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 Betreff des Beitrags: Argentinien
BeitragVerfasst: 06 Mär 2011 14:40 
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Das Wasser von Mendoza (Argentinien)
In Argentinien begann vor geraumer Zeit schon ein neuer Krieg ums Wasser. Goldmienen verseuchen große Teile der argentinischen Anden (siehe auch http://de.indymedia.org/2007/03/171894.shtml ). Die Bewohner der die Minen umgebenden Gemeinden hingegen bekommen ein doppeltes Wasserproblem: Nicht nur, dass das Grundwasser von welchem die meisten Menschen ihr Trinkwasser beziehen verseucht wird, wird darüber hinaus Frischwasser oft schon direkt an der Quelle oder aus Flüssen und Seen abgezweigt um damit die Mienen zu füttern. In Massen, die zu Dürren und Trinkwasserknappheit führen können, da eine Miene unglaublich viel Wasser verschlingt um auch noch das letzte bisschen Gold aus der Erde zu holen.
weiter:
http://de.indymedia.org/2011/03/301814.shtml
Tja, es sind ja "nur" Dorfbewohner betroffen... :motz:

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 27 Nov 2012 23:02 
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Argentinien ist in den Klauen der Fianzhaie und hat ganz schön zu kämpfen:
Zitat:
„Das ist ein Chaos“

Nachdem vor Ghanas Küste vor wenigen Wochen ein Schiff der argentinischen Marine beschlagnahmt worden war, folgt nun der nächste schwere Rückschlag für Buenos Aires im jahrelangen Kampf mit Hedgefonds: Ein New Yorker Bezirksgericht entschied, dass Argentinien den Hedgefonds umgehend eine erste Rate von 1,3 Mrd. Dollar von den insgesamt rund 20 Milliarden an Schulden zahlen müsse.

Während sich Banken und zahlreiche andere Finanzinstitute und auch Hedgefonds sieben Jahre nach dem Rekordbankrott mit dem südamerikanischen Land 2010 auf einen hohen Schuldenschnitt geeinigt hatten, hatte die nun siegreiche Gruppe von Hedgefonds - angeführt von NML Capital und Aurelius Capital - diesen verweigert. Diese bekämpft seither Argentinien vor Gerichten in der ganzen Welt mit Forderungen auf Konfiskation argentinischen Eigentums.

Ziel der Übung ist es, das weiter auf wackeligen finanziellen Beinen stehende Land weichzuklopfen und dazu zubringen, die Schulden in voller Höhe - es geht um 1,3 Mrd. Dollar - zurückzuzahlen. Diesem Vorhaben kamen die Hedgefonds nun einen wichtigen Schritt näher.
Warnung vor neuem Bankrott

weiter:
http://orf.at/stories/2152685/2152655/

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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 29 Nov 2012 22:44 
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Beiträge: 13464
Jetzt hat endlich der Prozess gegen Verbrecher der Miliärdiktatur begonnen.
http://mediacenter.dw.de/german/video/i ... espiloten/

Meiner Freundin nützt das leider nichts mehr - die ist seelisch an dem , was sie da erlebt hat, zerbrochen. Vor 12 Jahren hat sie sich schliesslich umgebracht. Die Flucht aus Argentinien war ihr zwar noch gelungen, aber in E konnte sie nicht heimisch werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 24 Feb 2013 20:07 
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Beiträge: 13464
Zitat:
...Und in der heutigen Welt ist Argentinien das beste Beispiel dafür. Die argentinische „Mafiokratie“ vereint das organisierte Verbrechen, die Großkonzerne und die Politiker, um das Vermögen der argentinischen Bürger zu plündern. Seit 2010, also innerhalb von gerade einmal zwei Jahren, hat die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner

die Privatrenten verstaatlicht und die Rentenersparnisse ihrer Bürger geplündert;
die Steuern auf breiter Front erhöht – die Einkommens- und Umsatzsteuer, Importzölle usw.;
die Geldversorgung Argentiniens aufgebläht und erbarmungslos Geld gedruckt, sodass die Geldversorgung M2 innerhalb der letzten drei Jahre um 215% gestiegen ist;
den Wert und die Kaufkraft der einheimischen Währung um 50% reduziert, sodass die Inflation auf der Straße aktuell bei über 30% pro Jahr liegt;
die staatlichen Statistiken zu einem absoluten Witz verkommen lassen und das Inflationsniveau wie auch die Arbeitslosigkeit auf lächerlichste Art geschönt (Sie begann sogar damit, Ökonomen dafür zu bestrafen, dass sie private Inflationsschätzungen veröffentlichten, die nicht mit den staatlichen Zahlen in Einklang standen.);
eine Branche nach der anderen verstaatlicht, wobei die Verstaatlichung der argentinischen Vermögenswerte der spanischen Ölfirma YPF am meisten hervorsticht;
bei Agrarprodukten – von Rindfleisch bis hin zu Getreide – Ausfuhrkontrollen erlassen, was die Bauern dazu zwingt, zu künstlich niedrigen Inlandspreisen zu verkaufen;
Kapitalverkehrskontrollen erlassen, um die Möglichkeit ihrer Bürger einzuschränken, ihre sich armselig entwickelnde Währung abzustoßen und sich stattdessen Gold, Dollars, Euros oder irgendetwas anderes zu besorgen;
einen zweimonatigen „Preisstopp“ für Supermärkte erlassen und die Konsumenten dazu ermutigt, alle Lebensmittelhändler anzuschwärzen, die sich nicht an den staatlichen Erlass halten;
Medienkontrollen erlassen. So hat sie den Supermärkten und Elektronikhändlern vor wenigen Tagen verboten, in den Tageszeitungen Werbung zu schalten.

Alles lesen:
http://www.propagandafront.de/1157630/b ... n-usa.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 09 Jan 2014 16:09 
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Registriert: 27 Jan 2011 12:27
Beiträge: 13464
Den Argentiniern bleibt aber auch nix erspart: Militaerdiktatur, Umweltverschmutzung durch Goldabbau und jetzt Monsanto, aber die Leute wehren sich, und wie es scheint, mit Erfolg:
http://lamula.de/malvinas-2-0/

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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 30 Jul 2014 11:31 
Quijota hat geschrieben:
Argentinien ist in den Klauen der Fianzhaie und hat ganz schön zu kämpfen:
Zitat:
„Das ist ein Chaos“

Nachdem vor Ghanas Küste vor wenigen Wochen ein Schiff der argentinischen Marine beschlagnahmt worden war, folgt nun der nächste schwere Rückschlag für Buenos Aires im jahrelangen Kampf mit Hedgefonds: Ein New Yorker Bezirksgericht entschied, dass Argentinien den Hedgefonds umgehend eine erste Rate von 1,3 Mrd. Dollar von den insgesamt rund 20 Milliarden an Schulden zahlen müsse.

Während sich Banken und zahlreiche andere Finanzinstitute und auch Hedgefonds sieben Jahre nach dem Rekordbankrott mit dem südamerikanischen Land 2010 auf einen hohen Schuldenschnitt geeinigt hatten, hatte die nun siegreiche Gruppe von Hedgefonds - angeführt von NML Capital und Aurelius Capital - diesen verweigert. Diese bekämpft seither Argentinien vor Gerichten in der ganzen Welt mit Forderungen auf Konfiskation argentinischen Eigentums.

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Warnung vor neuem Bankrott

weiter:
http://orf.at/stories/2152685/2152655/


Tja, wer Kredite aufnimmt muss sie halt zurückzahlen oder sich so mit den Gläubigern einigen, dass ein Schuldenschnitt auch wirklich funktioniert. Daran scheint es bei Argentinien gehapert zu haben:

Zitat:
Kommentar
Fluch der bösen Tat
Wieder droht Argentinien eine Schuldenkrise. Das ist nicht zuletzt dem rabiaten Umgang mit den Gläubigern nach der letzten Krise zuzuschreiben.

29.07.2014, von Carl Moses Wieder droht Argentinien eine Schuldenkrise. Dass das Land in dem Konflikt mit Hedgefonds heute in der Zwickmühle steckt, ist nicht zuletzt seinem rabiaten Umgang mit den Gläubigern nach der letzten Krise zuzuschreiben. Nach dem Staatsbankrott von 2001 ließ Argentinien die Gläubiger mehr als drei Jahre zappeln, bevor es ein Umschuldungsangebot präsentierte. Das entsprach mit einem geforderten Verzicht auf 70 Prozent der Gläubigeransprüche überdies mehr einem Diktat als dem Ergebnis von Verhandlungen.

Kein Wunder dass in der ersten Runde 2005 nur 76 Prozent des Schuldenkapitals zustimmten. Viele Kleinanleger lehnten ab, gerade in Europa. Nach und nach verkauften sie später entnervt ihre Anlagen. Hedgefonds griffen zu. Den Konflikt mit den „Geierfonds“, die vor Gericht ihre Rechte durchsetzten, verschleppte die Regierung solange wie möglich, statt schnell nach Lösungen zu suchen.

Die Entlastung durch den Schuldenschnitt wurde vertan, ebenso der Dollarsegen des Rohstoffbooms in der vergangenen Dekade. Der ineffiziente Staatsapparat wurde rasant aufgebläht. Um die Rückerlangung der Kreditwürdigkeit kümmerte sich die Kirchner-Regierung erst spät – zu spät vielleicht.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/k ... 70755.html


Das eigentliche Drama sind dabei gar nicht die 1,3 Mrd. Euro, die zahlt Argentinien mittlerweile locker. Aber in den Schuldenschnittvereinbarungen gibt es Regeln, dass andere Gläubiger nicht besser behandelt werden dürfen, ansonsten fällt die Umschuldungsvereinbarung weg. Damit droht dann das ganze Umschuldungsgebilde zu platzen.

Es wird spannend, ob Argentinien es noch schafft, den zweiten Staatsbankrott abzuwenden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 31 Jul 2014 17:44 
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Argentinien ist pleite
http://www.welt.de/wirtschaft/article13 ... leite.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 31 Jul 2014 20:14 
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Quijota hat geschrieben:

wahrscheinlich ist argentinien nicht wirklich pleite, sondern hängt in den fängen von hedge-fonds.

man sollte tatsächlich überlegen, ob staatsanleihen wirklich solchen spekulanten wie hedgefonds in die hände fallen sollten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 31 Jul 2014 22:08 
teddy hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:

wahrscheinlich ist argentinien nicht wirklich pleite, sondern hängt in den fängen von hedge-fonds.

man sollte tatsächlich überlegen, ob staatsanleihen wirklich solchen spekulanten wie hedgefonds in die hände fallen sollten.


Die Frage, wie pleite Argentinien wirklich ist, stellt auch die FAZ:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 74787.html

Zu deinem Schlusssatz: wie solle man das denn verhindern? Staatsanleihen/Bonds sind Forderungen, die frei abtretbar sind. Wäre das nicht der Fall, müsste ein Gläubiger bei einer Verschlechterung der Zahlungsfähigkeit eines Schuldners das komplett bis zum Ende aussitzen, anstelle z.B. durch einen Verkauf zumindest einen Teil seines Geldes wieder reinzuholen.

Argentinien hat sich letzten Endes selbst in die vertrackte Position gebracht. Man hat Bonds nicht nur nach argentinischem REcht mit argentinischem Gerichtsstand herausgegeben, sondern nacn NY Recht mit NY Gerichtsstand. Warum? Weil das als weniger risikoreich gilt und deswegen die Zinsen dann günstiger sind. Tja, dann holt einen das natürlich ggf. auch wieder ein.

Das lustige ist, dass Quijota, die sich hier über die Finanzhaie mokiert, in anderem Zusammenhang mal zu Überlegungen kommentierte, dass die Euro STaaten jetzt ihre Bonds mit Regelungen versehen, dass Gläubiger zur Umschuldung gezwungen werden können, wenn eine Mehrheit zustimmt. Da schrie Quijota: Enteignung! Stimmt, aber gleichzeitig dann zu rufen "Finanzhaie" wenn sich jemand gegen Enteignung wehrt und auf Auszahlung eines nominalen Kreditbetrages beharrt zeigt dann entweder komplettes Unverständnis der Materie oder halt Doppelstandards.


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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 29 Aug 2014 16:15 
Der internationale Anlegerverband hat den Fall Argentinien dafür genutzt, seine Regeln zu ändern:

Zitat:
Nach Argentiniens Schuldenstreit
Anlegerverband einigt sich auf neue Regeln bei Anleihen-Ausfall
Der Dachverband der Anleger hat neue Regeln erlassen. Die Mehrheit der Gläubiger soll künftig im Fall eines drohenden Zahlungsausfalls Änderungen beschließen können.

ngesichts des Dauerstreits um argentinische Staatsanleihen hat der Dachverband der Anleger und Händler neue Regeln erlassen. Die Mehrheit der Gläubiger soll künftig im Fall eines drohenden Zahlungsausfalls Änderungen beschließen können, teilte die International Capital Market Association (ICMA) am Freitag in London mit. Diese können von einer Verlängerung der Laufzeit bis hin zu einer Senkung der Kapitalsumme reichen.

„Das nimmt viel von der Unsicherheit weg, die bei einem Zahlungsausfall entsteht“, sagte Louis Gargour vom Hedgefonds LNG Capital. Die ICMA vertritt 450 Banken, Gläubiger und Investoren aus 52 Ländern. Bis die neuen Regeln in Kraft treten, können aber noch Jahre vergehen. Die Marktteilnehmer können Regierungen nicht dazu zwingen, diese auch anzuwenden.

Anlass für die Regeländerung ist der Streit zwischen Argentinien und einigen amerikanischen Hedgefonds. Deren Weigerung, sich an der mit den meisten anderen Geldgebern vereinbarten Umschuldung zu beteiligen, hat das Land erneut in die Zahlungsunfähigkeit getrieben.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anl ... 25073.html


Das ist sinnvoll und nimmt dann kleinen Gruppen ihr Erpressungspotential weg.


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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 30 Aug 2014 00:22 
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Registriert: 27 Jan 2011 12:27
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teddy hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:

wahrscheinlich ist argentinien nicht wirklich pleite, sondern hängt in den fängen von hedge-fonds.

man sollte tatsächlich überlegen, ob staatsanleihen wirklich solchen spekulanten wie hedgefonds in die hände fallen sollten.

Zustimmung. Hat schon fast was von einer "feindlichen Übernahme"...
Wie willst du das anstellen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 31 Aug 2014 10:08 
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Quijota hat geschrieben:
teddy hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:

wahrscheinlich ist argentinien nicht wirklich pleite, sondern hängt in den fängen von hedge-fonds.

man sollte tatsächlich überlegen, ob staatsanleihen wirklich solchen spekulanten wie hedgefonds in die hände fallen sollten.

Zustimmung. Hat schon fast was von einer "feindlichen Übernahme"...
Wie willst du das anstellen?

ich? ich kann gar nichts anstellen,
aber das scheint ein gangbarer weg zu sein:
viewtopic.php?p=92490#p92490

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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 01 Sep 2014 10:33 
Quijota hat geschrieben:
teddy hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:

wahrscheinlich ist argentinien nicht wirklich pleite, sondern hängt in den fängen von hedge-fonds.

man sollte tatsächlich überlegen, ob staatsanleihen wirklich solchen spekulanten wie hedgefonds in die hände fallen sollten.

Zustimmung. Hat schon fast was von einer "feindlichen Übernahme"...
Wie willst du das anstellen?


Wie ich schon oben schrieb: diese Idee ist unsinnig. Staatsanleihen sind Forderungen, die frei abtretbar sind. Wären sie es nicht, dürften z.B. viele Versicherungen gar keine Staatsanleihen kaufen, man wäre ja bis zum Ende der Laufzeit fest drin, die Papiere würde gar nicht mehr als liquide Titel gehandelt werden können.

Wer heute eine 10-jährige Staatsanleihe kauft, der will nicht zwingend bis zum Ablauf der 10 Jahre warten, um an sein Geld zu kommen. Wenn er Geld braucht will er die Anleihe an jemand anders abtreten können. Das gilt für den Privatanleger wie für Fonds.

Ein sinnvoller Weg ist eben der oben beschriebene: wie bei sonstigen Insolvenzen könnten dann eine Mehrheit von Gläubigern auch eine Minderheit dazu zwingen, einen Schuldenschnitt zu akzeptieren. Das geht auch nach argentischem Recht, nur haben die Argentinier ganz bewusst, um an billigere Zinsen zu kommen, ihre Anleihen nach US Recht begeben. Sich dann heute zu beklagen ist schon widersinnig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 08 Sep 2014 16:13 
Quijota hat geschrieben:
teddy hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:

wahrscheinlich ist argentinien nicht wirklich pleite, sondern hängt in den fängen von hedge-fonds.

man sollte tatsächlich überlegen, ob staatsanleihen wirklich solchen spekulanten wie hedgefonds in die hände fallen sollten.

Zustimmung. Hat schon fast was von einer "feindlichen Übernahme"...
Wie willst du das anstellen?


Würde mich schon interessieren, was du vom Vorschlag des Dachverbands der Anleger hältst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 13 Sep 2014 23:04 
Fazer hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
teddy hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:

wahrscheinlich ist argentinien nicht wirklich pleite, sondern hängt in den fängen von hedge-fonds.

man sollte tatsächlich überlegen, ob staatsanleihen wirklich solchen spekulanten wie hedgefonds in die hände fallen sollten.

Zustimmung. Hat schon fast was von einer "feindlichen Übernahme"...
Wie willst du das anstellen?


Würde mich schon interessieren, was du vom Vorschlag des Dachverbands der Anleger hältst.


Und?


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 Betreff des Beitrags: Re: Argentinien
BeitragVerfasst: 21 Jan 2015 23:44 
Die Arme des iranischen Geheimdienstes reichen offenbar sehr weit.

In Argentinien hat ein Staatsanwalt "Selbstmord" begangen, der den blutigen Anschlag auf ein jüdisches Kulturzentrum in Buenos Aires aufklären sollte und der die Hintermänner im Iran vermutete.

Ob die Iraner allerdings in der Lage sind, sowas alleine durchzuführen ist unklar. Aber HIlfe vom KGB bzw. FSB ist sicherlich nicht weit ...

Zitat:
Der Tote lag blutüberströmt in der Badewanne, getroffen von einem einzigen Schuss. Am Tatort fand sich eine Pistole vom Kaliber 22, registriert auf den Namen des Toten, dazu eine Patronenhülse. Die Tür zum Badezimmer der Wohnung im 13. Stock des Apartmenthochhauses „Le Parc“ im Stadtteil Puerto Madero von Buenos Aires sei nicht von innen verschlossen gewesen, teilte das Sicherheitsministerium am Montag mit.

...

Schon jetzt aber kann man voraussagen, dass der rätselhafte Tod von Alberto Nisman Argentinien noch lange beschäftigen wird – gewiss im Wahljahr 2015 und vermutlich noch weit darüber hinaus. Der Staatsanwalt und Sonderermittler Nisman war seit mehr als zehn Jahren mit der Aufklärung des Bombenanschlags auf das jüdische Kulturzentrum und Gemeindehaus (Amia) in Buenos Aires vom 18. Juli 1994 beschäftigt. Bei dem Anschlag mit einer Autobombe starben 85 Menschen, mehr als 300 wurden verletzt. Die meisten Opfer des blutigsten antisemitischen Anschlags außerhalb Israels seit Ende des Zweiten Weltkriegs waren Juden. Bis heute ist das Verbrechen nicht aufgeklärt, ebenso wenig wie der gleichfalls von einem Selbstmordattentäter verübte Bombenanschlag auf die israelische Botschaft in Argentinien vom 17. März 1992 mit 29 Toten und fast 250 Verletzten.

...

Der Sonderermittler Alberto Nisman hatte es als seine Lebensaufgabe angesehen, die Hintermänner des Amia-Anschlags zur Verantwortung zu ziehen. Schon im November 2006 hatten Nisman und seine Mitarbeiter die Identität des Selbstmordattentäters des Amia-Anschlags klären können: Der damals 21 Jahre alte Libanese Ibrahim Hussein Berro sei wenige Tage vor dem Attentat aus Paraguay nach Argentinien eingereist und habe im Auftrag der von Iran gesteuerten schiitischen Terrormiliz Hizbullah den Anschlag verübt. Die Fäden der Operation seien von der iranischen Botschaft in Buenos Aires gezogen worden. Es sollte sich aber als unmöglich erweisen, der Hintermänner in Teheran habhaft zu werden. Denn dabei betraten Nisman und seine Ermittler politisches Terrain. Immerhin erreichten sie, dass Interpol 2007 internationale Haftbefehle gegen sechs ranghohe iranische Politiker erließ – unter ihnen der frühere Verteidigungsminister Ahmed Wahidi und der einstige Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani. Teheran bestreitet bis heute, mit dem Anschlag etwas zu tun zu haben.

...

Die Auswertung abgehörter Telefongespräche habe ergeben, dass Fernández de Kirchner mit Teheran vereinbart habe, die Aufhebung der Interpol-Haftbefehle gegen iranische Funktionäre zu erreichen – im Gegenzug für argentinische Getreide- und Fleischlieferungen nach Iran sowie für iranische Ölausfuhren nach Argentinien.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 79538.html



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