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 Betreff des Beitrags: Regionalflughäfen: Politische Bankrotterklärung
BeitragVerfasst: 23 Jan 2014 07:31 
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Aktivposten ;)

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Interessantes zum Thema Regionalflughäfen...

Noch vor 10 Jahren galten Flughäfen als DAS Instrument im Stadt- und Regionalmarketing. Eine erfolgreiche Kommune, so hieß es damals, hat einen eigenen Flughafen. Und zwar nicht irgendeinen Landeplatz, sondern einen richtigen, wo richtig große Maschinen in die weite Welt hinaus fliegen und den Namen der Kommune mit hinaus tragen. Man müsse, so erklärten Ende der 1990er Jahre Heerscharen von "Beratern" bei ihren "Power-Point-Vorträgen" und "Multimedia-Shows", Ganz Groß Denken. Ich habe damals keinen großen Hehl daraus gemacht, dass ich das alles für unseriös gehalten habe. Das war aus meiner Sicht Lobbying vom Feinsten. Wozu um Himmels Willen braucht man alle 20 km einen großen Verkehrsflughafen?! Ich behalte nicht gerne recht... Aber die alten Herrschaften, die damals in den Kommunalparlamenten saßen und selber nicht einmal wussten, wie man einen PC anstellt, waren schwerstens begeistert. Kostenlose Kinostunde, alles Hochglanz, Riesen Tam-Tam und Tschingderassabums, dazu Prosecco, Kekse und Häppchen.

In der Folgezeit schossen überall Flughäfen aus dem Boden, von beeindruckten Bürgermeistern und Fraktionen in den Kommunalparlamenten massiv unterstützt. Mahnungen, dass man gewaltige Überkapazitäten schaffen würde und es auf die Dauer massive Überkapazitäten geben würde, wurden ignoriert. Schließlich tauchten ja die Billig-Fluggesellschaften auf, die zum "Taxi-Preis" flogen: für 19,99 EUR quer durch Europa. Und das Geschäftskonzept einiges Billigfluglinien war clever: weil die Betreiberkommunen sehr schnell in der Klemme saßen und einen nicht ausgelasteten Flughafen an den Hacken hatten, ließen sich die Billiggflieger alles möglich von den Flughäfen bezahlen. Man konnte wählerisch sein, denn Bürgermeister und Kommunalabgeordnete und Landespolitiker riskieren einen Riesenärger, wenn ein sehr teurer Flughafen nicht genutzt wird. Und so entstand in der Fläche ein Millionen- und Milliardengrab nach dem anderen. Und das lässt sich inzwischen nicht mehr kaschieren. Flughäfen, wie Karlsruhe-Baden-Baden, Rostock-Laage, Memmingen ("Allgäu-Airport") oder Kassel-Calden oder Münster-Osnabrück steht das Wasser inzwischen nicht mehr bis zum Hals, einige stehen inzwischen ganz vor dem Aus. Einigen droht die Stillegung und der Abriß - und vielerorts droht der Landes- und Kommunalpolitik, die sich einst mit Vehemenz für den Flughafenbau einsetzte, eine Riesenblamage. Und viele der älteren Herrschaften, die das alles verbockt haben und sich über den Tisch ziehen ließen, kann man nicht mehr zur Verantwortung ziehen - das hat sich aus biologischen Gründen erledigt.

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„Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ Jean-Claude Juncker

„Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“ (Christian Wulff zur Flugaffäre Johannes Raus im Jahr 2000).


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 Betreff des Beitrags: Re: Regionalflughäfen: Politische Bankrotterklärung
BeitragVerfasst: 23 Jan 2014 08:53 
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Wie Du schon sagtest: das war Lobbying vom Feinsten. Schließlich versprach das zumindest für das Bauhaupt- und Nebengewerbe für längere Zeit ordentliche Aufträge und somit Arbeitsplätze und die Flughäfen sollten dann ja auch noch Arbeitsplätze hergeben und das heimische Gewerbe wäre international konkurrenzfähig, weil......ja, weil man halt von da überall sonst hinkonnte.
Warner gabs damals schon. Ich hab das vor allem hier in Hessen bzgl. Kassel-Calden mitgekriegt. Aber nicht nur die Kommunalpolitiker, sondern auch die Landespolitiker haben mächtig auf die Pauke gehauen.

Jetzt ham wa den Salat

Zenzi

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Schon 2011 schrieb ausgerechnet der autorisierte Biograf Margaret Thatchers, Charles Moore: "Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat."


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 Betreff des Beitrags: Re: Regionalflughäfen: Politische Bankrotterklärung
BeitragVerfasst: 23 Jan 2014 09:10 
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zenzi2 hat geschrieben:
Wie Du schon sagtest: das war Lobbying vom Feinsten. Schließlich versprach das zumindest für das Bauhaupt- und Nebengewerbe für längere Zeit ordentliche Aufträge und somit Arbeitsplätze und die Flughäfen sollten dann ja auch noch Arbeitsplätze hergeben und das heimische Gewerbe wäre international konkurrenzfähig, weil......ja, weil man halt von da überall sonst hinkonnte.
Warner gabs damals schon. Ich hab das vor allem hier in Hessen bzgl. Kassel-Calden mitgekriegt. Aber nicht nur die Kommunalpolitiker, sondern auch die Landespolitiker haben mächtig auf die Pauke gehauen.

Jetzt ham wa den Salat

Zenzi



Ich kann mich noch an "Informationsveranstaltungen" mit sehr aufwändigem Catering erinnern. Dazu sehr aufwändige Mulitmedia-Präsentationen. Das war damals der letzte Schrei. Und damit konnte man in den 1990ern bei Politikern der Geburtsjahrgängen 1920 bis 1940 mächtig Eindruck schinden. Dazu Berater in "seriösen Blauen Anzügen", die in "Amerika" studiert haben (jedenfalls haben sie das gesagt) und die mit "richtigen Limousinen" vor fuhren - nicht so komische "linke Gammler" und "Salon-Bolschewisten", wie sie die deutschen Universitäten produzierten und die nur dumme Fragen stellten... Was da teilweise lief, erinnerte eher an Kaffeefahrten incl. Rheumadecken-Verkauf. Es ist kein Wunder, dass das alles in die Hose geht. Für mich war das damals schon hart am Betrug.

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 Betreff des Beitrags: Re: Regionalflughäfen: Politische Bankrotterklärung
BeitragVerfasst: 23 Jan 2014 09:42 
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Beiträge: 1853
Diese "Berater in den blauen Anzügen" traten ja überall auf. Irgendwann hab ich mal gesagt, das seien Asoziale in Nadelstreifen. Inzwischen nennt man sie sogar in den Mainstreammedien Asoziale. Hab ich jedenfalls letzthin im Radio so gehört.

Zenzi

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Schon 2011 schrieb ausgerechnet der autorisierte Biograf Margaret Thatchers, Charles Moore: "Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat."


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 Betreff des Beitrags: Re: Regionalflughäfen: Politische Bankrotterklärung
BeitragVerfasst: 23 Jan 2014 09:44 
Das Drama kannst Du leider fast überall beobachten. Nicht weit entfernt von mir liegt der Flughafen Blankensee. Den gibt es zwar schon länger, aber ausbauen "musste" man den natürlich auch.

Die linke Mehrheit in der Lübecker Bürgerschaft hatte aus meiner Sicht bei dieser Frage durchaus Recht:
Zitat:
Die Bürgerschaft verweigerte jedoch im November 2009 mit der Mehrheit von SPD, Grünen und Linken weitere finanzielle Unterstützung, sollte nicht rasch ein neuer Investor gefunden sein. Allerdings votierte bei einem Bürgerbegehren im April 2010 eine Mehrheit der LübeckerInnen für den Fortbestand des Flughafens. Deshalb beschloss die Bürgerschaft eine finanzielle Absicherung des Flughafens bis Ende 2012 – und eine erneute Investorensuche.

http://www.taz.de/!102314/

Mit solchen LübeckerINNen hatte ich im Vorfeld des Bürgerbegehrens eine Reihe von Diskussionen, und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass selbst in der eigenen Familie die Bequemlichkeit des kurzen Anreiseweges weit vor den wirtschaftlichen Konsequenzen, die die Allgemeinheit dafür zu tragen hat, für deren Votum entscheidend war. :roll:
"Egal, dass meine Flüge durch Steuergelder subventioniert werden (die dann für Straßen, Schulen etc. fehlen, worüber ich mich natürlich auch aufrege: UN-ER-HÖRT, so etwas!): Hauptsache, ich reise billig und bequem!" war der Tenor vieler Befürworter. Da wurde z.T. gar nicht mehr das "Argument" der "wirtschaftlichen Vorteile für die Region" genannt.

Was soll nun die Politik gegen solche Unvernunft und Kurzsichtigkeit ihrer Wähler tun?


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 Betreff des Beitrags: Re: Regionalflughäfen: Politische Bankrotterklärung
BeitragVerfasst: 23 Jan 2014 12:43 
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Aktivposten ;)

Registriert: 31 Jan 2011 08:30
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Kritikaster hat geschrieben:
Das Drama kannst Du leider fast überall beobachten. Nicht weit entfernt von mir liegt der Flughafen Blankensee. Den gibt es zwar schon länger, aber ausbauen "musste" man den natürlich auch.

Die linke Mehrheit in der Lübecker Bürgerschaft hatte aus meiner Sicht bei dieser Frage durchaus Recht:
Zitat:
Die Bürgerschaft verweigerte jedoch im November 2009 mit der Mehrheit von SPD, Grünen und Linken weitere finanzielle Unterstützung, sollte nicht rasch ein neuer Investor gefunden sein. Allerdings votierte bei einem Bürgerbegehren im April 2010 eine Mehrheit der LübeckerInnen für den Fortbestand des Flughafens. Deshalb beschloss die Bürgerschaft eine finanzielle Absicherung des Flughafens bis Ende 2012 – und eine erneute Investorensuche.

http://www.taz.de/!102314/

Mit solchen LübeckerINNen hatte ich im Vorfeld des Bürgerbegehrens eine Reihe von Diskussionen, und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass selbst in der eigenen Familie die Bequemlichkeit des kurzen Anreiseweges weit vor den wirtschaftlichen Konsequenzen, die die Allgemeinheit dafür zu tragen hat, für deren Votum entscheidend war. :roll:
"Egal, dass meine Flüge durch Steuergelder subventioniert werden (die dann für Straßen, Schulen etc. fehlen, worüber ich mich natürlich auch aufrege: UN-ER-HÖRT, so etwas!): Hauptsache, ich reise billig und bequem!" war der Tenor vieler Befürworter. Da wurde z.T. gar nicht mehr das "Argument" der "wirtschaftlichen Vorteile für die Region" genannt.

Was soll nun die Politik gegen solche Unvernunft und Kurzsichtigkeit ihrer Wähler tun?


Es solchen Zusammenhängen fiel ja immer und immer wieder das Thema Ryan-Air und die 10-Euro-Flüge - und das dann quasi von der Haustür aus. Die wenigsten Leute wissen aber, dass ein Flughafen an den Billig-Fliegern nicht nur nichts verdient, sondern dass sich die Billigflieger die Wahl des Landeplatzes gerne auch mal von den Betreibern bezahlen lassen - der Flughafenbetreiber zahlt also noch drauf, nur damit da überhaupt ein Passagierjet landet. Machen wir uns nichts vor: die allerwenigsten Leute fliegen Linie, sondern nur Charter.

Das Paradoxe am Fall Lübeck: in der Nähe gibt es nicht nur den Flughafen HH, in Meck-Pomm wurde auch noch Laage ausgebaut. Dabei hätte HH in Verbindung mit Bremen und Hannover für die Region als Abflugflughafen für den Urlaub auf Malle oder in der Türkei voll und ganz ausgereicht... Und wenn die feste Fehmarnbelt-Querung da ist, liegt auch noch Kastrup in akzeptabler Reichweite - von dort starten auch noch Fernflüge. Lübeck rechnet sich nicht und es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis auch da das ganz große Desaster kommt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Regionalflughäfen: Politische Bankrotterklärung
BeitragVerfasst: 23 Jan 2014 13:13 
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Andererseits könnte man, so dazu der politische Willen da ist, etliche dieser Flughäfen zu Frachtflughäfen umfunktionieren.
Z.B. hätte man, anstatt den Fraport bis an die Schmerzgrenze der Anwohner auszubauen, den nur eine Std. Fahrzeit entfernten Flughafen Hahn zum Frachtport ausbauen können. Die dünn besiedelte Region hätte das verkraftet, ja man wäre dort wohl für die Arbeitsplätze dankbar gewesen.
Stattdessen hat man Hahn heute fast ausschließlich für Ryanair zur Verfügung und in Ffm. starten und landen im 2-Minuten-Abständen Fracht- und Passagierflugzeuge, dass es im wahrsten Sinne des Wortes grad so rauscht und die Ziegel von den Dächern fliegen.
Aber Hahn liegt halt in Rheinland-Pfalz und da hätten die hessischen Politiker doch einiges ihrer Pfründe abgeben müssen. So geht das natürlich nicht.
Allerdings hätte man für einen Cargoport Hahn doch eine Autobahn dorthin bauen müssen und eine Brücke vom Taunus rüber auf den Hunsrück. Unmöglich wäre das nicht, aber doch ein wenig aufwendig.

Zenzi

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 Betreff des Beitrags: Re: Regionalflughäfen: Politische Bankrotterklärung
BeitragVerfasst: 23 Jan 2014 13:17 
Sünnerklaas hat geschrieben:
Es solchen Zusammenhängen fiel ja immer und immer wieder das Thema Ryan-Air und die 10-Euro-Flüge - und das dann quasi von der Haustür aus. Die wenigsten Leute wissen aber, dass ein Flughafen an den Billig-Fliegern nicht nur nichts verdient, sondern dass sich die Billigflieger die Wahl des Landeplatzes gerne auch mal von den Betreibern bezahlen lassen - der Flughafenbetreiber zahlt also noch drauf, nur damit da überhaupt ein Passagierjet landet. Machen wir uns nichts vor: die allerwenigsten Leute fliegen Linie, sondern nur Charter.

Das Paradoxe am Fall Lübeck: in der Nähe gibt es nicht nur den Flughafen HH, in Meck-Pomm wurde auch noch Laage ausgebaut. Dabei hätte HH in Verbindung mit Bremen und Hannover für die Region als Abflugflughafen für den Urlaub auf Malle oder in der Türkei voll und ganz ausgereicht... Und wenn die feste Fehmarnbelt-Querung da ist, liegt auch noch Kastrup in akzeptabler Reichweite - von dort starten auch noch Fernflüge. Lübeck rechnet sich nicht und es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis auch da das ganz große Desaster kommt.

Genau so ist es, Sünnerklaas! Ist das Gleiche wie beim Herrentunnel ... :pillepalle:

Was mir aber besonders sauer aufstieß war, dass es den meisten Leuten egal war, wenn man sie auf die wirtschaftlich katastrophalen Konsequenzen für den Flughafenbetreiber hinwies, von den ökologischen Auswirkungen für diese Bequemlichkeit mal ganz abgesehen.
Da half alle Aufklärungsarbeit vielfach gar nichts, und das hatte halt u.a. die von mir oben genannte Antwort zur Folge.

Und was mich darüber hinaus erstaunte: Die Wähler der linken Bürgerschaftsmehrheit waren doch dieselben, die auch beim Bürgerbegehren abstimmen durften. Wie konnte es da bloß zu diesem Abstimmungsergebnis kommen? Zumal der sozialdemokratische Bürgermeister (als Befürworter des Flughafens) keinen besonders guten Ruf in der Bevölkerung hat und nur deswegen gewählt wurde, weil die angebotenen GegenkandidatInnen bislang für noch schlechter gehalten werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Regionalflughäfen: Politische Bankrotterklärung
BeitragVerfasst: 23 Jan 2014 15:16 
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Registriert: 31 Jan 2011 08:30
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Kritikaster hat geschrieben:
Und was mich darüber hinaus erstaunte: Die Wähler der linken Bürgerschaftsmehrheit waren doch dieselben, die auch beim Bürgerbegehren abstimmen durften. Wie konnte es da bloß zu diesem Abstimmungsergebnis kommen? Zumal der sozialdemokratische Bürgermeister (als Befürworter des Flughafens) keinen besonders guten Ruf in der Bevölkerung hat und nur deswegen gewählt wurde, weil die angebotenen GegenkandidatInnen bislang für noch schlechter gehalten werden.


Das kommt halt dabei heraus, wenn den Leuten das Hemd näher ist, als der Rock. Und mit Vernunft ist man da nicht unbedingt gesegnet. Wenn ich noch so zurück denke, wer sich alles vor 15, 20 Jahren eine Finca an der Costa del Sol gekauft hat... Das waren Häuser, die als Wochenendhäuser dienen sollten bzw. damals auch dienten. War ja auch günstig, bei den Kampfpreisen damals nach Alicante und Malaga zu fliegen. Die Reiseveranstalter und die ihnen angeschlossenen Fluglinien (Condor, Hapag-Lloyd (heute TuiFly) etc. ) saßen auf gewaltigen Überkapazitäten. Wer es geschickt anstellte, kam teiweise für 50 Euro an die Costa del Sol - und zwar hin und zurück... Keiner von den Leuten hat kapieren wollen, dass die Fluggesellschaften an solchen Preisen nicht nur nichts verdienen, sondern Miese machen. Und man hat am Ende ja doppelt und dreifach zahlen müssen: die Kampfpreise bei den Fluggesellschaften waren ja letztendlich mit dafür verantwortlich, dass sich in Spanien und Portugal eine riesige Immobilienblase aufgeblasen hat - und dann, als die Flugpreise anfingen zu steigen - platzte. Spanien und Portugal brauchten dann deutsche Steuergelder, damit uns nicht der Euro um die Ohren fliegt...

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 Betreff des Beitrags: Re: Regionalflughäfen: Politische Bankrotterklärung
BeitragVerfasst: 25 Jan 2014 12:32 
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Sünnerklaas hat geschrieben:
Kritikaster hat geschrieben:
Und was mich darüber hinaus erstaunte: Die Wähler der linken Bürgerschaftsmehrheit waren doch dieselben, die auch beim Bürgerbegehren abstimmen durften. Wie konnte es da bloß zu diesem Abstimmungsergebnis kommen? Zumal der sozialdemokratische Bürgermeister (als Befürworter des Flughafens) keinen besonders guten Ruf in der Bevölkerung hat und nur deswegen gewählt wurde, weil die angebotenen GegenkandidatInnen bislang für noch schlechter gehalten werden.


Das kommt halt dabei heraus, wenn den Leuten das Hemd näher ist, als der Rock. Und mit Vernunft ist man da nicht unbedingt gesegnet. Wenn ich noch so zurück denke, wer sich alles vor 15, 20 Jahren eine Finca an der Costa del Sol gekauft hat... Das waren Häuser, die als Wochenendhäuser dienen sollten bzw. damals auch dienten. War ja auch günstig, bei den Kampfpreisen damals nach Alicante und Malaga zu fliegen. Die Reiseveranstalter und die ihnen angeschlossenen Fluglinien (Condor, Hapag-Lloyd (heute TuiFly) etc. ) saßen auf gewaltigen Überkapazitäten. Wer es geschickt anstellte, kam teiweise für 50 Euro an die Costa del Sol - und zwar hin und zurück... Keiner von den Leuten hat kapieren wollen, dass die Fluggesellschaften an solchen Preisen nicht nur nichts verdienen, sondern Miese machen. Und man hat am Ende ja doppelt und dreifach zahlen müssen: die Kampfpreise bei den Fluggesellschaften waren ja letztendlich mit dafür verantwortlich, dass sich in Spanien und Portugal eine riesige Immobilienblase aufgeblasen hat - und dann, als die Flugpreise anfingen zu steigen - platzte. Spanien und Portugal brauchten dann deutsche Steuergelder, damit uns nicht der Euro um die Ohren fliegt...

Aber da fragt man sich schon, ob die betreffende Abteilung im Bundesrechnungshof wegen fehlendem Handlungsbedarf geschlossen hat? Letztlich sind die Überschuldung der Kommunen und Länder auch auf diese Egomanie zurück zuführen.
Gruß
Poldi2

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 Betreff des Beitrags: Re: Regionalflughäfen: Politische Bankrotterklärung
BeitragVerfasst: 31 Jan 2014 13:33 
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Registriert: 31 Jan 2011 08:30
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Poldi2 hat geschrieben:
Sünnerklaas hat geschrieben:
Kritikaster hat geschrieben:
Und was mich darüber hinaus erstaunte: Die Wähler der linken Bürgerschaftsmehrheit waren doch dieselben, die auch beim Bürgerbegehren abstimmen durften. Wie konnte es da bloß zu diesem Abstimmungsergebnis kommen? Zumal der sozialdemokratische Bürgermeister (als Befürworter des Flughafens) keinen besonders guten Ruf in der Bevölkerung hat und nur deswegen gewählt wurde, weil die angebotenen GegenkandidatInnen bislang für noch schlechter gehalten werden.


Das kommt halt dabei heraus, wenn den Leuten das Hemd näher ist, als der Rock. Und mit Vernunft ist man da nicht unbedingt gesegnet. Wenn ich noch so zurück denke, wer sich alles vor 15, 20 Jahren eine Finca an der Costa del Sol gekauft hat... Das waren Häuser, die als Wochenendhäuser dienen sollten bzw. damals auch dienten. War ja auch günstig, bei den Kampfpreisen damals nach Alicante und Malaga zu fliegen. Die Reiseveranstalter und die ihnen angeschlossenen Fluglinien (Condor, Hapag-Lloyd (heute TuiFly) etc. ) saßen auf gewaltigen Überkapazitäten. Wer es geschickt anstellte, kam teiweise für 50 Euro an die Costa del Sol - und zwar hin und zurück... Keiner von den Leuten hat kapieren wollen, dass die Fluggesellschaften an solchen Preisen nicht nur nichts verdienen, sondern Miese machen. Und man hat am Ende ja doppelt und dreifach zahlen müssen: die Kampfpreise bei den Fluggesellschaften waren ja letztendlich mit dafür verantwortlich, dass sich in Spanien und Portugal eine riesige Immobilienblase aufgeblasen hat - und dann, als die Flugpreise anfingen zu steigen - platzte. Spanien und Portugal brauchten dann deutsche Steuergelder, damit uns nicht der Euro um die Ohren fliegt...

Aber da fragt man sich schon, ob die betreffende Abteilung im Bundesrechnungshof wegen fehlendem Handlungsbedarf geschlossen hat? Letztlich sind die Überschuldung der Kommunen und Länder auch auf diese Egomanie zurück zuführen.
Gruß
Poldi2


Die hatten eben DAMALS den Vorteil... Heute sind sie entweder nicht mehr im Amt oder das ganze hat sich aus biologischen Gründen erledigt. Der Rest ist verjährt.

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