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 Betreff des Beitrags: Re: Übervölkerung der Erde?
BeitragVerfasst: 06 Feb 2016 14:23 
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:surprice:
freigeist zitierte Quelle hat geschrieben:
Zu den größten Mythen der Nachhaltigkeitsfanatiker gehört der, dass das Wachstum auf der Erde begrenzt ist und wir deshalb auf Nachhaltigkeit, was auch immer genau damit gemeint sein mag, angewiesen sind. Dies wird von vielen Politikern aller Ausrichtungen und Intellektuellen gebetsmühlenartig wiederholt. Aber: Ist das Wachstum auf der Erde wirklich begrenzt? Müssen wir uns bald auf eine “wachstumslose Gesellschaft” einstellen? Henry Hazlitt hat in seinem 1946 erschienen und bis heute bekannten Buch “Economics in one lesson” mit diesem Märchen aufgeräumt:
“(…) Kapital besteht zum einen aus zahllosen Gegenständen, die wir vielleicht besser dauerhafte Verbrauchsgüter nennen sollten- Automobile, Kühlschränke, Möbel, Schulen, Universitäten, Kirchen, Bibliotheken, Krankenhäuser und insbesondere Wohnungen. Noch nie seit Bestehen der Erde hat es von letzteren genug gegeben. Und selbst wenn es rein zahlenmäßig genug gäbe, wären unbegrenzte qualitative Verbesserungen möglich und wünschenswert, wovon vielleicht lediglich die allerbesten Wohnungen ausgenommen wären.

Den anderen Teil des Kapitals könnten wir das eigentliche Kapital nennen. Es besteht aus den Produktionswerkzeugen, zu denen alles gehört, von der Axt, dem Messer oder dem Pflug bis zu den kompliziertesten Werkzeugmaschinen, den größten Stromgeneratoren oder Zyklotronen oder den raffiniertest ausgestatteten Fabriken. Auch hier gibt es weder quantitative noch qualitative Grenzen für eine Erweiterung, die möglich und wünschenswert wäre. Es wird keinen “Überschuss” an Kapital geben, solange das rückständigste Land technologisch nicht genauso gut ausgestattet ist wie das fortschrittlichste, solange nicht das unrentabelste Unternehmen des Landes gleichgezogen hat mit dem technisch bestausgerüsteten und solange die modernsten Produktionseinrichtungen nicht einen Punkt erreicht haben, an dem der menschliche Erfindungsgeist an seine Grenzen stößt und nicht mehr verbessern kann. Solange nur eine dieser Bedingungen noch nicht erfüllt ist, bleibt unbegrenzt Raum für mehr Kapital.”

:idea: Möglicherweise wird es eines Tages wirklich keine Möglichkeit mehr für Wachstum geben. Aber mit diesem Problem müssen wir uns wahrscheinlich in den nächsten 100.000 oder 1 Million Jahren nicht auseinandersetzen, wenn überhaupt. :facepalm: Nicht nur das Kapital ist nach menschlichem Ermessen unendlich. Fossile Brennstoffe sind noch für Tausende Jahre erhältlich, der “Peak Oil” ist tot und in einigen Jahren könnten sich die USA vielleicht wieder selbst mit Öl aus Schiefergestein versorgen. Und spätestens wenn die Menschheit beginnt, andere Planeten zu kolonisieren, werden wir erkennen, wie absurd unsere Vorstellungen vom “endlichen Wachstum” waren.
Selten habe ich soviel unsinnige Behauptungen am selben Ort gefunden. Ob der Typ da die Welt mit dem Märchen "Tischlein deck dich, Esel streck' Dich und Knüppel aus dem Sack" verwechselt hat ? Einzige Entschuldigung, damals konnte der nicht wissen, was "wir" - jedenfalls ein Teil von uns wissen - noch nicht wissen. Das muss aber dann allerdings auch für den "Club of Rom" gelten. Wobei sich mir bei dem Vergleich die Zehennägel beginnen aufzurollen - was ein sehr schmerzhafter Prozess sein soll...

Das Du werter freigeist Dir den Burschen, quasi als Deinen "Anwalt" leistest tss tss...

Jeder der sich für das Thema und was unvermeidbar damit zusammenhängt ernsthaft interessiert, wird um "KEA" nicht herumkommen selbst VDI hat dazu eine Richtlinie produziert - VDI-Fachbereich Ressourcenmanagement - VDI-Richtlinien "Kumulierter Energieaufwand (KEA) - VDI 4600: Kumulierter Energieaufwand (KEA) - Begriffe, Berechnungsmethoden & VDI 4600 Blatt 1:Kumulierter Energieaufwand - Beispiele

Da hocken keine Fantasten beieinander, sonder Leute die versuchen die Realität in klaren nachvollziehbare Worte zu gießen. Auch im WIKI "Kumulierter Energieaufwand"
Zitat:
Kumulierte Energieaufwand KEA „die Gesamtheit des primärenergetisch bewerteten Aufwands an, der im Zusammenhang mit der Herstellung, Nutzung und Beseitigung eines ökonomischen Guts (Produkt oder Dienstleistung) entsteht bzw. diesem ursächlich zugewiesen werden kann
kann jeder nachlesen, warum das oben beschriebene, freundlich ausgedrückt totaler Blödsinn ist - jedenfalls man das als "Realität" wahrnimmt...

Von all diesen Zusammenhängen unbeleckt und vor nunmehr 70 Jahren durfte der das so behaupten - doch wer das nach allem was inzwischen an gesicherten Wissen existiert noch als "Argument" ins Feld führt, hat entweder keinerlei Ahnung und keine Anlass dies zu ändern oder will einfach nur polemisieren. Macht nix, je irrer die "Argumente", desto einfacher lassen sie sich zerlegen...

Wen es interessiert HIER finden sich Tabellen zum energetischen Aufwand und den "Nebenwirkungen" "unabhängige Forschung seit 1949" "KEA" wird dort in "Mega Joule Primärenergie pro Tonne" ausgewiesen. Ein feiner Katalog, was "Wachstum" energetisch bedeutet und woher das lt. des o. zitierten Pamphlets in unendlichen Quantitäten kommen soll, wird mir hoffentlich irgendwer glaubhaft erklären können.

:trommel: Nun ist selbstverständlich auch jede andere Produktion solchen realen Parametern unterworfen - auch Nahrungsmittel - addiert man zu deren energetischem Aufwand (Düngemittel, "Pflanzenschutz" und Bearbeitung) noch den Transport und die Herstellung / Reparatur / Ersatz der dafür notwendigen Maschinen und Geräte, kommt auf Personen heruntergebrochen, ein beeindruckendes "Sümmchen" Energie zusammen. So ist das überall wo Mensch für ihn unverzichtbare Handlungen vornimmt. Selbst das beseitigen der Fäkalien die das Essen und Trinken nun mal unvermeidbar produziert, kostet Energie.

Stichpunkte :
Kumulierter Energieaufwand zur Herstellung (KEA H)
Kumulierter Energieaufwand für die Nutzung (KEA N)
Kumulierter Energieaufwand für die Entsorgung (KEA E)
Kumulierter Regenerativer Energieaufwand (KRA)
Kumulierter Nichtregenerativer Energieaufwand (KNRA)

Nein, zwischen der Anzahl der vorhanden Menschen und all diesem besteht keinerlei Zusammenhang ??? Wie realitätsfern muss man sein um so zu denken....

Für alle anderen, hier ein Link zu einem 516seitigen PDF : PDF-Download "Ganzheitliche Bilanzierung von Grundstoffen und Halbzeugen"

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 Betreff des Beitrags: Re: Übervölkerung der Erde?
BeitragVerfasst: 06 Feb 2016 14:37 
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Nonsequitur hat geschrieben:
freidenker hat geschrieben:


Dass die Ölvorräte nicht unendlich sein können, sollte jedem klar sein. Die Frage ist vielmehr, ob wir hier über 50 oder vielleicht mehrere 100 Jahre reden. Das hat einen erheblichen Einfluss auf die Diskussion.


Meine Prämisse steht am Anfang dieser Diskussion im Thread "Frauenrechte ein Luxusproblem" vom 31.01.2016 um 14:50.
"Die Endlichkeit allen Daseins in seiner ursprunglichen Form ist ein Naturgesetz, das der Mensch in jeder seiner Lebensformen zu berücksichtigen hat."
Dieser richtige Vorsatz blieb bei der weiteren Diskussion völlig unbeachtet, aus welchem Grunde auch immer, doch aus diesem Grunde drehen wir uns wieder einmal im Hamsterrad.
Darum ist Deine Zeitfrage wie ein Lichtblick, ein Energiedrink, der mir etwas Mut macht weiterhin zu versuchen, den Weltuntergang in seine natürliche zeitliche Phase zu plazieren.
Natürlich stirbt auch die Sonne, doch erst nach ca. 5 Milliarden Jahren, dabei kommt es bei der Berechnung auf einige Milliarden Jahre gar nicht an. Es wäre reine Wortklauberei, wenn z.B. eine Behauptung wie: "die Sonne ist und bleibt für die Menschen eine endlose Energiequelle", angezweifelt werden würde. Die Erde stirbt nämlich vor der Sonne. Rechnerisch haben die Menschen den Tod der Sonne schon ermittelt, doch dieses Wissen kann man getrost vernachlässigen.
Fazer, Du weißt, dass ich mit der menschlichen Vernunft auch so meine Schwierigkeiten habe, doch im Ernsfall ist Vernunft angesagt und Deine Entscheidung, die Sirenen abzuschalten, die richtige Handlung um Panik zu vermeiden. Ich sage nicht: "ich habe auch keine Lösung." Die "Überbevölkerung" ist ein hausgemachtes Problem der Menschen und kann somit auch nur durch den Menschen beseitigt werden.

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Zuletzt geändert von freidenker am 07 Feb 2016 12:13, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Übervölkerung der Erde?
BeitragVerfasst: 06 Feb 2016 14:56 
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Otto, so ist das mit spontanen Verlinkungen. Nur einmal kurz gelesen, nicht durchdacht. Den "Club of Rom" hattest Du mir mal empfohlen, mir war er noch nie geheuer. Wie da wieder rauskommen? Kann ich nur aussitzen :-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Übervölkerung der Erde?
BeitragVerfasst: 06 Feb 2016 18:20 
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Hi freidenker,

sorry, mir geht es nicht darum Dir irgendwas ans Zeug zu flicken. Mir geht es wirklich um die "Sache". Um einen möglichst "unverstellten Blick" auf die Realität - ohne Scheuklappen.

Der Gedanke, möglichst präzise herauszubekommen wie groß das "Window" für Gegenmaßnahmen noch ist. Ob eventuell "Eile" geboten ist. Kann es hilfreich sein, wenn eine Minderheit versucht durch ihr Handeln, andere dazu anzuregen, ebenfalls eigene Lösungen zu entwickeln ?

Falls nicht in absehbarer Zeit ein ausreichend großer Asteroid die Erde trifft oder wahlweise eine weltumfassender nuklearer Krieg ausbricht, ist es ein Untergang auf Raten. OK sicher gibt es noch ein halbes Dutzend ähnlich gravierender Ereignisse, aber was "wir" tun oder lassen, hat zweifellos Auswirkungen. Die meisten davon sind für sich alleine gesehen nicht wirklich "alarmierend". Im "Verbund" jedoch...

In einem "geschlossenen System" werden alle erwünschten Aktionen von eher unerwünschter "Nebenwirkungen" begleitet. Bei der Zementproduktion fallen ebenfalls CO2 an und Zement wird reichlich benötigt. Gebäude und Infrastruktur. Werden es mehr Menschen, so werden auch mehr Gebäude und Infrastruktur benötigt (was nur einen Aspekt darstellt). In der modernen Welt werden täglich große Mengen von Energie für all diese Aktionen benötigt. Diese werden mit einer anwachsenden Bevölkerung nicht geringer.

Dateianhang:
CO2 1800 bis 2000.jpg
CO2 1800 bis 2000.jpg [ 78.8 KiB | 3460-mal betrachtet ]


Inwieweit sind scheinbar linear verlaufende Prozesse dann für unerwartet plötzliche Veränderungen verantwortlich ? Was, wenn die Betrachtung einzelner Phänomen nicht ausreicht, weil ein noch unerkanntes Zusammenwirken zu einem "Tipping-Point" führt ? Was, wenn dies auch erst nachträglich als " Point of no Return", als unumkehrbar herausstellt ?

Ein Anstieg des weltweiten Meeresspiegels, ist sicher umkehrbar - jedenfalls in einem genügend großen Zeitfenster. Für die Bewohner von bestimmten, sehr dicht bevölkerte Gebiete (Bangladesch z.B.) führen deutlich kürzere Zeiträume zu ganz erheblichen Verschiebungen. Erst bei genauer Betrachtung unter Einbezug von einer Vielzahl von Parametern können - müssen - weitere solche Bereiche erkannt werden. Fröhlicher Optimismus führt u.U. geradewegs in eine Katastrophe, die mit einer deutlich pessimistischeren Haltung früh genug erkennbar gewesen wäre.

Jüngstes Beispiel, ein allzu optimistisches "Wir schaffen das" hat zumindest zu einer tiefen politischen Krise geführt. Dabei blieb eben wegen der wenig differenzierten Aussage, reichlich Raum für jede Form der ablehnenden Haltung und Unsicherheit.

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 Betreff des Beitrags: Re: Übervölkerung der Erde?
BeitragVerfasst: 07 Feb 2016 12:23 
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https://www.youtube.com/watch?v=WPFLAjmWCtk

Für die Denkpause etwas Musik, die nicht überhört werden sollte.

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