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 Betreff des Beitrags: Der Umstieg von Kernenergie auf erneuerbare Energien
BeitragVerfasst: 16 Apr 2011 01:02 
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Nach Fukushima hat es die Regierung endlich gerafft: Die Bürger wollten keine Laufzeitverlängerung der AKWs, haben die Nase voll von Endlagerproblemen und die gesamte Atomenergie war der Mehrheit nicht geheuer und sie begrüsst den Ausstieg aus der Atomenergie.

Offiziell ist die Regierung auch dafür, aber sie versucht gleiczeitig, den Bürgern die Sache madig zu machen:

Schwarz-gelbe Ablenkungsmanöver

Liebe Bürger, das habt ihr jetzt davon: So klingt das, wenn die Bundesregierung ankündigt, dass die Energiewende etwa drei Milliarden Euro kosten könnte. Doch die dauernde Angstmache der schwarz-gelben Koalition vor steigenden Energiekosten ist lediglich ein politisches Mittel.
weiter:
http://www.sueddeutsche.de/politik/atom ... -1.1085587

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Umstieg von Kernenergie auf erneuerbare Energien
BeitragVerfasst: 16 Apr 2011 19:23 
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Quijota hat geschrieben:
Nach Fukushima hat es die Regierung endlich gerafft: Die Bürger wollten keine Laufzeitverlängerung der AKWs, haben die Nase voll von Endlagerproblemen und die gesamte Atomenergie war der Mehrheit nicht geheuer und sie begrüsst den Ausstieg aus der Atomenergie.

Offiziell ist die Regierung auch dafür, aber sie versucht gleiczeitig, den Bürgern die Sache madig zu machen

Ist doch ganz logisch. Die Bürger sollen schon sehen, was es bedeutet, wenn man der klugen und weitsichtigen Realpolitik der schwarz-gelben Bundesregierung widerspricht. Im Übrigen wundert es mich, daß niemand, noch nicht einmal Linkspolitiker, die horrenden jährlichen Gewinne der Energiekonzerne mit in Betrachtung ziehen, wenn es um die Kosten der Umstellung auf erneuerbare Energien geht. Hier zeigt sich doch ganz deutlich, daß Bürger und Unternehmen eh schon viel zu viel für Energie zahlen und von der "Viererbande" gnadenlos abgezockt werden. Oder sind diese Gewinne gesetzlich festgelegt oder gar von Gott vorgegeben? :schulter:


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Umstieg von Kernenergie auf erneuerbare Energien
BeitragVerfasst: 17 Apr 2011 07:04 
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Eben. Der Mist, der z.B. mit der Asse gemacht wurde, wird m.W. ja auch wieder aus dem Steuersäckel bezhlt und es gilt wieder nicht das Verursacher-Prinzip. Da könnte die Viererbande doch getrost mal den Grossteil der Umstellungskosten übernehmen (zumal die auch noch Subventionen aus dem Landwirtschaftsbereich beziehen und was weiss ich noch sonstwoher).
Nein, das ist eine gross angelegte Abzocke mit Billigung und unter Mitwirkung der Regierung. Es wäre an der Zeit, dass die "Volksvertreter" aufhören, auf dem Volk herumzutreten und es stattdessen zu vertreten. (Nein, ich habe keine blauen Augen, aber träumen wird man ja wohl naoch dürfen)

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Umstieg von Kernenergie auf erneuerbare Energien
BeitragVerfasst: 17 Apr 2011 15:01 
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Eben lief wieder mal der „Presseclub“ (in PHOENIX auch gleich mit „P nachgefragt“ so als Tipp). Zuerst schien das die übliche Ablenkungsaktion zu werden. Alle schauten besorgt drein – aber dann kamen doch einige Aspekte auf den „Tisch“ - wer hatte noch Zeit und Gelegenheit, dies zu sehen ?

Unabhängig davon, mir fallt auf, wenn es an Zahlen geht, wird wenig „kommuniziert“. Dabei ist das „Problem“ doch damit viel anschaulicher zu „begreifen“. Dazu nutze ich mal die Aufstellung aus „SPIEGEL ONLINE Wert: 31. Dezember 2009, Quelle: Entsoe, Statistical Yearbook, Seite 16 “ in der Hoffnung, dass diese Zahlen so stimmen (oder nur unerheblich abweichen). So bekommt hoffentlich jeder ein „Gefühl“ für die Dimensionen – und um Gefühle scheint es ja den „Wirtschaftspolitikern“ in erster Linie zu gehen. Das ungute Gefühl, was „Japan“ erzeugt hat, soll mit dem naheliegenden Gefühl – jetzt geht es mir an den Geldbeutel – konterkariert werden. Doch wie angedroht erst mal die Fakten : BMU Grafik AKW Deutschland
Code:
Kapazität deutscher Kraftwerke (Stand 12/2009)
Atomkraft.....................20,3 Gigawatt = 14,6 %

Kohle-, Gas und Diesel........71,3 Gigawatt = 51,0 %

Wasserkraft...................10,4 Gigawatt = 7,5 %

Erneuerbare Energien..........37,5 Gigawatt = 26,9 %

Gesamt.......................139,5 Gigawatt = 100%
Zu diesem Zeitpunkt waren noch alle AKW (theoretisch) „am Netz“ und so sah das in etwa aus :(diese Zahlen habe ich aus WIKIPEDIA beiträgen zusammengestellt)
Code:
AKW ............................B......N......E

Brokdorf......................1480...1410....-70
Isar/Ohu 2....................1475...1400....-75
Philippsburg 2................1458...1392....-66
Grohnde.......................1430...1360....-70
Unterweser*...................1410...1345....-65
Krümmel*......................1401...1345....-56
Emsland.......................1400...1329....-71
Neckarwestheim 2..............1395...1305....-90
Grafenrheinfeld...............1345...1275....-70
Gundremmingen C...............1344...1288....-56
Gundremmingen B...............1344...1284....-60
Mülheim-Kärlich...............1302...1219....-83
Biblis B*.....................1300...1240....-60
Biblis A*.....................1225...1167....-58
Philippsburg 1*................926....890....-36
Isar/Ohu 1*....................912....878....-34
Neckarwestheim 1*..............840....785....-55
Brunsbüttel*...................806....771....-35

Total........................22793..21983....-1110
B = [MW] brutto
N = [MW] netto
E = [MW] Eigenbedarf
Nach dem 13.03.2011 sind noch „am Netz“:
Code:
Stand nach "Moratorium"
AKW ............................B......N......E

Brokdorf......................1480...1410....-70
Isar/Ohu 2....................1475...1400....-75
Philippsburg 2................1458...1392....-66
Grohnde.......................1430...1360....-70
Emsland.......................1400...1329....-71
Neckarwestheim 2..............1395...1305....-90
Grafenrheinfeld...............1345...1275....-70
Gundremmingen C...............1344...1288....-56
Gundremmingen B...............1344...1284....-60

Total seit 2011..............13973..13262....-711.....61,2% N
Total bis  2011..............22793..21683...-1110....100,0% N
Differenz seit 2011..........-8820..-8421.....399.....38,8% N

B = [MW] brutto
N = [MW] netto
E = [MW] Eigenbedarf
Erstaunlich auch der „Eigenbedarf“, den zahlen wir ja auch mit. Eigenbedarf ist die Differenz zwischen erzeugter el. Leistung und dem Betrag der tatsächlich ans Netz geht. Doch da auch AKW sich in größerer Distanz zu den Verbrauchern befinden, kommen noch Übertragungsverluste (in Trafos und den Leitungen) dazu.

Was wenig Beachtung findet in der allgemeinen Diskussion, ist die Tatsache, dass bei den meisten „Erneuerbaren Energien“ sehr wenig, bzw. nahezu kein „Eigenbedarf“ entsteht. Darüber hinaus, sind die Übertragungsverluste (in Trafos und Leitungen) sehr standortabhängig. Liegt der „Verbraucher“ direkt bei der „Energiequelle“, reduziert sich dieser Verlust zu nahen Null, was doch sehr für „dezentrale Erzeugung“ spricht.

Was sicher für Laien sehr „unübersichtlich ist“, Wo bisher „Strom hinein floss“, kann dieselbe Quantität (die selbe Energiemenge) ohne eine Veränderung des bestehenden Netzes stattfinden. Es wäre sicher „erleuchtend“ für die Planung, wenn darüber exakte Zahlen in entsprechenden Computermodellen verfügbar währen – völlig neutral ! - versteht sich.

Dieser Datenpool sollte strikt öffentlich sein. So wäre sehr schnell erkennbar, wer da gerade an welcher Schraube dreht. Wer irgendein KraftWerk aus manipulatorischen Gründen „zurückhält“. Dazu müssten die Netze, alles was die Erfassung von Erzeugung und Verbrauch angeht strikt im alleinigen Eigentum des Staates sein. Was nicht bedeutet, das dieser auch der Betreiber sein muss ! Eine geschickte und transparente „Verteilungspolitik“, würde Manipulation zwar sicher nie ganz verhindern, aber doch sehr stark einschränken.

Eine Verpflichtung „Strom“ zu liefern und dies nicht zu tun, könnte problemlos über die Netze gesteuert werden. So hängen die Durchleitkosten für den Erzeuger X davon ab, wie viel er als Kapazität anmeldet. Schaft er diese von ihm selbst kalkulierte Menge nicht, wird trotzdem so verrechnet, als habe er die Leitung wie „bestellt“ ausgelastet. So würde eine Manipulation automatisch den erschwindelten Ertrag proportional mindern. Jedes KW, das darüber hinaus eingespeist wird (über die von ihm beanspruchte Durchleitleistung), würde in der selben Höhe Kosten verursachen, wie die bereits (anteilig) vereinbarte Leistung.

Ein Verfahren, nach dem Motto, wer bestellt, bezahlt auch dafür.

Besitzt nun eine Kommune ihr „Power Netzwerk“, kann sie an Durchleitung und Eigenerzeugung verdienen. Bei Energie, die „sie“ selbst erzeugt und weiterleitet, wird der erzielbare Gewinn entsprechend verringert usw. usf.

Da der Anteil der privaten Haushalte gegenwärtig über den Preis die „stromhungrige“ Industrie massiv und völlig intransparent zwangssubventioniert, könnte sich diese an der Errichtung entsprechender Kraftwerke beteiligen bzw. diese selbst bauen. Dabei gäbe es zahlreiche „Werkzeuge“, die „Standortpolitik“ von sehr verbrauchsintensiven Industrien zu beeinflussen.

Dieser natürliche Kostendruck würde auch da die „schlummernden Energien freisetzen“ - was erst gar nicht „verbraucht“ wird, verursacht auch keine Kosten. Diese „Manöveriermasse“ kann dann in andere Investitionen fließen.

Das sind nur ein paar „Anregungen“ wie die Welt so aussehen könnte, dass ein Weiterleben möglich erscheint. Weg von allem, was unwiederbringlich verbraucht wird – hin zu einer der „Natur“ abgekupferten Recyclingwirtschaft. Wenn das die Menschheit nicht in ganz naher Zukunft hinbekommt, können alle bald den Ar...h endgültig zukneifen.

Hier noch ein „Blick in die Runde“. Man/frau beachte auch mal den „Effiziensvergleich“ der AKW untereinander. Dabei macht auch ein jedes eher kleines kommerzielles AKW doch den selben „Impact“ an der noch völlig ungelösten – wohin mit dem lebensgefährlich strahlenden Zeug – euphemistisch ausgedrückt, „die Entsorgungsfrage“ - so als ob „wir“ (Kind und Kindeskinder.... ) da jemals wieder „sorglos“ sein könnten.

Code:
Atomkraft in Europa (Zahlen und Fakten aus FAZ 17.04.2011)

Weltweit setzen viele Länder bei der Stromerzeugung auf Atomkraft. In Europa sind derzeit 195 Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 170 Gigawatt am Netz (Stand Januar 2011). In sechs Ländern sind weitere 19 Atomkraftwerke (AKW) im Bau.

Ein Überblick:

Belgien:............... 7 AKW.... 5.926 MW
Bulgarien:............. 2 AKW.... 1.906 MW
Deutschland:...........17 AKW... 20.490 MW
Finnland:.............. 4 AKW.... 2.716 MW
Frankreich:........... 58 AKW... 63.130 MW
Großbritannien:....... 19 AKW... 10.137 MW
Niederlande:........... 1 AKW...... 487 MW
Rumänien:.............. 2 AKW.... 1.300 MW
Russland:............. 32 AKW... 22.693 MW
Schweden:............. 10 AKW.... 9.303 MW
Schweiz:............... 5 AKW.... 3.238 MW
Slowakei:.............. 4 AKW.... 1.792 MW
Slowenien:............. 1 AKW...... 666 MW
Spanien:............... 8 AKW.... 7.516 MW
Tschechien:............ 6 AKW.... 3.678 MW
Ungarn:................ 4 AKW.... 1 889 MW
Ukraine: 15 AKW 13 107 MW


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Umstieg von Kernenergie auf erneuerbare Energien
BeitragVerfasst: 19 Apr 2011 07:59 
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Die Gemeinde Beckerich in Luxembourg begann in den 80-er Jahren, sich energiemässig autark zu machen und schafft es, sich zu ca. 90 % selbst zu versorgen.
http://www.eurosolar.de/de/index.php?op ... Itemid=269

Was die können, klappt woanders sicher auch....

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Umstieg von Kernenergie auf erneuerbare Energien
BeitragVerfasst: 19 Apr 2011 10:05 
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Ähnliche kleinere Orte gibts auch in D-Land. Hab jetzt keine Namen parat, aber im Fernsehen wird immer mal wieder über solche Orte berichtet, meist im Regionalprogramm der 3.

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Umstieg von Kernenergie auf erneuerbare Energien
BeitragVerfasst: 19 Apr 2011 10:15 
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Das Bioenergiedorf Jühnde ist ein solches Beispiel.

Viele Modellkommunen und ihre Initiativen werden hier vorgestellt:

http://www.kommunal-erneuerbar.de/de/startseite.html


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 Betreff des Beitrags: Atomausstieg selber machen!
BeitragVerfasst: 27 Apr 2011 09:23 
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Beiträge: 2800
Wer den Atomausstieg und das notwendige Umsteigen auf erneuerbare Energien unterstützen will, der kann dies nicht nur an der Wahlurne, sondern auch aktiv an der Steckdose tun: auf Ökostrom umsteigen. Hier finden sich die notwendigen Informationen:

http://www.atomausstieg-selber-machen.de/stromwechsel/oekostrom-anbieter.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Umstieg von Kernenergie auf erneuerbare Energien
BeitragVerfasst: 17 Mai 2011 11:27 
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Beiträge: 13464
Die Frage ist nur: Wie ernst kann man die dt. POlitikerInnen überhaupt noch nehmen?
Baden-Württemberg und Bayern standen jahrzehntelang für eine konservative Industriepolitik, die auch auf Atomstrom setzte. Doch jetzt ist alles anders: In Baden-Württemberg herrscht ein grüner Ministerpräsident; bei Seehofer und Söder in Bayern weiß man zur Zeit nicht, wer der grünere Schwarze von beiden ist. Und der Wähler reibt sich die Augen.
Mehr:
http://blog.br-online.de/report-muenche ... suden.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Umstieg von Kernenergie auf erneuerbare Energien
BeitragVerfasst: 26 Mai 2012 16:17 
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Registriert: 13 Mär 2011 20:25
Beiträge: 1668
Aus der Versenkung …..

Wenn es um Kosten bzw. Subventionen geht, wird allzu gerne ein wirklich große Subvention am liebsten „unter den Teppich gekehrt“. Gern werden die „zu befürchtenden Preissteigerungen“ für die privaten Haushalte als Menetekel den erneuerbaren Energien, pauschal und ohne Differenzierungen genannt. „Nostalgisch“ wird der ach so billige Atomstrom – auf den „wir“ quasi aus einer „Laune“ heraus nun schon teilweise und vollständig ab 2020 ??? verzichten „wollen“ - „sollen“ - „müssen“.

Subventionen – egal für was – fallen ja nicht vom Himmel. Sie werden entweder direkt aus dem Steueraufkommen von „heute“ oder auf das Steueraufkommen einer noch unbestimmten Zukunft verlagert, wenn dazu die Staatsverschuldung erhöht wird.

Es ist also durchaus unklar, ob schon alle Subventionen „abgearbeitet“ wurden oder ob Teile davon per „Kostenverschiebungen“ - also als Schulden und Zinszahlungen darauf künftige Bundes- und Länderhaushalte belasten werden.

Wer war oder ist noch immer Nutznießer einer sehr großen Subvention, welche inzwischen scheinbar nicht mehr aktuell ist ? Wem kamen dieser „Brocken“ ca. 200.000.000.000 €uro zur Förderung der Atomenergie „zugute“. Warum hat sich diese Subvention, welche ja jeden Steuerzahler, also auch den sog. „privaten Haushalt“ über all seine steuerlichen „Verpflichtungen“ betrifft, nicht wenigsten „rechnerisch“ im so künstlich billig gerechneten Atomstrom niedergeschlagen ? (näheres hier STAATLICHE FÖRDERUNGEN DER ATOMENERGIE IM ZEITRAUM 1950 - 2010 PDF-Download (startet automatisch)

Warum wird die wesentlich geringere tatsächliche Belastung der Stromkosten durch die „Erneuerbaren Energien“ so akribisch verrechnet und bei dem „billigen Atomstrom“ so getan, als wäre dessen Verrechnungspreis die einzige Größe ? Weil dann ein bis zu doppelt hoher Strompreis berechnet werden müsste und der so „augenscheinliche“ (gegenüber den „Erneuerbaren“) sich ins Gegenteil verändern müsste ?

Warum bekommt niemand der z.B. „Fotovoltaikanlagen“ betreibt Anteile aus dem Emissionshandel geschenkt, wie das den Betreibern der AKW geschah, welche diese aus Steuern finanzierten Geschenke wie echte Kosten auf die Stromerstehungskosten aufgeschlagen haben ? Das waren für AKW-Strom immerhin 3,2 Cent pro kWh und liegt verdächtig nah an dem gesamten Umlage von 2011 mit 3,53 Cent pro kWh. Die erst nun in dieser Höhe anfällt, wie die folgende Grafik (hoffentlich) einigermaßen deutlich macht : BildWas da auch deutlich wird, ist der Anstieg der davon befreiten (Umlage-befreiter-Stromanteil).

Doch das ist womöglich eher nebensächlich – was noch überhaupt nicht feststeht sind die immensen Kosten für den „Rückbau“ Bei Biblis A & B ist man da schon in der "Planungsphase" der gesamte Vorgang wird lt. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) „werde es 20 Jahre dauern, bis das AKW komplett zurückgebaut sei.“

Und wohin damit ? Auch das ist „neben dem völlig ungeklärten wo“ eine Kostenfrage, welche in jedem Szenario (weiter oder ohne AKW) angefallen wäre.

All diese Kosten würde man / frau „normalerweise“ auf jede kWh aus diesen Quellen umlegen müssen. Zumal alle Kosten die noch anfallen werden, auch dann anfallen, wenn die noch arbeitenden AKW „einst“ abgeschaltet worden sein werden.

Bleibt noch die Hoffnung, dass bis dahin, wenigstens in D kein über einen GAU hinausgehendes „Ereignis“ stattfindet. Das wäre neben den damit verbundenen Verlusten an Menschenleben, der wirtschaftliche Ruin von D und wohl auch von unseren Anrainerstaaten, welche je nach Ausmaß, Windrichtung und anderer Umstände mindestens mittelbar betroffen wären. Je nach Ausmaß würde es wohl auch Europa als Wirtschaftsraum erheblich gefährden. Keine Versicherung ist bereit auch nur für ein einziges AKW eine Haftpflichtversicherung zu übernehmen. Warum das so ist, wurde „im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft (FDP)“ schon 1992 untersucht :
Zitat:
Zukunftslobby.de Im Herbst des Jahres 1992 enthielt die Ausgabe Nr. 46 der "Wirtschaftswoche" (6.11.1992) einen Artikel mit der Überschrift "Ruinöse Erbschaft - Klimaschock, Naturzerstörung:

Die Deutschen, so zeigen Studien, häufen pro Jahr Umweltschäden von 600 Milliarden DM an".

Zum Anteil der Atomkraft war damals zu lesen:
"Bei der Energieerzeugung aus Öl und Kohle, so zeigen neue Klimastudien, wird ein großer Teil der Kosten auf zukünftige Generationen abgewälzt. Aber auch beim Preis für Atomstrom fehlt ein entscheidender Kostenblock: das Risiko eines möglichen Kernschmelz-Unfalls.

Aufschluß über die möglichen Schäden gibt ein für den Bundeswirtschaftsminister angefertigtes, bisher unveröffentlichtes Gutachten der Basler Prognos AG zur "Identifizierung und Internalisierung externer Kosten der Energieversorgung".

Hier rechnet Professor Hans-Jürgen Ewers, Direktor des Münsteraner Instituts für Verkehrswissenschaften und Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen, vor, daß beim Super-Gau eines Reaktors vom Biblis-Typ Schäden von annähernd 10,7 Billionen Mark entstehen können.

Weil ein solcher Unfall rein rechnerisch in Deutschland jedoch nur einmal in 1666 Jahren* zu erwarten ist, beläuft sich der jährliche Schadenserwartungswert auf 6,42 Milliarden Mark oder 4,3 Pfennige je Kilowattstunde Atomstrom.

In der Realität wäre noch mehr fällig.

Die Haftpflichtversicherer kassieren derzeit je Kernkraftwerk eine Versicherungsprämie von 0,2 bis 0,4 Prozent - bei einer Schadensobergrenze von 200 Millionen Mark. Hochgerechnet müssten demnach je Kraftwerk bis zu 40 Milliarden Mark aufgewendet werden, um die im Prognos-Gutachten ermittelte Schadenssumme abzusichern.

Eberhard Moths, im Bundeswirtschaftsministerium für langfristige Energiefragen zuständig, kam beim gemeinsamen Rechnen mit den Prognos-Gutachtern zu horrenden Abgaben. "Nur für die jährliche Risikoversicherung" sagt Moths im Hinblick auf die Kosten, "wären mehr als 500 Milliarden Mark auf die Stromrechnung draufzuzahlen." Das wäre, so Moths, "ein Aufschlag von 3,60 Mark je Kilowattstunde".
Auf andere europäische AKW bezogen dürften dies Kosten keinesfalls geringer sein. Wir alle, auch alle Atheisten, sollten beten, bitte lass sonst irgendwo auf der Welt ein AKW „hochgehen“ falls der Scheiß nicht so sicher wie geglaubt ist - nur bitte, bitte nicht in EU ! (eine großzügige Erweiterung des „Floriansprinzips“.

Ansonsten wünsche ich allen ein frohes Pfingstfest – womöglich überkommt ja alle „die noch am Atom festhalten“ der „Heilige Geist“

Als der Pfingsttag gekommen war, geschah ein Brausen vom Himmel und sie wurden von dem heiligen Geist erfüllt (Apg 2,1-4

Vielleicht hilft´s ja :facepalm: …. denn

*
Insofern sich die Sätze der Mathematik
auf die Wirklichkeit beziehen,
sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind,
beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit.
ALBERT EINSTEIN

_________________
Achte stets auf Minimale Endogene Mortalität (MEM) !


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Umstieg von Kernenergie auf erneuerbare Energien
BeitragVerfasst: 20 Feb 2013 20:51 
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Beiträge: 13464
Zitat:
Der unheimliche Erfolg der Energiewende

20.02.2013 · Der Erfolg der Energiewende wird unheimlich. Überall werden Solar- und Windanlagen gebaut. Weil das Stromnetz an sonnigen und windigen Tagen die Last nicht tragen kann, bekommen die Betreiber Geld vom Staat fürs Nichtstun, für das Abklemmen vom Netz. Subvention folgt auf Subvention. Wo soll das enden? Eine Analyse. ....

... Die Annahme, dass sich aufgrund steigender Preise für fossile Energie die hohen Strompreise der Energiewende künftig wie von selbst rechnen, kann sich ins Gegenteil verkehren. In den Vereinigten Staaten, Argentinien, Russland, Polen oder Australien wurden riesige Öl- und Gasreserven in Schiefergestein entdeckt. Mit dem ökologisch strittigen Fracking wird nun Gas und Öl in großem Stil gefördert. Amerika wird dadurch vom größten Verbraucher zu einem der größten Öl- und Gaslieferanten mit gravierenden strategischen und wirtschaftlichen Folgen für die Welt. In langfristig sinkenden Energiepreisen sieht Präsident Obama den Hebel für die Reindustrialisierung Amerikas. Damit wird nicht nur die deutsche Industrie zu kämpfen haben, sondern auch der Stromkunde. Wenn international der Strompreis sinkt, wird für den Verbraucher der Erfolg der Energiewende noch unheimlicher - weil teurer.

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:facepalm: :argh:

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