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 Betreff des Beitrags: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 08 Mai 2013 07:15 
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Sicher werden wir hier reichlich über diesen Prozess diskutieren, weshalb ich diesen thread eröffnet habe.
Vielleicht können wir auch andere Beiträge, die zu diesem Thema gepostet wurden, hier einstellen. (Luc/Interessante Nachrichten)?!

Ich komme auch auf ein ähnliches Thema wie Luk: Zschäpes Auftreten im Prozess:
Zitat:
Das Auftreten der Hauptangeklagten Beate Zschäpe zu Beginn des NSU-Prozesses ist bei Nebenklägern und türkischen Medien auf scharfe Kritik gestoßen. Zschäpes Auftritt im Gerichtssaal sei "selbstbewusst bis arrogant" gewesen, sagte der Nebenklage-Anwalt Mehmet Daimagüler der "Berliner Zeitung". Türkische Zeitungen warfen Zschäpe unter anderem "Frechheit" vor und kritisierten, sie habe sich in "Hitler-Pose" gezeigt.

Zschäpe hatte vor Prozessbeginn am Montag mit verschränkten Armen minutenlang den anderen Beteiligten an dem Münchner Verfahren den Rücken zugewandt. "Sie schien sich im Glanz der Kameras zu sonnen und genoss es offenbar, im Mittelpunkt zu stehen", sagte Daimagüler, der im Prozess um die Verbrechensserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zwei Opferfamilien vertritt.

Türkische Blätter berichteten in großer Aufmachung über den Prozessauftakt. Die Zeitung "Hürriyet" schrieb, der Verhandlungssaal sei zur Bühne für eine "Show" Zschäpes geworden. In der Zeitung "Habertürk" hieß es, die "Nazi-Braut" Zschäpe habe sich in "Hitler-Pose" gezeigt.

Die regierungsnahe Zeitung "Sabah" vermerkte, dass Zschäpe im Gerichtssaal Kaugummi gekaut und mit ihren Anwälten gescherzt habe. Die Angehörigen der acht türkischen Mordopfer des NSU hätten den Auftritt teilweise zitternd verfolgt. In der Zeitung "Yeni Safak" war von einer "Frechheit" der Angeklagten die Rede....

Aus:
http://de.nachrichten.yahoo.com/aufkl%C ... 46935.html
ich denke, hier sieht man wieder einmal gut die kulturellen Unterschiede. In den türk. Medien wird Z. vorverurteilt (in dt. möglicherweise auch - das habe ich jetzt nicht so mitverfolgt).
Fakt ist: Bis zum Urteil gilt die Unschuldsvermutung, auch wenn es danach aussieht, als habe sie eine Menge Dreck am Stecken. Warum sollte sie dann also nicht selbstbewusst auftreten?
Ich kann nachvollziehen, dass bei allen Beteiligten die Nerven blank liegen - wenn auch aus unterschiedlichen Gründen...

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 08 Mai 2013 18:40 
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Beiträge: 4650
In allen von Dir zitierten Aussagen wird hauptsächlich die Körpersprache der Angeklagten interpretiert. Inwieweit die Schreiber dazu befähigt sind, weiß ich nicht. Es könnte aber sein, dass in deren Kulturkreis ein selbstbewußtes Auftreten von Frauen ohnehin nicht besonders gern gesehen wird.
Nur mal so als Denkanstoß...

Zenzi

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«Ein Land, das eine ihm feindlich gesinnte Bevölkerung von einer Million Fremder kontrolliert, wird zwangsläufig zu einem Geheimdienst-Staat mutieren, mit allen Konsequenzen; das wird Auswirkungen auf die Erziehung haben, auf die Rede- und Meinungsfreiheit und auf die demokratische Regierungsform. Die Korruption, die jedes koloniale Regime charakterisiert, wird auch den Staat Israel infizieren.» Jeschajahu Leibowitz, 1968


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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 08 Mai 2013 18:45 
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Beiträge: 13464
Davon gehe ich aus. Abgesehen davon: Wenn sie schuldig ist, weiss ich nicht, ob ein Hängenlassen der Schultern günstig für sie wäre (dazu gibt es Untersuchungen und Dokus über "Opferpsychologie". Wenn sie nicht schuldig ist, hätte sie keinen Grund, nicht selbstbewusst aufzutreten, aber wie du schon sagtest: aich Körpersprache gehört in das Feld der interkulturellen Kommunikation, was übrigens auch ein Studienfach ist

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 08 Mai 2013 22:54 
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Registriert: 29 Jan 2011 10:31
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Welchen Schuldanteil diese Z. an den Morden hat, kann ich nicht wissen, weil ich bei den Ermittlungen nicht dabei war.
Von Körpersprache verstehe ich allerdings sehr viel. Zwecks Schuldgefühl, das sie eventuell nicht mal hat, braucht sie keine hängenden Schultern zeigen, aber mindestens ein respektierliches Verhalten, das mit Kaugummikauen wirklich nicht da ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 09 Mai 2013 00:14 
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x-mas hat geschrieben:
Welchen Schuldanteil diese Z. an den Morden hat, kann ich nicht wissen, weil ich bei den Ermittlungen nicht dabei war.
Von Körpersprache verstehe ich allerdings sehr viel. Zwecks Schuldgefühl, das sie eventuell nicht mal hat, braucht sie keine hängenden Schultern zeigen, aber mindestens ein respektierliches Verhalten, das mit Kaugummikauen wirklich nicht da ist.

Da bin ich ganz deiner Meinung, wobei: in anderen Ländern wäre das kein Aufreger...

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 09 Mai 2013 18:32 
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Registriert: 31 Jan 2011 08:30
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Quijota hat geschrieben:
ich denke, hier sieht man wieder einmal gut die kulturellen Unterschiede. In den türk. Medien wird Z. vorverurteilt (in dt. möglicherweise auch - das habe ich jetzt nicht so mitverfolgt).
Fakt ist: Bis zum Urteil gilt die Unschuldsvermutung, auch wenn es danach aussieht, als habe sie eine Menge Dreck am Stecken. Warum sollte sie dann also nicht selbstbewusst auftreten?
Ich kann nachvollziehen, dass bei allen Beteiligten die Nerven blank liegen - wenn auch aus unterschiedlichen Gründen...



Die Türkei ist ein Land, in denen sehr emotional reagiert und auch agiert wird - und in der die Taten des NSU als feindlicher Akt angesehen wird. Letzteres ist durchaus verständlich - haben doch die Strafermittlungsbehörden eine erschreckende Unfähigkeit und auch einen erschreckenden Unwillen an den Tag gelegt.

Vor Gericht wird's in den nächsten Monaten und Jahren das allseits bekannt Kasperletheater geben: Befangenheitsanträge, immer wieder neue Beweisaufnahmen - etc.. Auch wegen des Kruzifixes im Gerichtssaal droht ja Krach.

Allerdings: was die Anwälte der Ankgeklagten machen, ist nicht nur legitim, sondern auch vorgeschrieben. Sie würden sich strafbar machen, würden sie nicht alles anführen, was ihre Mandanten entlastet.

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„Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ Jean-Claude Juncker

„Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“ (Christian Wulff zur Flugaffäre Johannes Raus im Jahr 2000).


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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 13 Mai 2013 07:27 
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Sehr interessante Interviews:
http://www.youtube.com/watch?v=EBhgNwfw ... e=youtu.be

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 02:05 
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Wer so handelt, stellt sich unter den Verdacht, etwas verbergen zu wollen:
Zitat:
....Heute Morgen kam es vor dem Gerichtsgebäude zu lautstarken Diskussionen zwischen Reportern und Justizangestellten. Der Vizepräsident des Amtsgerichts, Rolf Werlitz, verlangt nämlich, dass die Sicherheitsverfügung für den Umgang mit Journalisten buchstabengetreu umgesetzt wird. Danach dürfen Journalisten, die keine Platzkarte zugelost bekommen haben und daher in der Besucherschlange stehen, keine Arbeitsmittel wie Handys und Laptops mitnehmen....

Aus:
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... boten.html

Wenn es stimmen sollte, dass 20 Akreditierungsmail für Journalisten im Spamordner gelandet sind, ist der Prozessablauf wieder nicht wasserdicht.
Dass Journalisten, die als "Besucher" keine Handys bzw. Laptops mitnehmen dürfen ganz sicher eine Lösung zu diesem Problem einfällt, dürfte klar sein :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 07:12 
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Registriert: 31 Jan 2011 08:30
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Quijota hat geschrieben:


Interessant der Hinweis auf Stay-Behind-Organisationen... Soetwas gab es schon einmal: nämlich u.a. in den 1970er Jahren in Italien - insbesondere bei der Entführung und Ermordung Aldo Moros und dem Bombenanschlag auf den Bahnhof von Bologna. Bemerkenswert ist auch, dass die Verteidigung das Thema aufgreift:

Zitat:
Anwältin Schneiders spricht heikle Punkte im Verfahren an. Sie will Akteneinsicht zum Mordfall Michèle Kiesewetter beantragen. Die Polizistin wurde 2007 mutmaßlich von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in Heilbronn ermordet. Allerdings soll auch Mevlüt K. anwesend gewesen sein. K. hatte Kontakte zur islamistischen Sauerland-Gruppe und soll Mitarbeiter der CIA gewesen sein. Er lebt in der Türkei. Auch der Verfassungsschützer Andreas Temme soll vorgeladen werden.
Quelle: WELT


Im Fall Michèle Kiesewetter gab es ja sehr, sehr viele Ungereimtheiten - unter anderem tauchte regelmäßig die Frage auf, wie es angehen kann, dass Polizisten im Ku-Klux-Klan sein können und dies keinerlei Folgen für sie hat. Bemerkenswert auch die Personalie Mevlüt K. und dessen Verbindung zur Sauerland-Gruppe und zur CIA. Was um Himmels Willen hat die CIA mit dem Mord an Kiesewetter zu tun? War Mevlüt K. ein Mann für alles Grobe?

Seltsam sind auch die "Selbstmorde" von Böhnhardt und Mundlos. Kann es sein, dass da eine falsche Polizeitruppe zu früh und in viel zu großer Mannschaftsstärke anrückte, als dass man die "Sache" nicht einfach mal in der Art und Weise "löste", wie im Fall Kiesewetter? Klingt alles nach Verschwörungstheorie - aber nach den ganzen skandalösen Ungereimtheiten, die die Untersuchungsausschüsse an den Tag brachten, würde mich nichts mehr wundern.

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 07:23 
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Wohnort: Ha Ha
Quijota hat geschrieben:
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... boten.html

Wenn es stimmen sollte, dass 20 Akreditierungsmail für Journalisten im Spamordner gelandet sind, ist der Prozessablauf wieder nicht wasserdicht.

Bisher hat allein die "Welt" von den Akreditierungsmails im Spamorder berichtet.


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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 08:27 
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SolaBona hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... boten.html

Wenn es stimmen sollte, dass 20 Akreditierungsmail für Journalisten im Spamordner gelandet sind, ist der Prozessablauf wieder nicht wasserdicht.

Bisher hat allein die "Welt" von den Akreditierungsmails im Spamorder berichtet.


Auch die WELT spricht ja nur von einem "Gerücht". Ich vermute einmal, wir werden die Wahrheit nie erfahren.

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 09:35 
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Sünnerklaas hat geschrieben:
SolaBona hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... boten.html

Wenn es stimmen sollte, dass 20 Akreditierungsmail für Journalisten im Spamordner gelandet sind, ist der Prozessablauf wieder nicht wasserdicht.

Bisher hat allein die "Welt" von den Akreditierungsmails im Spamorder berichtet.


Auch die WELT spricht ja nur von einem "Gerücht". Ich vermute einmal, wir werden die Wahrheit nie erfahren.

Von der entsprechenden Stelle ganz gewiss nicht, aber wer weiss? :hmm:
Jedenfalls ist diese ganze Journaillen-Zulassungsprozedur peinich und unwürdig - ebenso wie das kurzfristig erlassene Verbot, eigene Getränke und Essen mit ins Gerichtsgebäude zu bringen, was bei dem langen Aufenthalt dort ein Unding ist.
Dafür gibts doch u.A. Aufenthaltsräume. Zum Glück wurde diese Regelung ja dann wieder rückgängig gemacht

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 10:57 
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Quijota hat geschrieben:
Sünnerklaas hat geschrieben:
SolaBona hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... boten.html

Wenn es stimmen sollte, dass 20 Akreditierungsmail für Journalisten im Spamordner gelandet sind, ist der Prozessablauf wieder nicht wasserdicht.

Bisher hat allein die "Welt" von den Akreditierungsmails im Spamorder berichtet.


Auch die WELT spricht ja nur von einem "Gerücht". Ich vermute einmal, wir werden die Wahrheit nie erfahren.

Von der entsprechenden Stelle ganz gewiss nicht, aber wer weiss? :hmm:
Jedenfalls ist diese ganze Journaillen-Zulassungsprozedur peinich und unwürdig - ebenso wie das kurzfristig erlassene Verbot, eigene Getränke und Essen mit ins Gerichtsgebäude zu bringen, was bei dem langen Aufenthalt dort ein Unding ist.
Dafür gibts doch u.A. Aufenthaltsräume. Zum Glück wurde diese Regelung ja dann wieder rückgängig gemacht



Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass man diesen Prozess am liebsten gar nicht führen möchte? Irgendwie hat das doch alles den Geruch bewusster Behinderung. Ich möchte auch nicht wissen, wie viele Leute es gibt, die es am liebsten gesehen hätten, Frau Zschäpe wäre ebenfalls in den Ewigen Jagdgründen entschwunden - wie Mundlos und Böhnhardt.
Ich möchte auch einmal die - bewusst sehr polemisch gehaltene - Frage in den Raum stellen, ob und was Frau Zschäpe dafür versprochen wurde, dass sie die Mund hält? Normal ist ja davon auszugehen, dass sie mindestens genau so lange im Knast brummen wird, wie Christian Klar. An Klars Haftzeit wird sich das Gericht wohl bei der Strafzumessung orientieren müssen. Aber wenn Frau Zschäpe weniger bekommt, dürften einige Fragen hinsichtlich möglicher Deals aufkommen. Erst recht, wenn im Urteil keine Besondere Schwere der Schuld festgestellt wird oder gar nur eine zeitige Haftstrafe verhängt wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 11:39 
Sünnerklaas hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
Sünnerklaas hat geschrieben:
SolaBona hat geschrieben:
Quijota hat geschrieben:
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... boten.html

Wenn es stimmen sollte, dass 20 Akreditierungsmail für Journalisten im Spamordner gelandet sind, ist der Prozessablauf wieder nicht wasserdicht.

Bisher hat allein die "Welt" von den Akreditierungsmails im Spamorder berichtet.


Auch die WELT spricht ja nur von einem "Gerücht". Ich vermute einmal, wir werden die Wahrheit nie erfahren.

Von der entsprechenden Stelle ganz gewiss nicht, aber wer weiss? :hmm:
Jedenfalls ist diese ganze Journaillen-Zulassungsprozedur peinich und unwürdig - ebenso wie das kurzfristig erlassene Verbot, eigene Getränke und Essen mit ins Gerichtsgebäude zu bringen, was bei dem langen Aufenthalt dort ein Unding ist.
Dafür gibts doch u.A. Aufenthaltsräume. Zum Glück wurde diese Regelung ja dann wieder rückgängig gemacht



Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass man diesen Prozess am liebsten gar nicht führen möchte? Irgendwie hat das doch alles den Geruch bewusster Behinderung. Ich möchte auch nicht wissen, wie viele Leute es gibt, die es am liebsten gesehen hätten, Frau Zschäpe wäre ebenfalls in den Ewigen Jagdgründen entschwunden - wie Mundlos und Böhnhardt.
Ich möchte auch einmal die - bewusst sehr polemisch gehaltene - Frage in den Raum stellen, ob und was Frau Zschäpe dafür versprochen wurde, dass sie die Mund hält? Normal ist ja davon auszugehen, dass sie mindestens genau so lange im Knast brummen wird, wie Christian Klar. An Klars Haftzeit wird sich das Gericht wohl bei der Strafzumessung orientieren müssen. Aber wenn Frau Zschäpe weniger bekommt, dürften einige Fragen hinsichtlich möglicher Deals aufkommen. Erst recht, wenn im Urteil keine Besondere Schwere der Schuld festgestellt wird oder gar nur eine zeitige Haftstrafe verhängt wird.

Bei allem, was ich auch hier lese, beschleicht mich das doch recht beklemmende Gefühl, dass die Anwälte der Frau Zschäpe mit der Behauptung, ihre öffentliche Vorverurteilung mache einen fairen Prozess mittlerweile unmöglich, vielleicht doch nicht so ganz falsch liegen. Das wäre m.E. dann das nächste Desaster in diesem ganzen Skandal.


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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 11:47 
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Zitat:
Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass man diesen Prozess am liebsten gar nicht führen möchte? Irgendwie hat das doch alles den Geruch bewusster Behinderung. Ich möchte auch nicht wissen, wie viele Leute es gibt, die es am liebsten gesehen hätten, Frau Zschäpe wäre ebenfalls in den Ewigen Jagdgründen entschwunden - wie Mundlos und Böhnhardt.
Ich möchte auch einmal die - bewusst sehr polemisch gehaltene - Frage in den Raum stellen, ob und was Frau Zschäpe dafür versprochen wurde, dass sie die Mund hält? Normal ist ja davon auszugehen, dass sie mindestens genau so lange im Knast brummen wird, wie Christian Klar. An Klars Haftzeit wird sich das Gericht wohl bei der Strafzumessung orientieren müssen. Aber wenn Frau Zschäpe weniger bekommt, dürften einige Fragen hinsichtlich möglicher Deals aufkommen. Erst recht, wenn im Urteil keine Besondere Schwere der Schuld festgestellt wird oder gar nur eine zeitige Haftstrafe verhängt wird.

Das sehe ich exakt genau so. Vielleicht war es ja auch nur ein "Betriebsunfall", dass Zschäpe noch lebt, aber solche Fehler kann man ja immer noch gerade biegen - bei BM habe sie ja schon mal geübt... :floet:

Zschäpe hat imho nur 2 Möglichkeiten:
1. Sie hält die Klappe und schwebt (weiterhin) wahrscheinlich in Lebensgefahr
2. Sie packt ohne Vorankündigung restlos aus. Ich bezweifele, dass sie nachher aus Rache getötet würde - das würde das Ansehen des dt. Staates noch weiterhin schädigen. Auch ein "deal" mit ihr würde diese gleiche Wirkung haben.
Fazit: Also wäre das Beste, sie hängt "sich" bald an der Heizung oder dem Fensterkreuz auf - für einen Herzinfarkt ist sie noch ein bisschen jung und Krebs dauert zu lange. Vielleicht findet sich ja auch noch ein Attentäter. Dann könnte man gleich 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie sagt nichts mehr und es gäbe wieder einen aktuellen Grund, die Bürgerüberwachung wegen des "Schutz vor Terror" weiter voranzutreiben... :floet:

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 13:43 
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Registriert: 31 Jan 2011 08:30
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Quijota hat geschrieben:
Zitat:
Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass man diesen Prozess am liebsten gar nicht führen möchte? Irgendwie hat das doch alles den Geruch bewusster Behinderung. Ich möchte auch nicht wissen, wie viele Leute es gibt, die es am liebsten gesehen hätten, Frau Zschäpe wäre ebenfalls in den Ewigen Jagdgründen entschwunden - wie Mundlos und Böhnhardt.
Ich möchte auch einmal die - bewusst sehr polemisch gehaltene - Frage in den Raum stellen, ob und was Frau Zschäpe dafür versprochen wurde, dass sie die Mund hält? Normal ist ja davon auszugehen, dass sie mindestens genau so lange im Knast brummen wird, wie Christian Klar. An Klars Haftzeit wird sich das Gericht wohl bei der Strafzumessung orientieren müssen. Aber wenn Frau Zschäpe weniger bekommt, dürften einige Fragen hinsichtlich möglicher Deals aufkommen. Erst recht, wenn im Urteil keine Besondere Schwere der Schuld festgestellt wird oder gar nur eine zeitige Haftstrafe verhängt wird.

Das sehe ich exakt genau so. Vielleicht war es ja auch nur ein "Betriebsunfall", dass Zschäpe noch lebt, aber solche Fehler kann man ja immer noch gerade biegen - bei BM habe sie ja schon mal geübt... :floet:

Zschäpe hat imho nur 2 Möglichkeiten:
1. Sie hält die Klappe und schwebt (weiterhin) wahrscheinlich in Lebensgefahr
2. Sie packt ohne Vorankündigung restlos aus. Ich bezweifele, dass sie nachher aus Rache getötet würde - das würde das Ansehen des dt. Staates noch weiterhin schädigen. Auch ein "deal" mit ihr würde diese gleiche Wirkung haben.
Fazit: Also wäre das Beste, sie hängt "sich" bald an der Heizung oder dem Fensterkreuz auf - für einen Herzinfarkt ist sie noch ein bisschen jung und Krebs dauert zu lange. Vielleicht findet sich ja auch noch ein Attentäter. Dann könnte man gleich 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie sagt nichts mehr und es gäbe wieder einen aktuellen Grund, die Bürgerüberwachung wegen des "Schutz vor Terror" weiter voranzutreiben... :floet:


Ich habe so das Gefühl, dass Böhnhardt und Mundlos davor waren von der falschen Polizeitruppe gestellt zu werden, die zudem mit zu großer Mannschaftsstärke vor Ort waren und da sehr schnell gehandelt werden musste. Wenn ich mir so überlege, wer da so alles in die Angelegenheit verwickelt sein soll bzw. war: Verfassungsschutzämter, CIA, dazu hektisches Aktenschreddern, ein Aussageverbot an einen wichtigen Zeugen durch dessen obersten Vorgesetzten, der heute Ministerpräsident ist - Bouffier ist eigentlich deswegen unhaltbar - dann kann einem ganz schlecht werden. Ich habe da so das Gefühl, Zschäpe und die anderen Angeklagten sind nur Bauernopfer - kleine unbedeutende Lichter. Anderenorts geht es richtig um Karrieren. Erschreckend finde ich zudem, dass sich der erklärte "Law-and-Order-Mann" Günther Beckstein, einer der "Ganz Harten" Innenminister in der Rückschau als Papiertiger erweist. Umso schwerer wiegt die, weil das Opfer in Nürnberg ihm persönlich nicht unbekannt war. Beckstein hatte ganz offensichtlich seinen Laden nicht nur nicht im Griff, er ist von seinen eigenen Leuten vermutlich hintergangen worden. Für die CSU ist das eine schlimme Nachricht.

Und ehrlich gesagt: ich glaube absolut nicht, dass der NSU nur aus drei Leuten und den paar Helfern bestand, die da vor Gericht stehen. Wer 13 Jahre lang penibel Morde plant und ausführt, ohne entdeckt zu werden, wer 13 Jahre lang regelmäßig Banken mit sehr hohen Sicherheitsstandards überfällt, bei denen die Polizei grundsätzlich zu spät kommt und bei denen keine Zusammenhänge zwischen den einzelnen Überfällen festgestellt werden, muss auch noch andere Helfer gehabt haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 16:21 
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Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass man diesen Prozess am liebsten gar nicht führen möchte? Irgendwie hat das doch alles den Geruch bewusster Behinderung. Ich möchte auch nicht wissen, wie viele Leute es gibt, die es am liebsten gesehen hätten, Frau Zschäpe wäre ebenfalls in den Ewigen Jagdgründen entschwunden - wie Mundlos und Böhnhardt.
Ich möchte auch einmal die - bewusst sehr polemisch gehaltene - Frage in den Raum stellen, ob und was Frau Zschäpe dafür versprochen wurde, dass sie die Mund hält? Normal ist ja davon auszugehen, dass sie mindestens genau so lange im Knast brummen wird, wie Christian Klar. An Klars Haftzeit wird sich das Gericht wohl bei der Strafzumessung orientieren müssen. Aber wenn Frau Zschäpe weniger bekommt, dürften einige Fragen hinsichtlich möglicher Deals aufkommen. Erst recht, wenn im Urteil keine Besondere Schwere der Schuld festgestellt wird oder gar nur eine zeitige Haftstrafe verhängt wird.

Das sehe ich exakt genau so. Vielleicht war es ja auch nur ein "Betriebsunfall", dass Zschäpe noch lebt, aber solche Fehler kann man ja immer noch gerade biegen - bei BM habe sie ja schon mal geübt... :floet:

Zschäpe hat imho nur 2 Möglichkeiten:
1. Sie hält die Klappe und schwebt (weiterhin) wahrscheinlich in Lebensgefahr
2. Sie packt ohne Vorankündigung restlos aus. Ich bezweifele, dass sie nachher aus Rache getötet würde - das würde das Ansehen des dt. Staates noch weiterhin schädigen. Auch ein "deal" mit ihr würde diese gleiche Wirkung haben.
Fazit: Also wäre das Beste, sie hängt "sich" bald an der Heizung oder dem Fensterkreuz auf - für einen Herzinfarkt ist sie noch ein bisschen jung und Krebs dauert zu lange. Vielleicht findet sich ja auch noch ein Attentäter. Dann könnte man gleich 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie sagt nichts mehr und es gäbe wieder einen aktuellen Grund, die Bürgerüberwachung wegen des "Schutz vor Terror" weiter voranzutreiben... :floet:


Ich habe so das Gefühl, dass Böhnhardt und Mundlos davor waren von der falschen Polizeitruppe gestellt zu werden, die zudem mit zu großer Mannschaftsstärke vor Ort waren und da sehr schnell gehandelt werden musste. Wenn ich mir so überlege, wer da so alles in die Angelegenheit verwickelt sein soll bzw. war: Verfassungsschutzämter, CIA, dazu hektisches Aktenschreddern, ein Aussageverbot an einen wichtigen Zeugen durch dessen obersten Vorgesetzten, der heute Ministerpräsident ist - Bouffier ist eigentlich deswegen unhaltbar - dann kann einem ganz schlecht werden. Ich habe da so das Gefühl, Zschäpe und die anderen Angeklagten sind nur Bauernopfer - kleine unbedeutende Lichter. Anderenorts geht es richtig um Karrieren. Erschreckend finde ich zudem, dass sich der erklärte "Law-and-Order-Mann" Günther Beckstein, einer der "Ganz Harten" Innenminister in der Rückschau als Papiertiger erweist. Umso schwerer wiegt die, weil das Opfer in Nürnberg ihm persönlich nicht unbekannt war. Beckstein hatte ganz offensichtlich seinen Laden nicht nur nicht im Griff, er ist von seinen eigenen Leuten vermutlich hintergangen worden. Für die CSU ist das eine schlimme Nachricht.

Und ehrlich gesagt: ich glaube absolut nicht, dass der NSU nur aus drei Leuten und den paar Helfern bestand, die da vor Gericht stehen. Wer 13 Jahre lang penibel Morde plant und ausführt, ohne entdeckt zu werden, wer 13 Jahre lang regelmäßig Banken mit sehr hohen Sicherheitsstandards überfällt, bei denen die Polizei grundsätzlich zu spät kommt und bei denen keine Zusammenhänge zwischen den einzelnen Überfällen festgestellt werden, muss auch noch andere Helfer gehabt haben.

Deine Vermutungen sind naheliegend. :hmm:
Gruß
Poldi

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 18:59 
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Poldi hat geschrieben:
Deine Vermutungen sind naheliegend. :hmm:
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Poldi


Man sollte immer berücksichtigen, dass auch bei der RAF andere Länder ihre Finger im Spiel hatten. Wir wissen heute, dass Benno Ohnesorg - seine Ermordung war der Urknall der 68er-Beweguung und der RAF - von einem MfS-Mitarbeiter ermordet wurde. Wir wissen, dass die RAF im Nahen Osten geschult wurde - da hatte aber nicht nur die PLO ihre Finger im Spiel, sondern es spielten auch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR und der sowjetische KGB erhebliche Rolle. Zwischenzeitlich tauchten RAF-Mitglieder in der DDR ab.
Für die DDR hat sich das alles in barer Münze ausgezahlt: ab 1975/76 wusste die STASI, dass CDU und CSU im Angesicht der 68er-Bewegung Schwarze Kassen - die späteren "Jüdischen Vermächtnisse" angelegt hatten. Franz-Josef Strauß ist mit Sicherheit nicht freiwillig mit Milliarden von D-Mark (West) in die DDR gereist, um diese - ohne Rückzahlungsverpflichtung - der dortigen Führung auszuhändigen. Und Helmut Kohl hat mit Sicherheit nicht freiwillig die Ehrenkompanie der Bundeswehr aufmarschieren lassen, um Erich Honnecker mit allen einem ausländischen Staatsgast zustehenden Ehren öffentlich zu empfangen. Beide - Strauß und Kohl - wussten, dass Markus Wolf und Erich Mielke nur einen Fingerzeig hätten tun müssen, um sie aus allen politischen Ämtern zu vertreiben.

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„Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“ (Christian Wulff zur Flugaffäre Johannes Raus im Jahr 2000).


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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 16 Mai 2013 21:37 
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Sünnerklaas hat geschrieben:
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Man sollte immer berücksichtigen, dass auch bei der RAF andere Länder ihre Finger im Spiel hatten. Wir wissen heute, dass Benno Ohnesorg - seine Ermordung war der Urknall der 68er-Beweguung und der RAF - von einem MfS-Mitarbeiter ermordet wurde. Wir wissen, dass die RAF im Nahen Osten geschult wurde - da hatte aber nicht nur die PLO ihre Finger im Spiel, sondern es spielten auch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR und der sowjetische KGB erhebliche Rolle. Zwischenzeitlich tauchten RAF-Mitglieder in der DDR ab.
Für die DDR hat sich das alles in barer Münze ausgezahlt: ab 1975/76 wusste die STASI, dass CDU und CSU im Angesicht der 68er-Bewegung Schwarze Kassen - die späteren "Jüdischen Vermächtnisse" angelegt hatten. Franz-Josef Strauß ist mit Sicherheit nicht freiwillig mit Milliarden von D-Mark (West) in die DDR gereist, um diese - ohne Rückzahlungsverpflichtung - der dortigen Führung auszuhändigen. Und Helmut Kohl hat mit Sicherheit nicht freiwillig die Ehrenkompanie der Bundeswehr aufmarschieren lassen, um Erich Honnecker mit allen einem ausländischen Staatsgast zustehenden Ehren öffentlich zu empfangen. Beide - Strauß und Kohl - wussten, dass Markus Wolf und Erich Mielke nur einen Fingerzeig hätten tun müssen, um sie aus allen politischen Ämtern zu vertreiben.

Nach deinem weit geschlagenen Bogen (welchen Zusammenhang haben eigentlich die schwarzen Kassen der CDU mit den Machenschaften der PLO, der DDR (MFS) und dem KGB im Kontext mit der RAF?) würde mich interessieren, WOVON konkret (und durch welche Gruppierung initiiert respektive durchgeführt) du eigentlich jetzt ausgehst.
Etwas mehr Klartext würde helfen.

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 17 Mai 2013 06:27 
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Sünnerklaas hat geschrieben:
[...] Und ehrlich gesagt: ich glaube absolut nicht, dass der NSU nur aus drei Leuten und den paar Helfern bestand, die da vor Gericht stehen. Wer 13 Jahre lang penibel Morde plant und ausführt, ohne entdeckt zu werden, wer 13 Jahre lang regelmäßig Banken mit sehr hohen Sicherheitsstandards überfällt, bei denen die Polizei grundsätzlich zu spät kommt und bei denen keine Zusammenhänge zwischen den einzelnen Überfällen festgestellt werden, muss auch noch andere Helfer gehabt haben.
Ich fürchte, da stecken auch andere Denker dahinter ...

Die, die vor Gericht stehen, sind sicherlich Bauernopfer. Schätze, die überleben die Haft nur, wenn sie das Spiel mitspielen.

Für mich ist das ein Schauprozeß, damit die pösen Deutschen mal wieder an ihre nie endende Schuld erinnert werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 17 Mai 2013 07:57 
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geradeheraus hat geschrieben:
Nach deinem weit geschlagenen Bogen (welchen Zusammenhang haben eigentlich die schwarzen Kassen der CDU mit den Machenschaften der PLO, der DDR (MFS) und dem KGB im Kontext mit der RAF?) würde mich interessieren, WOVON konkret (und durch welche Gruppierung initiiert respektive durchgeführt) du eigentlich jetzt ausgehst.
Etwas mehr Klartext würde helfen.


Ganz klar: auch die RAF hat nur mit Hilfe staatlicher Organisationen - in diesem Fall von außen - letztendlich funktioniert. Um Anschläge in der Größenordnung, wie sie die RAF, aber auch der NSU beging, durchzuführen, ist eine entsprechende Logistik und penibelste Planung notwendig. Noch wichtiger ist die Schaffung von sicheren Rückzugsräumen und die Beschaffung und Auswertung von Informationen, die direkt aus den inneren Zirkeln der Ermittlungsbehörden stammen. Wir wissen ja heute, dass die HVA des MfS weite Teile der westdeutschen Verwaltung und Politik unterwandert und abgehört hat. Mit dem Wissen, wo und was gerade ermittelt wird und wo und wann Fahndungen laufen, ist es dann ein Kinderspiel, rechtzeitig zu verschwinden. Noch besser ist es, wenn Agenten falsche Spuren legen - und die Ermittler, ganz dem Herdentrieb folgend - diesen falschen Spuren folgen.

Was die Schwarzen Kassen der UNION angeht, so sind die Gründe für deren Anlegen in den Jahren 1967/68 zu suchen. Die Initialzündung der Bewegung war die Ermordung Benno Ohnesorgs. Heute wissen wir, dass die Schüsse eher als eine "False Flag"-Aktion einzuordnen sind. Der Todesschütze galt nach außen hin als ein Rechtsaußen - tatsächlich war er aber SED-Mitglied und Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Der Tod Ohnesorgs hat erwiesener Maßen zu einer - wenn auch begrenzten - Destabilisierung in Westdeutschland und Westberlin geführt. Die Verantwortung für diese Tat schob man erfolgreich den "Konservativen" in die Schuhe, die daraufhin 1969 aus der Bundesregierung flogen. Das war der erste Schritt. Die Reaktion in der UNION war nun, die Voraussetzungen zu schaffen, mit Hilfe befreundeter Spender, so schnell wie möglich wieder in die Bundesregierung zu kommen. Da das 1972 bei der "Willy-Wahl" nicht klappte, legte man sich Schwarze Kriegskassen an. Ich glaube, dass man im des Politbüro der SED und im MfS genau darauf gewartet hat. Offenbahr waren Kohl, Strauß &Co. so naiv, zu glauben, sie würden nicht abgehört. Noch 2000, nach dem Auffliegen der Affäre, haben sich ja UNIONs-Leute hingestellt und erklärt, es hätten nur die allerinnersten Zirkel von der Sache gewusst. Dabei hätte man spätestens nach dem Fall Guilaume-Affäre ahnen müssen, dass man selber unterwandert war und mit Sicherheit abgehört wurde. Für die DDR war aber das Wissen um die illegalen Schwarzen Kassen eine Lizenz zum Gelddrucken - v.a. nach Kohl's "Geistig-Moralischer Wende" 1982. Hätten Kohl und Strauß nicht gespurt und das gemacht, was man von ihnen verlangt hat, wären Ruck-Zuck Beweise für das Kassensystem an die westdeutsche Presse gelangt und beide hätten ihre Ämter verloren. Ich fand's bemerkenswert, dass absolut niemand auf die Idee gekommen ist, im Untersuchungsausschuß zur Parteispendenaffäre die Frage in den Raum zu stellen, ob und wie weit die Regierung Kohl in der Zeit zwischen 1982 und 1990 von der DDR erpreßt wurde.

Was die RAF angeht, so hat man dafür gesorgt, dass in der Bundesrepublik, aber auch in Frankreich und in Italien die Sicherheitskräfte und die Politik ganz massiv mit einem innenpolitischen Problem beschäftigt waren. Soetwas bindet Sicherheitskräfte an anderer Stelle - und wenn man die Leute, die man jagt, nicht kriegt und die Jagd immer und immer weiterführen muss, hat der Gegner an anderer, sehr viel sensiblerer Stelle seine Ruhe.

Was den NSU angeht, so habe ich den starken Verdacht, dass dahinter eine ganz andere Strategie stand. Ich vermute einmal, dass es sich ursprünglich wohl auch um eine Art "Stay-Behind"-Aktion handelte - mit Stoßrichtung Islamismus, die dann dummerweise aufgeflogen ist. Es ist doch bemerkenswert, dass sich bei der Ermordung Kiesewetters ein mutmaßlicher CIA-Agent mit Kontakten zur Sauerland-Gruppe in der Nähe aufhielt, als Mundlos und Böhnhardt auf den Plan traten; ebenso ist es bemerkenswert, dass beim Mord in Kassel ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes anwesend war, den die Ermittlungsbehörden nicht befragen durften, weil's dessen Dienstherr, der heutige MP Bouffier verboten hat. Man könnte bösartiger Weise glatt vermuten, irgendwer habe Böhnhardt und Mundlos misstraut und lieber die Ausführung kontrolliert - und dann Vollzugsmeldung gegeben, aber das ist nur meine Meinung.

Anschließend wurden die Angehörigen der Opfer polizeilich verdächtigt und kriminalisiert - was zu massiver Unruhe in der Community und für die Bedienung allgemein bestehender Ressentiments in der deutschen Bevölkerung ("Döner-Morde") führte. Und mit Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe sowie den anderen Angeklagten hatte man ja willige Vollstrecker, die glaubten, im Sinne ihrer kruden NS-Ideologie zu handeln. Tatsächlich waren sie nur Marionetten anderer, die sie vor ihren Karren gespannt haben.

Ich sehe es einfach einmal so: zuerst hat irgendwer den Anschein erwecken wollen, es gäbe gefährliche Islamisten und gefährliche türkische Kriminelle im Lande. Mit so einer unaufgeklärten Mordserie im Hintergrund lässt sich trefflich die Forderung nach einer flächendeckenden Überwachung untermauern und politisch durchsetzen. Jetzt ist die Sache dummerweise aufgeflogen - und jetzt waren es gefährliche Nazis, die - natürlich - für immer hinter Schloss und Riegel kommen. Und auch vor diesem Hintergrund kann man Forderungen nach einer flächendeckenden und lückenlosen Überwachung der Bevölkerung untermauern.

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„Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“ (Christian Wulff zur Flugaffäre Johannes Raus im Jahr 2000).


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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 17 Mai 2013 08:10 
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Erschreckend finde ich das eklatante Versagen Günther Becksteins. Beckstein hat immerhin die Größe, dies zuzugeben.
Und bemerkenswert: Otto Schily, Wolfgang Schäuble und Volker Bouffier traten auch immer wieder als knallharte "Law-and-Order"-Innenminister auf, die von sich behaupteten, eine "Null-Toleranz-Schiene" zu fahren. Und genau in deren Amtszeiten zieht über 13 Jahre unbehelligt eine Mörderbande durchs Land. Interessant ist auch, dass kurz nach dem Hamburger Mord im Sommer 2001 ein gewisser Ronald Schill in Hamburg Innensenator wurde - auch so ein Law-And-Order-Mann.

Ich glaube, wenn wir eine Lehre aus der ganzen NSU-Scheiße ziehen können, dann ist es die, solche "Law-And-Order"-Leute, die marktschreierisch die "Null-Toleranz-Linie" ankündigen, zu glauben und sie erst recht nicht zu wählen. Gute Politik läuft geräuschlos und ohne Marktschreierei.

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 17 Mai 2013 11:00 
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Ganz klar: auch die RAF hat nur mit Hilfe staatlicher Organisationen - in diesem Fall von außen - letztendlich funktioniert. Um Anschläge in der Größenordnung, wie sie die RAF, aber auch der NSU beging, durchzuführen, ist eine entsprechende Logistik und penibelste Planung notwendig. Noch wichtiger ist die Schaffung von sicheren Rückzugsräumen und die Beschaffung und Auswertung von Informationen, die direkt aus den inneren Zirkeln der Ermittlungsbehörden stammen. Wir wissen ja heute, dass die HVA des MfS weite Teile der westdeutschen Verwaltung und Politik unterwandert und abgehört hat. Mit dem Wissen, wo und was gerade ermittelt wird und wo und wann Fahndungen laufen, ist es dann ein Kinderspiel, rechtzeitig zu verschwinden. Noch besser ist es, wenn Agenten falsche Spuren legen - und die Ermittler, ganz dem Herdentrieb folgend - diesen falschen Spuren folgen.

Was die Schwarzen Kassen der UNION angeht, so sind die Gründe für deren Anlegen in den Jahren 1967/68 zu suchen. Die Initialzündung der Bewegung war die Ermordung Benno Ohnesorgs. Heute wissen wir, dass die Schüsse eher als eine "False Flag"-Aktion einzuordnen sind. Der Todesschütze galt nach außen hin als ein Rechtsaußen - tatsächlich war er aber SED-Mitglied und Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Der Tod Ohnesorgs hat erwiesener Maßen zu einer - wenn auch begrenzten - Destabilisierung in Westdeutschland und Westberlin geführt. Die Verantwortung für diese Tat schob man erfolgreich den "Konservativen" in die Schuhe, die daraufhin 1969 aus der Bundesregierung flogen. Das war der erste Schritt. Die Reaktion in der UNION war nun, die Voraussetzungen zu schaffen, mit Hilfe befreundeter Spender, so schnell wie möglich wieder in die Bundesregierung zu kommen. Da das 1972 bei der "Willy-Wahl" nicht klappte, legte man sich Schwarze Kriegskassen an. Ich glaube, dass man im des Politbüro der SED und im MfS genau darauf gewartet hat. Offenbahr waren Kohl, Strauß &Co. so naiv, zu glauben, sie würden nicht abgehört. Noch 2000, nach dem Auffliegen der Affäre, haben sich ja UNIONs-Leute hingestellt und erklärt, es hätten nur die allerinnersten Zirkel von der Sache gewusst. Dabei hätte man spätestens nach dem Fall Guilaume-Affäre ahnen müssen, dass man selber unterwandert war und mit Sicherheit abgehört wurde. Für die DDR war aber das Wissen um die illegalen Schwarzen Kassen eine Lizenz zum Gelddrucken - v.a. nach Kohl's "Geistig-Moralischer Wende" 1982. Hätten Kohl und Strauß nicht gespurt und das gemacht, was man von ihnen verlangt hat, wären Ruck-Zuck Beweise für das Kassensystem an die westdeutsche Presse gelangt und beide hätten ihre Ämter verloren. Ich fand's bemerkenswert, dass absolut niemand auf die Idee gekommen ist, im Untersuchungsausschuß zur Parteispendenaffäre die Frage in den Raum zu stellen, ob und wie weit die Regierung Kohl in der Zeit zwischen 1982 und 1990 von der DDR erpreßt wurde.

Was die RAF angeht, so hat man dafür gesorgt, dass in der Bundesrepublik, aber auch in Frankreich und in Italien die Sicherheitskräfte und die Politik ganz massiv mit einem innenpolitischen Problem beschäftigt waren. Soetwas bindet Sicherheitskräfte an anderer Stelle - und wenn man die Leute, die man jagt, nicht kriegt und die Jagd immer und immer weiterführen muss, hat der Gegner an anderer, sehr viel sensiblerer Stelle seine Ruhe.

Was den NSU angeht, so habe ich den starken Verdacht, dass dahinter eine ganz andere Strategie stand. Ich vermute einmal, dass es sich ursprünglich wohl auch um eine Art "Stay-Behind"-Aktion handelte - mit Stoßrichtung Islamismus, die dann dummerweise aufgeflogen ist. Es ist doch bemerkenswert, dass sich bei der Ermordung Kiesewetters ein mutmaßlicher CIA-Agent mit Kontakten zur Sauerland-Gruppe in der Nähe aufhielt, als Mundlos und Böhnhardt auf den Plan traten; ebenso ist es bemerkenswert, dass beim Mord in Kassel ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes anwesend war, den die Ermittlungsbehörden nicht befragen durften, weil's dessen Dienstherr, der heutige MP Bouffier verboten hat. Man könnte bösartiger Weise glatt vermuten, irgendwer habe Böhnhardt und Mundlos misstraut und lieber die Ausführung kontrolliert - und dann Vollzugsmeldung gegeben, aber das ist nur meine Meinung.

Anschließend wurden die Angehörigen der Opfer polizeilich verdächtigt und kriminalisiert - was zu massiver Unruhe in der Community und für die Bedienung allgemein bestehender Ressentiments in der deutschen Bevölkerung ("Döner-Morde") führte. Und mit Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe sowie den anderen Angeklagten hatte man ja willige Vollstrecker, die glaubten, im Sinne ihrer kruden NS-Ideologie zu handeln. Tatsächlich waren sie nur Marionetten anderer, die sie vor ihren Karren gespannt haben.

Ich sehe es einfach einmal so: zuerst hat irgendwer den Anschein erwecken wollen, es gäbe gefährliche Islamisten und gefährliche türkische Kriminelle im Lande. Mit so einer unaufgeklärten Mordserie im Hintergrund lässt sich trefflich die Forderung nach einer flächendeckenden Überwachung untermauern und politisch durchsetzen. Jetzt ist die Sache dummerweise aufgeflogen - und jetzt waren es gefährliche Nazis, die - natürlich - für immer hinter Schloss und Riegel kommen. Und auch vor diesem Hintergrund kann man Forderungen nach einer flächendeckenden und lückenlosen Überwachung der Bevölkerung untermauern.

Nun, wer konkret gemeint ist, bleibt weiterhin im Verborgenen. Wer steht denn im Fokus deiner Vermutungen?

Naja, das Schöne an Spekulationen bzgl. „verborgener Mächte & Strippenzieher“ ist ja, dass sie schlechterdings nicht greifbar sind –und, wenn überhaupt, nur durch anderslautende Spekulationen beantwortet werden können.
Wohlan – dem, der mag…

Übrigens, es gibt extremistische (=gefährliche) Islamisten in unseren Gefilden, nicht wenige. Wie gleichermaßen auch links- wie rechtsextremistische. Da muss kein künstliches Szenario gebastelt werden. Mir liegt es allerdings fern, hier zwischen „Guten“ (linksextremistischen) und Bösartigen (alle anderen) zu unterscheiden. Auch wenn das ideologiegetrieben nur zu gerne gemacht wird.

Die zur Sprache gebrachte mutmaßliche „Stay behind“-Strategie (um ablenkenderweise gezielt Islamisten in den Fokus des Interesses zu rücken) ist, so sie der Realität entspricht, genauso verwerflich, wie die offensichtliche Strategie linksgrüner Interessengruppen, die an folgenden Positionierungen deutlich werden:
Claudia Roth: „Deutsche sind ‚Nicht-Migranten‘ - mehr nicht! …die Türkei ist zweite Heimat für mich, ich mache seit 20 Jahren Türkei-Politik.“
Jürgen Trittin: “Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.”
Cem Özdemir: „In Zwanzig Jahren haben wir eine Grüne Bundeskanzlerin und ich berate die türkische Regierung bei der Frage, wie sie ihre Probleme mit der deutschen Minderheit an der Mittelmeerküste in den Griff bekommt.“
Joschka Fischer: „Deutschland muss von außen eingehegt, und von innen durch Zustrom von Ausländern heterogenisiert, quasi verdünnt werden.“
Daniel Cohn Bendit: Wir, die Grünen, müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir für ihr Wahlrecht kämpfen. Wenn wir das erreicht haben, werden wir den Stimmenanteil haben, den wir brauchen, um diese Republik zu verändern.
Joschka Fischer: „Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.“

Zur Klarstellung: Hierbei handelt es sich nicht um etwa um Spekulation, sondern um gelebte politische Ausrichtung.

Bevor jetzt entgegnet wird, dass dies doch alles Vergangenheit sei und mit der heutigen Politik natürlich nichts mehr zu tun habe, sollte zweierlei überlegt werden.
Einerseits, wodurch zu belegen ist, dass linksgrün heute eine andere Politik macht.
Andererseits, warum bei der Beurteilung politischer Gegner schwarzer Färbung stets die Vergangenheit zur Untermauerung der eigenen Position (mitunter Spekulation) herangezogen wird, während dies für die eigene Seite natürlich als obsolet bezeichnet wird.

Der letzte Passus ist selbstredent nicht nur an Sünnerklaas gerichtet.

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Zuletzt geändert von geradeheraus am 17 Mai 2013 12:08, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 17 Mai 2013 11:34 
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Die o.g. Zitate der Grünen sind einer der Gründe, weshalb sie für mich nicht mehr wählbar sind

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EU: »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert...
(Juncker), nachzulesen im Spiegel
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht. - Kurt Tucholsky
T. Jefferson: Die Wahrheit steht von alleine aufrecht, die Lüge bedarf der Stütze des Staates.


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 Betreff des Beitrags: Re: NSU-Prozess
BeitragVerfasst: 17 Mai 2013 15:48 
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Quijota hat geschrieben:
Die o.g. Zitate der Grünen sind einer der Gründe, weshalb sie für mich nicht mehr wählbar sind
Geht mir genauso, Quijota. Aber gibt es eigentlich verlässliche Quellen, daß das auch so stimmt? Und warum schlachtet der politische Gegner diese Zitate, so sie denn tatsächlich so gemacht wurden, nicht aus? Das wäre doch die Chance, die Grünen in die politische Bedeutungslosigkeit zu verbannen. :schulter:


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