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Genau deshalb halte ich es ja für dringend notwendig, diskutiert zu werden.

Fangen wir also mal an mit dem Thema von Walt und Mearsheimer, der jüdischen Lobby. Es ist ja nicht nur ein Thema für die USA. Zwar sind dort wahrscheinlich die Probleme mit und wegen der Lobby um einiges größer als hier in Europa, aber auch hier haben wir natürlich diese Lobbys. Hier in D-Land ist es zunächst mal der Zentralrat der Juden, der ja eigentlich eine religiöse Vereinigung ist, sich aber in vielen Fällen zum Sprachrohr der Politik Israels gemacht hat. Dann gibt es noch die Deutsch-Israelische Gesellschaft, die zwar immer von einem Deutschen repräsentiert wird, aber rein politisch agiert und zwar immer pro Israel. Man könnte auch noch einige andere Gruppen dazu zählen, z.B. Aktion Sühnezeichen oder auch die Gruppen um Broder, sowohl im Internet als auch in der Presse.
Ich weiß nicht, wie die Verhältnisse bei den Politikern im Bundestag sind. Es wird dort sicher auch einige herausragende Israelfreunde geben. Was aber die Frau Bundeskanzlerin reitet, ist mir gänzlich unverständlich. Israels politisches Wohlergehen zur deutschen Staatsräson zu erklären, ist m.E. schon ein starkes Stück und wird auch in den Medien zunehmend als problematisch gesehen.
Vielleicht aber gehört es mit zu den "geheimen" Instruktionen, die ein BK bei seinem Amtsantritt bekommt, so zu agieren.

Deutschland ist aufgrund seiner Geschichte ganz sicher aufgefordert, den Juden hier und in der ganzen Welt und somit auch in Israel seinen besonderen Schutz zu geben, keine Frage. Ich bin aber mit meiner Meinung sicher nicht alleine, wenn ich sage, dass man einem Freund oder Schutzbefohlenen auch mal sagen können muss, dass er Fehler macht, die sein eigenes Wohl gefährden. Hier lässt D-Land zu wünschen übrig, zumindest das politisch-offizielle D-Land.

Was mir immer wieder aufstößt, ist der Automatismus, mit dem man rechnen muss, sobald man kritisch über Israel oder jüdische Menschen, die Israel allzu unkritisch verteidigen, redet. Es gibt sowas wie einen Philosemitismus, der eigentlich das Gegenteil von Antisemitismus sein soll, meiner Ansicht nach aber genau das Gegenteil dessen erreicht was er erreichen will und außerdem ebenso wie der Antisemitismus Rassismus ist.
Für mich sind Juden nicht per sè alle gut und lieb, es muss möglich sein, jüdische Menschen genau so zu kritisieren, wie man es mit anderen macht. Falsch wäre es dabei, sie wegen ihres Jüdischseins zu kritisieren oder herauszuheben. Aber wenn man einen prominenten Journalisten, der wegen Beischlafs mit Minderjährigen oder Zwangsprostituierten und wegen Kokainmissbrauchs erwischt worden ist, öffentlich kritisiert, dann darf das so lange geschehen, wie man es nicht in Hinblick auf sein Jüdischsein tut. Was natürlich schwierig ist, wenn er gleichzeitig auch noch ein Repräsentant des ZdJ ist.

Zenzi

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 16 Aug 2012 14:19 
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Beiträge: 2991
Hi Zenzi, ja in diesem Licht sehe ich das ebenso.

zenzi hat geschrieben:
Fangen wir also mal an mit dem Thema von Walt und Mearsheimer, der jüdischen Lobby. Es ist ja nicht nur ein Thema für die USA. Zwar sind dort wahrscheinlich die Probleme mit und wegen der Lobby um einiges größer als hier in Europa, aber auch hier haben wir natürlich diese Lobbys. Hier in D-Land ist es zunächst mal der Zentralrat der Juden, der ja eigentlich eine religiöse Vereinigung ist, sich aber in vielen Fällen zum Sprachrohr der Politik Israels gemacht hat. Dann gibt es noch die Deutsch-Israelische Gesellschaft, die zwar immer von einem Deutschen repräsentiert wird, aber rein politisch agiert und zwar immer pro Israel. Man könnte auch noch einige andere Gruppen dazu zählen, z.B. Aktion Sühnezeichen oder auch die Gruppen um Broder, sowohl im Internet als auch in der Presse.


Das ist wirklich ein Problem. Da mischen sich (bleiben wir in D) regelrecht reflexartig die Genannten in die Tagespolitik und in die "freie" Presse ein und geben letztlich vor, was wir gefälligts zu denken und zu glauben haben. Egal wen ich frage, es ***Beleidigung*** die Leute an, dass wir gemäß diesen Besserwissern heute noch im Büßerhemd daher zu kommen haben und meilenweit davon entfernt sind, Intergration zu leben. Es geht den betreffenden Lobbyisten nur um ewige Schuldzuweisung und moralische Erpressung. Unsere Politik macht diesen Sch... auch noch fröhlich mit, statt auf die Säkularität des Staates zu verweisen.

Zitat:
Ich weiß nicht, wie die Verhältnisse bei den Politikern im Bundestag sind. Es wird dort sicher auch einige herausragende Israelfreunde geben. Was aber die Frau Bundeskanzlerin reitet, ist mir gänzlich unverständlich. Israels politisches Wohlergehen zur deutschen Staatsräson zu erklären, ist m.E. schon ein starkes Stück und wird auch in den Medien zunehmend als problematisch gesehen

Das kann tatsächlich zu einem Problem werden, spätestens dann, wenn Israel den Husarenritt gegen den Iran in völliger Verkennung der Situation lostritt. Wenn wir dann diesen Slogan ernst nehmen, dann haben wir ein richtiges Poblem mit hächst ambivalentem Ausgang.

Zitat:
Deutschland ist aufgrund seiner Geschichte ganz sicher aufgefordert, den Juden hier und in der ganzen Welt und somit auch in Israel seinen besonderen Schutz zu geben, keine Frage.

Ja, aber wo ist die Grenze zur offenen Erpressung? Was ist der Maßstab der Hilfe? In wievielen Milionen EUR ist das zu bemessen?
Wenn man diesen Gedanken zu Ende denkt, dann könnte die BW auch gleich direkt an der Grenze zu Israel den Grenzschutz übernehmen oder vorsoglich schon mal einen aufmüpfigen Anrainer oder die Palästinenser zur Raison bringen.

Zitat:
Für mich sind Juden nicht per sè alle gut und lieb, es muss möglich sein, jüdische Menschen genau so zu kritisieren, wie man es mit anderen macht. Falsch wäre es dabei, sie wegen ihres Jüdischseins zu kritisieren oder herauszuheben. Aber wenn man einen prominenten Journalisten, der wegen Beischlafs mit Minderjährigen oder Zwangsprostituierten und wegen Kokainmissbrauchs erwischt worden ist, öffentlich kritisiert, dann darf das so lange geschehen, wie man es nicht in Hinblick auf sein Jüdischsein tut. Was natürlich schwierig ist, wenn er gleichzeitig auch noch ein Repräsentant des ZdJ ist.


Wobei ich glaube, dass er mitlerweile etwas geläutert und von seinem hohen Ross herabgestiegen ist.

Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 16 Aug 2012 15:58 
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Zitat:
Wobei ich glaube, dass er mitlerweile etwas geläutert und von seinem hohen Ross herabgestiegen ist.


Den Eindruck kann man haben. Obs daran liegt, dass ihm seine Frau die Leviten gelesen hat oder ob man ihm von Seiten des Zentralrats auf die Finger geklopft hat (er hatte ja mal Ambitionen, dort Chef zu werden, davon hört man jetzt auch nichts mehr), ist letztlich egal. Und einen räuigen Sünder hat Gott lieb.

Aber erinnerst Du Dich an das Geblöke, als man damals seinen etwas exzessiven Lebensstil öffentlich kritisiert hat? Das Wort Antisemitismus hat dabei fröhliche Urständ gefeiert und, so glaube ich, auch stark an Wert verloren.

Manchmal habe ich heute allerdings das Empfinden, dass der Antisemitismus eigentlich nicht mehr das herausragende Problem ist, sondern er hat Platz gemacht dem überall blühenden Islamhass. Und ich sage jetzt ganz deutlich Islamhass und nicht Islamistenhass. Denn letzterer wäre sicher eher akzeptabel.

Zenzi

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 16 Aug 2012 18:45 
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zenzi hat geschrieben:
Manchmal habe ich heute allerdings das Empfinden, dass der Antisemitismus eigentlich nicht mehr das herausragende Problem ist,
sondern er hat Platz gemacht dem überall blühenden Islamhass.
Und ich sage jetzt ganz deutlich Islamhass und nicht Islamistenhass. Denn letzterer wäre sicher eher akzeptabel.
Zenzi

das kann ich so nicht bestätigen
es sei denn, das ständige Trommelfeuer der westlichen Politik und den gleichgeschalteten Medien hat irgendwo Früchte getragen
Nicht die Muselmanen sondern diejenigen die ein stetiges Waxtum des eigenen Wohlstands aud Ksten Anderer predigen
das sind die Brunnenvergifter
eschek

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswanderung von Juden
BeitragVerfasst: 17 Aug 2012 20:04 
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Beiträge: 1718
eschek hat geschrieben:
molly hat geschrieben:
Ich kenne zwei Juden recht gut und einige eher weniger, deshalb schränke ich mich auf die beiden ein.
mfg molly

ich kenne etliche Juden
von der Schule, in der Firma saßen einige im gleichen Büro, ich hatte viele regelmäßige Kontakte mit jüdischen Geschäftspartnern...
gar NIE hat es irgendwelche Probleme bezüglich Religion gegeben- das war einfach kein Thema
außer beim gemeinsamen Mittagessen die haben nie ein Schnitzel bestellt :)


Probleme allerdings habe ich mit denen aus Politik, Medien und Verbänden die sich in der HolocaustIndustie tummeln

Gemäß Wikipedia waren 2010 0,24% der Bevölkerung in Deuschland Anhänger des jüdischen Glaubens (200 000 Stück)
Die öffentliche Aufmerksamkeit die einige Wenige beanspruchen, vermittelt allerdings den Eindruck es seien mindest 50%
eschek

gegen den ursprünglich zahlenmäßig unbegrenzten Zuzug von osteuropäischen Juden hatte ich damals
eine Petition im Bundestag eingereicht
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Zuletzt geändert von teddy am 17 Aug 2012 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
zitat repariert


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